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Der Job eines Growth Hackers ist es, Userinnen und User von einem Schritt zum nächsten zu bewegen und dabei die Conversion jedes Schrittes laufend zu messen und kreativ zu optimieren. Der Begriff „Growth Hacker“ wurde erstmals 2010 von Sean Ellis verwendet. Ellis war unter anderem für Dropbox und Eventbrite tätig und verhalf den Startups zu rasant schnellem Wachstum.

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Die Hacks zielen dabei auf eine Steigerung der Viralität ab – und damit langfristig auf das Wachstum eines Startups. Lernen Sie hier die Grundlagen des Growth Hackings.

Growth Hacking als Disziplin des Growth Marketings

Bevor Sie konkrete Beispiele und Methoden zum Growth Hacking lernen, ist eine Einordnung des Begriffs hilfreich.

Growth Hacking ist eine Disziplin des Growth Marketings. Die spezielle Form des Marketings bezeichnet das Vorhaben, ein Startup sowie dessen Dienstleistungen oder Produkte zu rasantem Wachstum (Growth) zu verhelfen.

Dabei werden, anders als im klassischen Marketing, die Bereiche eines Startups nicht isoliert betrachtet. Vertrieb, Kundenservice, Produktentwicklung – der Fokus liegt nicht auf einzelnen Bereichen, sondern auf der Organisation als Gesamteinheit.

Im Growth Marketing wird nicht mit Methoden gearbeitet, die jahrelange Entwicklungs- und Testphasen benötigen. Der Fokus liegt auf agilen Methoden und schnellen Ideen - so entstehen Hacks. Funktioniert eine Idee nicht, wird sie ohne umfangreiche Abwägung verworfen und der nächste Ansatz wird ausprobiert. Das oberste Ziel ist dabei immer das möglichst schnelle Wachstum des Startups.

Die Arbeit erfolgt kundenzentriert. Dafür werden Kunden und Kundinnen in Kundengruppen eingeteilt und mit einem konkreten Gesicht versehen. So entstehen Buyer Personas, die exemplarisch unterschiedliche Customer Journeys durchlaufen.

Die Customer Journeys der realen Kunden und Kundinnen werden mithilfe smarter Tools und Systeme, beispielsweise CRM-Systemen, analysiert und dokumentiert.

Was ist ein Growth Hacker?

Als Sean Ellis 2010 den Begriff der Growth Hacker erstmalig verwendete, lautete seine Definition sinngemäß: „Marketing-Experten, die ihren Fokus ausschließlich auf das Wachstum des Unternehmens richten.“ Er vernachlässigt dabei Ziele des klassischen Marketings wie dem Imageaufbau oder Vertrauen in das Unternehmen oder die Marke.

Der Fokus ist eindeutig. Ein Growth Hacker konzentriert sich auf diese 5 Schritte der Kundengewinnung und -bindung:

  • Akquisition: Menschen auf die Webseite holen

  • Aktivierung: Besucherinnen und Besucher zur Registrierung bringen

  • Bindung: Besucherinnen und Besucher dazu bewegen, aktiv zu werden

  • Monetarisierung: Aktive User und Userinnen zum Kauf überreden

  • Weiterempfehlung: Aktive Userinnen und User zur Empfehlung motivieren

Die Position des Growth Hackers beschreibt also jemanden im Marketing-Team, dessen einzige Aufgabe es ist, das Wachstum des Unternehmens durch kleine Tricks zu steigern. Mit Kreativität, Neugier und analytischem Denken werden neue, simple Wege gesucht, um Conversions oder Verkäufe zu erhöhen.

Dabei ist das Ziel bei jedem der 5 Schritte gleich: möglichst schnelles Wachstum. Mehr Menschen auf der Webseite bedeuten mehr potenzielle registrierte Nutzende. Mehr registrierte Nutzende werden eher aktiv, können eher kaufen und eher weiterempfehlen. Das alles trägt zu einem rasanten Wachstum bei.

Dabei steht bei aller Kreativität und Flexibilität die Optimierung der Customer Journey im Vordergrund. Egal, ob in der Kundenakquise, dem Kaufprozess oder der Weiterempfehlung.

Um das angestrebte, rasante Wachstum zu erreichen, brauchen Growth Hacker ein großes Sammelbecken voller Ideen, Ansätze und Spontanität. Daraus entstehen Hacks.

Was sind Growth Hacks?

Die 9 besten Growth Hacks aller Zeiten haben wir Ihnen bereits vorgestellt. Ein Growth Hack ist immer eine individuelle Idee, die auf das Unternehmen und dessen Kundinnen und Kunden abgestimmt ist und oft auch nur für diese funktioniert. Trotzdem kann man Growth Hacks in einige übergeordnete Gruppen kategorisieren. Ein paar Beispiele finden Sie hier:

1) Suchergebnisse

Die SERPs (Suchergebnisseiten) sind eine prominente, kostenlose Werbefläche: Wie sehen Ihre Inhalte in den Suchergebnissen bei Google aus? Was können Sie sich zunutze machen? Verwenden Sie CTAs (Calls-to-Action)? Authorship? Rich Snippets?

2) Blog

Hacken Sie die heißesten Themen in Ihrer Branche mit Google Trends oder Social Media. Kreieren Sie Content, der zum Teilen anregt. Listen, nützliche Ratschläge und Bilder ziehen Besucherinnen und Besucher auf Ihre Seite.

3) Gastbeiträge

Nutzen Sie Gastartikel in anderen Blogs, um auf sich aufmerksam zu machen. Scheuen Sie nicht vor Mitbewerbern, ähnlichen Startups oder Medien zurück!

4) Content Distribution

Finden Sie neue Wege, Ihren Content zu verbreiten. Testen Sie Buffer, Reddit, Quora, Foren und kommentieren Sie auf anderen Blogs.

5) Landingpages

Optimieren Sie laufend Ihre Landingpages und testen Sie kleine Hacks – beispielsweise unterschiedliche Bilder je nachdem, über welches Keyword der Besucher oder die Besucherin auf die Landingpage kam.

6) Social Sharing

Integrieren Sie Social Sharing, wo immer Sie können, und finden Sie heraus, wie Sie etwa den Sharing-Text für sich nutzen können.

7) Automatisierung

Finden Sie kleine Tricks, wie Sie Ihren Content und Ihre Leistungen automatisch beispielsweise über große Seiten verbreiten können, wie den legendären Growth Hack von Airbnb über Craigslist!

8) Social Media

Setzen Sie im Bereich Social Media auf Eitelkeit und Neugierde: Person A postet etwas über sich selbst (z.B. ein Horoskop) von Ihrer Seite. Person B erfährt von Ihrer Seite über Person A und will es selbst ausprobieren.

10) Erzwungene Viralität

Manchmal können Sie es sich erlauben, User und Userinnen mit einem verpflichtenden Sharing oder einer Weiterempfehlung zu beglücken, beispielsweise wenn sie bei einem Spiel schon weit fortgeschritten sind.

11) CRM Automation

Automatisieren Sie die Kommunikation für alle möglichen Stufen im Kaufprozess. Ermutigen Sie Neukunden und Neukundinnen, den ersten Kauf zu tätigen. Erinnern Sie an den vollen Einkaufskorb. Fragen Sie bei inaktiven Nutzenden nach. Bedanken Sie sich für Käufe. Treten Sie in Kontakt und nutzen Sie das Potenzial Ihres CRM-Systems.

12) Influencer

Holen Sie Blogger, Influencerinnen oder Branchengrößen ins Boot und nutzen Sie deren Autorität und Reichweite: mit VIP Events, Vergünstigungen oder speziellen Widgets für deren Blogs.

13) Paid Search

Als Startup bei Google Ads gegen die Großen Ihrer Branche anzutreten, macht wenig Sinn. Sie können aber mit geringem Budget wertvolle Infos wie Keywords und Suchanfragen Ihrer potenziellen Kundinnen und Kunden herauslesen.

14) Mitglieder werben: Member gets Member

Belohnen Sie Ihre User und Userinnen, wenn sie neue Kundinnen und Kunden für Sie akquirieren. Das müssen nicht immer Gutscheine oder Prozente sein. Der Anreiz kann in jeder Stufe des Kaufprozesses unterschiedlich sein!

15) Partner Marketing

Nutzen Sie die Reichweite anderer Unternehmen. Auf welchen Seiten können Sie einen Werbeplatz bekommen, beispielsweise einen eingebauten Shop und wie kann Ihr Partner davon profitieren?

16) Pressearbeit

Es gibt unzählige Möglichkeiten für Startups, mit der Presse in Kontakt zu treten: Launch, neue Features, Kundenanzahl, Förderung oder Expansion. Über die Presse erreichen Sie unzählige potenzielle Kundinnen und Kunden.

17) AHA-Moment

Beim „Onboarding“ holen Sie neue Userinnen und User ins Boot: zum Beispiel mit einem Tutorial oder einer Demo. Finden Sie aber zuerst heraus, was der AHA-Moment dieser Personen ist, ab dem sie Ihren Service „checken“ – bei Twitter ist das der Fall, sobald man 30 Leuten folgt.

Welche Grundvoraussetzungen sind für Growth Hacking wichtig?

Um die fixen Ideen und Hacks, die Sie gerade gelesen haben, umsetzen zu können, sollten Sie einige Grundvoraussetzungen in Ihrem Startup erfüllen. Nur mit einer Basis-Infrastruktur können Sie die agilen Methoden des Growth Hackings in Ihrem Alltag effizient einsetzen. Das ist die Faustregel des Growth Hackings: Effiziente und kostengünstige Marketingansätze, die sich einfach etablieren lassen.

Zielgruppenanalyse

Ihre Kundinnen und Kunden sind Ihr Kapital. Identifizieren Sie Kundencluster, um bestmöglich auf deren Bedürfnisse reagieren zu können. Buyer Personas helfen bei der Kategorisierung und geben der Vielzahl verschiedener Kundinnen und Kunden einige wenige, aber repräsentative Gesichter.

Datenerhebung

Der Erfolg Ihres Startups steht und fällt mit Ihren Kundinnen und Kunden. Sie müssen wissen, wer zu welchem Zeitpunkt über welches Gerät was von wo aus kauft. Setzen Sie dafür smarte Tools und Lösungen wie ein CRM-System oder Google Analytics ein. Verknüpfen Sie die Systeme miteinander - so können Sie effizient alle relevanten Daten Ihrer Kundinnen und Kunden sammeln und sie anschließend analysieren.

Produkt / Product-Market-Fit

Wenn Sie Ihre Zielgruppen analysiert haben, werden Sie merken, ob das Produkt passt oder nicht. Das technisch und haptisch beste Produkt der Welt ist verschwendete Zeit, wenn es keinen Mehrwert in der Zielgruppe bringt. Gleiches gilt für das Growth Hacking: Die Methoden müssen im Einklang mit Produkt und Zielgruppe stehen.

Empfehlungssysteme

Die Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Empfehlungssystem ist eine zufriedene Kundschaft. Im zweiten Schritt sollten Sie Anreize setzen, damit Sie weiterempfohlen werden. Kennen Sie das Beispiel von Dropbox? Für jeden Nutzer, den Sie werben, erhalten Sie zusätzlichen Speicherplatz für Ihren Cloud-Ordner. Dieses Beispiel gilt als Erfolgsbringer. Werden Sie an dieser Stelle kreativ und animieren Sie Ihre Kunden und Kundinnen zum Weiterempfehlen.

Personal

Die besten Produkte, Strategien und Hacks nützen nichts, wenn Sie kein qualifiziertes Personal in Ihrem Startup beschäftigen. Denken Sie dabei über die klassischen Möglichkeiten im Recruiting hinaus. Vielleicht hat die interessierte Berufseinsteigerin mit großem Tatendrang eher eine Chance verdient als der teure und hochgelobte Experte?

Welche Growth Hacking Methoden gibt es?

Um mit Growth Hacks erfolgreich zu sein, gibt es zahlreiche Ansätze, die Sie verfolgen können. Sie haben bereits 17 schnelle Ideen gelesen. Doch was sind die Methoden dahinter?

Jegliche Methoden sollten zu Ihrem Startup, Produkt und Zielen passen – nicht jeder Growth Hack ist in jedem Fall erfolgreich.

Trotzdem gibt es einige grundlegende Methoden, die sich über viele Jahre, Projekte und Startups bewährt haben. Lassen Sie sich von der folgenden Liste inspirieren. Spoiler: Wer konkrete, erfolgreiche Beispiele sucht, wird im darauffolgenden Abschnitt fündig.

Einige der genannten acht Methoden kommen Ihnen von der Auflistung weiter oben bekannt vor. Eine klare Abgrenzung zwischen den grundlegenden Methoden, übergeordneten „Hack-Gruppen“ oder spezifischen Hacks ist schwierig. Die folgenden Methoden – viele davon spielen sich auf Social Media ab – sind jedoch einhelliger Meinung nach zentral und tausendfach erprobt.

Content-Marketing

Betreiben Sie aktiv Content-Marketing. Schaffen Sie relevanten Inhalt, der Ihren (interessierten) Kundinnen und Kunden einen Mehrwert bietet. Die Möglichkeiten sind vielfältig: Schreiben Sie Blogbeiträge, drehen Sie mit einfachen Mitteln Erklärvideos, zeichnen Sie einen Podcast auf oder stellen Sie Whitepaper mit detaillierten Informationen zu einem Thema bereit.

Hochwertiger Content zieht Nutzerinnen und Nutzer automatisch auf Ihre Kanäle. Wenn Ihr Content den Lesern und Leserinnen einen Mehrwert bietet, werden sie zum Teilen animiert. Schaffen Sie dafür die Voraussetzung, indem Sie entsprechende Icons & Co. hinterlegen.

Die regelmäßige Publikation von Inhalten hilft, um relevant zu bleiben. Halten Sie Artikel aktuell, verpassen Sie ihnen Updates oder „recyceln“ Sie die Inhalte ein zweites oder drittes Mal. Das muss nicht immer in der gleichen Form sein. Warum nicht einen beliebten Blogbeitrag als Audio oder im Rahmen einer E-Mail-Serie anbieten?

Ein weiterer zentraler Punkt, der im Content-Marketing beachtet werden muss, ist die Platzierung der Inhalte auf anderen Plattformen und Kanälen. Davon profitiert nicht nur der Traffic auf Ihrer Seite, die Generierung von Backlinks trägt zudem positiv zu Ihrem Ranking bei Google bei.

A/B-Testing

Der Begriff A/B-Testing ist Ihnen sicherlich bekannt. Aber was genau verbirgt sich dahinter? A/B-Testing ist eine beliebte, weil zigfach erprobte Methode im Growth Hacking.

Dabei stellen Sie zwei Annahmen – A und B – gegenüber und messen, wie diese von Ihrer Zielgruppe aufgenommen werden. Annahmen können dabei unterschiedliche Hintergrundfarben einer Landingpage, Buttons mit verschiedenen Handlungsaufforderungen (Call-to-Action) oder unterschiedliche Betreffzeilen in einem E-Mail-Newsletter sein.

Das Ziel ist dabei immer gleich: Die Analyse, welche Version bessere Conversions (Klicks, Registrierungen, Öffnungen, Käufe etc.) erzielt.

Durch diese Methode können Sie ohne großen Aufwand Ihre Landingpages, Newsletter & Co. laufend optimieren. A/B-Testing ist eine kostengünstige und simple Methode, um durch eine erhöhte Conversion Rate die Profitabilität Ihres Startups zu steigern.

Wow-Effekt

Kunden und Kundinnen haben Erwartungen an ein Produkt oder eine Dienstleistung. Werden diese Erwartungen erfüllt, sind Sie zufrieden. Um schnell und rasant zu wachsen, also das primäre Ziel des Growth Hackings zu erreichen, genügt eine simple Erfüllung der Erwartung nicht.

Erst wenn das Erwartbare übererfüllt wird, empfehlen Ihre Kunden und Kundinnen Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung weiter. Oft sind es kleine Details, die den Unterschied zur Konkurrenz ausmachen.

Versuchen Sie, einen „Wow-Effekt“ zu erzielen. Das kann eine kleine Aufmerksamkeit am Produkt selbst oder eine persönliche Kontaktaufnahme im Kaufprozess sein.

Um dem Kunden oder der Kundin ein „Wow!“ zu entlocken, gibt es keine allgemeingültige Vorlage. Diese Methode des Growth Hackings ist sehr stark an die Art des Produkts oder der Dienstleistung geknüpft. Seien Sie kreativ und stellen sich selbst die Frage: Löst mein Produkt bei mir ein Wow aus?

Empfehlungsmarketing

Animieren Sie Ihre Kundschaft, Sie weiterzuempfehlen. Wir haben diese Methode des Growth Hackings bereits als „Grundlage“ definiert. Schaffen Sie Anreize, die Ihre Kunden und Kundinnen dazu bringen, Freunden von dem positiven Erlebnis mit Ihrem Startup oder Ihrer Marke zu berichten.

Anreize können reduzierte Kosten, zusätzliche Funktionen oder Gutscheine sein. Oder Sie starten eine Gamification – wer innerhalb einer bestimmten Zeitspanne die meisten Neukunden zur Registrierung oder zum Kauf eines Produkts animiert, erhält eine besondere Aufmerksamkeit.

Social Media Marketing

Auf Social Media tummeln sich Millionen Menschen mit unterschiedlichen Interessen. Durch die Algorithmen von Facebook, TikTok & Co. entstehen „Filter-Bubbles“, die Personen gleichen Interesses zusammenbringen.

Nutzen Sie die Kanäle zu Ihrem Vorteil: Seien Sie aktiv auf den Plattformen, auf denen Ihre definierten Buyer Personas tagtäglich liken und teilen.

Erweitern Sie dabei Ihren Horizont. Es gibt nicht nur die großen Player wie Instagram oder YouTube. Auch kleinere Plattformen können interessant sein. Seien Sie dort vertreten, wo Ihre Konkurrenz nicht ist – aber Ihre Zielgruppe.

Bei dieser Methode des Growth Hackings gibt es die logische Schnittstelle zum Content-Marketing. Spielen Sie Ihren hochwertigen und relevanten Inhalt sinnvoll auf allen zur Verfügung stehenden Kanälen. Schaffen Sie Interaktion, animieren Sie die Nutzer und Nutzerinnen dazu, zu kommentieren und zu teilen.

Social Media bietet zudem eine einfache Möglichkeit, mit Ihrer Kundschaft in Kontakt zu treten. Über Messenger-Funktionen und Kommentarspalten oder direkte Kommunikationsplattformen wie beispielsweise WhatsApp Business können Sie auf Augenhöhe mit Ihrer Zielgruppe kommunizieren.

Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Kaum ein Thema hat in den letzten zehn Jahren derart hohe Wellen geschlagen wie die Suchmaschinenoptimierung. WDF, Keywords, Überschriften – Begrifflichkeiten aus diesem wichtigen Bereich sind im Alltag jedes Marketers angekommen.

SEO steht nicht nur für sich allein, sondern ist auch eine wichtige Methode im Growth Hacking. Um überhaupt potenzielle Kunden und Kundinnen über Ihre Webseite ansprechen zu können, müssen diese den Weg zu Ihnen finden.

Das gelingt mit Suchmaschinenoptimierung. Optimieren Sie Ihre Webseite und Ihre Inhalte, vermeiden Sie einfache Fehler wie falsche Überschriftenstrukturen oder fehlende Meta-Inhalte. Achten Sie dabei auf das Gleichgewicht zwischen SEO und hochwertigem Content – die Qualität Ihrer Inhalte sollte niemals unter der Suchmaschinenoptimierung leiden.

E-Mail-Marketing

Traffic auf Ihrer Webseite ist der erste Schritt, um einen nachhaltigen Kundenstamm aufzubauen. Ohne eine möglichst hohe Conversion Rate bringt jedoch der größte Traffic nur bedingt Erfolg. Eine Methode aus dem Growth Hacking, um aus Interessierten wiederkehrende Besucher und im Idealfall Kundinnen und Kunden zu machen: E-Mail-Marketing.

Bieten Sie den Besuchern und Besucherinnen auf Ihrer Homepage beispielsweise einen kostenlosen E-Mail-Newsletter an, der in regelmäßigen Abständen interessante Einblicke in Ihre Themen und Produkte gibt. Auch Rabattaktionen können einen Anreiz schaffen, sich für den Newsletter anzumelden.

Sind potenzielle Kunden und Kundinnen einmal in Ihrem Kosmos gelandet, sollten Sie deren Verhalten aktiv tracken: Wie sind die Öffnungsraten? Welche Links werden von wem geklickt? Verknüpfen Sie diese Informationen zum Beispiel über ein CRM-System mit Ihren typischen Buyer Personas.

So können Sie zielgruppengerecht kommunizieren – finden Sie heraus, was Ihr Kunde oder Ihre Kundin als Nächstes braucht und schlagen Sie genau das vor.

Opinion Leader-Marketing

Als Opinion Leader werden Menschen bezeichnet, die innerhalb einer Gruppe einen größeren Einfluss auf diese haben als andere Mitglieder. Im digitalen Zeitalter gibt es eine Bezeichnung dafür, die Sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kennen: Influencer.

Ein wichtiger Baustein in Ihrem Social Media-Marketing kann Influencer-Marketing sein, eine beliebte Growth Hacking-Methode.

Dabei müssen es nicht immer die klassischen Instagram-Influencer mit mehreren Millionen Followern sein. Blicken Sie auch hier wie bei der Auswahl der bespielten Kanäle über den Tellerrand hinaus. Wie wäre es mit Pinterest-Influencern oder im B2B-Bereich LinkedIn-Mitglieder mit vielen Followern?

Micro-Influencer mit wenigen tausenden Followern verlangen oft eine sehr geringe Bezahlung oder nutzen Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung sogar unentgeltlich. Der Vorteil: Die Community von Micro-Influencern sind meist stärker an den „Opinion Leader“ gebunden als bei großen Influencern. Das erhöht die Chance, über Influencer-Marketing Ihre Conversion Rate zu erhöhen.

Wenn Sie mit Ihrem Startup ganz am Anfang stehen und nur wenig Budget für kostenlose Produkttests oder Influencer-Kampagnen haben – werden Sie kreativ. Recherchieren Sie immer wiederkehrende Hashtags der Zielgruppe, identifizieren Sie potenzielle Influencer und verlinken Sie sie. Der klassische Weg über eine Mailanfrage ist nicht immer der zielführendste.

Rasierklingen, Geld und Mails: Growth Hacking Beispiele

Sie haben sicherlich bereits die ein oder andere Idee für einen Hack vor Augen, der Sie weiterbringen kann. Um Ihnen noch mehr Inspiration zu geben, stellen wir drei berühmte Growth Hacks aus der Vergangenheit vor. Alle eint eines: Sie sind beziehungsweise waren simpel, ressourcenschonend und kosteneffizient.

Dollar Shave Club: Mut und ein virales Video

Als Michael Dubin, Gründer von Dollar Shave Club, 2012 sein Video im Internet veröffentlicht, hat der Marktführer Gillette im Markt für Rasierer einen Marktanteil von 70 Prozent.

Das Video geht viral. Er bringt darin authentisch und humorvoll die Bedürfnisse seiner Kundinnen und Kunden auf den Punkt und überzeugt mit einer simplen aber einfachen Geschäftsidee. Der Aufwand für das Video und das Ausspielen auf allen gängigen Plattformen ist überschaubar.

Der Effekt: 12.000 Bestellungen in zwei Tagen. Ein perfektes Beispiel, wie man mit etwas Mut und einer guten Idee einen Muster-Growth Hack schafft.

PayPal: Die eigenen Kunden bezahlen

Der Online-Bezahldienst PayPal ist in Deutschland wesentlich bekannter als Dollar Shave Club. Das hat unter anderem mit einem Growth Hack zu tun, der Kreativität mit klassischer Betriebswirtschaft verknüpft.

PayPal hat in seiner frühen Wachstumsphase ein eigenes Empfehlungssystem geschaffen – indem sie ihre Nutzer und Nutzerinnen bezahlt haben. Eine Person wirbt eine andere, beide erhalten zehn Dollar. Warum sich das rechnet? Weil der durchschnittliche Customer Lifetime Value (der Deckungsbeitrag, den Sie mit einem Kunden oder einer Kundin während seiner oder ihrer „Lebenszeit“ mit Ihrem Unternehmen erzielen) bei 20 US-Dollar liegt.

Hotmail: Die Mutter aller Growth Hacks

Eine geniale Idee des E-Mail-Anbieters Hotmail gilt als der erste Growth Hack der Geschichte – lange bevor Sean Ellis den Begriff des Growth Hackings geprägt hat.

Ende der 90er-Jahre überlegten sich die klugen Köpfe hinter Hotmail eine simple wie aufmerksamkeitserregende Idee. Hinter jede E-Mail, die mit ihrem Dienst verschickt wird, platzierten sie eine Zeile Text, die große Wirkung nach sich zog: „PS: I love you. Get your free e-mail at Hotmail.“ Per Klick darauf konnten Interessierte Informationen zu Hotmail einsehen und einen kostenlosen Mail-Account anzulegen.

Das Ergebnis: Mehrere Millionen Nutzerinnen und Nutzer innerhalb kürzester Zeit. Der Ausgangspunkt: Rund 20.000 Nutzende zum Zeitpunkt des Hacks.

Fazit: Growth Hacking ist für alle da – legen Sie einfach los

Zahlreiche Begriffe, erfolgreiche Beispiele und eine breite Palette an Möglichkeiten: Growth Hacking ist trotz seiner verhältnismäßig jungen Historie zu einem wichtigen Marketing-Tool für Startups und etablierte Unternehmen geworden.

Ob Sie einen Online-Shop betreiben oder ein SaaS-Unternehmen führen, die Prämissen beim Growth Hacking sind immer gleich. Definieren Sie Ihre Zielgruppe, sorgen Sie für einen optimalen Product-Market-Fit und probieren Sie sich mit Strategien und Hacks immer wieder neu aus. So kann rasantes Wachstum gelingen.

Jedes Unternehmen und jeder Hack funktionieren – auch abhängig von der Zielgruppe – anders. Kopieren Sie daher nicht blind andere Hacks, sondern versetzen Sie sich in Ihre Kunden und Kundinnen hinein. Was würde Sie begeistern? Probieren Sie sich aus. Nicht jeder geplante Hack funktioniert auf Anhieb. Mit einer smarten Idee und etwas Glück gelingt Ihnen aber vielleicht die nächste Hotmail-Story.

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Titelbild: William_Potter / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 11. Oktober 2021, aktualisiert am Oktober 11 2021

Themen:

Growth Hacking