Marketing auf der Überholspur

27 Januar 2017

Content-Recycling: Wie aus alten Inhalten neuer Content wird

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Content-Recycling

Sogenanntes „Content Recycling“ ist eine effektive Strategie, um auch mit insgesamt wenig Content und wenig Zeit den vorhandenen Content maximal auszunutzen. Guter Content ist die Grundlage für eine erfolgreiche Kommunikation. In diesem Beitrag lernen Sie die Grundlagen des Content-Recyclings.

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Bestehende Inhalte mehrfach verwenden

Sie kennen womöglich das Problem, dass Sie entweder keine Ideen für neuen Content haben oder für solchen tief in den Geldbeutel greifen müssen. Aber was, wenn ich Ihnen einen Weg zeige, um beides zu vermeiden?

Angenommen Sie verfügen bereits über eine gewisse Grundlage existierender Inhalte, etwa Blog-Artikel oder sogar Ebooks, welche Sie seit dem Tag der Veröffentlichung quasi nicht mehr angerührt haben.

Wie wäre es, wenn Sie diese wertvollen Inhalte, beispielsweise in sozialen Netzwerken, mehrfach oder gar regelmäßig kommunizieren? Ein einziger Facebook-Beitrag für jeden neu im Blog veröffentlichten Artikel ist doch etwas wenig, meinen Sie nicht?

Das mehrfache Teilen von Inhalten lohnt sich, denn allein die Tatsache, dass nicht alle Ihre Fans und Follower zur selben Zeit online sind, zeigt, wie wichtig die Kommunikation derselben Inhalte zu unterschiedlichen Zeitpunkten ist. Und schaden tut es, wie der Kollege hier erklärt, auch nicht.

Entscheidend ist die Balance zwischen Mehrwert und Spam. Suggerieren Sie niemals, dass es sich bei erneut geteilten oder aufbereiteten Inhalten um neuen Content handelt – was jedoch nicht bedeutet, dass Sie immer denselben Tweet-Text oder dasselbe Bild verwenden müssen.

Im Zweifel gehen Sie einfach ganz offen mit der Dublette um und ergänzen Hinweise wie Nicht neu, aber immer noch aktuell: ... oder Noch immer gern gelesen: .... Auf diese Weise signalisieren Sie, dass der geteilte Content nicht zwangsläufig neu, aber dennoch interessant für Ihre Leser ist.

Wie funktioniert Content-Recycling

Grundlegend verfolgen wir mit all unseren Inhalten konkrete Ziele und konzentrieren uns bei der Erstellung auf die Buyer‘s Journey. Kommt Ihnen nun die Idee, Ihre bestehenden Inhalte einfach auf eine andere Zielgruppe innerhalb der Inbound-Methodik anzupassen, dann lernen Sie schnell. Sehr gut! Falls Sie mit dem Gedanken spielen, Ihren Content für die Distribution über neue Plattformen aufzubereiten, auch gut!

Da es beim Content-Marketing also nicht auf Quantität ankommt, sondern selbst aus SEO-Sicht die Qualität wichtiger ist (sagt auch der Leiter von Googles Webspam-Team, Matt Cutts), sollten Sie sich nicht wahllos auf Ihre alten Blogartikel stürzen, sondern strategisch vorgehen.

Content-Recycling-Leitfaden

Content-RecyclingSchritt 1: Content-Analyse

Welche sind die beliebtesten – das heißt die am häufigsten geteilten oder kommentierten – Artikel aus Ihrem Blog? Können Sie erklären warum und idealerweise reproduzierbare Erfolgsfaktoren identifizieren?

Welche älteren Artikel lesen Ihre Besucher noch immer? Erkennen Sie Muster, etwa thematisch oder anhand der Länge der Beiträge? Oder auch in Bezug zur Empfehlungsrate?

Mit welchem Content ranken Sie mit relevanten Keywords ganz vorne in den Suchergebnissen? Haben Sie hier bewusst agiert, oder überrascht Sie das Resultat?

Räumen Sie das Feld auch gern mal von hinten auf: Welche Artikel waren totale Flops und wurden quasi gar nicht geklickt? Können Sie sich erklären, wieso?

Eine ausführliche Erläuterung zur Analyse Ihres Contents können Sie bei mir im Blog lesen:

Konzentrieren Sie sich bei der Wiederverwertung zunächst auf Ihren erfolgreichsten Content, denn dann ist die Chance weitaus höher, dass auch die aufbereiteten Inhalte bei Ihrer Zielgruppe gut ankommen.

Außerdem können Sie damit direkt loslegen, ohne zu viel Aufwand in die grundlegende Optimierung investieren zu müssen.

Schritt 2: Zielgruppe definieren

Im Sinne des Inbound-Ansatzes sprechen Sie mit jedem neuen Blogartikel (oder anderen Inhalten) eine sehr spezifische Zielgruppe an. Definieren und analysieren Sie diese, um Ihren Content inhaltlich genau auf deren Bedürfnisse ausrichten zu können.

Vielleicht können oder wollen Sie Ihre Zielgruppe gar nicht segmentieren, das ist okay. Im Endeffekt geht es hierbei auch nur um Nuancen, die Sie beispielsweise beim Copywriting von Social Media Texten verändern. Wie heißt es so schön: „Every little helps.

Schritt 3: Kommunikationskanäle wählen

Es muss nicht immer ein Blogartikel sein. Abhängig davon, welche Zielgruppe Sie ansprechen möchten, werden Sie unterschiedliche Plattformen durch verschiedene Content-Formate bedienen müssen.

Außerdem ist die Betrachtung potenzieller Publikationsplattformen schon allein deshalb sinnvoll, weil Sie dadurch bestehenden Content womöglich schon ohne zusätzlichen Aufwand verbreiten können. Denken Sie nur an Videos: Die meisten Unternehmen nutzen nur YouTube, aber was spricht gegen eine zusätzliche Veröffentlichung auf Vimeo oder sogar Facebook? Oder auch anders gefragt: Spricht was dafür?

Schritt 4: Content aufbereiten

Auf Basis der vorausgehenden Erkenntnisse und Entscheidungen können Sie im letzten Schritt Ihren vorhandenen Content aufbereiten. So wird aus einem älteren Blogartikel vielleicht eine Infografik, oder aus einem Vortrag eine Präsentation für Slideshare.

Machen Sie aus einem vorhandenen Blogartikel zum Beispiel eine kleine Post-Reihe für Facebook. Oder transformieren Sie einen Blogartikel in einen Podcast, indem Sie den Text einfach vorlesen.

Vielleicht haben Sie ja auch mehrere Blogartikel, die thematisch zusammenpassen? Bündeln Sie diese zu einem E-Book und bewerben Sie es. Sie werden sehen, wie schnell Sie schon auf diese Weise neuen“ Content produzieren können.

Weitere Ideen zur Wiederverwertung finden Sie in einer Infografik hier.

Auch interessant:

Content-Recycling in der Praxis

Im Ganzen betrachtet ist die Wiederverwertung bestehender Inhalte eine kostengünstige Alternative zur Neuproduktion und oft mit weniger Aufwand verbunden.

Wenn Sie es schaffen, bereits bei der Erstellung neuer Inhalte die Möglichkeit zur (teilweisen) Wiederverwertung zu berücksichtigen, können Sie Content-Recycling langfristig zu einer nachhaltigen Content-Strategie entwickeln und dadurch nicht nur Geld, sondern vor allem auch Zeit sparen.

Micro Content heißt hier das Zauberwort, denn es beschreibt die kleinste verwertbare Content-Einheit, die Sie einzeln verwenden oder quasi beliebig zu größeren Assets kombinieren können. 

Probieren Sie es aus!

Die Grundlagen des Content-Marketings

Dieser Artikel erschien erstmals im Dezember 2014. Wir haben ihn aktualisiert und zur besseren Verständlichkeit überarbeitet.

Themen: Content Marketing

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