Wie Sie Ihre Kollegen dazu bewegen, für den Unternehmensblog zu schreiben

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Einen unternehmenseigenen Blog zu starten, ist die eine Sache – Kollegen dazu zu bringen, regelmäßig Texte beizusteuern, eine ganz andere. Dabei steht und fällt alles mit der Bereitschaft der Mitarbeiter, den Blog mit Inhalten zu füllen. Meist ist es aber nicht pure Unlust, sondern vielmehr Unsicherheit, die Kollegen davon abhält, mehr Enthusiasmus für die Autorenarbeit zu entwickeln. Deshalb hier ein paar Tipps, wie Sie das Thema attraktiver gestalten können.

Beim Bloggen ist Teamwork gefragt

Es gibt mehrere gute Gründe, warum das Schreiben für den Unternehmensblog nicht nur in die Hände einer Person gelegt werden sollte. Zum einen bedeutet es für jeden einzelnen Mitarbeiter weniger Belastung, wenn die Blogbetreuung aufgeteilt wird. Ist dagegen nur ein einzelner verantwortlich, ist der- oder diejenige schnell mit nichts anderem mehr beschäftigt.

Bevor Sie sich verzweifelt Themen aus den Fingern saugen, empfiehlt es sich,  eine effektive Strategie zu entwickeln, die genau auf Ihre Zielgruppe  zugeschnitten ist. Laden Sie sich jetzt die praktische Anleitung zur  Entwicklung einer effektiven Content-Strategie herunter.

Zum anderen helfen unterschiedliche Schreibstile und Perspektiven, den Blog vielfältig zu gestalten und die unterschiedlichsten Zielgruppen anzusprechen. Schließlich fällt es nicht jedem gleich leicht, trocken-seriös und erfrischend-locker, im Lexikon-Stil oder mit starken Storytelling-Elementen zu schreiben.

Und natürlich haben die Leser so die Möglichkeit, viele verschiedene Gesichter des Unternehmens kennenzulernen. Werden die Artikel mit Namen und eventuell sogar Foto und Kurzcharakterisierung des jeweiligen Autors versehen, ist das eigene Unternehmen schnell nicht mehr nur ein anonymer Markenname, sondern wird menschlich-nahbar.

Zehn Tipps für mehr Blogging-Begeisterung bei Ihren Mitarbeitern

Damit das Vorhaben aufgeht, haben wir zehn Strategien gesammelt, wie Sie Ihr Team vom Bloggen überzeugen können.

1. Mitarbeiter einzeln und gezielt ansprechen

Gerade in großen Konzernen mit zahlreichen Abteilungen ist es verführerisch, einfach eine Massen-Mail an den Verteiler zu schicken, die um Mithilfe bei der Blogarbeit bittet. Dieses können Sie sich in den meisten Fällen aber genauso gut sparen. Viel zu schnell geht sie in den vielen Mails, die die meisten Mitarbeiter jeden Tag erhalten, unter oder es fühlt sich einfach niemand gezielt angesprochen.

Gehen Sie deshalb den (zugegebenermaßen anstrengenderen) Weg und fragen Sie gezielt einzelne Kollegen im persönlichen Gespräch. Hierbei bietet es sich an, insbesondere die Thought Leader und Social-Media-Enthusiasten anzusprechen. Stellen Sie dabei unbedingt heraus, was genau einzelne Kollegen zum Blog beisteuern könnten und wecken Sie so ihr Interesse.

2. Sinn und Strategie des Blogs klar kommunizieren

Gerade außerhalb von Marketing- und PR-Abteilungen herrscht häufig Unklarheit darüber, inwieweit ein Blog den Unternehmenszielen dienlich ist. Da wird das Inbound-Tool schnell einmal als netter Zeitvertreib abgetan. Betonen Sie im Gespräch deshalb die Bedeutung eines Corporate Blogs als zentrales Instrument im Marketing-Mix.

Das Ganze lässt sich natürlich auch mit Zahlen untermauern: 2017 gaben 43 Prozent der Unternehmen an, dass sie mit Inbound-Marketing einen höheren ROI erzielen, gleichzeitig lag die Erstellung von Blog-Inhalten auf Platz drei der Prioritätenliste der entsprechenden Inbound-Marketer.

Der Nutzen für das Unternehmen ist sicherlich ein gutes Argument, mindestens genauso überzeugend sollte aber die Betonung der persönlichen Vorteile wirken: Die Veröffentlichung eigener Blogartikel kann zu mehr Anerkennung im Unternehmen führen, steigert den eigenen Marktwert und bietet gleichzeitig Referenzarbeiten für das eigene Portfolio.

3. Kollegen früh einbinden

Wer vor vollendete Tatsachen gestellt wird und nur noch blind die Ideen anderer ausführen soll, ist meist wenig motiviert. Beginnen Sie stattdessen schon früh im Schaffensprozess das Brainstormen mit infrage kommenden Kollegen und sammeln Sie ergebnisoffen Ideen. Kommunizieren Sie zusätzlich unbedingt, dass eigene Ideen jederzeit gerne gesehen sind und berücksichtigt werden (und halten Sie sich dann natürlich an entsprechende Versprechen).

4. Strukturen schaffen und Redaktionspläne erstellen

Es reicht nicht, sich einmal die Zusage zur Mitarbeit einzuholen und dann davon auszugehen, dass alles schon irgendwie läuft. Stattdessen müssen klare Absprachen, Deadlines und Prozesse definiert werden, die für jeden Blogbeitrag gelten. Zu jedem Zeitpunkt im Entstehungsprozess sollten Ihre Kollegen wissen, was der nächste Schritt ist, wann dieser ansteht und an wen sie sich mit Problemen wenden können. Das schafft Organisation und Verbindlichkeit.

5. Vorgaben und kreative Freiräume ausbalancieren

Die Mitarbeiter völlig alleine lassen oder sie gut gemeint in ein strenges Korsett von Vorgaben zwängen: Einen gelungenen Mittelweg dazwischen zu finden, ist gar nicht mal so einfach. Dennoch sollten Sie sich um diese Balance bemühen, damit Ihre Kollegen am Ball bleiben. Geben Sie Strukturen vor und stehen Sie als Ansprechpartner bereit, lassen Sie aber auch Freiräume für eigene Ideen und eine persönliche Note.

So sollte eine grobe Themenliste vorgegeben werden, damit Kollegen nicht vor einer komplett leeren Seite stehen und sich überfordert fühlen. Vermeiden Sie aber gleichzeitig ein zu starres Konzept der einzelnen Beiträge und ermutigen Sie Ihre Autoren zu eigenen Impulsen. Im Idealfall passen Sie das Maß an Betreuung und Hilfestellung natürlich an den jeweiligen Kollegen an.

6. Hilfestellung leisten

Nicht nur beitragsbezogen, sondern auch ganz allgemein sollten Sie Ihren Kollegen das nötige Rüstzeug mit auf den Weg geben, um den Blog langfristig bespielen zu können. Dazu bieten sich interne Workshops oder Mentorenprogramme an. Zusätzlich sind Guidelines für die Texterstellung sinnvoll, die möglichst positiv formuliert sind und die Autoren nicht sofort mit Dingen überfallen, die sie nicht tun dürfen.

Für welche Methode Sie sich auch entscheiden – tragen Sie dafür Sorge, dass sich Ihre Mitarbeiter fachlich wie stilistisch ausreichend fähig fühlen, wenn Sie für den Unternehmensblog schreiben.

7. Regelmäßiges Feedback bieten

Wer einmal motiviert ist und sich frisch ans Werk macht, möchte nicht in der Luft hängengelassen werden. Eingereichte Blogbeiträge, die dann wochen- und monatelang in der virtuellen Schublade geparkt werden, sind die beste Garantie dafür, einen Autor nicht erneut zur Mitarbeit bewegen zu können.

Stattdessen sollten Sie die Beiträge ernstnehmen und den Kollegen möglichst zeitnah Feedback geben. Das verleiht Sicherheit sowie die Möglichkeit, sich selbst besser einzuschätzen, während kleinere Fehler beim nächsten Mal leicht vermieden werden können. Eine Rückmeldung sollte sowohl individuell als auch in regelmäßigen Abständen in der Gruppe zum Blogprojekt im Allgemeinen erfolgen.

8. Zeitliche Ressourcen schaffen

Mitarbeiter fühlen sich schnell überfordert, wenn sie plötzlich ein gänzlich neues Aufgabengebiet bearbeiten müssen. Schließlich fällt nebenher weiterhin auch die reguläre Arbeit an. Daher muss mit dem entsprechenden Team- oder Abteilungsleiter unbedingt abgesprochen werden, dass ihnen diese Zeit auch zur Verfügung gestellt wird. Schließlich wird kaum jemand freiwillig an einem zusätzlichen Projekt mitarbeiten, wenn das nur durch Überstunden und Freizeit-Einbußen möglich ist.

Entsprechende Vereinbarungen sollten dann klar an die Mitarbeiter kommuniziert werden, sodass sie genau wissen, wie viel Wochenarbeitszeit auf den Blog verwendet werden kann.

9. Aktiv Ergebnisse präsentieren

Wertschätzung ist der Schlüssel zu langfristigem Engagement für den Blog. Sprechen Sie Kollegen darauf an, sobald ihr Blogbeitrag online gegangen ist und erwähnen sie auch positives Feedback von außen, wie Likes, Shares oder Erwähnungen in anderen Blogs. Das macht stolz und unterstreicht die Sinnhaftigkeit des Projekts.

Scheuen Sie sich auch nicht, immer wieder in großer Runde von Neuigkeiten auf dem Blog zu berichten, denn so schaffen Sie Bewusstsein und Interesse für den Blog.

10. Anreize bieten

Falls Sie wettbewerbsorientierte Mitarbeiter im Unternehmen haben, können sie aus der Blogbetreuung auch einen kleinen Wettkampf machen. So kann beispielsweise derjenige gewinnen, dessen Beitrag die meisten Likes oder Shares in einem bestimmten Zeitraum erhält. Entsprechende Bestenlisten sollten offen und präsent sein, beispielsweise im Intranet gepostet oder zentral im Büro aufgehängt werden.

Allerdings ist bei dieser Methode auch Vorsicht geboten: Achten Sie darauf, auf diese Weise nicht zu viel Druck zu erzeugen. Denn der schüchtert potenzielle Autoren nur zusätzlich ein und entmutigt unnötig.

Effektive Content-Strategien entwickeln

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