Yes. Fertig. Bei Ihnen hat der Schreibflow zugeschlagen – und jetzt brennen Sie darauf, Ihren Artikel zu veröffentlichen. Halt. Stop. Nicht so schnell. Nehmen Sie sich Zeit, Ihren Text mit ein wenig Abstand nochmal zu überarbeiten. Nutzen Sie dazu zum Beispiel diese 33 Tipps zum Aufpolieren Ihrer Texte.

Eine Website sollte Inhalte bieten, mit denen die richtigen Besucher angezogen  werden, die daraufhin zu Leads und letztlich Kunden konvertiert werden – lesen  Sie jetzt unsere Einführung ins Thema.

1. Laut Korrektur lesen 

Grundsätzlich gilt: Wer seinen Text einer kritischen Prüfung unterzieht, sollte ihn nicht stumm überfliegen. Lesen Sie sich Ihren Artikel laut vor. So bemerken Sie leichter, wodurch Ihr Lesefluss gestört wird und worüber auch andere Leser stolpern könnten.

2. Nicht alles auf einmal überarbeiten

Versuchen Sie gar nicht erst, bei der Korrektur Ihres Textes auf alle Aspekte gleichzeitig zu achten. Wer Rechtschreibung, inhaltlichen Aufbau und sprachlichen Ausdruck in einem Aufwasch optimieren möchte, wird zwangsläufig Details übersehen. Eins nach dem anderen!

3. Rechtschreibung und Zeichensetzung prüfen

Korrekte Orthografie ist ein Muss. Im Zweifelsfall lohnt sich ein Blick auf duden.de (http://www.duden.de/). Denn obwohl orthografische Absonderlichkeiten im Netz weitverbreitet sind, gibt es immer noch eine Vielzahl von Lesern, die über Rechtschreibfehler – oder fehlende Kommata – ehrlich entrüstet sind.

4. Fett oder kursiv? Hauptsache einheitlich! 

Um bestimmte Textpassagen hervorzuheben, können Sie diese fetten oder kursiv setzen oder aber farblich markieren. Das ist völlig legitim und Ihrem Gusto überlassen. Wichtig ist nur: Markieren Sie einheitlich, sonst erreichen Sie anstelle von Übersichtlichkeit nur Chaos und Anarchie.

5. Zwecks Hervorhebung wird nicht unterstrichen

Unterstrichene Worte suggerieren im Netz eine Verlinkung. Um den Leser nicht auf den Holzweg zu führen, sollten Sie daher auch nichts unterstreichen, was nicht als Link fungiert.

6. Links markieren

Die Textbausteine, hinter denen sich tatsächlich ein Link verbirgt, sollten Sie wiederum hervorheben. Andernfalls wird Ihr sorgsam gesetzter Link von niemandem bemerkt.

7. Vergewissern Sie sich des roten Fadens

Auf die Stringenz kommt es an. Ist Ihr Text logisch schlüssig oder vergaloppieren Sie sich an einzelnen Stellen? Um einen guten Artikel zu schreiben, müssen Sie nicht sämtliche Informationen verarbeiten, über die Sie verfügen. Wichtig ist, dass Ihre Struktur einen Sinn ergibt und einen klaren Eindruck vermittelt.

8. Sinnvoll strukturieren

Enthalten die Absätze Ihres Textes jeweils eine eigene Idee? Dort, wo bestimmte inhaltliche Aspekte eng miteinander verknüpft sind, ist es meist sinnvoll sein, sie gemeinsam zu diskutieren. Überprüfen Sie, ob alles, was zusammen gehört auch zusammen aufgeführt wird.

9. Keine Gedankensprünge machen

Der Leser ist naturgemäß weniger vertraut mit dem Gegenstand Ihres Textes als Sie. Was für den Autor nicht erwähnenswert erscheint – weil es eben logisch ist – muss dem Leser noch lange nicht einleuchten. Fragen Sie sich daher, ob Ihr Text wirklich alle relevanten Informationen enthält oder ob Sie gedankliche Zwischenschritte vernachlässig haben, die man nicht voraussetzen kann (denken Sie mal an Ihre Mathebücher in der Schule!).

10. Überprüfen, ob die Headline zieht

Die Bedeutung der Überschrift ist enorm. Sie soll den Leser dazu vermitteln, Ihrem Artikel überhaupt Aufmerksamkeit zu schenken und muss mit unzähligen anderen Headlines im Internet konkurrieren. Sticht Ihre Headline hier hervor?

11. SEO-Tauglichkeit überprüfen 

Entspricht Ihr Text den gängigen SEO-Vorgaben? Sind Ihre Überschriften zum Beispiel mit häufigen Keywords angereichert, so dass Ihr Text bei Google und Co. im Ranking an einer günstigen Position auftaucht?

12. Aussagekräftige Zwischenüberschriften wählen

Gerade bei langen Texten können Zwischenüberschriften dem Leser einen wichtigen Dienst erweisen: Sie ermöglichen es, bestimmte Informationen im Text schnell auffindbar zu machen und tragen zu einer übersichtlichen Strukturierung des Contents bei.

13. Schnell auf den Punkt kommen

Langatmige Einleitungen vertreiben Ihre Leser. Kommen Sie daher schnell und ohne Umschweife zur Sache und verzichten Sie auf den Prolog.

14. Adjektive kritisch betrachten

Nicht immer erfüllen Adjektive tatsächlich eine Funktion – häufig werden sie nur als schmückendes Beiwerk genutzt. Es kann sich daher lohnen, zu überprüfen, ob die Adjektive in ihrem Text Informationsträger sind, ob es unter Umständen aussagekräftigere Alternativen gäbe und ob Sie einige vielleicht streichen können, ohne dass sich der inhaltliche Gehalt Ihres Satzes verändert.

15. Verwenden Sie keine gestelzte Sprache 

Wer sich besonders hochtrabend ausdrücken möchte, wirkt in den meisten Fällen nicht – wie gewünscht – hochintelligent, sondern schlicht albern. Das tut keinem Text gut.

16. Fremdworte behutsam verwenden

Kein Leser hat Lust, mit einem Wörterbuch vor Ihrem Text zu sitzen. Fragen Sie sich also, welche Fremdworte bei Ihrem Adressaten-Kreis vorausgesetzt werden können und auf welche Sie lieber verzichten sollten.

17. Aufpassen mit Anglizismen

Für viele Bereiche des Lebens haben sich englische Begriffe eingebürgert, die von allen verstanden und von allen benutzt werden. Aber nicht immer klingen Anglizismen professioneller als ihre deutschen Entsprechungen. Ein Beispiel: Wer anstelle von Unternehmen nur noch von seiner Company redet, wird vielerorts als blasiert empfunden. 

18. Benutzen Sie Ihren natürlichen Wortschatz

Wer Wörter verwendet, von denen er nur ungefähr weiß, was sie bedeuten, riskiert sich zu blamieren. Zum Beispiel: die Expertise. Ein Begriff, der gerne als Synonym für Sachkenntnis oder Können verwendet wird, eigentlich aber das Gutachten eines Experten bezeichnet.

19. Drücken Sie sich prägnant und kurz aus

Alles, was sich umständlich anhört, verkompliziert das Leseverständnis. Wenn es zu einem Ausdruck eine kürzere Alternative gibt, entscheiden Sie sich für diese. Schreiben Sie „so“ anstatt „auf diese Art und Weise“. 

20. Wählen Sie anschauliche Beispiele

Abstrakte Sachverhalte werden dann wesentlich schneller und besser verstanden, wenn sie durch ein praktisches Beispiel veranschaulicht werden. So sparen Sie sich umständliche Erklärungen.

21. Tabellen nutzen 

Bevor Sie versuchen, eine Statistik Punkt für Punkt nachzuerzählen, empfiehlt es sich, eine Tabelle in Ihren Artikel einzufügen. Dies verkürzt nicht nur den Text, sondern ist für den Leser auch leichter zu erfassen. 

22. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Anstatt Menschen, Landschaften oder Produkte zu beschreiben, können Sie auch einfach ein Bild zu Ihrem Artikel veröffentlichen. Fotos lockern, den Text auf, wecken Interesse und transportieren beispielsweise ästhetische Informationen besser als Worte.

23. Bullet Points für Aufzählungen

Um Ihren Text übersichtlicher zu strukturieren, empfiehlt es sich bei Aufzählungen Bullet Points zu verwenden.

24. Interpunktion nutzen, um Lesefluss zu verbessern

Wenn Sie Gedankenstiche und Doppelpunkte verwenden, können Sie die Verständlichkeit Ihres Textes erhöhen. Aber aufgepasst! Hier schleichen sich nicht selten Rechtschreibfehler ein. Nur wenn nach dem Doppelpunkt ein neuer Satz beginnt, schreibt man groß weiter. Andernfalls wird das auf den Doppelpunkt folgende Wort kleingeschrieben. 

25. Umständliche Schachtelsätze auflösen

Wo sich Nebensatz um Nebensatz rankt, wird das Leseverständnis deutlich erschwert. Umklammerungen und Einschübe verkomplizieren Sätze meist unnötig. Spätestens wenn man den Text laut liest, springen solche komplizierten Konstruktionen ins Auge.

26. Nicht ausschließlich kurze Sätze verwenden

Ein Text, der aus vielen einzelnen kurzen Sätzen besteht, wirkt langweilig. Im besten Fall wechseln sich längere und kürzere Sätze ab.

27. Aufgepasst bei Apostroph und Genitiv 

Ein falsch gesetztes Apostroph im Zusammenhang mit dem Genitiv macht so manchen Leser wütend. Im Deutschen sind Apostrophe beim Genitiv die Ausnahme. Sie werden nur bei Eigenamen und Substantiven verwendet, die auf s, -ss, -ß, -tz, -x, oder -ce enden. Darum spottet man im Netz: „Andreas Kiosk“ gehört Andrea, „Andreas' Kiosk“ gehört Andreas, „Andrea's Kiosk“ gehört einem Idioten. 

28. Keine Nebensätze mit „welcher“, „welche“ oder „welches“ beginnen 

Im gesprochenen Deutsch werden Relativsätze mit „der“, „die“ oder „das“ eingeleitet. Zwar sind die Pronomen „welcher“, "welche" und "welches" grammatikalisch richtig, wirken jedoch holprig und gestelzt.

29. Nominalisierungen rückgängig machen

In den allermeisten Fällen klingen Nominalisierungen umständlich. Schreiben Sie daher anstellen von "Wir bitten um die Zusendung der Unterlagen" doch lieber "Bitte senden Sie uns Ihre Unterlagen". Klingt persönlicher und weniger nach Beamtendeutsch.

30. Auswüchse der Gender-Correctness vermeiden

Die Gender-Correctness kennt merkwürdige Formen, an denen man beim Lesen hängen bleibt. Muss aber gar nicht sein: Auch wenn Sie explizit Männer und Frauen ansprechen oder nennen möchten, können Sie Ungetüme wie „Rentner/innen“ oder „RentnerInnen“ ganz einfach dadurch umschiffen, dass Sie über „Rentner und Rentnerinnen“ schreiben.

31. Zahlen einheitlich schreiben 

Als Faustregel galt seit jeher: Zahlen von eins bis zwölf werden ausgeschrieben, anschließend werden Ziffern benutzt. Laut Duden ist diese Regelt jedoch heute nicht mehr verpflichtend. Achten Sie nur bei Vergleichen darauf, dass Sie die Zahlen einheitlich schreiben. Also nicht "zwei rote Kartons und 15 blaue Kisten", sondern „2 rote Kartons und 15 blaue Kisten“.

32. Komposita nicht ausufern lassen 

Zwar erlaubt die deutsche Sprache die Bildung von ellenlangen zusammengesetzten Wörtern, Ihrem Leser tun Sie damit aber keinen Gefallen. Lösen Sie übermäßig lange Komposita daher lieber auf.

33. Auf eine Rechtschreib-Variante festlegen

Für einige Worte haben sich mehrere Rechtschreib-Varianten eingebürgert. „Start-up“ zum Beispiel sollte laut Duden mit Bindestrich geschrieben werden, wird jedoch in der Praxis meist als „Startup“ verwendet. Bei der Konzeption eines Textes zählt hierbei vor allem, dass Sie sich auf eine Variante festlegen und diese durchgängig verwenden. 

Die Grundlagen des Content-Marketings 

Ursprünglich veröffentlicht am 13. August 2014, aktualisiert am Dezember 04 2017

Themen:

Schreibtechniken