Etwa 3,5 Milliarden E-Commerce-Nutzer wird das Internet im Jahr 2020 Prognosen zufolge begrüßen dürfen – Tendenz steigend. Kein Wunder also, dass das Online-Business weiterhin boomt. Erfahrene „E-Commercer“ wie Amazon und Zalando machen es vor und setzen Trends für eine ganze Branche.

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie Ihren eigenen Onlineshop in nur wenigen Schritten einrichten können und was Sie dabei beachten sollten.

Download: E-Commerce-Handbuch von Trusted Shops & HubSpot

Schritt 1) Kosten kalkulieren und Anforderungen definieren

Bevor Sie einen Onlineshop einrichten, sollten Sie sich überlegen, welche Anforderungen Sie an Ihr Online-Business stellen. Auf folgende Kriterien werden Sie dabei zwangsläufig stoßen:

  • Shopsystem,

  • Versandoptionen,

  • Zahlungsmethoden,

  • Struktur und Gestaltungsmöglichkeiten,

  • Handhabung,

  • Warenwirtschaftssystem,

  • Schnittstellen etc.

Um einen Onlineshop einzurichten, sollten Sie bereits ein grobes Konzept all dieser Punkte haben. Nur so können Sie die Finanzierung und weitere rechtliche Schritte klären.

Budget und Ziele Ihres Shops

Einen Onlineshop einzurichten kann teilweise mit hohen Kosten einhergehen. Open-Source-Software ist oft nur auf den ersten Blick kostenfrei, denn Sie benötigen neben dem Shopsystem einen Webspace, Zahlungsanbieter, Versandoptionen und natürlich eine Agentur oder IT-Abteilung, die sich um die Einrichtung des Shops kümmert. Deshalb sollten Sie zuallererst festlegen, welches Budget Ihnen zur Verfügung steht und welche kurz-, mittel- und langfristigen Ziele Sie mit Ihrem Onlineshop verfolgen.

Baukastensysteme für kleine Budgets

Möchten Sie nur wenige Produkte anbieten und gehen von maximalen monatlichen Umsätzen im vierstelligen Bereich aus, sind sogenannte Baukastensysteme vollkommen ausreichend. Diese können Sie bereits mit monatlichen Kosten unter hundert Euro nutzen. Rechnen Sie hingegen mit deutlich höheren Umsätzen und haben Sie massenweise Waren anzubieten, kann es sich lohnen, auf komplexere Lösungen zu setzen, die einen hohen Grad an Individualität erlauben. Hierfür sollten Sie mit einem Budget zwischen 10.000 bis 40.000 Euro rechnen. Die Kosten sind selbstverständlich individuell zu bestimmen und orientieren sich immer an Ihren Bedürfnissen.

Schritt 2) Webspace mieten

Um einen Onlineshop zu erstellen, benötigen Sie zunächst einen Webspace, um den Shop zu hosten. Wenn Sie eine professionelle Shopsoftware auswählen, müssen Sie sich oftmals eigenständig um einen Hosting-Anbieter kümmern. Baukasten-Shops hingegen bringen das Hosting in den meisten Fällen bereits mit. Vergleichen Sie am besten immer mehrere Anbieter, bevor Sie sich für eine Option entscheiden. Dabei sollten Sie auch sicherstellen, dass der Server zu Ihren Anforderungen passt.

Schritt 3) Onlineshop-Baukasten, Shopsoftware und Warenwirtschaftssystem

Im nächsten Schritt brauchen Sie eine Shopsoftware. Professionelle Lösungen bringen einen breiten Funktionsumfang mit und sind schnell individualisiert. Um das richtige Shopsystem auszuwählen, gehen Sie noch einmal Ihre Anforderungen durch und vergleichen Sie das Preis-Leistungs-Verhältnis verschiedener Anbieter.

Für die Shoperstellung haben Sie drei übergeordnete Möglichkeiten zur Auswahl: Kleine Shops können Sie ganz einfach mit einem Baukastensystem (z. B. Strato, Wix, Jimdo oder IONOS) erstellen. Sollte Ihr Sortiment den Rahmen dieser Lösungen sprengen, können Sie Ihren Shop mit komplexeren Plattformen (z. B. Shopify) oder aber mit WordPress betreiben. Es gibt verschiedene Plugins (z. B. WooCommerce), die Sie ganz einfach in Ihr WordPress integrieren können, um einen Onlineshop zu erstellen. Die professionellste Lösung bieten Ihnen Open-Source-Shopsysteme wie Magento oder Prestashop sowie kommerzielle Lösungen wie Gambio oder Shopware.

Neben dem Shopsystem ist auch die Auswahl des Warenwirtschaftssystems eine wichtige Entscheidung. Bei wenigen angebotenen Produkten sind Sortiment und Verkauf oft überschaubar. Steigen beide Faktoren jedoch an, ist die richtige Warenwirtschaft ein gutes Instrument, um den Überblick zu behalten. Auch für die Buchhaltung ist das Warenwirtschaftssystem essenziell. Für welche Lösung Sie sich auch entscheiden: Stellen Sie stets sicher, dass es eine Schnittstelle im Shopsystem gibt.

Schritt 4) Onlineshop erstellen: Was Sie bei der Konfigurierung beachten sollten

Haben Sie sich für Hosting, Shopsystem und Warenwirtschaft entschieden, geht es darum, den Shop einzurichten. Installieren Sie dazu das Shopsystem auf Ihrem Server. Nach der Installation müssen Sie den Onlineshop entsprechend konfigurieren. Folgende Punkte gilt es dabei zu bearbeiten:

  • Design,

  • Rechtliche Inhalte,

  • Navigation und Kategoriebaum,

  • Produktdatenanlage (sowie Produkttexte und -bilder),

  • Versandoptionen sowie

  • Zahlungsmethoden.

Passen Sie Ihren Shop an Ihr Unternehmensdesign an und richten Sie Navigation sowie die Shopkategorien ein. Achten Sie dabei unbedingt auf eine hohe Nutzerfreundlichkeit. Der Aufbau und die Struktur Ihres Shops bestimmen maßgeblich, wie positiv das Shoppingerlebnis vom Besucher empfunden wird. Denn findet ein Kunde beispielsweise ein Produkt nicht, ist dieser wahrscheinlich frustriert und wird Ihren Shop mit einem schlechten Gefühl wieder verlassen. Daher gilt: Halten Sie die Navigation einfach und dennoch eindeutig. Denken Sie außerdem vorausschauend und beziehen Sie stets Zukunftspläne (wie etwa eine Sortimentserweiterung) in die Webshop-Gestaltung mit ein.

Schritt 5) Einen rechtssicheren Webshop erstellen

Damit Sie rechtlich abgesichert sind, müssen Sie gewisse Vorgaben einhalten. Auf den Seiten Ihres Onlineshops sollten sich daher folgende Inhalte finden:

  • die AGB,

  • das Widerrufsrecht,

  • eine Datenschutzerklärung sowie

  • das Impressum.

Jede Webseite ist verpflichtet, eine Datenschutzerklärung und ein Impressum zu listen. In den AGB und dem Widerrufsrecht weisen Sie Kunden auf die individuellen rechtlichen Bedingungen für den Kauf in Ihrem Shop hin.

Unser Tipp: Integrieren Sie die Datenschutzbestimmungen, AGB und das Widerrufsrecht am besten als Checkbox in den Kaufprozess, um auf der sicheren Seite zu sein.

Schritt 6) Zahlungsmethoden definieren

Im Verlauf des Kaufprozesses ist es besonders wichtig, Zahlungsmethoden anzubieten, die der Kunde bevorzugt. Beliebte Optionen sind:

  • Paypal,

  • Rechnungskauf,

  • Lastschrift,

  • Kreditkarte,

  • Sofort-Überweisung und

  • Nachnahme.

Achten Sie bei der Auswahl des Zahlungsdienstleisters zwingend darauf, dass Ihr Shopsystem eine entsprechende Schnittstelle für die Anbindung besitzt. Vergleichen Sie auch die anfallenden Kosten der Zahlungsanbieter. Es haben sich sowohl Fixkosten-Modelle als auch Abrechnungen pro Verkaufstransaktion etabliert.

Unser Tipp: Gerade, wenn Sie noch keinen hohen Umsatz erzielen, lohnt es sich eher, nach Verkaufstransaktionen zu bezahlen.

Schritt 7) Versandoptionen bestimmen

Die Auswahl der Versandoptionen ist ebenfalls ein wichtiger Schritt bei der Erstellung Ihres Onlineshops. Kunden erwarten heute einen schnellen und unkomplizierten Versand. Bedenken Sie: Die meisten Webshops senden Ihren Kunden die Ware innerhalb von vier Werktagen zu. An dieser Stelle sollten Sie sich unbedingt an den Standards Ihrer Branche orientieren. Verträge mit renommierten Anbietern wie DHL, Hermes oder UPS sorgen für einen nahtlosen Verkauf Ihrer Produkte.

Schritt 8) Stärken Sie Ihre Webpräsenz mit Email-Marketing, SEO und Social-Media-Marketing

Ist Ihr Onlineshop erst aufgesetzt, geht es nun darum, Kunden zu akquirieren und Ihre Marke bekannt zu machen. Planen Sie daher vor allem Marketingmaßnahmen, die Ihre Reichweite vergrößern und Ihre Zielgruppe treffsicher erreichen.

E-Mail-Marketing

E-Mail-Kampagnen beispielsweise können Ihnen dabei helfen, Ihre Bestandskunden über neue Produkte zu informieren, Cross- und Upselling-Potenziale zu erschließen und Kunden mit stehengelassenen Warenkörben über Retargeting zurück in den Shop zu holen. Im ersten Schritt sollten Sie jedoch Bestellbestätigung und Versandbestätigungs-Emails einrichten, um bereits beim Kaufabschluss einen guten Service zu bieten.

Social-Media-Marketing

Facebook und Instagram sind ideale Social-Media-Plattformen, um Ihre Produkte zu bewerben und Ihre Marke bekannter zu machen. Indem Sie eine Präsenz auf diesen Kanälen aufbauen und Ihre Accounts mittels Content Marketing stetig mit neuen hilfreichen Inhalten füttern, können Sie mit der Zeit von sich reden machen und eine Community etablieren. Zudem haben Sie die Option, auf den Plattformen bezahlte Werbung zu schalten und so die Reichweite Ihres Shops zu erhöhen. Feinmaschige Targeting-Optionen bieten Ihnen dabei die Möglichkeit, genau jene Nutzer zu erreichen, die in Ihre Zielgruppe fallen.

SEO

Auch die Suchmaschinenoptimierung ist für jeden Onlineshop eine wichtige Marketingmaßnahme. SEO sorgt dafür, dass Sie zu bestimmten Suchbegriffen weit oben in den Suchmaschinenergebnissen ranken. Ziel sollte es sein, zum jeweiligen Keyword Ihres Shops auf der ersten Seite gelistet zu sein – bedenken Sie aber, dass dieses ambitionierte Vorhaben Zeit braucht.

SEA

SEA ist die bezahlte Version der Suchmaschinenoptimierung und kann Ihnen vor allem am Anfang dabei helfen, Neukunden zu generieren. Sie schalten hierbei Anzeigen in der Suchmaschine und auf YouTube. Über das Google Display Network haben Sie außerdem die Möglichkeit, Anzeigen auf anderen relevanten Webseiten zu platzieren.

Ein Onlineshop lässt sich bereits mit wenig Aufwand erstellen. Achten Sie bei der Auswahl der jeweiligen Systeme stets darauf, dass sie zu den Zielen Ihres Unternehmens passen. Mithilfe von Marketingmaßnahmen holen Sie Kunden in Ihren Shop und etablieren Ihre Marke innerhalb der gewünschten Zielgruppe.

New call-to-action

Titelbild: amenic181 / getty images

Ursprünglich veröffentlicht am 9. September 2020, aktualisiert am September 23 2020

Themen:

E-Commerce