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1994 verkaufte der Webseiten-Betreiber Dan Kohn ein Album des Künstlers Sting an einen Freund, der für die CD per Kreditkarte bezahlte. Diese unscheinbare Transaktion war der Beginn des Onlinehandels, wie wir ihn kennen. Seit seinen Anfängen hat sich E-Commerce allerdings beständig weiterentwickelt und stellt Unternehmen stets vor neue Herausforderungen.

Wir zeigen Ihnen deshalb hier, welche Trends im E-Commerce existieren und was Sie bei einem Einstieg in den Onlinehandel beachten müssen.

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E-Business vs. E-Commerce: Gibt es einen Unterschied?

Fälschlicherweise wird E-Business häufig als Synonym fürs E-Commerce verwendet. Die Begrifflichkeiten sind jedoch klar voneinander abzugrenzen, da sie nicht dieselbe Sache meinen. Beim E-Business geht es darum, wertschöpfende Prozesse durch Informationstechnologien zu entwickeln und auszuführen.

Im E-Commerce hingegen geht es um das Ausführen von digitalen Transaktionsprozessen, bei denen Produkte oder Dienstleistungen über das Internet verkauft werden.

Welche E-Commerce-Arten gibt es?

Wer online verkauft, hat unterschiedliche Zielgruppen im Blick. Dabei wird unterschieden, ob ein Unternehmen (Business), ein Kunde (Consumer) oder eine Verwaltung (Administration) am Handel beteiligt ist. Dementsprechend wird E-Commerce in B2B, B2C, C2C, C2B, B2A und C2A differenziert.

Das sind die E-Commerce-Arten im Detail:

  • Business-to-Business E-Commerce (B2B): Die Transaktion findet zwischen zwei Unternehmen statt.
  • Business-to-Consumer E-Commerce (B2C): Die Transaktion läuft zwischen einem Verbraucher oder einer Verbraucherin und einem Unternehmen.
  • Consumer-to-Consumer E-Commerce (C2C): Verbraucher verkaufen hierbei an andere Verbraucherinnen.
  • Consumer-to-Business E-Commerce (C2B): Bei diesem Modell finanzieren Verbraucherinnen Unternehmen – beispielsweise durch Crowdfunding.
  • Business-to-Administration E-Commerce (B2A): Die Transaktionen finden hierbei zwischen Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen statt.
  • Consumer-to-Administration (C2A): Hier laufen Onlinegeschäfte zwischen Bürger und Bürgerinnen und öffentlichen Verwaltungsbehörden.

Elektronischer Handel: Aktuelle Entwicklungen

Aus ersten zaghaften Transaktionen ist in den letzten 20 Jahren eine milliardenschwere Branche geworden, die beständig wächst und mit immer neuen Trends aufwartet. Das wird deutlich, wenn wir verschiedene Studienergebnisse betrachten.

Wachstum im E-Commerce in Deutschland

Im Duell Online- vs. stationärer Handel hat zunehmend die elektronische Variante die Nase vorn. Die Corona-Pandemie ist nicht die einzige Ursache für das rasante Wachstum des E-Commerce, hat jedoch für einen enormen Tempoanstieg gesorgt. 2021 war für den deutschen E-Commerce ein Rekordjahr, in dem das erste Mal der 100-Milliarden-Euro-Meilenstein übertroffen wurde.

Laut einer Hochrechnung der IFH Köln liegt das Wachstum des Onlinehandels somit zwischen 16 und 27 Prozent – das ist ein dreimal so schnelles Wachstum wie in den Jahren zuvor. Und es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass dieser Trend abreißen wird: Die IFH Köln prognostiziert für 2025 eine weitere deutliche Umsatzsteigerung auf 161 Milliarden Euro.

In einer Befragung gaben 29 Prozent der befragten Deutschen an, mindestens einmal pro Woche online einzukaufen, 28 Prozent mindestens einmal alle zwei Wochen. Allerdings gilt es zu beachten, dass nicht jede Produktkategorie auch online sofort zum Renner wird (siehe unten).

Screenshot Diagramm E-Commerce Kundenverhalten

Quelle: Darstellung von der IFH Köln

Wachstum im E-Commerce weltweit

Auch im weltweiten E-Commerce lässt sich ein schnelles Wachstum beobachten. Trenddaten aus 2022 zufolge erreichte der elektronische Handel 2021 Umsätze von über fünf Billionen US-Dollar, bis 2026 sollen sie auf über 8,1 Billionen steigen. B2B- sollen B2C-E-Commerce-Verkäufe langfristig übertreffen.

In Thailand, Malaysia und Südkorea ist der Anteil der Onlinekäufer an allen Internetnutzern und Internetnutzerinnen am höchsten.

Der meiste Umsatz wird noch weiter im Osten gemacht: China führt mit einem Marktvolumen von rund 1.262 Milliarden Euro die Rangliste an. Wesentlich beteiligt daran ist der chinesische Amazon-Konkurrent Alibaba, der mit 47 Prozent fast die Hälfte des chinesischen Online-Marktanteils einnimmt. Deutschland liegt im Vergleich mit 126 Milliarden Euro auf Platz fünf.

Verbraucherinnen und Verbraucher kaufen vor allem bestimmte Produkte online

Bekleidung und Elektronikartikel machen den mit weitem Abstand größten Anteil am Gesamtumsatz im Onlinehandel aus. In den letzten zwei Jahren sind jedoch auch die Bereiche Spielzeug, Hobby und DIY stark angestiegen. Von 2019 bis 2021 wuchsen sie um das Doppelte. Mit Ende des Lockdowns ist jedoch zunehmend ein Rückgang zu erkennen.

Darauf folgen Möbel, Schönheits- und Gesundheitsartikel, Lebensmittel und schließlich Medien. Die Umsatzauswertung zeigt, dass Verbraucher und Verbraucherinnen experimentierfreudiger werden und zunehmend auch Artikel des täglichen Bedarfs online kaufen.

Diagramm E-Commerce Umsatzveränderung

Quelle: Darstellung Statista

Dropshipping

Um im E-Commerce mitzumischen, müssen Sie nicht zwingend selbst Produkte herstellen. Die sogenannten Hersteller-Versender belegen sogar nur den vierten Platz der umsatzstärksten Versendertypen im Onlinehandel. Alternativ können Sie auf Dropshipping setzen:

Dabei lagern Sie die Produkte nicht selbst, sondern benachrichtigen die Herstellerin, sobald eine Kundin ein Produkt in Ihrem Onlineshop gekauft hat, sodass der Hersteller das Produkt direkt an die Endkundschaft versenden kann.

Dieses Modell bietet Ihnen verschiedene Vorteile, wie beispielsweise geringere Fixkosten und ein prinzipiell unbegrenztes Sortiment. Gleichzeitig haften Sie als Shopbetreiber allerdings gegenüber den Endverbraucherinnen und sind unter bestimmten Umständen nach wie vor von Regelungen wie der Verpackungsordnung betroffen.

Soweit ein grober Überblick zum E-Commerce. Nun folgen einige praktische Tipps rund um den Onlinehandel.

So bauen Sie Ihren Onlineshop auf

Diese zwölf Tipps helfen Ihnen dabei, Ihren eigenen Onlineshop zu eröffnen und aufzuziehen.

  1. Bewerten Sie Ihre Zielgruppe und die Nachfrage nach einem Produkt.
  2. Untersuchen Sie die Wettbewerbssituation.
  3. Untersuchen Sie Geschäftsmodelle und Verkaufsstrategien.
  4. Wählen Sie einen Namen für Ihr Unternehmen und registrieren Sie es.
  5. Kümmern Sie sich um Branding und Logogestaltung.
  6. Stellen Sie Ihr Produkt her.
  7. Bestimmen Sie Herstellungskosten und -prozesse.
  8. Legen Sie Ihre Versand- und Abwicklungsprozesse fest.
  9. Kaufen Sie eine Domain und erstellen Sie Ihre Webseite.
  10. Entwickeln Sie einen Marketingplan, um Kundschaft anzuziehen und zu konvertieren.
  11. Richten Sie Profile in sozialen Netzwerken ein und gewinnen Sie Followerinnen.
  12. Eröffnen Sie Ihren Onlineshop.

E-Commerce: Rechtliche Grundlagen, die Sie kennen müssen

Die Gesetzestexte zum Onlinehandel nehmen stetig zu. Dabei ist es nicht nur wichtig, die Richtlinien zu kennen, sondern auch zu wissen, welche branchenspezifischen Rahmenbedingungen auf Ihr Unternehmen zutreffen.

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum und so gelten auch für Onlineshops Rechtsgrundlagen. Die wichtigsten Vorschriften, die E-Commerce-Unternehmer und -Unternehmerinnen kennen müssen, sind:

  • Telemediengesetz, auch: Internetgesetz (TMG)
  • Fernabsatzverträge (§ 312b BGB)
  • Informationspflichten beim Verbrauchervertrag (Artikel 246 EGBGB)
  • Vertrauensdienstgesetz, früher: Signaturgesetz (VDG)
  • Preisangabenverordnung (PAngV)
  • Dienstleistungs-Informationspflichten-Verordnung (DL-InfoV)
  • Verbraucherstreitbeilegungsgesetz (VSBG)

Damit E-Commerce-Unternehmen strafrechtlichen Konsequenzen entkommen, sollten Sie in jedem Fall einen Rechtsberater oder eine Rechtsberaterin an Ihrer Seite haben, die auf Ihren Bereich spezialisiert sind.

Sonderfall Verpackungsgesetz: Darauf müssen Sie achten

Das Verpackungsgesetz (VerpackG) regelt seit 2019 den Umgang mit Verpackungen und Verpackungsabfällen. Ziel ist es, eine höhere Recyclingquote zu erzielen und die Auswirkungen von Verpackungsmüll auf die Umwelt zu reduzieren.

Wer gefüllte Verpackungen, Transportverpackungen und Packmittel nutzt, etwa im Rahmen des eigenen E-Commerce-Versands, muss sich laut Verpackungsgesetz an ihrer Entsorgung und ihrem Recycling beteiligen.

Das Verpackungsgesetz gilt für Sie, wenn Sie der sogenannte Erstinverkehrbringer sind, also die Verpackung als erste Person nutzen und nicht etwa von einer anderen Händlerin erhalten haben.

Es gilt auch, wenn die Verpackung systembeteiligungspflichtig ist, das heißt, dass die Verpackung aus Papier, Pappe, Kartonverbund, Glas, Aluminium, Kunststoff oder Naturmaterialien besteht. Zuletzt greift das Verpackungsgesetz, wenn die Verpackung bei den Endverbrauchenden als Müll für die gelbe, blaue oder schwarze Tonne anfallen würde. Treffen diese drei Kriterien bei Ihnen zu, unterliegen Sie der Registrierungs- und Lizenzierungspflicht.

Best Practices für E-Commerce-Webseiten

Wenn Sie Ihre E-Commerce-Webseite nach der Inbound-Methodik aufbauen möchten, sollten Sie einige bewährte Methoden im Hinterkopf behalten, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

1. Wählen Sie ein für Mobilgeräte optimiertes Design

19,6 Prozent der Internetnutzenden in Deutschland gaben 2021 an, wöchentlich etwas online über ein Mobilgerät gekauft zu haben – also rund jede fünfte Person. Deswegen ist es unerlässlich, die Website Ihres Onlineshops mobilfreundlich zu gestalten.

Viele E-Commerce-Plattformen bieten kostenlose Vorlagen und Premiumdesigns an, die für Mobilgeräte optimiert sind. Sie können die gewählte Designvorlage dann an Ihren Geschmack anpassen. Durch die Auswahl eines passenden Farbschemas und von Branding-Elementen, wie zum Beispiel Ihrem Logo, können Sie Ihre E-Commerce-Webseite so aussehen lassen, als sei sie nur für Sie erstellt worden.

Mit HubSpots kostenfreiem Website-Builder können Sie Ihre eigene Webseite ganz einfach gestalten – dank intuitiven Drag-and-Drop-Editor und zahlreicher attraktiver Templates.

2. Optimieren Sie Ihre Seiteninhalte

Für die Optimierung gibt es eine ganze Reihe an Strategien und Taktiken, die Ihnen helfen können, den Kaufprozess zu verbessern und somit mehr Besucher und Besucherinnen in neue Kundschaft zu konvertieren. Dazu zählen unter anderem:

  • Ansprechende Produktbeschreibungen – Durch überzeugende Texte in Ihren Produktbeschreibungen können Sie den Verkauf ankurbeln. Dazu empfiehlt es sich, gezielt psychologische Faktoren anzuwenden: etwa die Angst, etwas zu verpassen, Wechselseitigkeit oder Exklusivität. Sie alle dienen dazu, Shopperinnen zum unmittelbaren Kauf anzuregen.
  • Ästhetische Produktbilder – Für erfolgreiches Onlinemarketing sind visuelle Elemente essenziell. Das gilt umso mehr beim Onlineshopping, da die Kunden Ihre Produkte vor dem Kauf nicht unmittelbar sehen oder anfassen können. Nutzen Sie nicht nur statische Bilder, sondern zeigen Sie Models, die Ihre Produkte präsentieren. Beten Sie Videos an, in denen die Produkte aus mehreren Perspektiven betrachtet und lebhaft dargestellt werden können.
  • Saisonaler Content – Passen Sie Ihre Seiteninhalte aktuellen Trends und saisonalen Bedürfnissen Ihrer Nutzerschaft an. So sollten Sie beispielsweise während des Weihnachtsgeschäfts im November und Dezember entsprechend festliche Inhalte veröffentlichen und Ihren Shop gezielt für diese Zeit optimieren. Das geht beispielsweise mithilfe von Geschenkefinder-Tools, Frühkäuferrabatten oder Last-Minute-Geschenkideen.

3. Schaffen Sie ein außergewöhnliches Kundenerlebnis

Spätestens seit 2020 ist klar, dass das Kundenerlebnis Preis und Produkt als Hauptunterscheidungsmerkmal für Marken überholt hat. Die zentralen Mittel, um sich von der Konkurrenz abzuheben, sind Personalisierung, Einfachheit und Schnelligkeit.

Entsprechend sollten Sie sich darauf konzentrieren, ein eindrucksvolles Kundenerlebnis zu kreieren – und zwar an allen Kontaktpunkten mit Ihrer Marke. 2022 lautet das Erfolgsrezept im E-Commerce daher: personalisiertes Omnichannel-Marketing für diverse Vertriebskanäle.

Folgende Ideen könnten Ihnen dabei helfen:

  • Gestalten Sie eine FAQ-Seite – Indem Sie häufig gestellte Fragen direkt auf Ihrer Website beantworten, können potenzielle Kundinnen schnell und einfach die Informationen finden, die sie für den Kaufabschluss benötigen.
  • Verringern Sie die Bildgrößen, um schnellere Ladezeiten zu gewährleisten – Umfragedaten zeigen, dass User erwarten, dass eine Seite in weniger als zwei Sekunden lädt. Ist die Seite nach über drei Sekunden noch nicht vollständig geladen, verlassen viele von ihnen die Seite direkt und kommen wahrscheinlich auch nicht zurück. Reduzieren Sie daher die Größe der Bilder auf Ihrer Webseite, damit sie schneller lädt.
  • Überzeugen Sie Ihre Nutzenden mit gutem Content und UX-Writing – Vom 360-Grad-Produktvideo über den virtuellen Produktberater bis hin zur Online-Anprobe mit virtuellen 3D-Modellen. Mit hilfreichem Content und überzeugendem UX-Writing unterstützen Sie Ihre Userinnen und Usern bei der Kaufentscheidung. Außerdem erhöhen sie dadurch die Wahrscheinlichkeit, dass sie den Kauf nicht bereuen und zurückkehren werden.
  • Seien Sie sich der Bedeutung von Social-Media-Marketing und Social Commerce bewusst – Soziale Netzwerke werden längst mehr nur für den privaten Gebrauch genutzt. Sie dienen auch als gezielte Anlaufstelle, um Informationen zu Produkten zu sammeln und Online-Käufe zu tätigen, vor allem in den jüngeren Generationen. Das zeigte auch HubSpots State Of Marketing 2021.

4. Bitten Sie Userinnen und User um Bewertungen und fördern Sie Interaktion

Halten Sie Nutzende dazu an, selbst Content zu erstellen – zum Beispiel in Form von Bildern, die in sozialen Medien oder direkt auf der Produktseite gepostet werden. Das stärkt nicht nur die Verbindung zu den konkreten Followern, sondern wirkt gleichzeitig als Social Proof für andere Interessierte. Denn Bilder von der Nutzerschaft wirken stets besonders authentisch und schaffen Vertrauen.

Einen ähnlichen Effekt erzielen Sie mit Bewertungen. Denn positive Rezensionen anderer Kunden und Kundinnen auf Ihrer Webseite oder in zentralen Suchmaschinen wie Google Shopping bestärken unsichere Shopper, räumen Zweifel aus dem Weg und erhöhen so die Wahrscheinlichkeit, dass der Kauf abgeschlossen wird.

Ein positiver Nebeneffekt: Sie stärken Ihr SEO-Marketing. Lassen Sie sich dabei nicht von der Angst vor negativen Bewertungen aufhalten: Solange Sie darauf souverän und authentisch reagieren, stehen sie dem Erfolg Ihres Shops nicht im Wege.

Marketingmaßnahmen im E-Commerce

Was müssen Sie über das Marketing im E-Commerce wissen? Wir haben einige Tipps für Sie zusammengestellt, mit denen Sie einen guten Einstieg finden.

Testen Sie Werbeanzeigen

Facebook hat 1,9 Milliarden täglich aktive Nutzer und Nutzerinnen und bietet somit eine große Basis, die Sie erreichen können. Sprechen Sie Ihre Zielgruppe durch Beiträge und Videos in sozialen Netzwerken an und experimentieren Sie dabei ruhig etwas, um zu erfahren, was gut funktioniert und sich positiv auf Ihre Werbeziele auswirkt. Aber nicht nur soziale Medien wie Facebook, sondern auch Werbesysteme wie Google Ads und Amazon Advertising Services sind einen Blick wert.

Es empfiehlt sich zudem, dabei E-Mail-Adressen zu erfassen, um potenzielle Kundschaft kontaktieren zu können – achten Sie aber darauf, dass Sie geltende Datenschutzbestimmungen (DSGVO) streng einhalten.

Nutzen Sie Personalisierung für maßgeschneiderte Angebote

Personalisierung ist für Kunden von Onlineshops wichtiger denn je. Studienergebnissen zufolge gaben fast drei Viertel aller befragten Unternehmen an, dass personalisierte E-Mail-Nachrichten eine sechsmal höhere Transaktionsrate haben als Newsletter, die nicht personalisiert sind.

Wenn Sie auf Ihrer Seite E-Mail-Adressen sammeln und Kundinnen um ihre Zustimmung für eine zukünftige Kontaktaufnahme bitten, können Sie den Besucherinnen Anreize bieten, Ihren Onlineshop erneut zu besuchen. Weiterhin können Sie so einfacher Produkte vorschlagen, die Ihren Kunden mit hoher Wahrscheinlichkeit gefallen.

Machen Sie sich also die Vorteile personalisierter Produktvorschläge sowie angepasster E-Mail-Marketing-Kommunikation zunutze und sorgen Sie dafür, dass jede Person das Gefühl hat, dass Sie nur mit ihr sprechen, ganz persönlich.

Sammeln Sie Feedback über Umfragen

Sie können herausfinden, was Ihre Zielgruppe möchte, indem Sie sie ganz einfach danach fragen. Nutzen Sie Online-Umfragen, um Feedback zu verschiedenen Aspekten zu sammeln, zum Beispiel zu Ihren Produkten, Ihren Marketingaktivitäten oder Interaktionen mit dem Kundenservice.

Onlineshopsysteme vergleichen: So finden Sie die perfekte Plattform für Ihren Shop

Bei der Auswahl einer geeigneten E-Commerce-Plattform und -Software gibt es mehrere wichtige Faktoren, die Sie beachten sollten. Dazu zählen:

  • Funktionalitäten für Design und Personalisierung: Die Software sollte die Möglichkeit beinhalten, Designvorlagen anzupassen, um sie personalisieren und mit Ihrem Branding versehen zu können.
  • Personalisierung des Domain-Namens: Achten Sie darauf, dass Sie einen personalisierten Domain-Namen und die passende URL erhalten können, sodass der Name der Plattform nicht in Ihrer Webseiten-URL enthalten sein muss.
  • Support rund um die Uhr: Das Serviceangebot Ihrer E-Commerce-Plattform ist besonders wichtig. Schließlich möchten Sie in Notfällen auf einen verlässlichen Support zurückgreifen können.
  • Flexible Zahlungsoptionen: Kunden und Kundinnen wünschen sich heutzutage eine Vielzahl an Zahlungsoptionen. Achten Sie bei der Auswahl Ihrer E-Commerce-Softwarelösung darauf, dass sie flexibel genug ist, um verschiedene sichere Zahlungsoptionen anzubieten.
  • Mehrsprachigkeit: Falls internationale Kundschaft bei Ihnen einkaufen wird, sollte Ihr Shop natürlich auch ihr zugänglich sein. Suchen Sie sich daher ein Tool aus, das viele verschiedene Sprachen unterstützt.

Hinweis: Achten Sie darauf, dass Sie bei der Wahl eines Open-Source-System in der Regel Programmierkenntnisse benötigen.

Welche E-Commerce-Plattformen gibt es?

Wenn Sie gerade ein Unternehmen gründen oder Ihre Plattform wechseln möchten, sehen Sie sich doch einmal die folgenden Software-Optionen an, um einen Onlineshop zu erstellen.

Beispiele: Onlineshops auf der Shopify-Plattform

Wenn Sie noch nicht genau wissen, wie Ihr Onlineshop aussehen soll, können Sie sich von diesen Beispielen auf Shopify inspirieren lassen.

Tattly

Tattly bietet mit temporären Tattoos ein Produkt mit stark visuellem Bezug an, weswegen ein Design mit vielen Fotos gewählt wurde. So können Besucherinnen und Besucher das Produkt schnell kennenlernen und es gibt unterschiedliche Optionen, um die Produktvarianten weiter zu erkunden.

Screenshot E-Commerce-Website Tattly

Quelle: Screenshot Tattly

18Waits

Die Startseite von 18Waits sorgt durch den Vollbild-Header direkt für einen Hingucker und verweist Nutzende zu den Neuheiten im Shop. Das Headerbild vermittelt auf einen Blick das Lebensgefühl, das die Marke transportieren will. Außerdem findet die Kundin auf der Startseite direkt alle USPs (Unique Selling Points) der Marke:

Kostenloser Versand, einfache Retouren, Flagship-Standort sowie kanadische Produktion. Die Logos der Magazine, in denen 18Waits bereits erwähnt wurde, sorgen zudem für den notwendigen Social Proof.

Screenshot E-Commerce-Website 18Waits

Quelle: Screenshot 18Waits

Easy Tiger

Easy Tiger treibt das minimalistische Design-Prinzip auf die Spitze. Der Hintergrund ist komplett weiß gehalten und es gibt keine ablenkenden Design-Elemente, wodurch der Schwerpunkt allein auf den Produkten liegt. Die Produktbilder sind zudem in gestochen scharfer Qualität, was die Designer-Objekte im besten Licht präsentiert.

Screenshot E-Commerce-Website Easy Tiger

Quelle: Screenshot Easy Tiger

Purish

Der Kosmetik-Onlineshop Purish überzeugt vor allem durch seine übersichtliche und dennoch detaillierte Navigation. Ganz gleich, wonach Userinnen und User suchen, bereits die Startseite leitet sie intuitiv zur richtigen Produktkategorie.

Zusätzlich stellt Purish saisonale Menüs bereit und räumt das Sortiment dadurch funktionell auf. Anstatt sich in dem riesigen Angebot zu verlieren, bieten diese Filtermöglichkeiten der Kundschaft eine besondere Customer Experience. Ein weiterer Pluspunkt: das Käuferschutz-Siegel von Trusted Shops.

Screenshot E-Commerce-Website Purish

Quelle: Screenshot Purish

Erfolgsfaktor im E-Commerce: Bezahlsysteme von Ratenkauf bis PayPal

Zahlungsmittel haben einen enormen Einfluss auf den Erfolg von Onlineshops. Laut einer Auswertung bevorzugt die Hälfte der deutschen Käufer und Käuferinnen PayPal als Zahlungsmittel. Auf Rechnung kaufen immerhin 21 Prozent am liebsten ein und 17 Prozent wickeln die Transaktion mittels Debit- oder Kreditkarte ab.

„Buy now, pay later“-Angebote wie Ratenkauf und Finanzierung sind in Deutschland hingegen noch wenig beliebt. Der Anteil der Ratenkäufe sinkt derzeit tendenziell. Die Studie „Erfolgsfaktor Payment“ fand außerdem heraus, dass ein Großteil der Kundschaft einen Kauf abbrechen würde, wenn nur ein einziges Zahlungsmittel vorhanden ist.

E-Commerce-Unternehmen sollten daher die folgenden Zahlungsmittel kennen und die beste Auswahl für Ihre Zielgruppe treffen:

  • Rechnungskauf
  • PayPal
  • Lastschrift
  • Kreditkarte
  • Sofortüberweisung
  • Giropay
  • Amazon Pay
  • Apple Pay
  • Google Pay
  • Vorkasse
  • Nachnahme

Bedenken Sie bei der Auswahl auch eventuelle Gebühren und rechtliche Vorkehrungen.

E-Commerce: Vor- und Nachteile für Kunden und Unternehmen

Der Internetboom ist unbestritten und mit zunehmender Digitalisierung kann kaum ein Unternehmen mehr auf den eigenen Onlineshop verzichten. Sowohl aus Kunden- als auch aus Unternehmersicht bietet der Transaktionshandel übers Internet unzählige Vorteile.

Kunden und Kundinnen profitieren davon, dass Onlineshops 24/7 erreichbar und geöffnet sind. Gleichzeitig lassen sich Preisvergleiche besonders einfach durchführen. Der Sortimentsumfang ist in Onlineshops oftmals größer und es können auch internationale Produkte über entsprechende Shops bestellt werden.

Obwohl E-Commerce zu Beginn als mysteriös und unsicher galt, werden digitale Zahlungsdienstleister immer vertrauenswürdiger, beispielsweise durch Angebote wie den PayPal-Käuferschutz.

Der Verkauf rund um die Uhr bietet natürlich auch für Onlinehändler und -händlerinnen ein enormes Absatzpotenzial. Der große Vorteil gegenüber einem Ladengeschäft ist außerdem, dass über einen Onlineshop viel mehr Menschen gleichzeitig bedient werden können, was eine schnelle Skalierung erlaubt.

Hinzu kommt, dass die Kosten im E-Commerce deutlich geringer sind und eine größere Reichweite – sogar international – erzielt werden kann. Durch gezielte Remarketing-Maßnahmen kann Kundschaft zu Wiederholungskäufen animiert werden, wodurch die Akquisekosten sinken und der Umsatz gesteigert wird.

Obwohl die Vorteile unübersehbar sind und Unternehmen spätestens seit der Corona-Pandemie die Bedeutung von E-Commerce kennen sollten, gibt es natürlich auch einige Nachteile.

Kunden und Kundinnen müssen beim Onlineshopping mit einer längeren Versandzeit und mit Zusatzkosten für den Versand rechnen. Onlinehändlerinnen und Onlinehändler hingegen müssen sich in einem sehr wettbewerbsintensiven Markt zurechtfinden und ausreichend technisches Know-how beweisen, denn im Falle eines Serverausfalles vom Shopsystem gehen schnell Umsätze in Millionenhöhe verloren.

Die Mehrwertsteuer auf Online-Marktplätzen

Auch in Bezug auf die Mehrwertsteuer sollten Sie verschiedene Aspekte beachten. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es unterschiedliche Mehrwertsteuersätze für verschiedene Produktgruppen, die im Online- und Offlinegeschäft gleichermaßen anfallen.

Der ermäßigte Steuersatz gilt in der Regel für Güter des täglichen Bedarfs, darunter Lebensmittel, Bücher oder Kulturveranstaltungen. In Deutschland liegt dieser ermäßigte Mehrwertsteuersatz bei 7 Prozent, in Österreich bei 10 Prozent und in der Schweiz bei 2,5 Prozent.

Auf andere Produkte wird der reguläre Satz angewendet. Der reguläre Mehrwertsteuersatz liegt in Deutschland bei 19 Prozent, in Österreich bei 20 Prozent und in der Schweiz bei 7,7 Prozent.

Die verschiedenen Mehrwertsteuersätze können mitunter etwas verwirrend und wenig intuitiv sein. So zahlen wir in Deutschland auf Hörgeräte beispielsweise die ermäßigten 7 Prozent Mehrwertsteuer, auf Brillen hingegen den regulären Steuersatz von 19 Prozent. Lassen Sie sich daher am besten von Ihrem Steuerberater oder Ihrer Steuerberaterin über die für Ihre Produkte anfallenden Steuersätze informieren.

Fazit: E-Commerce-Boom sieht kein Ende

Die Zukunftsaussichten im E-Commerce sind rosig. Und mit einer guten Strategie sowie passenden Tools ist es leichter als viele denken, ein eigenes E-Business zu gründen, das gegen Riesen wie Amazon bestehen kann.

Suchen Sie sich also eine lukrative Zielgruppe von Shopperinnen und Shoppern und bringen Sie Ihre Produkte an den Mann oder die Frau. Die weltweite Corona-Pandemie hat einmal mehr gezeigt, dass das Online-Business für Unternehmen viel mehr als nur eine Option ist.

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Titelbild: Jovanmandic / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 1. Dezember 2022, aktualisiert am Januar 21 2023

Themen:

E-Commerce