Ein umfassender Leitfaden für E-Commerce

Erfahren Sie, wie Sie Ihren Online-Shop einrichten und vermarkten und das Wachstum Ihres Geschäfts fördern können.

Die erste E-Commerce-Transaktion fand 1994 statt. Raten Sie mal, was verkauft wurde.

Eine CD von Sting.

Der einundzwanzigjährige Dan Kohn betrieb damals eine Website namens NetMarket. Er verkaufte das Sting-Album Ten Summoner‘s Tales auf CD an einen Freund, der einen Preis von 12,48 USD plus Versandkosten per Kreditkarte bezahlte. Diese Art von Transaktion bezeichnen wir heute als E-Commerce: Der Verkauf von Services und Gütern über das Internet.

Seit seinen Anfängen 1994 hat sich der E-Commerce stark verändert und wächst beständig weiter. Immer mehr Kunden nutzen ihre Mobilgeräte und Computer als primäre Anlaufstelle, um neue Produkte zu finden und zu kaufen. Wir wollen uns hier einmal etwas näher ansehen, was den E-Commerce ausmacht, welche Trends sich dort abzeichnen und was Sie für den Einstieg in den Online-Handel wissen müssen.

Best Practices für E-Commerce-Websites

Wenn Sie Ihre E-Commerce-Website nach der Inbound-Methodik aufbauen möchten, sollten Sie einige bewährte Methoden im Hinterkopf behalten, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

1. Wählen Sie ein für Mobilgeräte optimiertes Design und passen Sie es Ihren Bedürfnissen entsprechend an

Daten von BrightEdge zeigen, dass über die Hälfte des Website-Traffics (57 %) von Mobilgeräten, wie Smartphones und Tablets, stammt. Deswegen ist es unerlässlich die Website ihres Online-Shop mobilgerätefreundlich zu gestalten.

E-Commerce-Mobilgeraete

Bildquelle (Übersetzung von HubSpot)

Viele E-Commerce-Plattformen bieten kostenlose und Premium-Designs an, die für Mobilgeräte optimiert sind. Suchen Sie eines, das zu Ihnen passt. Sie können die Designvorlage dann an Ihren Geschmack anpassen. Durch die Auswahl eines passenden Farbschemas und Branding-Elementen (z. B. Ihr Logo) können Sie Ihre E-Commerce-Website so aussehen lassen, als sei sie nur für Sie erstellt worden.

Hier ein Beispiel von Shopify:

Website-Vorlage von Shopify

Bildquelle

2. Optimieren Sie Ihre Seiteninhalte

Für die Optimierung gibt es eine ganze Reihe an Strategien und Taktiken, die Ihnen helfen können, mehr Besucher zu Kunden zu konvertieren. Dazu zählen unter anderem:

  • Ansprechende Produktbeschreibungen – Durch überzeugende Texte in Ihren Produktbeschreibungen können Sie den Verkauf ankurbeln. Dazu empfiehlt es sich, gezielt auf psychologische Faktoren anzuspielen, etwa die Angst, etwas zu verpassen, Wechselseitigkeit, Exklusivität und Ähnliche. Sie alle dienen dazu, Besucher dazu anzuregen, etwas zu kaufen (und zwar direkt).
  • Ästhetische Produktbilder – Für ein erfolgreiches Marketing sind visuelle Elemente sehr wichtig. Das gilt umso mehr beim Online-Shopping, da die Kunden Ihre Produkte vor dem Kauf nicht unmittelbar sehen oder anfassen können. Nutzen Sie nicht nur statische Bilder, sondern zeigen Sie Models, die Ihre Produkte präsentieren und bieten Sie Videos für einen Rundumblick der Produkte.

3. Schaffen Sie ein außergewöhnliches Kundenerlebnis

Forschungen haben gezeigt, dass das Kundenerlebnis bis 2020 Preis und Produkt als Hauptunterscheidungsmerkmal für Marken überholen wird. Das bedeutet, dass es wichtig ist, sich auf ein eindrucksvolles Kundenerlebnis zu konzentrieren und zwar bei allen Kontaktpunkten mit Ihrer Marke.

Folgende Ideen könnten Ihnen dabei helfen:

  • Gestalten Sie eine FAQ-Seite – Indem Sie häufig gestellte Fragen direkt auf Ihrer Website beantworten, können potenzielle Kunden schnell und einfach die Informationen finden, die sie für den Kaufabschluss benötigen.
  • Verringern Sie die Bildgrößen, um schnellere Ladezeiten zu gewährleisten – Umfragedaten zeigen, dass Website-Besucher erwarten, dass eine Seite in weniger als zwei Sekunden lädt. Ist die Seite nach über drei Sekunden noch nicht vollständig geladen, verlassen viele von ihnen die Seite direkt (und kommen wahrscheinlich auch nicht zurück). Reduzieren Sie daher die Größe der Bilder auf Ihrer Website, damit sie schneller geladen werden kann.
  • Nutzen Sie vom Benutzer erstellte Inhalte – Durch die Einbindung von Inhalten, die von Benutzern erstellt wurden, also Rezensionen, Bilder in Social Media und Testimonials, können Sie das Kauferlebnis weiter verbessern. Das Element des „Social Proof“ ist gerade bei Online-Shops von großer Bedeutung.

Tipps für das Vermarkten von Online-Shops

Was müssen Sie über das Marketing für ein E-Commerce-Unternehmen wissen? Wir haben einige Tipps für Sie zusammengestellt, mit denen Sie den Einstieg finden.

Testen Sie Social Media-Werbeanzeigen

Facebook hat 1,8 Milliarden täglich aktive Nutzer und bietet somit eine große Zielgruppe, die Sie erreichen können. Sie können also Ihre Zielgruppe durch Beiträge und Videos in sozialen Netzwerken ansprechen und dabei experimentieren, um zu erfahren, was gut funktioniert und sich positiv auf Ihre Umsätze und Einnahmen auswirkt.

Es empfiehlt sich zudem, dabei E-Mail-Adressen zu erfassen, um potenzielle Kunden kontaktieren zu können – achten Sie aber darauf, dass Sie geltende Datenschutzbestimmungen einhalten.

Studienergebnissen zufolge gaben drei Viertel aller befragten Unternehmen an, dass E-Mail-Marketing für sie einen „ausgezeichneten“ bis „guten“ ROI aufweise. Wenn Sie auf Ihrer Seite E-Mail-Adressen sammeln und Kunden um ihre Zustimmung für eine zukünftige Kontaktaufnahme bitten, können Sie Ihren Besuchern Anreize bieten, ihren Online-Shop erneut zu besuchen. Dies kann z. B. über Sonderangebote, Benachrichtigungen über Ausverkäufe, besondere Rabatte und mehr geschehen.

Nutzen Sie Personalisierung für maßgeschneiderte Angebote/Botschaften

Personalisierung ist für Kunden von Online-Shops wichtiger denn je. Tatsächlich zeigen Studienergebnisse, dass 74 % der Online-Verbraucher Websites nicht gut finden, wenn die dort präsentierten Angebote, Anzeigen und Aktionen scheinbar nichts mit ihren Interessen zu tun haben. Machen Sie sich also die Vorteile personalisierter Produktvorschläge sowie angepasster E-Mail-Marketing-Kommunikation zunutze und sorgen Sie dafür, dass jeder Kunde das Gefühl hat, dass Sie nur mit ihm sprechen.

Sammeln Sie Feedback über Umfragen

Sie können herausfinden, was Ihre Zielgruppe möchte, indem Sie sie ganz einfach danach fragen. Nutzen Sie Online-Umfragen, um Feedback zu verschiedenen Aspekten zu sammeln, zum Beispiel zu Ihren Produkte, Ihren Marketingaktivitäten oder Interaktionen mit dem Kundenservice.

Die Auswahl einer geeigneten E-Commerce-Software

Bei der Auswahl einer geeigneten E-Commerce-Plattform und -Software gibt es mehrere wichtige Faktoren, die Sie beachten sollten. Dazu zählen:

  • Design- und Personalisierungsfunktionen: Sie sollten die Möglichkeit beinhalten, Designvorlagen anzupassen, um sie personalisieren und mit Ihrem Branding versehen zu können.
  • Personalisierung des Domain-Namens: Achten Sie darauf, dass sie einen personalisierten Domain-Namen und die passende URL erhalten können, sodass der Name der Plattform nicht in Ihrer Website-URL enthalten sein muss.
  • Support rund um die Uhr: Das Serviceangebot Ihrer E-Commerce-Plattform ist besonders wichtig. Schließlich möchten Sie in Notfällen auf verlässlichen Support zurückgreifen können.
  • Flexible Zahlungsoptionen: Kunden wünschen sich heutzutage eine Vielzahl an Zahlungsoptionen, zum Beispiel per Kreditkarte, Lastschrift, PayPal oder Nachnahme. Achten Sie bei der Auswahl ihrer E-Commerce-Softwarelösung darauf, dass sie flexibel genug ist, um verschiedene sichere Zahlungsoptionen anzubieten.
  • Mehrsprachigkeit: Falls internationale Kunden bei Ihnen einkaufen werden, wäre es sinnvoll, deren Sprache zu sprechen. Suchen Sie sich daher ein Tool aus, das viele verschiedene Sprachen unterstützt.

Wenn Sie gerade ein Unternehmen gründen oder Ihre Plattform wechseln möchten, sehen Sie doch einmal sich die folgenden Software-Optionen an:

Beispiele ansprechender Online-Shops auf der Shopify-Plattform

Wenn Sie noch nicht genau wissen, wie ihr Online-Shop aussehen soll, können Sie sich von diesen Beispielen inspirieren lassen.

Tattly

Tattly bietet ein Produkt mit stark visuellem Bezug an, weswegen ein Design mit vielen Fotos gewählt wurde. So können Besucher das Produkt schnell kennenlernen und es gibt unterschiedliche Optionen, um die Produkte weiter zu erkunden.

Beispiel eines Online-Shop – Tattly

Graydon Skincare

Graydon Skincare nutzt ein Website-Layout mit einem großen rotierenden Header-Banner, mit dem die Marke und das Produkt auf emotionale Weise dargestellt werden. In den Bildern werden verschiedene Produkte der Marke vorgestellt und durch die einfache Navigation können Kunden schnell finden, wonach sie suchen.

Beispiel eines Online-Shop – Graydon Skincare

18Waits

18Waits verwendet ebenfalls große Rotator-Banner auf der Startseite seines Online-Shops, die manchmal in Sonderaktionen integriert sind. Besucher bekommen so eine Vorstellung davon, wie sie in den Kleidungsstücken aussehen würden und werden gleichzeitig dazu animiert, sich die Sonderaktionen anzusehen. Das Design ist minimalistisch, wodurch die Aufmerksamkeit der Besucher vor allem auf die Fotos gelenkt wird.

Beispiel eines Online-Shop – 18Waits

Easy Tiger

Easy Tiger treibt das minimalistische Design auf die Spitze. Der Hintergrund der ist komplett weiß gehalten und es gibt keine ablenkenden Designelemente, wodurch der Schwerpunkt allein auf den Produkten liegt. Die rote Schrift ist auffällig und leicht lesbar.

Beispiel eines Online-Shop – Easy Tiger

BluKicks

Auch bei BluKicks wurde auf der Startseite des Shops der Schwerpunkt auf Bilder gelegt. Zudem bietet die Seite eine schnelle Navigation zu den verschiedenen Produkten. Die Lifestyle-Bilder sollen bei den Besuchern ganz bestimmte Emotionen hervorrufen, die das Strandgefühl der Marke hervorheben.

Beispiel eines Online-Shop – BluKicks

Mehrwertsteuer

Auch bei der Mehrwertsteuer gibt es einige Aspekte, die Sie beachten sollten. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es unterschiedliche Mehrwertsteuersätze für verschiedene Produktgruppen. Der ermäßigte Steuersatz gilt in der Regel für Güter des täglichen Bedarfs, darunter Lebensmittel, Bücher oder Kulturveranstaltungen. Auf andere Produkte wird der reguläre Satz angewendet. In Deutschland liegt der ermäßigte Mehrwertsteuersatz bei 7 %, in Österreich bei 10 % und in der Schweiz bei 2,5 %.

Der reguläre Mehrwertsteuersatz liegt in Deutschland bei 19 %, in Österreich bei 20 % und in der Schweiz bei 7,7 %. 

Die verschiedenen Mehrwertsteuersätze können mitunter etwas verwirrend sein. So zahlt man in Deutschland beispielsweise man auf Hörgeräte 7 % Mehrwertsteuer, auf Brillen hingegen 19 %.

Lassen Sie sich am besten von Ihrem Steuerberater über die für Ihre Produkte anfallenden Steuersätze informieren.

Ausblick in die Zukunft des E-Commerce

Die Zukunftsaussichten im Online-Handel sind rosig. Und mit einer guten Strategie und passenden Tools ist es leichter als man denkt, ein eigenes E-Commerce-Geschäft zu gründen. Suchen Sie sich also eine empfängliche Zielgruppe von Online-Shoppern und bringen Sie Ihre Produkte an den Mann oder die Frau. Es lohnt sich.