Tausende von Websites, Blogs und Angeboten fluten heute das Internet. Eine der wichtigsten Währungen in dieser Zeit ist, richtig: Aufmerksamkeit! Ein sehr effizienter Weg, Ihre Zielgruppe auf sich aufmerksam zu machen, ist, Gastbeiträge für fremde Websites zu schreiben. Aber wie bewegen Sie diese Seiten dazu, Sie als Gastautor tätig werden zu lassen und Ihre Inhalte tatsächlich zu veröffentlichen? Wir zeigen es Ihnen.

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Darum lohnen sich Gastbeiträge

Gastbeiträge bringen eine ganze Reihe von Vorteilen mit sich:

  1. Als Gastautor erreichen Sie eine neue Leserschaft und steigern so Ihre Bekanntheit.

  2. Ein Gastbeitrag trägt zu Ihrer Glaubwürdigkeit als Experte bei.

  3. Gastbeiträge generieren wertvolle Backlinks von anderen Websites und können dadurch ein wahrer SEO-Booster sein. Weil sich so Ihre eigenen Google-Rankings verbessern, steigt auch Ihre Sichtbarkeit.

Voraussetzung ist natürlich, dass Ihr Gastbeitrag Mehrwert bietet und auf einer Plattform veröffentlicht wird, die zu Ihren Themen passt. Als Hundetrainer auf einer Marketing-Website in Erscheinung zu treten, wäre zum Beispiel weniger zielführend.

Für wen können Sie einen Gastbeitrag schreiben?

Bei der Wahl der Websites und Blogs für Ihre Gastbeiträge sind Ihnen kaum Grenzen gesetzt — solange sie eben thematisch Ihrer Expertise entsprechen. Sinnvoll ist es, zunächst eine Liste mit verschiedenen potenziellen Ansprechpartnern zu erstellen. Ideen finden Sie unter anderem wie folgt:

  1. Führen Sie zunächst ein Brainstorming durch: Welche Websites und Blogs zu Ihrem Thema kommen Ihnen spontan in den Sinn?
  2. Einige Seiten bieten aktiv eine Bühne für Gastautoren an. Suchen Sie nach ihnen, indem Sie ein Schlagwort zu Ihrem Thema mit Zusätzen wie „Gastbeitrag veröffentlichen”, „Gastartikel schreiben” oder „Gastartikel einreichen” bei Google eingeben.
  3. Durchsuchen Sie Ihnen bekannte Blogs aus Ihrer Nische nach Gastbeiträgen. Suchen Sie dann die Namen der Autoren bei Google. Möglicherweise haben sie auch noch auf anderen Seiten Artikel veröffentlicht. Und wenn diese Personen das getan haben, können Sie das auch!
  4. WP Diener hat eine Liste von Blogs zusammengestellt, die Gastautoren suchen. Schauen Sie doch mal nach, ob ein Blog aus Ihrer Branche dabei ist.
  5. Nutzen Sie Social Media: Suchen Sie auf Twitter ein Keyword in Verbindung mit den Wörtern „Gastbeitrag” oder „Gastartikel”. Oft werden dort andere Ergebnisse ausgespielt als bei Google.

Blogger anschreiben: Diese Tipps und Tricks helfen, veröffentlicht zu werden

Bekannte Blogs mit vielen Lesern erhalten regelmäßig Angebote für Gastartikel und können sich aussuchen, welche davon sie annehmen möchten. Damit Sie positiv im Gedächtnis bleiben, statt in der Masse unterzugehen, ist es ratsam, ein paar wichtige Punkte zu beachten:

1. Starten Sie frühzeitig mit dem Beziehungsaufbau.

Bei Blogs und Websites läuft eine Menge über Beziehungen. Sobald Sie jemanden persönlich kennen oder jemanden kennen, der jemanden kennt, wird es viel einfacher, Ihren Gastbeitrag erfolgreich zu veröffentlichen.

Starten Sie deshalb möglichst früh damit, andere Blogger kennenzulernen. Kommentieren Sie Blogposts auf ihren Seiten und in den sozialen Medien, teilen Sie Beiträge und beteiligen Sie sich an etwaigen Diskussionen. Sie werden sehen: Schon bald ist Ihr Name Bloggern ein Begriff und Sie haben bessere Chancen, mit einem tollen Artikel als Gastautor in Betracht gezogen zu werden.

2. Setzen Sie Ihre Bewerbung in einen Kontext.

Viele Gastautoren fallen bei Bewerbungen mit der Tür ins Haus und präsentieren nur ihr Thema. Blogger wünschen sich häufig aber mehr Kontext. So können Sie sich mit ein paar simplen Sätzen von der Masse abheben:

  • Erwähnen Sie Ihren Namen und erzählen Sie kurz, in welchem Gebiet Sie Experte sind.

  • Verlinken Sie auf Ihren eigenen Blog beziehungsweise Ihre Website.

  • Beschreiben Sie prägnant, was Sie machen und wieso Ihr Blog auf dem umkämpften Markt etwas Besonderes ist.

  • Erwähnen Sie auch Dinge, die Ihre Glaubwürdigkeit unterstreichen: zum Beispiel kürzlich veröffentlichte Gastbeiträge in anderen Blogs, Links zu hochwertigen Inhalten auf Ihrem Blog, LinkedIn, Medium und so weiter sowie in letzter Zeit gewonnene Auszeichnungen oder Erwähnungen in renommierten Quellen.

3. Beziehen Sie einen klaren Standpunkt.

Wir haben es eingangs schon mal erwähnt: Das Internet ist voll von Unternehmensblogs und Websites jeder Couleur. In dieser Masse nicht ungesehen unterzugehen, ist deshalb gar nicht so einfach. Tipps und Anleitungen veröffentlichen schließlich viele. 

Was Sie klar unterscheidet, sind Ihre persönlichen Ansichten. Nutzen Sie das, um sich als Experte zu positionieren. Trauen Sie sich, klare Meinungen zu vertreten und neue Sichtweisen aufzuzeigen! 

Was sind derzeit die größten Probleme innerhalb Ihrer Branche? Was sollte sich Ihrer Meinung nach ändern? Und was wären mögliche Lösungsansätze? Ihr ganz eigener Standpunkt macht Sie interessant und unvergesslich.

4. Schreiben Sie für die Leser der Gastplattform, nicht für Ihre eigenen.

Achtung, hier kommt ein häufig begangener Fehler: Viel zu viele Gastautoren pitchen Artikelideen, die zwar ihre eigenen Leser interessieren könnten, aber nicht die Leser des angepeilten Blogs. Mit einem solchen Thema katapultieren Sie sich sofort ins Aus.

Recherchieren Sie deshalb vor einer Bewerbung gründlich, welche Themen auf dem Blog schon behandelt worden sind. Wie können Sie einen dazu passenden Mehrwert liefern? Welche Aspekte sind noch nicht beleuchtet worden? Wo können Sie noch mehr in die Tiefe gehen?

5. Schreiben Sie eine packende Betreffzeile.

Eine Studie von Fractl hat ergeben, dass 85 Prozent aller befragten Autoren eine E-Mail nur aufgrund der Betreffzeile öffnen. Und Sie kennen wahrscheinlich auch diese häufig zitierte Statistik: 8 von 10 Menschen lesen die Überschrift, aber nur 2 von 10 Menschen lesen auch den Rest.

Sorgen Sie also dafür, dass die Betreffzeile Ihrer E-Mail zum Anklicken einlädt. Woher soll der Blogger sonst wissen, dass Ihr Pitch es wert ist, gelesen zu werden?

Der Betreff sollte einfach, aussagekräftig und überzeugend sein und schon auf das Thema des Beitrags schließen lassen.

6. Sprechen Sie den Blogger persönlich an.

Es klingt verlockend: Sie geben sich einmal richtig Mühe, formulieren eine allgemeine Pitch-E-Mail und schicken sie dann per BCC gleich an eine ganze Liste von Kontakten. Allerdings wird das nicht die gewünschten Ergebnisse bringen. Denn Blogger wollen individuell angesprochen werden.

Erwähnen Sie in Ihrer E-Mail ruhig, wie Sie auf den Autoren oder seinen Blog gestoßen sind. Nennen Sie frühere Artikel als Grund, weshalb Sie der Meinung sind, dass Ihr Pitch für die Leser ebenfalls relevant wäre. Ein wenig Schmeichelei hat noch niemandem geschadet.

7. Gestalten Sie Ihren Pitch kurz und übersichtlich.

Auch Blogger sind viel beschäftigte Menschen. Respektieren Sie ihre Zeit und bringen Sie Ihren Pitch auf den Punkt. Verzichten Sie auf E-Mails mit Fragen wie „Kann ich für Sie schreiben?“, „Suchen Sie Autoren?“ oder „Darf ich Ihnen einen Artikel zum Thema XY schicken?“ und stellen Sie lieber direkt ein konkretes Thema mit Bezug zur Leserschaft des Blogs vor. 

Beim Verfassen von Pitch-E-Mails gelten die gleichen Regeln wie beim Schreiben für Ihre Online-Zielgruppe:

  • Arbeiten Sie mit Stichpunkten.

  • Heben Sie wichtige Informationen hervor.

  • Verlinken Sie zu weiterführenden Informationen: Videos, Bildern, Demos.

  • Halten Sie Absätze kurz.

  • Erwähnen Sie die wichtigsten Informationen gleich am Anfang.

  • Vermeiden Sie Worthülsen wie „nachhaltig”, „innovativ“, „ganzheitlich“ und so weiter.

Als Anhang können Sie den fertigen Gastbeitrag oder zumindest eine ausführliche Gliederung mitschicken. Ist Ihr Pitch interessant, kann sich der Blogger ohne großen Aufwand sofort ein besseres Bild von Ihnen und Ihrem Thema machen. 

8. Fassen Sie nach.

Haben Sie einige Tage nichts von dem angefragten Blogger gehört, gibt es zwei Möglichkeiten: Der Pitch passt generell nicht zum Portfolio oder er passt derzeit nicht in den Redaktionsplan. Es kann aber durchaus sein, dass ein anderes Format besser passt. Schreiben Sie also ruhig noch eine zweite E-Mail und bieten Sie an, den Gastbeitrag nach den Wünschen des Bloggers zu überarbeiten. Vermeiden Sie es jedoch, aufdringlich zu werden. 

Fazit: Sehen Sie Gastbeiträge als Service

Im besten Fall profitieren von Gastbeiträgen beide Seiten: Sie erhöhen Ihre Reichweite, bauen Ihren Expertenstatus aus und stärken durch Backlinks Ihre SEO. Die Gastplattform bekommt hochwertigen Content, der relevant für die Zielgruppe ist.

Behalten Sie diese angestrebte Symbiose unbedingt im Hinterkopf, wenn Sie Gastbeiträge anbieten. Machen Sie es den Bloggern so einfach wie möglich, Ihr Thema einzuschätzen und verdeutlichen Sie, inwiefern die jeweiligen Zielgruppen von dem Artikel profitieren. Wird er als Service statt als Werbung aufgefasst, hat er gute Chancen, veröffentlicht zu werden.

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Titelbild: fizkes / Getty Images

Ursprünglich veröffentlicht am 23. November 2020, aktualisiert am November 23 2020

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