Marketing auf der Überholspur

04 Juni 2015

Über welche Fähigkeiten sollte ein Growth Hacker verfügen?

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Die bislang besten Growth Hacks sind hier bereits vorgestellt worden. Ein weiterer Beitrag hat außerem klar gemacht, auf welche Schritte der Kundengewinnung und -bindung sich ein Growth Hacker konzentrieren sollte - und in welchen Bereichen sich Growth Hacks bewerkstelligen lassen. Eine zentrale Frage ist bislang jedoch unbeantwortet geblieben: Was macht den Growth Hacker zum Growth Hacker? Welche Skills sind obligatorisch, welche zumindest wünschenswert?

Fast fünf Jahre sind vergangen, seit Sean Ellis in seinem Blog den Begriff “Growth Hacker” prägte und damit den Grundstein für einen neuen Marketing-Hype legte, der noch lange nicht abgeklungen ist. Im Gegenteil: Ein Blick auf Google Trends zeigt, dass die Suche nach der Disziplin des “Growth Hacking” erst im März 2015 einen neuen Peak erreichte.

Wir haben gemeinsam mit Brandwatch einen leicht verständlichen, kostenlosen  Growth-Hacking-Leitfaden erstellt. Jetzt durchstarten.

Trotz des großen Interesses besteht vielerorts allerdings noch Unklarheit darüber, was ein Growth Hacker tatsächlich ist. Griffige, aber oberflächliche bzw. aus dem Kontext gerissene Aussprüche wie “Growth hacking is just getting users” (Gary Vaynerchuk) haben sicher dazu beigetragen. Ja, ein Growth Hacker soll möglichst schnell möglichst viele Interessenten/Kunden organisieren und sie langfristig binden. Aber eben nicht (nur) mit klassischen (Online)-Marketingmethoden, sondern technisch, kreativ, analytisch, unkonventionell. Klingt kompliziert? Ist es auch - ein bisschen jedenfalls.

Der Growth Hacker ist ein Hacker

Jetzt mögen bei einigen von Ihnen die Alarmglocken schrillen, doch keine Sorge: “Hacker” ist ursprünglich positiv besetzt und bezieht sich auf passionierte, verspielte Techniktüftler. Oder um es mit Wau Holland zu sagen: “Ein Hacker ist jemand, der versucht einen Weg zu finden, wie man mit einer Kaffeemaschine Toast zubereiten kann.” Der Growth Hacker ist nun jemand, der eher am modernen Web rumschraubt und z.B. versucht, als Teil einer kleinen Garagenfirma mit sechs Rechnern, fünf Kollegen und einem abgebrochenen Master in Medieninformatik 1.000.000 User an Land zu ziehen. Natürlich auf legale Weise. Wer mit Botnetzen und DDOS-Attacken die Websites der Konkurrenz lahmlegt, ist höchstens ein Black Hat Antigrowth Hacker.

Der Growth Hacker ist ein mathematisch begabter Webworker

Growth Hacking ist - das wissen alle, die dem Buzzword nicht unkritisch verfallen sind - eine Teildisziplin des Online-Marketing. Und Online-Marketing bedeutet nicht nur Marketing im Web, sondern auch: Marketing mit dem Web und all seinen Komponenten.

Der Growth Hacker sollte Schlüsseltechnologien wie HTML/CSS, JavaScript, PHP, Python, Ruby On Rails & Co. zumindest in Grundzügen verstanden haben und nutzen können. Sonst wird das nichts mit den schicken, SEO-technisch perfekten Landing-Pages, den Plug-Ins, Share-Buttons und Tracking Tools.

Der Growth Hacker sollte außerdem Interesse an Disziplinen wie UX und UI zeigen und auch dort über Basiswissen verfügen. Verbesserung am Design und/oder Interface einer App können Nutzerzahlen rapide in die Höhe schnellen lassen.

Desweiteren zeichnet sich der Growth Hacker durch Talent und Geduld in Sachen Datenanalyse aus. Growth Hacking ist datengetriebenes Marketing - ohne Google Analytics, Mixpanel, Piwik & Co. läuft nichts. Und wir sprechen hier von tiefen Daten: In welcher Region und um welche Uhrzeit haben User mit welchem Betriebsystem und welchem Browser besonders gerne auf welche Bereiche welcher Seite geklickt?

Außerdem ganz wichtig: Echte Growth Hacker haben keine Angst vor Mathe. Gutes A-B-Testing? Hat was mit Konfidenzintervallen und Signifikanz zu tun. Zuverlässige Voraussagen von Wachstumsmustern? In diesem Kontext muss man sich wohl oder übel mit Regressionsanalyse, Glättungsverfahren und Datenvisualierung beschäftigen. Spreadsheets, SQL/relationale Datenbanken, Statistik, Logische Strukturierung: alles enorm hilfreich, wenn es darum geht, wirklich brauchbare Einsichten zu gewinnen.

Kurz und gut: In puncto Hardskills kann der Growth Hacker kaum überqualifiziert sein - wobei er kein Programmiergenie oder Statistikprofessor sein muss.

Der Growth Hacker ist ein Super-Emphat

Zu den wichtigsten Softskills des Growth Hackers gehört die Fähigkeit, sich in andere Personen (d.h.: Kunden, Fans, Supporter) hineinzuversetzen - und zwar gründlich:

  • Wie sieht die Zielgruppe en detail aus?
  • Welche Probleme, Wünsche und Ansprüche haben die verschiedenen Marketing Personas?
  • Wodurch lassen sie sich motivieren und begeistern?
  • Was finden sie total daneben?

Antworten auf diese Fragen liefern Daten, Daten und noch mehr Daten. Die kann der Growth Hacker zwischendurch auch ganz klassisch sammeln: Qualitative Interviews mit ausgewählten Usern haben so manchem Startup überraschende Erkenntnise beschert.

Sind Sie ein Growth Hacker?

Wenn Sie die oben skizzierte Checkliste nicht in nahezu allen Punkten mit gutem Gewissen abhaken können, lautet die Antwort schlicht und ergreifend: nein. Aber keine Sorge: Nur wenige Leute im Dunstkreis der Marketing-Abteilungen dieser Welt eignen sich als Growth Hacker (auch der Autor dieser Zeilen wäre keine gute Besetzung für diesen Posten).

Allerdings: Sie sind bereits einen großen Schritt weiter, wenn Sie die versierten, begabten Tüftler erkennen können. Und wenn Sie wissen, dass jemand noch lange kein Growth Hacker ist, nur weil er bei Twitter ein paar Influencern folgt oder Links zum Online-Shop in die E-Mail-Signatur kopiert hat.

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Themen: Business

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