Wenn es um SEO-freundliche Überschriften geht, liegt der Fokus zu häufig lediglich darauf, dass der jeweilige Artikel bei Google erfolgreich rankt. Dabei vergessen Marketer eine wesentliche Kennzahl: die Click-Through-Rate (CTR). Denn am Ende nützt die beste Platzierung in den Suchergebnissen nichts, wenn niemand die SEO-optimierte Überschrift anklickt oder Besucher die dahinterliegende Seite sofort wieder verlassen.

10 Tipps für Überschriften, die zum Klicken einladen

Damit ein Titel aber wirklich dazu einlädt, den entsprechenden Beitrag zu lesen, bedarf es mehr als eines Sammelsuriums relevanter Keywords. Im Folgenden finden Sie deshalb hilfreiche Tipps für das Formulieren von Überschriften, die wirklich Neugier auf die Beiträge machen.

1. Vermeiden Sie Clickbait

So verführerisch sie auch sein mögen, Überschriften à la „Sie wollte nur ein Glas Wasser holen – was dann passierte, macht Sie sprachlos“ werden nicht umsonst belächelt. Konsumenten wissen nur zu gut, dass diese Art von Titel in der Regel nicht hält, was sie verspricht und reagieren dementsprechend eher genervt statt neugierig. Zusätzlich wirken Formulierungen dieser Art reißerisch und unseriös.

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Folgt auf eine vielversprechende Überschrift dann nicht auch eine spektakuläre Auflösung, verlassen die Nutzer die Seite schnell wieder. Das führt zu einer hohen Bounce Rate, die sicher nicht in Ihrem Sinne ist – schließlich soll der jeweilige Artikel ja Türöffner für die weitere Beschäftigung mit dem Thema und Ihrem Unternehmen sein. Die nachstehenden Punkte zeigen Ihnen, wie Sie Nutzer auch ohne verpönten Clickbait zum Klicken bewegen können.

2. Seien Sie aussagekräftig

Besucher klicken nur dann auf eine Überschrift, wenn sie genaue Vorstellungen davon haben, was sie danach erwartet. Deshalb sollte ein guter Titel genau das auch ausdrücken. Es handelt sich also streng genommen um das exakte Gegenteil von Clickbait: Seien Sie präzise in der Formulierung und machen Sie keine Versprechen, die Ihr Artikel nicht hält.

Um die Kerninformationen in der Überschrift unterzubringen, können Sie sich an den W-Fragen orientieren: wer, was, wie, warum. Damit steht in engem Zusammenhang, dass eine gute Online-Überschrift auch ohne Kontext funktionieren muss. Werden Leser auch verstehen, worum es geht, wenn sie nicht konkret nach einem Thema suchen, sondern über die Überschrift in seinem Newsfeed stolpern?

3. Formulieren Sie kurz und knackig

Während Sie zwar möglichst viele Informationen in der Überschrift unterbringen sollten, muss sie dennoch übersichtlich und knapp sein. Nutzer müssen den Titel leicht überfliegen und seine Aussagekraft sofort erfassen können, damit er beim Scrollen nicht übergangen wird.

Als Hilfestellung können Sie den folgenden Tipp anwenden: Fassen Sie den Inhalt des Beitrags in einem Satz zusammen und streichen Sie alle Füllwörter. Im Idealfall bleibt eine Überschrift übrig, die um die 55 Zeichen lang ist und so bei Google vollständig angezeigt wird – ein weiteres wichtiges Kriterium, um angeklickt zu werden.

4. Versuchen Sie es mit Fragen

Das Problem der sehr informationshaltigen Überschriften ist, dass Leser sich teilweise mit dem Inhalt der Überschrift begnügen und darauf verzichten, den eigentlichen Beitrag zu lesen. Dem können Sie vorbeugen, indem Sie in der Überschrift die Neugier der Leser wecken und ihnen so einen Anlass geben, tatsächlich auf den Link zu klicken – OHNE Clickbait. Dazu eignen sich vor allem Fragen sehr gut. Am wirksamsten ist die Methode, wenn Sie im Titel direkt die Frage aufgreifen, die sich die Zielgruppe auch schon selbst stellt. Denn auf diese Weise fühlt diese sich sofort verstanden und abgeholt.

Wichtig hierbei: Zum einen muss aus der Frage klar hervorgehen, worum es im Artikel geht, sie darf also nicht zu allgemein formuliert sein. Zum anderen sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Sie die gestellte Frage im Beitrag dann auch tatsächlich vollumfänglich beantworten – sonst werden die Nutzer die Website schnell wieder verlassen und vermutlich auch nicht wiederkehren.

5. Heben Sie den Mehrwert hervor

Wer die Google-Suche bemüht, sucht nach einer Problemlösung – also sollten Sie schon in der Überschrift vermitteln, dass Ihr Beitrag sie liefert. Passende Formate, die bei Nutzern besonders beliebt sind, wären beispielsweise „Gründe, warum...“ oder „X Gründe für...“. Auch das verbreitete englische How-to-Format lässt sich als „So gelingt Ihnen...“ im Deutschen anwenden. Auf diese Weise machen Sie deutlich, dass Ihr  Artikel nicht nur darstellt, sondern erklärt und Lösungen bietet.

Als allgemeine Devise gilt: Beschreiben Sie Auswirkungen statt Fakten und geben Sie den Lesern eine Handlungsanleitung, die ihnen unmittelbar hilft. Berichten Sie zum Beispiel von einer Studie, sollten Sie das Ergebnis bereits in der Überschrift kommunizieren, im Idealfall mit einem Verweis auf daraus resultierende Konsequenzen.

6. Klären Sie über das Format auf

Gerade seitdem ein Großteil der Online-Inhalte mobil konsumiert wird, ist es wichtig, die Leser nicht nur über den Inhalt eines Beitrags, sondern auch dessen Format aufzuklären. Schließlich kann beispielsweise ein Video ohne Kopfhörer nicht in der vollen Bahn angesehen werden, eine übersichtliche Infografik dagegen schon.

Überschriften wie „Ein Leitfaden zu...“ oder „Tutorial für...“ machen schnell klar, womit es die Leser zu tun bekommen. Auf diese Weise können sie die Passung zwischen ihren Zielen beziehungsweise ihren Nutzungspräferenzen und dem Artikel überprüfen: Will der Beitrag informieren oder erklären? Beleuchtet er ein Thema ausführlich oder knapp? Ist mit reinem Text oder audiovisuellen Inhalten zu rechnen?

7. Verwenden Sie Zahlen und Listen

Überschriften wie „5 Beispiele für...“ erfüllen mehrere der bereits aufgeführten Kriterien auf einmal: Sie geben eine Übersicht des behandelten Themas, sind präzise und kündigen die Struktur des Artikels an. Gleichzeitig suggerieren sie, dass der Beitrag dank seiner klaren Aufteilung einfach zu lesen sein wird. Schließlich sind Listenformate, die sogenannten „Listicles“, so beliebt, weil sich hier schnell und leicht die Kerninformation herauslesen lässt. Sie eignen sich ideal zum raschen Überfliegen.

Aber auch abseits von Listicles können Zahlen effektvoll eingesetzt werden. Spezifische Angaben wie Prozentzahlen und Geldsummen vermitteln Präzision und Glaubwürdigkeit und ermöglichen es den Lesern, harte Fakten besser einzuordnen.

8. Sprechen Sie die Leser direkt an

Texter haben oft die Masse der Leser vor sich, die sie mit ihrem Content ansprechen möchten. Dadurch gerät schnell in Vergessenheit, dass das Internet ein Direktmedium ist und am Ende jeder Konsument den entsprechenden Beitrag für sich alleine liest. Eine direkte Ansprache mit Du oder Sie greift das auf und wirkt gleichermaßen persönlich wie einnehmend. Auf diese können sich die Leser unmittelbar angesprochen fühlen.

Die so übermittelte Botschaft: Hier geht es nicht um Fakten, die eventuell irgendjemandem helfen, sondern ganz genau DIR.

9. Wecken Sie Emotionen

Emotionen sind immer ein gutes Verkaufsargument. Allerdings ist auch hier der Grad zum Clickbait schmal und sollte nicht überschritten werden. Dennoch sind emotionale Schlagwörter sinnvoll, da sie die Aufmerksamkeit der Leser einfangen. Dementsprechend sollten gerade ausdrucksstarke Adjektive in einer guten Überschrift nicht fehlen. Die Idee der sogenannten „Power Words“, die die Erfolgschancen beim Verkaufen signifikant erhöhen, geht auf Marketing-Legende David Ogilvy zurück und umfasst Begriffe wie Herausforderung, Wunder, plötzlich oder herausragend. Aber auch Imperative wie „Werde Mitglied!“ sind effektiv, genauso wie Ausdrücke, die Dringlichkeit, Exklusivität oder Knappheit vermitteln – all diese Zustände wecken in Lesern Emotionen.

Prinzipiell kann auch der Appell an negative Emotionen funktionieren, zum Beispiel Angst oder Wut, allerdings ist hierbei Vorsicht geboten. Gut gelaunte Leser werden sich mit größerer Wahrscheinlichkeit ausführlich mit dem Artikel und Ihrem Unternehmen beschäftigen sowie positive Assoziationen aufbauen.

10. Passen Sie die Überschrift an die jeweilige Plattform an

Es macht einen Unterschied, ob eine Überschrift vorrangig via Google gefunden oder über Social-Media-Newsfeeds präsentiert werden soll. In ersterem Fall muss die Überschrift möglichst allumfassend und informativ sein – schließlich sind die Nutzer gerade aktiv auf der Suche nach der Lösung für ein Problem (siehe Punkt 5). Wird ihnen der Beitrag stattdessen in sozialen Medien vorgeschlagen, geht es vor allem darum, sie neugierig zu machen. Hier bietet sich also insbesondere das Fragen-Format an.

Auch darüber hinaus haben die Plattformspezifika Einfluss auf die optimale Überschrift. Bei Facebook beispielsweise kann der Titel durch ein Bild unterstützt werden. Dieses sollten Sie in Ihrer Formulierung dann aber auch einbeziehen. Auf Twitter wiederum hat sich sehr deutlich herauskristallisiert, welche Wörter besonders erfolgversprechend sind: Tweets mit @, bitte oder retweet weisen eine höhere Click-through Rate auf als solche, die beispielsweise das Wort Marketing enthalten. Allgemein haben hier Überschriften mit Adverbien und Verben die Nase vorn, Nomen und Adjektive ziehen weniger.

Übrigens eignen sich soziale Netzwerke auch, um Überschriften im Vorfeld zu testen. Formulierungen, die über Likes und Kommentare positives Feedback erhalten, können Sie anschließend zum Beispiel als Überschrift für Ihren Blogartikel verwenden.

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Ursprünglich veröffentlicht am 22. August 2018, aktualisiert am August 22 2018

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