Mobile Facebook-User kommen aufgrund langer Ladezeiten externer Links häufig nicht ans Ziel – und springen ab. Mit der neuen Funktion Instant Articles können externe Inhalte nun direkt auf Facebook konsumiert werden. Facebook verspricht Publishern ungeahnte Gestaltungsmöglichkeiten mit Slideshows oder Autoplay-Videos in ultraschneller Ladezeit sowie Nutzern eine hohe User-Experience. Wir klären auf, ob Sie sich über ein neues Content-Marketing-Tool freuen können.

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Instant Articles erweckt Ihre Storys zum Leben

Wer in der Timeline der Facebook-App auf externe Links klickt, sieht bei nicht optimierten Angeboten häufig nicht mehr als einen weißen Bildschirm. Der Ladebalken müht sich, doch nach zehn Sekunden geben Sie wohlmöglich auf, weil die Internetverbindung für die große Website nicht ausreicht. Mit Instant Articles hat Facebook eine Lösung entwickelt: Eine mobile-optimierte Umgebung für Inhalte, die sonst auf externen Seiten liegen würden.

Publisher, die direkt auf Facebook veröffentlichen, können von den schnellen Ladezeiten der Facebook-Server profitieren. Der Content soll bis zu zehn Mal flinker laden. Ein Fingertipp auf den Link und der Inhalt wird direkt angezeigt.

Instant Articles beschränken sich bislang auf die Facebook-App und sind in der Timeline anhand eines Blitz-Symbols erkennbar. Durch eingebautes Rich Media werden Artikel lebendig, sobald man durch die Story scrollt. Rich-Media-Inhalte umfassen neben dem Text Slideshows, interaktive Karten, Grafiken oder Autoplay-Videos, mit denen der User durch Tippen, Neigen, Zoomen und Wischen interagiert. In der Gestaltung sind die Publisher komplett frei und können ihr eigenes Corporate Design verwenden. Bislang durften IA-Inhalte nur ausgewählte Newsseiten wie die New York Times, National Geographic, Bild oder Spiegel Online testen. Seit Kurzem öffnet sich die Funktion für mehr Publisher.

Erfolgsmessung direkt in Facebook

Ein Nachteil bei der Erfolgsmessung entsteht Ihnen nicht. Durch den Einbau eigener Analysetools wie comScore oder Google/Analytics, werden Sie auch in Instant Articles den Erfolg Ihrer Kampagnen messen können. Dadurch, dass User in Instant Articles die Möglichkeit haben, einzelne Multimedia-Elemente separat zu sharen und zu liken, haben Sie zusätzlich einen guten Überblick, was Ihre Leser interessiert und bewegt. Dank Ihrer Analysen können Sie den Bedürfnissen Ihrer Zielgruppe nachkommen und mit zielgruppengerechten Inhalten nachsteuern.

Publizisten, die durch Instant Articles ihre Werbeeinnahmen durch fehlende Page-Impressions bedroht sehen, können beruhigt sein. Wie auf den eigenen Seiten, sind in Instant Articles künftig auch Ads möglich. Der Deal: Wenn der Publisher sich selbst um die Werbeschaltung kümmert, darf er alle entstandenen Einnahmen behalten, nutzt er das vorhandene Werbenetzwerk, gehen 30% an Facebook. 

Instant Articles als Chance für Content-Marketer

Seit der Öffnung für alle Publisher auf der F8-Konferenz sowie dem Launch eines WordPress-Plugins, das Blog-Einträge automatisch in Instant Articles umwandelt, kommen auch Content-Marketer in den Genuss, das Feature zu verwenden.

Die entscheidende Frage: Macht man sich mit der Verwendung von Intstant Articles zu sehr von Facebook abhängig, weil eigene Inhalte voll und ganz in das blaue Universum integriert werden? Wer weniger rückwärtsgewandt denkt, sieht in Instant Articles eine Chance und keine Bedrohung. Relevante aufbereitete Inhalte sind mit dem Feature direkt und schnell für den Nutzer verfügbar. Sie müssen nur noch entscheiden, welche Ihrer Inhalte Sie mit Instant Articles unmittelbar und prominent herausstellen möchten.

Schicker und emotionaler Content im Fokus

Facebook ist für die meisten ein Medium für Freizeitnutzung. Auf der Plattform klicken Nutzer das, was ihnen ins Auge springt, die Quelle spielt häufig eine untergeordnete Rolle. Unterhaltsame Inhalte stehen dabei höher im Kurs als fachliche Artikel. Über Instant Articles lässt sich jedoch knackiger Content publizieren, von dem Sie eine hohe Sharability erwarten können. Um Wissen optimal zu vermitteln, visualisieren Sie die Artikel durch interaktive und emotionale Darstellungen. Denn bunte Reportagen schlagen in Instant Articles dröge Fachartikel.

Nicht nur die Qualität von Text, Bild und Video, sondern das Gesamtpaket des Publishings rückt in den Fokus. Setzen Sie auf die Entwicklung von Rich Media-Inhalten und gestalten Sie solche gleich im Anfangsstadium mit, um als innovativer Publisher im Gedächtnis zu bleiben. Eine Öffnung für weitere Module wie Newsletter-Sign-Ups am Ende des Artikels, würde die Instant Articles zusätzlich zu einem Instrument der Leadgenerierung machen.

Nutzung von Instant Articles abwägen

Sie müssen nicht auf jeden Zug aufspringen. Baut Ihre Content-Strategie nicht auf Interaktion und lebendiges Design, sollten Sie sich die Verwendung von Instant Articles gut überlegen. Zu viel Gewimmel auf dem Smartphone-Screen kann vom Wesentlichen ablenken und dem Content-Produkt einen falschen Touch verleihen. Finden Sie für jeden Artikel eine eigene Lösung, wie sie den Textinhalt mit emotionalen und passgenauen Audios, Videos und Grafiken ergänzen und somit die Content-Erlebnisse steigern können.

Nutzen Sie die Facebook-Funktion intensiv, kommen Ihre Leser nicht mehr mit Ihrer Original-Website in Berührung. Vom Instant Article können sie schließlich schnell zurück in die Timeline wechseln. Anders als in Ihrem externen Content-Angebot, haben Sie in Instant Articles nicht die Möglichkeit, die User durch verwandte Artikel an Ihre Seite zu binden und die Verweildauer in ihrer Content-Welt zu erhöhen. Positionieren Sie sich daher in Instant Articles als guter Storyteller, der mit den richtigen Calls-to-Action den Leser zum Ziel führt. Nutzen Sie das Feature vornehmlich als Bonus – für Ihre attraktiv aufbereiteten Content-Schmankerl.

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Ursprünglich veröffentlicht am 28. April 2016, aktualisiert am November 25 2019

Themen:

Facebook-Marketing