Kryptowährungen sind spätestens nach ihrem Höhenflug im Jahr 2021 in aller Munde. Mittlerweile gibt es tausende digitale Währungen und Projekte auf dem Markt. Neben dem alles überstrahlenden Bitcoin liegt mit Ethereum ein Kryptoprojekt auf Rang zwei der bekanntesten Coins, das mehr als ein Zahlungsmittel ist. Hier erfahren Sie alles Wichtige zu Ethereum.

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Seit wann gibt es Ethereum?

Die Ethereum-Gründer Vitalik Buterin und Gavin Wood entwickelten die Plattform zwischen 2013 und 2015. Im Juli 2015 startete offiziell der Betrieb des Ethereum-Netzwerks, bereits Ende Februar 2016 war die Kryptowährung rund 500 Millionen US-Dollar wert.

Was ist das Ziel von Ethereum?

Das Ziel von Ethereum ist es, eine dezentrale Umgebung für fälschungssichere Verträge und Anwendungen zu schaffen. Das Projekt soll Baustein des Internets der Zukunft sein und mit seinem dezentralen Charakter ein Gegenstück zu regulierten und beeinflussbaren Vorgängen werden.

Wie funktioniert Ethereum?

Streng genommen ist Ethereum keine Kryptowährung, sondern lediglich der Name der Plattform, auf der alle Transaktionen stattfinden. In der Praxis wird jedoch meist kein Unterschied zwischen Ether und Ethereum, also Währung und Plattform, gemacht. Im Zentrum der Technologie stehen sogenannte Smart Contracts, digitale und fälschungssichere Verträge.

Diese Verträge basieren – vereinfacht erklärt – auf einer Wenn-Dann-Logik: Tritt ein bestimmtes, im Vertrag definiertes Ereignis ein, wird dies durch die Ethereum-Blockchain verifiziert. Ist die Prüfung erfolgreich, wird die vertraglich vereinbarte Transaktion ausgeführt. So wechseln beispielsweise zwei Ether (2 ETH) den Besitzer.

Der zweite Anwendungsbereich von Ethereum sind Decentralized Apps, meist dApps abgekürzt. Das sind Anwendungen, die Ethereum als Art Betriebssystem nutzen. Was iOS und Windows zum Beispiel für Adobe Photoshop sind, ist Ethereum für dApps wie SportCrypt oder Gnosis. Dezentrale Apps gibt es für Finanzen, Gaming und Co. – analog zur Welt „normaler“ Anwendungen und Apps.

Userinnen und User nutzen die Ethereum-Plattform, da sie dezentral organisiert ist und damit vor Regulatoren wie Staaten oder Notenbanken geschützt ist. Gleiches gilt für Ether, die Coin, die als digitale Währung vergleichbar mit analogen Währungen wie dem Euro oder US-Dollar ist. Ether wird für Transaktionen verwendet und Anleger und Anlegerinnen können in Ether investieren.

Wie kauft man Ethereum?

Um als Privatperson Ethereum kaufen zu können, ist eine Wallet – das digitale Pendant zur Brieftasche – erforderlich. Damit können bei Kryptobörsen und -handelsplattformen Ether-Coins gekauft werden. Zudem gibt es Broker, die den Kauf ohne Wallet anbieten. Diese verwahren dann die Coins für Sie.

Ethereum: Vor- und Nachteile

Ethereum ist gemessen an der Marktkapitalisierung, also dem Gesamtwert aller im Umlauf befindlichen Coins, nach Bitcoin die zweitgrößte Kryptowährung weltweit. Manche Experten und Expertinnen sagen dem System eine rosige Zukunft voraus, andere wiederum sind skeptischer.

Wer sich mit der Kryptowelt auseinandersetzen will, sollte die Vor- und Nachteile der jeweiligen Plattformen und Coins kennen.

Ethereum: Vorteile

Einige der größten Vorteile von Ethereum, neben dem dezentralen Charakter, sind hier im Überblick:

  • Starke Marktstellung: Nach Bitcoin ist Ethereum die zweitgrößte und eine der bekanntesten Kryptowährungen und -projekte überhaupt.
  • Smarte Funktionen: Anders als Bitcoin ist Ethereum mehr als eine reine Kryptowährung. Auf der Ethereum-Blockchain laufen Anwendungen, werden Verträge geschlossen und können beispielsweise Auktionen, Stichwort NFTs, stattfinden.
  • Neue Version: Im Herbst 2022 hat „The Merge“ stattgefunden, seitdem gilt die Plattform als Ethereum 2.0. Im Rahmen dieses Upgrades senkt sich der Energieverbrauch des Netzwerks um 99,988 Prozent – zudem wird das gesamte System leistungsstärker und schneller.

Ethereum: Nachteile

Die Nachteile von Ethereum sind gleichbedeutend mit denen, denen sich alle Kryptowährungen gegenübersehen. Kritikerinnen sehen keine Zukunft in den immateriellen, digitalen Währungen und Systemen.

Zudem traten in der Vergangenheit immer wieder Fehler bei Smart Contracts auf, die zu einem Diebstahl von Ethereum (Ether-Coins) geführt haben.

Ethereum vs. Bitcoin

Beinahe jede erfolgreiche oder aufstrebende Kryptowährung wird mit dem Marktführer Bitcoin verglichen. Das gilt auch für Ethereum – die Unterschiede sind deutlich größer als von vielen Beobachtenden angenommen.

  • Währung vs. Plattform: Während Bitcoin ausschließlich als digitale Währung konzipiert ist, punktet Ethereum mit weiteren Funktionen.
  • Anzahl der Coins: Die Anzahl der verfügbaren Bitcoins ist auf 21 Millionen Stück begrenzt, die rund um das Jahr 2142 final produziert sein werden. Ethereum mit seiner Währung Ether ist hingegen nicht begrenzt.
  • Energie: Spätestens mit dem angesprochenen Merge ist Ethereum weitaus weniger energieintensiv als der Bitcoin.

Der primäre Unterschied liegt im Anwendungsbereich – und natürlich auch der Bedeutung der Kryptowährungen. Der Bitcoin ist nach wie vor rund doppelt so wertvoll wie Ethereum.

Fazit: Ethereum 2.0 kann für neue Impulse sorgen

Blockchain, dApps, Dezentralisierung: Das Feld der Kryptowährungen ist für viele immer noch ein unbeschriebenes Blatt. Steht doch etwas darauf, ist es schwer zu verstehen – zu abstrakt sind die Mechanismen und Technologien, die hinter den Projekten wie Ethereum oder Bitcoin stecken.

In der Finanzwelt gilt Ethereum schon länger als eine der vielversprechendsten Kryptowährungen und ein zukunftsfähiges Projekt. Wer sich für digitale Währungen interessiert, kommt an Ethereum nicht vorbei.

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Titelbild: ArtistGNDphotography / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 14. November 2022, aktualisiert am November 14 2022

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