Mit dem Weihnachtsgeschäft kommt jedes Jahr eine der umsatzstärksten Zeiten für den Handel. Immer mehr Kunden wollen Hektik und Gedränge beim Weihnachts-Shopping vermeiden und kaufen ihre Geschenke deshalb online.

Erfahren Sie in diesem Artikel Wissenswertes über das Einkaufsverhalten der Konsumenten und, wie Sie Ihren Onlineshop fit für das Weihnachtsgeschäft 2019 machen.

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Weihnachtsgeschäft 2019: Such- und Kaufverhalten zur Weihnachtszeit

Die kommenden Wochen werden die Kassen im Handel wieder ordentlich klingeln lassen, denn das Weihnachtsgeschäft 2019 steht unmittelbar bevor.

Laut Google Insights holen sich 47 Prozent der deutschen Konsumenten Ihre Inspiration für das perfekte Weihnachtsgeschenk online, das Suchvolumen steigt in der Zeit vor Weihnachten um knapp 20 Prozent, am Black Friday sogar um über 40 Prozent.

Mobile Suche nimmt weiter zu

2018 lag der Anteil der mobilen Internetnutzung in Deutschland bei 68 Prozent, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage. Das Smartphone spielt dementsprechend auch im Weihnachtsgeschäft eine bedeutende Rolle.

Laut Angaben von Google recherchieren 59 Prozent der Konsumenten bequem über ihr Handy und werden dabei zunehmend offener dafür, neue Marken und Händler zu entdecken. Das belegen die rasant steigenden Zahlen der Suchanfragen nach Shopping-Apps oder Begriffen wie „Online Shopping“ oder „Marken wie …“

Auch Videos und Bilder inspirieren die Konsumenten auf der Suche nach Geschenkideen. Rund zwei Drittel der Online-Shopper holen sich auf diesem Weg Anregungen für ihre Weihnachtseinkäufe - mehr als 90 Prozent entdecken neue Marken und Produkte über YouTube.

Cyber Monday: Der offizielle Startschuss für das Online-Weihnachtsgeschäft

Was in den USA bereits Tradition hat, ist auch in Deutschland – nicht zuletzt wegen Vorreiter Amazon - zunehmend auf dem Vormarsch: Als Antwort auf den von amerikanischen Einzelhändlern initiierten Black Friday locken immer mehr Online-Händler am darauffolgenden Montag mit speziellen Schnäppchen und Rabatten. Dieser sogenannte Cyber Monday findet immer zwischen dem 26. November und 2. Dezember statt und läutet somit endgültig den Start des Online-Weihnachtsgeschäftes ein.

Kritiker stehen dem amerikanischen Trend zwiespältig gegenüber: Nicht nur, dass die vermeintlichen Schnäppchen mitunter gar keine sind – auch die Auswirkungen auf den stationären Einzelhandel sind massiv. Dem Online-Handel eröffnet das digitale Shopping-Event aber unbestritten große Erfolgschancen im Weihnachtsgeschäft: Laut der „Holiday Shopping Studie“ des Marketingunternehmen MiQ gaben die deutschen Online-Konsumenten 2018 alleine am Cyber Monday mehr als zwei Milliarden Euro aus - die Prognosen für das laufende Jahr lassen weiteres Umsatzwachstum erwarten.

Vor allem die jüngeren, kaufkräftigen Konsumenten gehen online verstärkt auf Schnäppchenjagd: Laut MiQ-Studie gaben im Vorjahr rund 90 Prozent der 18- bis 39-jährigen Deutschen an, konkrete Kaufabsichten am Black Friday und Cyber Monday zu haben oder an diesen Tagen zumindest gezielt online nach Produkten suchen zu wollen.

Selbst wenn die verkaufsstarken Aktionstage rund um Thanksgiving (Erntedankfest) den Umsatz kräftig ankurbeln, darauf beschränken lässt sich das Weihnachtsgeschäft natürlich nicht.

Die vier Käufer-Typen im Weihnachtsgeschäft

Tatsächlich erledigen nur rund 18 Prozent der Konsumenten ihre Weihnachtseinkäufe am Cyber-Shopping-Wochenende. Die sogenannten „Deal Seekers“ sind laut Googles Omnichannel Holiday Study somit lediglich einer von vier Käufer-Typen. Rund ein Viertel der Online-Shopper - die „Early Birds“ – hat seine Besorgungen zu dieser Zeit bereits größtenteils abgeschlossen, während knapp 20 Prozent noch gar nicht damit angefangen haben und ihre Weihnachtseinkäufe „Last Minute“ in den letzten Tagen vor dem Fest erledigen. Die größte Gruppe der Konsumenten bilden mit 38 Prozent die „Evergreens“, die ihre Geschenke verteilt auf die gesamte Weihnachtssaison einkaufen.

Wie hoch sollen die Umsätze im Weihnachtsgeschäft 2019 ausfallen?

Knapp 20 Prozent des Jahresumsatzes im Einzelhandel entfallen laut Statistiken auf die Monate November und Dezember – bei Spielwaren, Haushalts- und Unterhaltungselektronik oder Büchern sogar etwas mehr.

2018 wurde die erwartete 100-Milliarden-Euro-Umsatzmarke mit 98,7 Milliarden Euro zwar knapp verfehlt, dennoch brachte das Weihnachtsgeschäft dem deutschen Einzelhandel im vergangenen Jahr den höchsten Umsatz seit 2005. In diesem Jahr sollen die 100 Milliarden aber geknackt werden, so die Statistik des Handelsverbands Deutschland: Erwartet werden über 102 Milliarden Euro Umsatz im Weihnachtsgeschäft 2019. Während der Online-Gesamtumsatz im Vergleich zu 2018 damit im Vergleich zu 2018 um 4,5 Prozent steigen würde, wird ein Zuwachs im Weihnachtsumsatz von 1,4 Prozent erwartet.

7 Tipps, um Ihren Onlineshop fit für das Weihnachtsgeschäft zu machen

Stressfrei shoppen, jederzeit und überall, und die Einkäufe bequem vor die Haustür geliefert bekommen – immer mehr Konsumenten nutzen gerade vor Weihnachten die Vorzüge von Onlineshops. Der zunehmende Wettbewerb erhöht aber auch den Druck für Online-Händler. Die folgenden Tipps sollen Ihnen dabei helfen, Ihren Onlineshop für das Weihnachtsgeschäft zu rüsten:

1. Bieten Sie an, was der Kunde braucht

Auf Basis einer Bedürfnisanalyse können Sie Ihr Sortiment gezielt darauf abstimmen, was Ihre Zielgruppe braucht. Die Beschreibung Ihrer Produkte sollte dabei auf die Suchintention Ihrer potenziellen Kunden ausgerichtet sein – Auswertungen Ihres Web-Traffics oder Online-Dienste wie Google Trends helfen dabei, diese herauszufinden.

Mit speziellen Paket-Angeboten, die Sie als perfekte Geschenkidee für Weihnachten präsentieren, können Sie Ihren Onlineshop-Besuchern die Kaufentscheidung vereinfachen. Auch ein Geschenke-Finder auf Ihrer Website, mit dem der Kunde gezielt nach Präsenten sucht, kann den entscheidenden Mehrwert liefern. Ein Beispiel hierfür ist die Website der Marke Jochen Schweizer.

2. Erleichtern Sie dem Kunden die Suche

Damit Ihre Weihnachtsangebote vom Kunden auch gefunden werden, sollten Sie hinsichtlich organischer Suchanfragen regelmäßig überprüfen, ob Ihr digitales Produktangebot Keyword-optimiert ist.

Bei steigender Nachfrage können Sie auch in Google Ads investieren, um die wesentlichen Suchbegriffe zu pushen. Dabei sollten Sie bedenken, dass zunehmend nach Bildern und Videos gesucht wird. Mit Display- und Suchnetzwerk-Kampagnen lässt sich die Reichweite zusätzlich steigern.

3. Sprechen Sie alle Käufertypen an

Entsprechend der unterschiedlichen Käufertypen sollten Sie Ihre Werbemaßnahmen über einen längeren Zeitraum ausrichten. Spezielle Angebote rund um dem Cyber Monday können Sie in Ihren Weihnachtskampagnen genauso berücksichtigen wie Frühkäufer-Rabatte oder Last-Minute-Geschenke.

4. Fordern Sie zum Kaufabschluss auf

Knapp 70 Prozent der User verlassen einen Onlineshop wieder, ohne den Kauf abzuschließen – deshalb sollten Sie versuchen, die abgesprungenen User durch gezieltes Retargeting, zum Beispiel via Facebook-Ads, oder konkrete Calls-to-Action zurückzugewinnen. Oder überzeugen Sie Kunden mit offenem Warenkorb durch spezielle Goodies, wie kostenloser Lieferung, Coupons oder kleinen Give-aways.

5. Verbreiten Sie Weihnachtsstimmung

Auf Ihrer Webseite können Sie durch passende Vorlagen eine weihnachtliche Atmosphäre kreieren. Oder Sie gestalten eine exklusive Weihnachts-Landing-Page.

In der Bildsprache und der Tonalität sollten Sie auf Emotionen setzen - schließlich ist Weihnachten bekanntlich das Fest der Liebe. Mit weihnachtlichen Features, wie einem Online-Adventskalender, können Sie bei den Besuchern zusätzlich für Überraschungsmomente sorgen und ihnen eine Freude machen.

6. Achten Sie auf die Usability

Je leichter Sie dem Kunden den Einkauf in Ihrem Onlineshop machen, desto lieber wird er bei Ihnen kaufen. Mit Nutzerfreundlichkeit können Sie bei Ihren Website-Besuchern punkten. Damit die User schnell fündig werden, sollten Sie ihnen eine reibungslos funktionierende On-Site-Suchoption einrichten.

Durch Autofill-Funktionen können Sie überdies das Prozedere beim Checkout bequemer für Ihre Kunden gestalten. Sie sollten insbesondere auch darauf achten, dass Ihre Website für mobile Endgeräte optimiert ist - und die Ladezeiten kontrollieren, um die Absprungrate zu reduzieren.

7. Setzen Sie auf Service und Informationen

Viele Konsumenten beginnen laut e-Commerce Magazin früh mit der Suche nach Weihnachtsgeschenken. Deshalb sollten Sie Ihre Kunden zeitgerecht per Newsletter und Social Media über Geschenkideen, Weihnachtsaktionen und Produktneuheiten informieren.

Auch transparente Bestellinformationen kommen bei Ihren Onlineshop-Besuchern gut an: So sollten Sie die Angaben zur Verfügbarkeit Ihrer Produkte so aktuell wie möglich halten oder Ihren Kunden eine Lieferung bis Weihnachten garantieren, wenn sie bis zu einem festgelegten Termin bestellen.

Mit kostenlosem Verpackungsservice, Expresslieferung oder Gutscheinen zum Downloaden für besonders Spätentschlossene können Sie zudem ebenso punkten wie mit verschiedenen Zahlungsoptionen oder verlängerten Umtauschfristen nach Weihnachten.

Das Weihnachtsgeschäft beschert dem Handel alljährliche enorme Umsätze. Onlineshops bereiten sich am besten durch zeitgerechte Planung, gezielte Ansprache und konkrete Angebote auf die schönste Zeit des Jahres vor.

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Header: Chinnapong / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 18. November 2019, aktualisiert am November 18 2019

Themen:

E-Commerce