Werbeanzeigen sind aus dem Online-Marketing nicht wegzudenken. Doch beim Verfassen erfolgreicher Werbetexte stoßen Marketer leicht an ihre Grenzen: Anzeigen werden leicht überblättert und bieten nicht viel Platz für Text – Sie müssen daher in Sekundenschnelle überzeugen. Reißerische Botschaften und nicht einhaltbare Werbeversprechen haben allerdings ausgedient. Wir zeigen Ihnen, wie man erfolgreiche Werbetexte für die verschiedenen Plattformen schreibt.

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Überzeugende Werbetexte für jede Plattform

Effektive Werbetexte können Ihnen helfen, fortlaufend Kunden zu akquirieren. Als sinnvolle Ergänzung zu Ihrer Inbound-Marketing-Strategie sind Werbeanzeigen im Internet daher ein probates Mittel – und zwar im B2C- sowie im B2B-Bereich.

Google Adwords / Google Ads

Google ist mit einem Markenwert von rund 302 Milliarden US-Dollar eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Knapp 90 Prozent aller Suchanfragen über mobile Geräte richten sich an die omnipotente Suchmaschine. Marketern bietet sich hier eine Chance einzuhaken, denn Google Ads verkauft Werbeplätze nach dem Cost-per-Click-Prinzip (CPC). Werbetreibende müssen also nur zahlen, wenn Ihre Anzeigen Wirkung entfalten und die Nutzer sie tatsächlich anklicken.

LinkedIn und Xing

Auch Social-Networking-Plattformen wie LinkedIn und Xing bieten aus gutem Grund bezahlte Anzeigeflächen. Denn welches Umfeld eignet sich besser für B2B-Marketing als eine Plattform für berufliche Kontakte?

Wie Statista berichtet, ist LinkedIn mittlerweile Anlaufstelle für über 500 Millionen Mitglieder. Das wohl bekanntestes Pendant für die DACH-Region ist Xing. Auch dieses Karrierenetzwerk wartet mit eindrucksvollen Zahlen auf: 16,4 Millionen Mitglieder waren 2018 registriert.

Solche Nutzerströme sind beeindruckend. Natürlich bietet es sich da an, den fruchtbaren Boden dieser Portale zu nutzen, um die eigenen Unternehmensdienste feilzubieten.

Für das B2B-Marketing bietet LinkedIn unterschiedliche Formate an. Unter den beliebtesten Vertretern sind hier „Text Ads“ und „Sponsored Content“.

Anleitung für Werbetexte: Textanzeigen und Sponsored Content

Das obenstehende Schema gibt einen groben Überblick über den inneren Aufbau von Werbetexten. Generell gilt: Orientieren Sie sich an der „AIDA“-Formel:

AIDA-Modell für Werbetexte

Textanzeigen: Der Werbetext als „Snack“ bei Google Ads

Bei Google Ads haben Sie wenig Platz, um Ihre Botschaft zu vermitteln. Daher gilt es hier, Kreativmaterial, also kreativ verpackte Inhalte, mit Keywords zu verknüpfen. Diese sollten mit allgemeineren und präziseren Keywords gemischt werden. Verkauft ein Unternehmen beispielsweise unterschiedliche Räder, sollte neben der kreativen Form das generische Keyword „Fahrrad” mit einem präziseren wie „Mountainbike” im Werbetext verbinden.

Zusätzlich sollten Sie die Vorteile für Nutzer durch Ihren Sprachgebrauch hervorheben. Formulierungen wie „offizielle Website“, „großes Angebot“, „einfache Installation“ und „zuverlässig und günstig“ erzielen hier Wirkung.

Google-Ads-texte-Nutzeranforderungen-und-Vorteile-hervorhebenQuelle: Google-Support

Die Kaufmotivation der Kunden kann auch direkt in einen Slogan überführt werden: „Einfach buchen und los“. Hier bietet es sich an, einen Call-to-Action anzuschließen, etwa: „Nutzen Sie dazu unser Portal”.

Werbetexte als Sponsored Content bei LinkedIn

Beim Sponsored Content können Sie Inhalte Ihrer Unternehmensseite mit einem von Ihnen ausgewählten Zielpublikum auf LinkedIn teilen. Daher sollten Sie schon im Voraus Inhalte mit Blick auf den späteren Gebrauch als Werbeanzeige kreieren.

Die von Ihnen ausgewählten Beiträge erscheinen für die Nutzer dann in einem Homepage-Feed. So gliedern Sie sich nahtlos in bestehende Inhalte ein und haben zumindest rein äußerlich weniger Werbetext-Charakter.

YOUGov-Linkedin-Werbung-Beispiel

Best Practices für Sponsored Content

Auch beim Sponsored Content gilt es, die besonderen Gegebenheiten des Formats zu beachten. Zwar ist der Platz hier nicht so knapp bemessen wie bei Google Ads, jedoch gibt es auch hier relativ strikte Standards.

Anzeigenüberschriften etwa sollten weniger als 150 Zeichen umfassen, um durch höhere Prägnanz für mehr Interaktionen zu sorgen. Beim beschreibenden Text Ihrer Anzeige empfiehlt LinkedIn sogar weniger als 70 Zeichen, da alles über 100 Zeichen auf Desktopcomputern abgeschnitten wird.

Eine höhere Klickrate erzielen Sie durch große Bilder. Richtwert sind auf LinkedIn 1200 x 627 Pixel. Ihren Werbetext verbinden Sie beim Sponsored Content also mit alternativen Medien.

Linkedin-Werbung-Beispiel

Eine Parallele zur klassischen Textanzeige wie bei Google Ads gibt es beim CTA. Der ist nämlich auch im Sponsored Content elementar.

Faustregeln für Werbetexte im Sponsored Content

Wenn es um den sprachlichen Stil Ihrer Anzeigen geht, sollten Sie sich klar von traditioneller Werbung abgrenzen. Also: nicht reißerisch formulieren, aber klar auf die Vorteile Ihres Produktes oder Ihrer Dienstleistung verweisen.

Die Verwendung von verständlicher Sprache ist ein Muss. Fachsimpelei und langatmige Beschreibungen sind hier fehl am Platz. Kurze Sätze wirken dagegen griffig und dynamisch.

Rufen Sie sich ins Bewusstsein, für welche Zielgruppe Sie schreiben. Buyer-Personas sowie eingehende Recherche zu Beginn lohnen sich an dieser Stelle.

Beim Texten sollten Sie vor allem die Kundenbedürfnisse ansprechen. Anstatt sämtliche Vorzüge Ihres Produktes anzupreisen, ist es wirksamer, den individuellen Nutzen für Ihre Zielgruppe zu beschreiben. Vertreibt Ihr Unternehmen beispielsweise Software, sollten Sie z. B. statt technischer Komplexität ihre einfache Bedienbarkeit und schnelle Installation betonen.

Zudem sollten Sie mit Liebe zum Detail schreiben. Besondere Kennzeichen Ihres Produktes oder Ihrer Dienstleistung dürfen gerne bildhaft hervorgehoben werden. Ein Weinhändler kann etwa seine Trauben als „unter der toskanischen Sonne gereift” beschreiben, statt mit einem plumpen „Wein aus Italien” zu langweilen.

Verzichten sollten Sie jedoch auf Superlative und unwahre Behauptungen. Auch eine zu pompöse Sprache wirkt schnell unseriös. Die Grenzen verwischen hier gelegentlich: Als Matratzen-Shop von „Bettenhimmel” zu sprechen, mag noch im Rahmen sein. Zu behaupten, „Mit unseren Betten wird jede Nacht zum Wohlfühlparadies”, schreckt hingegen eher ab.

Werbetexte auf kleinem Raum sind eine Kunst für sich. Wer sich im Vorfeld mit den Formatvorgaben und Standards im „Paid Advertising“ beschäftigt, hat schon die halbe Miete. Der Rest liegt in Ihrer Hand: Kennen Sie Ihre Zielgruppe gut, können Sie sie mit Ihren Texten nicht nur erreichen, sondern auch abholen. Ist Ihr Text dazu noch inhaltlich gut durchkomponiert, steht erfolgreichen Anzeigen nichts mehr im Wege!

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Headerbild: Milkos / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 8. Juli 2019, aktualisiert am Juli 08 2019

Themen:

Google Ads