Sobald Sie die Inhalte Ihrer Webseite nicht nur innerhalb eines Sprachraums bereitstellen, sondern einer breiten Masse öffnen wollen, stehen Sie vor einem Problem: Wie können Sie Ihren Content so übersetzen und organisieren, dass jeder Nutzer sich die passende Sprache aussuchen kann? WordPress bietet eine solche Funktion standardmäßig leider nicht an. Doch zum Glück gibt es dennoch ein paar Möglichkeiten, mit denen Sie Ihre WordPress-Webseite mehrsprachig machen können. Wir zeigen Ihnen, wie es geht.

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WordPress mehrsprachig machen: Die besten Plugins

Der einfachste Weg, WordPress in mehreren Sprachen nutzbar zu machen, sind Plugins. Die besten Optionen stellen wir Ihnen im Folgenden vor:

WPML

WPML steht für WordPress Multilingual Plugin und ist eines der am häufigsten genutzten Plugins für Mehrsprachigkeit. Je nach Tarif kostet es zwischen 29 und 159 US-Dollar pro Jahr. Dafür bietet es Ihnen eine Auswahl von über 40 Sprachen, eine einfache Einrichtung und viele automatische Funktionen. Von Seiten und Beiträgen über Kategorien und Menüs bis hin zu Widgets können Sie alle Elemente Ihrer Webseite in wenigen Klicks mehrsprachig gestalten.

Auch automatisierte Übersetzungen sind möglich. Die sollten zwar noch einmal professionell überarbeitet werden, bilden aber eine gute Basis.

Besonders nützlich ist die automatische Erkennung der Besucher-Sprache: Je nachdem, welche Sprache ein Nutzer in seinem Browser verwendet, passt sich die Webseite automatisch daran an.

Da WPML zu den Marktführern gehört, ist dieses Plugin mit den meisten Themes kompatibel.

Polylang

Polylang ist eine kostenlose Alternative zu WPML, kommt dafür aber mit weniger Funktionen. Vorteil davon wiederum ist die einfache, intuitive Handhabung. Schon bei der Einrichtung des Plugins können Sie alle gewünschten Sprachen festlegen. Anschließend erstellen Sie manuell Übersetzungen für die einzelnen Seiten und Beiträge und legen fest, wo diese angezeigt werden sollen. Das Design der Sprach-Umschalttaste können Sie individuell anpassen.

Ein Manko dieses Plugins ist, dass die Metadaten nicht übersetzt werden können. Daraus können sich Nachteile für Ihre SEO ergeben. Außerdem funktioniert es nicht immer einwandfrei mit Pagebuildern.

WPGlobus

Möchten Sie eine kleine Webseite ohne viele Zusatzfunktionen übersetzen, ist das kostenlose Plugin WPGlobus eine Überlegung wert. Es zeichnet sich besonders durch seine Übersichtlichkeit aus und ist dadurch auch für Anfänger geeignet.

Sobald Sie das Plugin installiert und aktiviert haben, werden Ihnen Anleitungen und Frage-Antwort-Bereiche zur Konfiguration angeboten. In einem einfachen Startbildschirm wählen Sie die Sprachen aus, in denen Ihre Webseite verfügbar sein soll, bringen sie in die gewünschte Reihenfolge und entscheiden, wo der Button zum Wechseln der Sprache platziert werden soll.

Die Übersetzungen können Sie anschließend vornehmen, indem Sie eine Seite oder einen Beitrag öffnen. Ganz oben können Sie den Tab mit der gewünschten Sprache auswählen und Inhalte unkompliziert hin und her kopieren. Dadurch geht die Arbeit schneller von der Hand als bei vielen anderen Plugins, die für jede Sprache eine komplett neue Seite anlegen.

Multilingual Press

MultilingualPress ist ein bewährtes Plugin, um WordPress auf Basis von Multisite mehrsprachig zu machen. Es unterstützt sowohl den Gutenberg Editor vollständig, als auch das beliebte Plugin Advanced Custom Fields und Page Builder wie beispielsweise Beaver Builder und Elementor.
 
Die Vorteile von WordPress Multisite liegen darin, dass es eine Core-Funktion von WordPress ist und damit viel zeitliche und funktionelle Stabilität findet. Dieses Plugin verändert nichts am WordPress Core, auch nicht bei Updates Ihrer WordPress Version. 
Einziger Haken: Multilingual Press gibt es in keiner kostenlosen Version.

Eine Multisite-Installation nutzen, um die Seite zu übersetzen

In der Theorie besteht die Möglichkeit, statt eines Plugins eine Multisite-Installation zu nutzen, um Ihre Inhalte zu übersetzen. In diesem Fall haben Sie für jede Sprache eine eigene Webseite. Die einzelnen Seiten werden dann durch Plugins wie Multisite Language Switcher miteinander verbunden.

Vorteil dieser Lösung ist, dass der Content in verschiedenen Sprachen unabhängig voneinander bestehen kann. Dadurch sind auch einfache Anpassungen in der Darstellung möglich. Sie könnten sich deutschen Nutzern also zum Beispiel mit der Farbe Grün präsentieren, englischsprachigen mit der Farbe Blau. Länder- und kulturspezifische Unterschiede können auf diesem Weg einfacher adressiert werden.

Die Multisite-Installation ist im Vergleich zu Übersetzungs-Plugins aber mit deutlich mehr Aufwand verbunden: Für jede Sprache müssen Sie eine komplette Webseite erstellen und verwalten. Noch komplizierter wird es, wenn Sie einen Shop führen. Dann nämlich haben Sie durch die Multisite-Lösung nicht mehr nur einen einzigen, zusammenhängenden Shop, sondern für jede Sprache einen separaten.

WordPress in mehreren Sprachen aufsetzen: Darauf sollten Sie achten

Egal, für welche Variante Sie sich entscheiden: Bei der Umsetzung sollten Sie in jedem Fall ein paar Aspekte bedenken, die über Erfolg oder Misserfolg Ihrer Webseite entscheiden können.

  1. Überlegen Sie sich gleich zu Beginn, auf welche URL-Struktur Sie setzen wollen. Möglich ist, die Sprache als Verzeichnis anzuzeigen (www.beispielseite.de/en/inhalt), als eigene Domain (www.en.beispielseite.de/inhalt) oder als Parameter (www.beispielseite.de/inhalt?lang=en). Die gängigste Variante ist die erste. Wichtig ist aber vor allem, dass Sie konsistent bleiben und nicht zwischen verschiedenen Versionen springen.

  2. Übersetzen Sie Ihre Inhalte möglichst umfassend. Befindet sich ein Nutzer auf einer Seite und stellt diese auf eine andere Sprache um, erwartet er, eine Übersetzung eben diesen Contents zu erhalten. Eine Weiterleitung zur Startseite sollte die Ausnahme bilden.

  3. Übersetzen Sie nicht nur den Text auf Ihren Seiten und in Beiträgen, sondern auch relevante Bildunterschriften, Kategorien und Schlagworte.

  4. Platzieren Sie den Umschalt-Taster für einen Wechsel zwischen den Sprachen so, dass er schnell und einfach gefunden werden kann. Je intuitiver sich Ihre Kunden zurechtfinden, desto besser.

  5. Achten Sie darauf, dass die einzelnen Seiten in allen Sprachen gleich oder zumindest ähnlich aufgebaut sind. So stellen Sie sicher, dass sich Ihre Kunden leicht zurechtfinden, auch wenn sie die Sprache ändern.

  6. Testen Sie immer nur ein WordPress-Plugin auf einmal. Andernfalls laufen Sie Gefahr, dass verschiedene Plugins sich gegenseitig behindern und Fehler produzieren.

  7. Machen Sie vor der Umstellung auf die Mehrsprachigkeit ein Backup Ihrer Webseite. Sollte etwas schiefgehen, können Sie ganz einfach den Ursprungszustand wiederherstellen.

Fazit: Mit einem Plugin ist die Mehrsprachigkeit kein Hexenwerk

Eine Seite manuell zu übersetzen oder eine Multisite-Installation einzurichten und zu pflegen, kann sehr aufwändig sein und dadurch auch ordentlich ins Geld gehen. Einfacher und günstiger ist es, auf ein passendes WordPress-Plugin zu setzen.

Für kleinere Webseiten genügt in der Regel das kostenlose WPGlobus. Für komplexe Projekte könnte sich das Plugin WPML lohnen. In beiden Fällen bekommen Sie Unterstützung durch Anleitungen oder einen Kunden-Support. Schon nach einer kurzen Einarbeitung wird Ihre WordPress-Webseite ganz schnell mehrsprachig – und erschließt so ganz neue Kundenkreise für Sie.

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Titelbild: Prostock-Studio / iStock / Getty Images

Ursprünglich veröffentlicht am 31. Dezember 2020, aktualisiert am Januar 08 2021

Themen:

Wordpress