Wer mit WordPress eine eigene Webseite erstellen will, erkennt rasch, dass es zwei unterschiedliche Plattformen gibt: WordPress.org und WordPress.com. Auf den ersten Blick wirken die beiden Angebote beinah identisch. Lassen Sie sich jedoch nicht vom gleichen Namen täuschen! Die Unterschiede zwischen den Plattformen sind teils enorm. Welche die passende Lösung für Ihr Webprojekt ist, erfahren Sie in diesem Beitrag.

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Das Wichtigste über WordPress

WordPress ist zunächst einmal der Spitzenreiter unter allen Content-Management-Systemen weltweit. 38 % aller Webseiten basieren auf der beliebten Software! Es handelt sich dabei um Open-Source, was bedeutet, dass der Quellcode von jedem eingesehen, angepasst und genutzt werden darf. Wie die meisten Open-Source-Projekte kann WordPress kostenlos heruntergeladen werden. Erstmals 2003 veröffentlicht, erreichte WordPress sehr bald den Durchbruch als einfache, kostengünstige Lösung zum Erstellen von Blogs, Webseiten und Onlineshops.

Die entscheidenden Unterschiede auf einen Blick

Der größte und entscheidende Unterschied zwischen den Plattformen mit der .org und .com Domainendung ist, dass Sie bei WordPress.org das Webhosting bei einem selbst gewählten Provider beziehen, während eine WordPress.com Webseite direkt dort gehostet wird. Die Software ist dabei jeweils dieselbe.

Das bedeutet: Bei WordPress.org laden Sie nur die Software herunter, für alles weitere sind Sie selbst verantwortlich. Sie benötigen eine Domain und Webhosting (beides bekommen Sie je nach benötigtem Paketumfang bereits ab ein paar Euro pro Monat), erhalten keinen Support und sind selbst für die Wartung Ihrer WordPress-Webseite zuständig. Zusätzlich ist die Installation etwas komplizierter. Ganz klare Vorteile sind, dass Sie bei WordPress.org weniger Einschränkungen, vollen Zugriff auf alle Plugins und Themes und vollständige Kontrolle über Ihre Webseite haben.

Hinter WordPress.com steht die Firma Automattic, welche die Webseite für Sie hostet. Somit müssen Sie sich nicht um Domain, Webspace und die Installation kümmern. Sie können nach dem Erstellen eines Accounts sofort mit der Einrichtung Ihrer Webseite loslegen. Mit einem Free-Paket steht es Einsteigern frei, die Software unter einer sogenannten Subdomain (z.B. meineigenerblog.wordpress.com) erst einmal auszuprobieren. Support wird in unterschiedlichem Umfang je nach Paket angeboten. Das klingt erstmal toll, allerdings sind Sie mit WordPress.com weniger flexibel und können Plugins erst bei den zwei teuersten Tarifen um 25 € oder 45 € pro Monat installieren. Das Hochladen von Themes ist ebenso nur bei diesen Tarifen möglich.

Hinweisfeld: Am einfachsten können Sie sich merken, welche Plattform nun die selbst gehostete ist und welche von WordPress vollständig für Sie gehostet wird, indem Sie sich die Domainendungen genauer ansehen: „.org“ steht für „organization“, „.com“ ist kurz für „commercial“. WordPress.com ist also das kommerzielle Angebot von Automattic.

Wie sieht es aus mit der Benutzerfreundlichkeit?

Die Einarbeitung in WordPress.org kostet mehr Zeit und erfordert etwas technisches Verständnis. Bereits die Installation ist aufwendiger, da sie vom Nutzer manuell durchgeführt wird. Mit einer entsprechenden Anleitung ist es aber auch Anfängern möglich, WordPress auf dem Webspace zu installieren. Viele Hostingprovider bieten außerdem bereits sogenannte 1-Klick-Installationen an. Dadurch fällt die manuelle Ausführung großenteils weg.

Im Prinzip funktioniert die eigentliche Anwendung, das Bearbeiten von Seiten und Blogbeiträgen, auf sehr ähnliche Weise. Bei beiden Plattformen stehen Ihnen Tools mit Drag-und-Drop-Funktion zur Verfügung.

Die Prüfung der Kompatibilität von Plugins und Themes mit der aktuellen WordPress Version sowie regelmäßige Updates liegen in Ihrer Verantwortung.

Ein Blog mit WordPress.com ist recht schnell und ohne viel Aufwand erstellt. Sie benötigen keine speziellen Vorkenntnisse und können sofort nach dem Einloggen starten. In der kostenlosen Version ist es Ihnen möglich, einige Funktionen auszuprobieren und zu testen, ob Sie mit dem Editor von WordPress zurechtkommen.

Bei kostenlosen WordPress.com Webseiten werden allerdings Werbeanzeigen geschaltet. Im Gegensatz zu WordPress.org ist zudem die Monetarisierung Ihrer Seite etwas eingeschränkt. Das Monetarisierungstool WordAds können Sie erst ab teuren Tarifpaketen nutzen. Bannerwerbung ist nicht erlaubt und Affiliate-Links sind zugelassen, sofern sie relevant sind und nicht gespammt wird.

Eine Erleichterung für viele Nutzer ist, dass sie sich weder um Software-Updates noch um die Kompatibilität und Aktualisierung von Plugins und Themes kümmern müssen. Das alles übernimmt der Hoster, in dem Fall WordPress.com, selbst.

Durch die eingeschränkte Funktionalität ist WordPress.com für Anfänger oftmals einfacher zu bedienen als die Open-Source-Version. Wollen Sie aber beispielsweise das WordPress.com-Branding entfernen, E-Commerce- und SEO-Tools verwenden oder Google Analytics einbinden, müssen Sie auf die teuren Tarife umsteigen.

Die Sache mit den Plugins und Themes

Beinah 57.000 kostenlose und -pflichtige Plugins stehen Ihnen bei WordPress.org zur Verfügung. Dank der riesigen Auswahl können Sie Ihre Webseite mit diesen kleinen Programmen um jede erdenkliche Funktion erweitern. Neben Page-Builder Plugins gibt es SEO-Plugins, Plugins zur Performance-Steigerung oder solche, die die Sicherheit Ihrer Webseite verbessern, um nur ein paar zu nennen. Mit WordPress haben Sie also nicht nur die Möglichkeit, eine einfache Unternehmenswebseite oder Blog zu betreiben. Auch viele erfolgreiche E-Commerce Plattformen, Nachrichtenportale oder Community-Seiten basieren darauf.

WordPress.com Nutzer sind hier eingeschränkt, da die Plattform selbst eine Vorauswahl an Plugins trifft. Bei jeder Webseite sind die beliebtesten Funktionen wie Kommentare, Social-Media Buttons, Backups und Statistiken integriert. Plugins installieren ist erst ab dem Businesspaket möglich. Bei den beiden teuersten Tarifen, Business und E-Commerce, stehen den Nutzern dann mehrere tausend Plugins zur Verfügung.

Themes, also Designvorlagen, gibt es bei WordPress.org ebenfalls unzählige. Eine beachtliche Anzahl von über 7.700 Themes steht zur Auswahl. Diese können Sie direkt im WordPress-Backend installieren oder Sie kaufen ein Theme bei einem Drittanbieter und laden es hoch. Der CSS-Code ist ganz nach eigenen Wünschen anpassbar. Achten Sie unbedingt darauf, dass Ihr gewähltes Theme von den Entwicklern regelmäßig gewartet wird und mit der neuesten WordPress Version sowie Ihren Plugins kompatibel ist.

Nutzen Sie WordPress.com, müssen Sie sich um die Wartung Ihres Themes keine Gedanken machen. Die dort angebotenen Themes werden regelmäßig kontrolliert und sind von hoher Qualität. Allerdings ist die Auswahl um einiges kleiner und um gewisse Premium-Themes überhaupt erst kaufen zu können und eine Designanpassung am Theme vorzunehmen, benötigen Sie zumindest einen Premium-Tarif. Externe Themes hochladen ist, wie bei den Plugins, auf die beiden teuersten Tarife beschränkt.

Im Gegensatz zu WordPress.org sind Sie mit der .com-Version weniger flexibel. Allerdings genießen Sie die Gewissheit, dass Ihre Plugins und das Theme stets auf dem neuesten Stand sind, was Sicherheitslücken deutlich verringert.

Bei welcher Version kann ich Hilfe vom Support erwarten?

Hinter WordPress.org steht eine riesige, hilfsbereite Community. Denn: es gibt keinen richtigen Support bzw. keine Support-Mitarbeiter. Bei Problemen helfen Freiwillige in Community-Foren wie WPDE.org weiter. Speziell für Anfänger ist es allerdings oft nicht leicht, das Internet auf Antworten zu durchforsten, welche möglicherweise noch im Fachjargon formuliert sind. Hilfe können hier spezielle WordPress-Dienstleister bieten oder Sie wählen einen Hosting-Provider, welcher WordPress-Support im Angebot hat.

Das Unternehmen hinter WordPress.com beschäftigt eigene Mitarbeiter, die WordPress.com weiterentwickeln und warten. Je nach Tarifstufe können Sie sich an den Live-Chat- oder E-Mail-Support wenden oder sogar personalisierte Supportsitzungen mit einem Experten vereinbaren.

Sind beide Plattformen gleich sicher?

Bei Ihrem selbst gehosteten WordPress sind Sie für die Sicherheit Ihrer Webseite verantwortlich. Sie sollten regelmäßig Updates durchführen, da mit diesen bekannt gewordene Sicherheitslücken geschlossen werden. Viele Webseitenbetreiber nutzen eine veraltete WordPress-Version, was das Sicherheitsrisiko erhöht.

Vor einem Update ist es wichtig, ein Backup der Webseite zu machen, falls doch einmal etwas schiefgehen sollte. Ansonsten ist die Aktualisierung mit wenigen Klicks erledigt. Außerdem gibt es bereits Hostinganbieter, die sich auf WordPress-Kunden spezialisiert haben und die WordPress-Installationen ihrer Kunden verwalten. Bei diesem sogenannten Managed Hosting müssen Sie sich über Updates und Backups keine Gedanken machen. Weiterhin stehen Ihnen viele gute Plugins zur Verfügung, mit denen Sie wichtige Sicherheitsvorkehrungen treffen können.

WordPress.com vereinfacht Ihnen in Bezug auf Sicherheit einiges. Sie müssen sich weder um die Aktualisierung von Software, Plugins und Themes kümmern, noch Sicherheits-Plugins installieren, um sich vor Hackern zu schützen. Alle Vorkehrungen zum Schutz der Webseite übernimmt die Plattform für Sie.

Wer hat SEO-technisch die Nase vorn?

WordPress eignet sich hervorragend für Suchmaschinenoptimierung. Verwalten Sie WordPress selbst über WordPress.org, können Sie alle SEO-Funktionen komplett selbständig kontrollieren. Dazu installieren Sie am besten ein SEO-Plugin. Diese bündeln viele SEO-Maßnahmen wie Snippet-Optimierung, 301-Weiterleitungen und Keyword-Analyse und helfen somit extrem bei der Suchmaschinenoptimierung.

Bei der Auswahl des Themes sollten Sie darauf achten, dass es SEO-freundlich ist. Das erkennen Sie z. B. an sauberem Quellcode, Kompatibilität mit SEO-Plugins und schneller Ladezeit. Themes mit hohen Nutzerzahlen und guten Bewertungen sind im Normalfall immer für suchmaschinenoptimierte Webseiten geeignet.

WordPress.com ist standardmäßig nicht besonders suchmaschinenfreundlich. Essentielle SEO-Funktionen zur Optimierung der Webseiten-Inhalte wie Meta-Title und Meta-Descriptions sind erst ab dem Business-Tarif (25 € pro Monat) verfügbar. Dennoch sind alle Themes, die auf WordPress.com erhältlich sind, für Suchmaschinen optimiert. Sie machen es dem Googlebot einfach, eine Webseite auszuwerten.

Fazit

Alles in allem sind beide Plattformen eine großartige Option für das Erstellen einer Webseite. Sowohl .org als auch .com haben ihre Vor- und Nachteile, weshalb es auf Ihre persönlichen Bedürfnisse ankommt, welche Version besser zu Ihnen passt. Welche Anforderungen haben Sie an Ihr Website-Projekt und welche Funktionen benötigen Sie?

Wenn Sie keine Scheu haben, sich selbst um Backups, Updates und Sicherheit zu kümmern und volle Kontrolle über Ihre Webseite und deren Code behalten möchten, werden Sie mit einer selbst gehosteten WordPress.org-Webseite glücklicher sein. WordPress.org sichert Ihnen maximale Flexibilität und Selbstbestimmung über verschiedene Funktionen Ihrer Webseite, ganz ohne teure Tarif-Upgrades.

Eine rasche Sofortlösung ohne große Umstände finden Sie hingegen in der vollständig gehosteten Version. WordPress.com vereint alle Vorteile einer verwalteten Plattform. Automattic kümmert sich um alle technischen Aspekte Ihrer Webseite, während Sie sich voll und ganz auf das Erstellen der Inhalte konzentrieren können.

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Hinweis: Dieser Beitrag ist ein Gastbeitrag von Sophia Ledl, Content-Marketerin bei domaintechnik.at.

Titelbild: Herman Vasyliev / Getty Images

Ursprünglich veröffentlicht am 6. Oktober 2020, aktualisiert am Oktober 08 2020

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Wordpress