Marketer und Marketerinnen nutzen YouTube, um Produktvideos hochzuladen, ihren Imagefilm zu pushen oder nutzerorientierten Tutorial-Content zu verbreiten. Als Marketing-Instrument ist YouTube längst etabliert und fest im Redaktionsplan verankert. Doch wie steht es um mögliche Alternativen?

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Videoplattformen YouTube zur Konkurrenz werden könnten und warum sich ein Blick auf die YouTube-Alternativen lohnt.

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YouTube im Vergleich: Übersicht der wichtigsten Videoplattformen

Das zu Google gehörende Netzwerk YouTube gehört unangefochten Platz eins unter den Videoplattformen. Knappe 2,3 Milliarden aktive Nutzer und Nutzerinnen bewegen sich pro Monat auf der Plattform. Die tägliche Nutzungsdauer in Deutschland entspricht in etwa zwölf Minuten.

Doch obwohl YouTube das Flaggschiff am Videoplattform-Horizont darstellt, tummeln sich unzählige Wettbewerber im Netz. Die YouTube-Alternativen überzeugen durch spannende Möglichkeiten, Clips hochzuladen und im Netz zu verbreiten. Nachfolgend stellen wir Ihnen die acht wichtigsten YouTube-Alternativen vor.

Welche YouTube-Alternativen gibt es?

  1. Dailymotion
  2. Vimeo
  3. Vevo
  4. Twitch
  5. DTube
  6. Odysee
  7. TikTok
  8. IGTV

1. Dailymotion

Das 2005 in Frankreich gegründete Unternehmen Dailymotion hat es sich zum Ziel erklärt, Geschichten in Bewegtbild in einem optimierten Videoerlebnis zu zeigen. Die Videoplattform zählt rund 350 Millionen Nutzer und Nutzerinnen, die stetig auf der Suche nach Unterhaltung sind. Dailymotion ist somit die reichweitenstärkste YouTube-Alternative.

Genau wie YouTube ist auch Dailymotion als Browser-Version sowie als App für iOS und Android verfügbar. Das Design ist minimalistisch und lenkt den Blick direkt auf die Videoinhalte. Über 2.000 Creator und Creatorinnen stellen ihren Content auf der Videoplattform online. Besonders positiv für Publisher ist, dass auch Videos mit hoher Speichergröße hochgeladen werden können. Die Länge der Clips ist jedoch auf 60 Minuten beschränkt.

Creator und Creatorinnen haben darüber hinaus die Möglichkeit, ihre Clips zu monetarisieren, auf Analysen zuzugreifen und sogar Livestreams zu veranstalten. Für Unternehmen sind vor allem die Möglichkeiten des Werbemarketings sowie das Partner-Programm interessant. Als Partner profitieren Marken von der Monetarisierung auf ihrer Website, indem sie das Dailymotion-Widget einbetten.

2. Vimeo

Wer auf der Suche nach qualitativen Kurzfilmen oder Musikvideos ist, der findet diese am ehesten auf der Videoplattform Vimeo. Das Netzwerk wurde 2004 von Filmemachern in den USA gegründet. Genutzt wird der Dienst daher vor allem von Regisseuren und Regisseurinnen, die ihre Videos in voller Qualität veröffentlichen möchten.

Vimeo ist für jeden kostenfrei verfügbar. Für Creator und Creatorinnen, die ihre Videos jedoch in HD-Qualität hochladen möchten, gibt es unterschiedliche Pakete. Ab 6 Euro pro Monat können Nutzer und Nutzerinnen 5 GB pro Woche hochladen. Teurer wird es hingegen, wenn Funktionen wie der Livestream und Analysen auf Zuschauerebene hinzukommen.

Die YouTube-Alternative punktet vor allem durch eine Nischen-Zielgruppe, die sich vorrangig für hochwertige Videos in Filmqualität interessiert. Sie können Vimeo als Browser-Version und als App nutzen. Auch auf den meisten Heimgeräten ist der Dienst verfügbar, sodass Videos über Apple TV, Chromecast und viele weitere Smart-TVs geschaut werden können.

3. Vevo

Die Gründer von Vevo bezeichnen die YouTube-Alternative selbst als das weltweit führende Musikvideoportal. Hinter dem Netzwerk stecken die beiden Tech-Pioniere Universal Music und Sony. Aufgerufen werden können die Videos auf Vevo jedoch nicht mehr über die eigene Website oder App. Stattdessen werden die Clips in folgenden Drittanbieter-Plattformen ausgespielt: YouTube, Apple TV, Echo Show, Fire TV, Pluto TV, Samsung TV Plus, Sky Q, Vizio, Xumo, Roku und weitere.

25 Millionen Zuschauer und Zuschauerinnen werden täglich über die YouTube-Alternative generiert. Besonders spannend ist das Angebot von Vevo für Künstler und Künstlerinnen sowie Werbetreibende. Neben Musikvideos produziert die Plattform selbst Kurzfilme und stellt Interviews, Live-Studio-Auftritte und Behind-the-Scenes-Material zur Verfügung.

4. Twitch

Gaming ist seit geraumer Zeit eine wichtige Sparte auf YouTube. Mit der Plattform Twitch hat sich die E-Sport-Nische jedoch zunehmend auf die YouTube-Alternative verlagert. Twitch wurde 2011 gegründet und 2014 von Amazon aufgekauft. Seitdem zählt die Videoplattform mehr als 30 Millionen Besucher und Besucherinnen täglich. Die Zielgruppe ist mit 16 bis 34 Jahre sehr jung.

Die Videoplattform ist auf Gaming-Livestreams spezialisiert. Die Creator und Creatorinnen teilen live, wie sie Games spielen und kommentieren die Ereignisse mittels Face-Kamera. Über ein Chatfenster kann die Community untereinander und mit den Publishern kommunizieren. Neben Gaming finden sich unterdessen auch weitere Bereiche auf Twitch wieder: Talkshows, Musik, Reise- sowie Outdoor-Content ist auf dem Livestreaming-Dienst ebenso beliebt.

Twitcher und Twitcherinnen haben auch die Möglichkeit, ihre Videos durch Affiliate Marketing zu monetarisieren. Für entsprechend große Kanäle bietet die YouTube-Alternative ein Partnerprogramm und beteiligt die Creator und Creatorinnen so am Umsatz. Gerade für Technik-Unternehmen bietet sich die Plattform an, um ihre Marke in einem nutzerorientierten Umfeld zu platzieren.

5. DTube

Wer DTube betritt, könnte meinen, dass die YouTube-Website eins zu eins kopiert wurde. Zugegeben sind das Layout und Design von DTube und YouTube sehr ähnlich. Das 2016 gegründete Videoportal gehört jedoch zum Steemit-Netzwerk, das gänzlich auf der Blockchain-Technologie basiert. Für Publisher bedeutet das, dass ihre Inhalte dezentral gespeichert werden.

Die Zuschauerschaft von DTube ist klein, dennoch bietet das Peer-to-Peer-Netzwerk spannende Monetarisierungsansätze. So können Creator und Creatorinnen die Kryptowährung von DTube verdienen, wenn Videos geliked oder kommentiert werden. Kuratiert wird die Plattform von zehn Leadern, die von der Community mitbestimmt werden.

Sowohl die Blockchain-Technologie als auch der werbefreie Ansatz, den DTube fährt, entspricht ganz und gar nicht dem Geschäftsmodell von YouTube. Somit könnte die Plattform eine spannende Alternative werden.

6. Odysee

Rein optisch gesehen erinnert die YouTube-Alternative Odysee sehr an den Platzhirsch. Die Zuschauerschaft hat in der Seitennavigation die Auswahl zwischen dem Home-Feed und abonnierten Kanälen. Darunter befinden sich unzählige Kategorien wie beispielsweise Cheese, Gaming, Tech oder Finance 2.0.

Komplett anders ist jedoch der funktionale Aufbau. Odysee basiert auf einer Blockchain und nutzt die Kryptowährung LBRY Credits, um Nutzer und Nutzerinnen zu belohnen, die Videos veröffentlichen oder bewerben. Genutzt werden kann die Videoplattform über den Browser oder die LBRY-App.

Die YouTube-Alternative ist außerdem frei von Werbung. Lediglich über die LBRY Credits können Creator und Creatorinnen ihre Videos monetarisieren. Wer ein Video auf der Plattform hochladen möchte, muss zunächst einmal zehn Credits erwirtschaften.

7. TikTok

Bereits jetzt – drei Jahre nach der Geburtsstunde von TikTok – scheint die Kurzvideo-Plattform zum Überflieger unter den sozialen Netzwerken zu werden. Im Jahr 2021 knackte TikTok die Marke von einer Milliarde Nutzer und Nutzerinnen und reiht sich somit weit oben ein.

Die Downloadzahlen der App explodierten regelrecht, womit sich TikTok als ernstzunehmende Konkurrenz neben YouTube etablierte. Als Reaktion führte YouTube selbst die sogenannten YouTube Shorts ein, die TikTok-Videos sehr stark ähneln. Mittlerweile verbringen die amerikanische und britische Nutzerschaft mehr Zeit auf TikTok als bei YouTube.

Die Videoplattform TikTok unterscheidet sich von YouTube jedoch maßgeblich. So sind die Videos auf dem sozialen Netzwerk auf drei Minuten begrenzt. Sogenannte Challenges, bei denen Userinnen und User herausgefordert werden, dem Original ähnliche Videos zu produzieren, machen den Charakter der Plattform aus.

Für Unternehmen bietet die Plattform spannende Advertising-Möglichkeiten in einer jungen Zielgruppe. Erst kürzlich wurde mit Creator Next eine Funktion für Publisher geschaffen, Inhalte ebenfalls zu monetarisieren.

8. IGTV

Das soziale Netzwerk Instagram hat 2018 eine eigenständige App namens IGTV auf den Markt gebracht. Unterdessen wurde die Funktion wieder in die Haupt-App integriert und zusammen mit dem Reels-Format in Instagram Video überführt. Gleich geblieben ist jedoch der Content, der auf IGTV veröffentlicht wird, nämlich Videos, die mit einer Länge von bis zu 60 Minuten zu lang für den typischen Feed sind.

Creator, Creatorinnen sowie Unternehmen nutzen die Funktion, um kreativen Content mit der Community zu teilen. Im Profil erhalten Instagram-Video-Formate einen eigenen Bereich. Die Kategorisierung in Serien erlaubt es Creatorn, ihre Inhalte in unterschiedliche Sparten einzuteilen.

Marketer und Marketerinnen erkennen zunehmend das Potenzial von Video-Content. So geben 70 Prozent an, künftig mehr in Videoinhalte zu investieren. Mit mehr als einer Milliarde aktiven Nutzerinnen und Nutzern ist Instagram genau die richtige Anlaufstelle.

Fazit: YouTube ist schon lange nicht mehr das einzig spannende Videoportal

Die YouTube-Alternativen werden immer breiter und in ihren Funktionsweisen spannender. Die Nachahmer heben sich vor allem durch andere, teils nischige Zielgruppen ab.

Doch auch zukunftsträchtige Technologien wie Blockchain, werbefreie Angebote und kurze Videoformate, die die Aufmerksamkeitsspanne der Zuschauerschaft im Auge behalten, gehören zu den Vorteilen, die die YouTube-Alternativen gegenüber dem Flaggschiff zu bieten haben.

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Titelbild: Volodymyr Kryshtal / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 13. Januar 2022, aktualisiert am Januar 13 2022

Themen:

YouTube-Marketing