Dank großer TV-Shows wie „Die Höhle der Löwen“ und einer breiten medialen Berichterstattung sind Start-ups in aller Munde. Die Existenzgründungsszene wächst und gedeiht. Ein Grund dafür sind die wachsenden Investitionen von Venture Capital (VC). In diesem Rahmen ist vermehrt von Acceleratoren, Inkubatoren, Business Angels (BAs) und Company Buildern zu hören. Was hat es damit auf sich?

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Inkubator, Accelerator? Wo liegen die Unterschiede?

Die Begriffe Inkubator und Accelerator werden häufig synonym verwendet. In diesen Zusammenhang fallen auch die Bezeichnungen „Venture Capital“ und „Gründerzentrum“. Auch wenn es Unterscheidungen bei diesen Begrifflichkeiten gibt, verschwimmen diese oft.

Bei einem Inkubator greifen Hochschulen, Unternehmen oder VC-Geldgeber jungen Teams bei der Entwicklung einer innovativen Idee und dem Aufbau eines Start-ups unter die Arme. Das kann mit Kapital und Know-how, günstigen Büroräumen im Rahmen eines Gründerzentrums und der Vernetzung zu wichtigen Business-Kontakten erfolgen. 

Die Bindung zwischen Gründungsteam und Inkubator ist im Allgemeinen hoch, auch wenn es dabei unterschiedliche Ausprägungen gibt. Sogenannte „Innovation Labs“ sind eine Form davon. Hierbei wird quasi ein firmeninternes Start-up aufgebaut. Eine andere Option ist die Integration von externen Start-ups in das eigene Unternehmen. Bei einem Inkubator versucht der Unterstützer, zum Beispiel ein Großunternehmen, die Start-up-Innovation für sein Geschäft zu nutzen oder daraus Profit zu schlagen.

Während bei einem Inkubator die zeitliche Bindung variabel ausfällt, ist sie bei einem Accelerator beschränkt. Bei Accelerator-Programmen erhalten die Start-ups nur wenige Monate lang Unterstützung. Diese bekommen sie zum Beispiel durch VC-Investoren oder Förderprogramme wie das EXIST-Programm. Das Ziel eines Accelerators ist, wie es der Name besagt, eine Start-up-Idee zu beschleunigen. Die Existenzgründer müssen innerhalb kürzester Zeit beweisen, dass ihr Konzept einen „Product-Market Fit“ (PMF) erreichen kann.

Wie erwähnt, sind die Grenzen zwischen Inkubator, Accelerator, Business Angel (BA), Venture Capital (VC), Company Builder und Förderprogramm fließend − besonders im Sprachgebrauch.

Welche Leistungen bietet ein Inkubator?

Ein Inkubator sorgt dafür, dass ein Start-up reifen kann. Dafür unterstützt er das Gründerteam unter anderem bei der:

  • Optimierung der Geschäftsidee 

  • Analyse des Markts und Zielgruppen-Definition

  • Verbesserung des Unternehmenskonzepts

  • Entwicklung einer Produkt- und Marketingstrategie

  • Findung von Kooperationspartnern und zusätzlichen Geldgebern

  • operativen Leitung des jungen Unternehmens 

Ein Inkubator ist somit ein erfahrener „Sparringspartner“ für Gründer. Er steht ihnen bei den anfänglichen Problemen des Start-ups zur Seite und unterstützt sie mit seinen Kompetenzen.

Wie viel Geld investiert ein Inkubator?

Die Investitionssummen fallen unterschiedlich aus. Sie hängen unter anderem von der Reife und Komplexität des Start-up-Produkts und der Art der benötigten Hilfe ab.

Meist investieren Inkubatoren zu Beginn einen Betrag von 100.000 Euro bis hoch zu einer Million. Daraufhin erfolgen in der Regel weitere Investitionssummen, für die der Inkubator und das Start-up Co-Investoren suchen. Investoren können Business Angels, VC-Fonds oder Großunternehmen sein.

Da ein Inkubator mehr als nur Geld bietet, sichert er sich im Gegenzug meist hohe Anteile am Start-up. 

Welche Inkubatoren gibt es in Deutschland?

Die Auswahl an Inkubatoren und ähnlichen Start-up-Unterstützern wächst in Deutschland. Hier eine kleine Auswahl (alphabetisch aufgelistet):

  • 1stMOVER mit Sitz in Düsseldorf besteht aus Digital-Experten, die an Start-ups im Digitalbereich interessiert sind.

  • crossventures sieht sich als Heimat für skalierbare und disruptive Start-ups mit digitalen Geschäftsmodellen.

  • Hinter Freigeist steckt unter anderem der Seriengründer Frank Thelen, bekannt aus der TV-Show „Höhle der Löwen“.

  • DvH Ventures ist einer der bekanntesten Investoren im deutschsprachigen Raum. Er unterstützt Start-ups aus verschiedenen Bereichen − von Health- und Studenten-Plattformen bis hin zu Bezahldienstleistern.

  • Mit hubraum betreibt die Deutsche Telekom einen eigenen Inkubator. Dieser fokussiert sich auf Tech-Konzepte.

  • Lab1886 unterstützt Start-ups, welche an der Zukunft der Mobilität arbeiten. Verständlich, denn: Lab1886 ist der Inkubator von Daimler.

  • Mit der Otto Group Digital Solutions (OGDS) unterstützt der Versandhändler Otto „attraktive Geschäftsmodelle im handelsnahen Dienstleistungsbereich“.

  • Rocket Internet der Samwer Brüder ist wohl der bekannteste Inkubator Deutschlands. Durch ihn sind unter anderem Delivery Hero, Home24, Helpling und Zalando groß geworden.

Wie finden Start-ups den passenden Inkubator?

Diese Frage ist schwer zu beantworten, denn es gibt verschiedene Kriterien, die angesetzt werden müssen. Diese sind unter anderem:

  • Was ist die Philosophie des Inkubators? Investiert er beispielsweise nur in Tech-Unternehmen oder ökologische Innovationen?

  • Ist er bereits in der Branche aktiv, in die das Start-up vordringen möchte? Besitzt er genügend „Connections“, um das Start-up voranzubringen?

  • Ist der Inkubator neu? Besitzen die Ansprechpartner genügend Erfahrung im Umgang mit Start-ups?

  • Stimmt die Chemie zwischen den Mitarbeitern im Inkubator und dem Gründerteam?

  • Wo ist der Inkubator beheimatet? Muss das Start-up eventuell umziehen?

  • Wie viel Geld kann und will der Inkubator investieren?

  • Wie attraktiv sind die anderen Assets (Büroräume, Know-how, Netzwerk etc.) des Inkubators?

Inkubatoren und Start-ups müssen zueinander passen

Wenn sich ein Start-up und ein Inkubator zusammentun, ist diese Verbindung vergleichbar mit einer Ehe. Die beiden Partner möchten gemeinschaftlich in die Zukunft durchstarten, wobei jeder seine Fähigkeiten und Vorteile in die Waagschale legt. Eine derartige Zusammenarbeit muss ausgewogen sein.

Das Start-up sollte sich daher immer die Frage stellen, ob ein Inkubator der richtige Partner ist. Oft können Alternativen wie Acceleratoren, Business Angels oder Förderprogramme mit weniger Bindung die bessere Lösung sein.

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Titelbild: Austin Distel / Unsplash

Ursprünglich veröffentlicht am 28. April 2020, aktualisiert am April 28 2020

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