Der Traum vom eigenen Unternehmen: Gerade in der jüngeren Generation lebt er auf. Von den 18 bis 39-Jährigen kann sich mit 46 Prozent fast jeder Zweite die Gründung eines Unternehmens vorstellen. Und es scheint sich auszuzahlen: Trotz einer hohen Arbeitsbelastung von durchschnittlich 56 Stunden pro Woche zeigen Gründer eine überdurchschnittliche Lebens- und Arbeitszufriedenheit.

Aber es gibt auch Schattenseiten: So beenden 30 Prozent der Gründer ihre Aktivitäten schon innerhalb der ersten drei Jahre wieder. Neben persönlichen Gründen spielt dabei vor allem fehlende Wirtschaftlichkeit eine entscheidende Rolle.

Um ein solches Ergebnis zu verhindern, ist die richtige Vorbereitung entscheidend. Deshalb geben wir Ihnen hier einen detaillierten Plan an die Hand, mit dem Sie Ihre Geschäftsidee erfolgreich in ein Unternehmenskonzept überführen und alle wichtigen Schritte auf dem Weg zum eigenen Unternehmen gehen können.

Für Startups und unerfahrene Marketer ist es oft schwer, einen soliden  Marketingplan zu entwickeln. Werfen Sie einen Blick in unser  Marketing-Starterpaket für Startups.

Eine Firma gründen: Die Planung

Welche Voraussetzungen erleichtern die Gründung?

  • Erfahrung in der Branche: Wer über einen längeren Zeitraum im Angestelltenverhältnis in der betreffenden Branche gearbeitet hat, weist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein tieferes Verständnis für die Chancen und Risiken des Geschäftsfeldes auf. Im Arbeitsalltag werden Sie schließlich viel direkter auf Besonderheiten und verbreitete Fallstricke der Branche aufmerksam, als als Außenstehender.
  • Startkapital: Prinzipiell ist es natürlich auch möglich, weitestgehend ohne Eigenkapital zu gründen (mehr dazu unten). Allerdings erleichtert es das Vorhaben deutlich, wenn Sie nicht von fremden Kapitalgebern oder Kreditinstituten abhängig sind, denen Sie Rechenschaft sowie Zinsen schuldig sind und denen Sie gegebenenfalls ein Mitspracherecht bei Unternehmensentscheidungen einräumen müssen.
  • Rücklagen: Kaum ein Unternehmen wirft unmittelbar nach Gründung Gewinn ab. Und selbst wenn dies der Fall sein sollte, ist es häufig sinnvoll, diesen zu reinvestieren, statt sich als Gründer selbst ein Gehalt auszuzahlen. Das bedeutet aber auch, dass Sie (falls Sie hauptberuflich gründen) zunächst einmal kein Einkommen haben. Umso wichtiger sind Rücklagen, die in den ersten Monaten nach der Gründung Miete und Lebensunterhalt bezahlen.
  • Arbeitsbereitschaft: „Selbstständig sein heißt, selbst und ständig zu arbeiten.” An diesem Sprichwort ist einiges dran. Mit 56 Stunden wöchentlicher Durchschnittsarbeitszeit fällt wesentlich mehr Arbeitszeit an, als in einem typischen Vollzeitjob. Gerade in der Anfangsphase rückt der Nine-to-Five-Arbeitstag oft in weite Ferne.
  • Ein Gefühl für Zahlen: Ein gewisses mathematisches Verständnis ist als Gründer von Vorteil. Denn auch, wenn Sie sich Hilfe von Steuerberatern und Co. holen können, vereinfacht es die Planung enorm, wenn Sie selbst Ihr Vorhaben bis zu einem gewissen Grad durchkalkulieren und auf seine Wirtschaftlichkeit prüfen können.
  • Risikobereitschaft: Auch bei noch so guter Planung bleibt bei jeder Gründung ein gewisses Restrisiko. Eine Garantie auf Erfolg und persönliche wirtschaftliche Verbesserung gibt es nicht. Wer also nicht bereit ist, auch Rückschläge und eventuell das Scheitern des Vorhabens in Kauf zu nehmen, sollte von der Idee zu gründen lieber absehen.

Neben- oder hauptberuflich gründen?

Zunächst einmal sollten Sie sich entscheiden, ob Sie sich Ihrem Gründungsvorhaben in Vollzeit oder neben einer regulären Beschäftigung widmen wollen. Beide Optionen haben verschiedene Vor- und Nachteile:

Nebenberufliche Gründung

Der wesentliche Vorteil der Gründung im Nebenerwerb liegt im minimierten Risiko. Schließlich beziehen Sie so nach wie vor ein regelmäßiges Gehalt und stehen im Worst Case nicht ohne Einkommen da. Zusätzlich fallen nebenberufliche Gründungen besonders häufig unter die Kleinunternehmerregelung. Das betrifft Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz von maximal 17.500 Euro und einem geplanten Umsatz von nicht mehr als 50.000 Euro. Diese profitieren von einer vereinfachten Umsatzsteuerregelung, die die Buchhaltung entlastet. Kein Wunder also, dass laut dem Deutschen Startup Monitor über die Hälfte der Gründungen in den letzten Jahren nebenberuflich waren.

Der Preis für das Mehr an Sicherheit ist allerdings ein engeres Korsett an Vorgaben. So gilt eine Nebenbeschäftigung nur so lange als nebenberuflich, wie sie Arbeitszeit und Einkommen aus der Hauptbeschäftigung nicht übertrifft. Auch die Einstellung eines Mitarbeiters kann bereits dazu führen, dass Ihre Selbstständigkeit nicht mehr als nebenberuflich gilt. Außerdem müssen Sie Ihren Arbeitgeber über das Vorhaben informieren, der gegebenenfalls ein Veto einlegen kann, wenn Ihr Gründungsvorhaben ihm Konkurrenz machen könnte. Auch entsprechende Klauseln im Arbeitsvertrag können der nebenberuflichen Selbstständigkeit entgegenstehen.

Beachten Sie außerdem, dass auch für die Gründung im Nebenerwerb Abgaben fällig sind. Das betrifft sowohl Steuern als auch die Sozialversicherung. Denn für diese werden mit dem steigenden Einkommen auch höhere Beiträge fällig.

Hauptberufliche Gründung

Wer hauptberuflich gründet, kann seine gesamte Zeit und Energie in die Selbstständigkeit stecken. Das erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit. Gleichzeitig nehmen Sie Ihr Vorhaben eventuell deutlich ernster, wenn es so wirklich „um etwas geht”. Der Druck durch das einhundertprozentige Commitment kann eben auch beflügeln.

Die Kehrseite ist allerdings das fehlende Sicherheitsnetz. Bei der hauptberuflichen Gründung steht viel auf dem Spiel: Entweder Ihre Unternehmung gelingt - oder Sie stehen ganz ohne Einkommen da. Auf diese Weise steigt nicht nur das faktische (finanzielle) Risiko, sondern der Druck kann auch lähmend wirken und Motivation rauben.

Ein Unternehmen gründen ohne Eigenkapital

Im Idealfall bringen Sie eigene Ersparnisse für das Gründungsvorhaben mit. Aber auch wenn Ihre finanzielle Situation das nicht erlaubt oder die eigenen Mittel aufgebraucht sind, gibt es verschiedene Möglichkeiten, Ihr zukünftiges Unternehmen zu finanzieren:

Gründerkredit und Förderung

Verschiedene Förderinstitute wie die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) bieten Kredite speziell für Existenzgründer an, bei denen die Tilgung beispielsweise erst nach mehreren Jahren fällig wird, wenn das Unternehmen gute Chancen hat, Gewinn abzuwerfen.

Teilweise existieren auch Förderungen, die gar nicht zurückgezahlt werden müssen. Hierzu gehören beispielsweise das EXIST-Stipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, das Gründungsvorhaben aus der Technologie, Wissenschaft und Forschung unterstützt. Empfänger von Arbeitslosengeld können vom Gründungszuschuss profitieren, wenn Sie sich hauptberuflich selbstständig machen und auf diese Weise ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Crowdfunding

Insbesondere, wenn Sie innovative Ideen als Start-Up umsetzen möchten und der Kapitalbedarf nicht zu hoch ist, bietet Crowdfunding eine Alternative zu herkömmlichen Finanzierungsmodellen. Hierbei können Einzelpersonen über verschiedene Plattformen in Ihr Unternehmen finanzieren. Als Gegenleistung erhalten diese dann je nach Modell entweder das zukünftige Produkt umsonst, eine Rückzahlung oder Anteile am Unternehmen.

Crowdfunding ist auch deshalb so attraktiv, weil es so günstig ist. Lediglich eine kleine Provision muss für das Erstellen des Projekts bezahlt werden. Die Kehrseite: Es gilt das Alles-oder-Nichts-Prinzip. Wird das Finanzierungsziel nicht erreicht, fließen alle gesammelten Gelder wieder an die Spender zurück.

Investoren

Investoren sind die dritte Möglichkeit, ohne Eigenkapital zu gründen. Privatinvestoren beteiligen sich in der Regel nur finanziell und fungieren entweder als stille Gesellschafter oder stellen ein verzinstes Darlehen. Mehr als 25.000 Euro generieren Sie so aber in der Regel nicht. Business Angels dagegen bringen nicht nur Kapital, sondern auch ihr eigenes Know-How und Netzwerk als Geschäftsleute ein. Dafür fordern sie aber meist auch höhere Unternehmensanteile und ein Mitspracherecht bei Unternehmensentscheidungen. Die Investmenthöhe liegt hier im Schnitt bei 50.000 bis 250.000 Euro.

Für noch höhere Investitionen sind Venture Capital-Gesellschaften die passende Anlaufstelle. Sie investieren in der Regel aber noch nicht in der Frühphase der Gründung, sondern wenn der Proof-of-Concept (Verlinkung) erbracht wurde und sich die Unternehmung als skalierbar herausgestellt hat. Die Investitionshöhe kann hier durchaus mehrere Millionen betragen.

Aber unabhängig davon, welche Investitionsform Sie in Betracht ziehen: Am Anfang steht immer die durchdachte Unternehmens- oder Ideen-Präsentation, zum Beispiel in Form eines Elevator-Pitches, mit der Sie die Investoren vom Gelingen Ihrer Unternehmung überzeugen müssen.

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Ein eigenes Unternehmen gründen: So gehen Sie vor

Damit Sie den Weg von der Idee zum eingetragenen Unternehmen stolperfrei bewältigen, finden Sie hier eine Übersicht zu den einzelnen Schritten der Unternehmensgründung.

1. Eine Geschäftsidee entwickeln

Die Grundlage für ein eigenes Unternehmen ist selbstverständlich eine grundlegende Geschäftsidee (Verlinkung). Allerdings muss diese noch soweit konkretisiert werden, dass sie sich in ein Geschäftsmodell überführen lässt. Angenommen, Sie möchten eine eigene Limonade entwickeln. Dann sollten Sie sich nicht nur Gedanken darüber machen, was genau diese Limonade auszeichnen und von anderen absetzen soll, sondern auch wie Sie sie vertreiben wollen. Planen Sie lediglich die Produktion? Oder wollen Sie ein eigenes Café eröffnen, in dem die Limonade exklusiv vertrieben wird?

Je nachdem müssen Sie sich nicht nur an sehr unterschiedliche rechtliche Vorgaben halten, sondern sprechen auch andere Kunden an, da Sie direkt an den Endverbraucher (B2C) oder an einen Händler (B2B) verkaufen.

Steht das Geschäftsmodell, muss daraus ein Unternehmenskonzept werden. Hierbei hilft die Erstellung eines Business-Plans, aus dem hervorgehen sollte, dass das Geschäftsmodell wirtschaftlich tragfähig ist. Dazu gehören zum Beispiel die folgenden Aspekte:

  • Was ist das Produkt?
  • Was hebt es von vergleichbaren Angeboten ab / Warum sollten Kunden ausgerechnet dieses Produkt kaufen?
  • Wo beziehen Sie das Produkt / die Rohstoffe?
  • Wie vermarkten und vertreiben Sie das Produkt?
  • Wie definieren Sie Ihren Gewinn und was sind die wesentlichen Kosten?

Neben der strategischen Ausrichtung des eigenen Unternehmens sollte auch der Wettbewerb auf dem Markt betrachtet werden. Hierbei hilft zum Beispiel die Ocean-Strategie oder die PEST-Analyse.

Zusätzlich sollten Sie sich Gedanken über die Struktur Ihres Unternehmens machen: Wollen Sie alleine gründen oder mit einem Mitgründer? Planen Sie, in naher Zukunft bereits Mitarbeiter einzustellen? Wenn ja, wie viele und wie sollen die Verantwortlichkeiten langfristig aufgeteilt sein? Hier bietet sich die Erstellung eines Organigramms an.

2. Rechtliche Voraussetzungen klären

Im nächsten Schritt sollten Sie unbedingt klären, ob Ihre Unternehmung spezielle rechtliche Genehmigungen und Voraussetzungen erfordert. So gibt es verschiedene Tätigkeiten, die einer grundlegenden Erlaubnispflicht unterliegen, zum Beispiel im Bereich der Privatkrankenanstalten, Spielhallen oder in der Reisebranche.

Sollten Sie sich im Handwerk selbstständig machen wollen, müssen Sie die Meisterpflicht beachten: Sie müssen also entweder selbst die Meisterprüfung absolviert haben oder einen Meister einstellen. Auch bei kammerpflichtigen freien Berufen (zum Beispiel als Arzt, Architekt oder Notar) müssen Sie Ihre berufliche Qualifizierung nachweisen können. Im Bereich des Arzneimittelgewerbes, dem Güterkraftverkehr, des Versicherungsgewerbes und einigen mehr muss außerdem eine Sachkundeprüfung bei der IHK (Industrie- und Handelskammer) abgelegt werden.

Aber auch, wenn Sie über die passende Qualifikation verfügen, kann es notwendig sein, zusätzliche Genehmigungen einzuholen. Betriebsräume und -anlagen müssen beispielsweise von der Gewerbeaufsicht abgenommen werden, das Bauamt segnet bauliche Veränderungen ab. In der Gastronomie, bei Arztpraxen oder der Kinderbetreuung sind Genehmigungen des Gesundheitsamts notwendig.

3. Rechtsform festlegen

Die Rechtsform des eigenen Unternehmens hat weitreichende Konsequenzen, vor allem in Bezug auf Steuer- und Haftungsfragen. Grundsätzlich werden Einzelunternehmen, Personen- und Kapitalgesellschaften unterschieden. Während bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften der Gründer persönlich haftet, haftet bei Kapitalgesellschaften nur das Stammkapital. Personen- und Kapitalgesellschaften müssen sich in der Regel ins Handelsregister eintragen, für Einzelunternehmen ist dies optional. Mit der Eintragung ins Handelsregister geht außerdem die Veröffentlichung einer Bilanz zum Jahresabschluss einher. Einzelunternehmen, die nicht im Handelsregister eingetragen sind, müssen nur eine einfache Einnahme-Überschussrechnung mit ihrer Steuererklärung einreichen.

Unter die Personengesellschaften fallen beispielsweise:

Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

Diese entsteht, sobald Sie mit mindestens einem Mitgründer eine gewerbliche Tätigkeit ausführen

  • Vorteile: Die Gründung verläuft schnell und unkompliziert ohne viele Formalitäten, Sie benötigen kein Startkapital und eine einfache Buchführung genügt.
  • Nachteile: Sie haften mit Ihrem Privatvermögen, Investoren können hier nicht einbezogen werden und Sie müssen Ihr Unternehmen bei starkem Wachstum in eine andere Rechtsform umwandeln.

Offene Handelsgesellschaft (OHG)

Die OHG ist gewissermaßen die Fortführung der GbR bei starkem Unternehmenswachstum.

  • Vorteile: Die OHG ist unkompliziert zu gründen, genießt hohes Ansehen bei Banken durch persönliche Haftung und die verschiedenen Gesellschafter können ihre Stärken einbringen.
  • Nachteile: Hier sind die doppelte Buchführung sowie ein Handelsregistereintrag verpflichtend, Gesellschafter haften mit Privatvermögen und Uneinigkeit zwischen den Gesellschaftern kann das Unternehmen gefährden.

Kommanditgesellschaft (KG)

Auch hier sind mindestens zwei Gründer nötig, allerdings gibt es verschiedene Haftungsvarianten. Sind die Gesellschafter Kommanditisten, ist ihre Haftung beschränkt, fungieren Sie als Komplementäre, haften sie voll.

  • Vorteile: Kommanditisten haften nur in Höhe ihrer Einlage. Es ist kein Startkapital notwendig.
  • Nachteile: Der Firmenname ist nicht frei wählbar, Kommanditisten dürfen nicht gleichzeitig das Unternehmen führen und es herrscht Bilanzpflicht.

Zu den Kapitalgesellschaften gehören:

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Wer genug Startkapital mitbringt, kann eine GmbH alleine gründen und haftet nicht mit seinem Privatvermögen.

  • Vorteile: Die Haftung ist auf das Firmenvermögen begrenzt, eine GmbH ist attraktiv für Investoren und genießt gutes internationales Ansehen, das Gehalt der Geschäftsführung ist steuerlich absetzbar.
  • Nachteile: Die Gründung ist aufwändig und kostspielig, ein Mindestkapital von 25.000 Euro wird benötigt, die Buchhaltung ist komplexer und Bilanzen müssen veröffentlicht werden.

Unternehmergesellschaft (UG)

Die UG wird auch Mini-GmbH genannt, da hier ein Startkapital von einem Euro ausreichend ist.

  • Vorteile: Auch hier ist die Haftung auf das Firmenvermögen beschränkt und es fallen geringere Notarkosten als bei der GmbH-Gründung an.
  • Nachteile: Es müssen Rücklagen aus 25 Prozent des Jahresüberschusses gebildet werden, bis ein Stammkapital von 25.000 Euro erreicht ist. Ein geringes Startkapital birgt die Gefahr der Überschuldung.

Aktiengesellschaft (AG)

Bei der AG handelt es sich um die „große Schwester” der GmbH. Es müssen zur Gründung ein oder mehrere Gründer Aktien gegen Einlagen übernehmen.

  • Vorteile: Es herrscht Haftungsbeschränkung, die AG ist sehr attraktiv für Investoren, Aktionäre können leicht wechseln und die Gründung ist auch durch eine Einzelperson möglich.
  • Nachteile: Diese Rechtsform ist nur für sehr große Gründungsvorhaben geeignet, ein Startkapital von mindestens 50.000 Euro wird benötigt. Es herrscht die Pflicht zur Hauptversammlung sowie zur Bildung von Aufsichtsrat und Vorstand und die Vorschriften zur Buchführung sind streng.

4. Namen finden

Der Unternehmensname will gut überlegt sein. Schließlich kann eine spätere Änderung kostspielig sein und Sie mühsam aufgebaute Markenbekanntheit kosten. Allerdings sind Sie in Ihrer Namenswahl nicht ganz frei. Bei der GbR beispielsweise müssen die Namen der Gründer im Firmennamen enthalten sein.

Zusätzlich sollten Sie sicherstellen, dass der geplante Name nicht markenrechtlich geschützt oder anderweitig bereits vergeben ist, um Unterlassungs- und Schadensersatzklagen zu umgehen. Dazu sollten Sie unbedingt eine Recherche beim Deutschen Marken- und Patentamt sowie dem Unternehmensregister vornehmen.

Ganz allgemein sollten Sie darauf achten, dass der Name leicht auszusprechen, zu schreiben und zu merken ist. So gewährleisten Sie, dass potenzielle Kunden Ihr Unternehmen im Hinterkopf behalten und leicht online recherchieren können. Bemühen Sie sich im Idealfall außerdem um einen Namen, der auch im Ausland funktioniert und sich für ein Logo gegebenenfalls gut abkürzen lässt.

5. Die formale Gründung vornehmen

Um das Unternehmen dann wirklich offiziell zu gründen, sind verschiedene Behördengänge notwendig, die sich je nach Rechtsform unterscheiden.

  • Freiberufler wie auch Gewerbetreibende müssen Ihre Unternehmung dem Finanzamt melden und dort eine eigene Steuernummer beantragen.
  • Für jedes Unternehmen muss eine Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt vorgenommen werden.
  • Für kammerpflichtige Geschäftsbereiche ist anschließend die Aufnahme in die zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK) notwendig.
  • Kapitalgesellschaften müssen sich über einen Notar beim Amtsgericht eintragen lassen. Hier ist außerdem der Handelsregistereintrag Pflicht.
  • Falls Angestellte beschäftigt werden sollen, muss beim Arbeitsamt grundsätzlich eine Betriebsnummer beantragt werden.
  • Unter Umständen ist auch der Beitritt zur Berufsgenossenschaft obligatorisch.

6. Schutzrechte klären

Um das Alleinstellungsmerkmal Ihres jungen Unternehmens zu bewahren und nach außen abzusichern, sollten Sie sich um umfangreiche gewerbliche Schutzrechte bemühen. Das bekannteste Schutzrecht ist das Patent, mit dem Sie Ihre Geschäftsidee schützen können. Aber auch ein eingetragenes Design und Markenschutzrechte bewahren Sie vor Kopien durch Mitbewerber.

Übernehmen Sie dagegen ein Konzept (zum Beispiel als Franchisenehmer), müssen Sie Lizenzen des Rechteinhabers erwerben. Diese erlauben Ihnen in der Regel, in einem gewissen Rahmen und für einen bestimmten Zeitraum Produkte oder Dienstleistungen anzubieten. Dazu dürfen Sie Gebrauchsmuster, Designs, Logos und Schriftzeichen des Lizenzgebers nutzen.

7. Versicherungen abschließen

Beachten Sie unbedingt, dass Sie auch als Selbstständiger der Krankenversicherungspflicht unterliegen. Hier können Sie zwischen privater und gesetzlicher Versicherung wählen. Um die Risiken der Selbstständigkeit für sich selbst bestmöglich abzufedern, sind außerdem eine Privathaftpflicht-, Berufsunfähigkeits- und Rechtsschutzversicherung anzuraten.

Gleichzeitig sollten Sie auch Ihr Unternehmen bestmöglich absichern. Je nach Branche und Unternehmensgröße sind hier unterschiedliche Versicherungen sinnvoll, zum Beispiel:

  • Betriebshaftpflicht: versichert bei Schadenersatzansprüchen von Mitarbeitern, Kunden, Besuchern, Lieferanten etc.
  • Berufshaftpflicht: schützt Berufsversehen wie beispielsweise eine falsche Beratung oder Begutachtung, bietet sich vor allem für Dienstleister und Freiberufler an.
  • Betriebs-Unterbrechungsversicherung: deckt laufende Kosten wie Gehälter und Miete ab, falls für einen gewissen Zeitraum keine Erträge erwirtschaftet werden können.
  • Einbruchdiebstahlversicherung: versichert Schäden durch Zerstörung, Diebstahl und Beschädigung.
  • Feuerversicherung: deckt Schäden durch Brand oder Explosionen ab.
  • Maschinenversicherung: greift bei Reparaturen an stationären wie fahrbaren Maschinen, die durch menschliches Versagen nötig werden.

8. Geschäftskonto und Buchhaltung einrichten

Während Freiberufler und Einzelunternehmer ein reguläres, kostengünstiges Girokonto nutzen können, sollten Personengesellschaften auf ein tatsächliches Geschäftskonto zurückgreifen. Für Kapitalgesellschaften ist es sogar fester Bestandteil des Gründungsprozesses, denn sie werden erst dann geschäftsfähig, wenn das nötige Stammkapital auf das Konto eingezahlt und der Eingang vom Notar bestätigt wurde. Bei der Wahl der Bank sollte berücksichtigt werden, ob Ein- und Auszahlungen in bar möglich sind, wie hoch die Kontoführungsgebühren ausfallen und welche allgemeinen Finanzierungsmöglichkeiten die Bank bietet.

Außerdem gilt es nun, die Buchhaltung aufzusetzen. Hier sind sämtliche Einnahmen, Zahlungen und Verbindlichkeiten festzuhalten. Wie genau die Buchführung auszusehen hat, hängt im Wesentlichen von der jeweiligen Rechtsform ab. So sind Einzelunternehmer sowie die GbR von der Buchführungspflicht entbunden (solange Umsatz und Gewinn 600.000 bzw. 60.000 Euro nicht übersteigen), was allerdings nicht bedeutet, dass Eingaben und Ausgaben nicht dokumentiert werden müssen. Freiberufler beispielsweise müssen sie in Form der Einnahme-Überschuss-Regelung (EÜR) in ihrer Steuererklärung angeben. Diese Form der einfachen Buchhaltung hilft Ihnen gleichzeitig, einen Überblick über die eigenen Finanzen zu behalten.

9. Außenauftritt kreieren

Im letzten Schritt geht es darum, Ihr Unternehmen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Legen Sie ein Corporate Design fest und gestalten Sie in diesem Sinne Website und Werbematerialien. Arbeiten Sie eine Marketingstrategie aus und kommunizieren Sie den Mehrwert Ihres Unternehmens an potenzielle Kunden. Jetzt sind Sie bereit, mit Ihrem eigenen Unternehmen durchzustarten!

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Ursprünglich veröffentlicht am 19. September 2019, aktualisiert am Oktober 07 2019