Welches Gericht wähle ich auf der Speisekarte? Gehe ich heute ins Büro oder bleibe ich im Homeoffice? Welchen Tee kaufe ich im Supermarkt? Jeden Tag treffen wir zahlreiche kleine Entscheidungen, die wir kaum als solche wahrnehmen. Vor allem im unternehmerischen Kontext gibt es jedoch Entscheidungen, die schwerer ins Gewicht fallen, z. B. wenn Sie sich für oder gegen eine Fusion entscheiden müssen.

Sich in solchen Fällen die richtige Wahl zu treffen, kann eine große Herausforderung sein. Wie gut, dass es ein Instrument gibt, das Ihnen in solchen Fällen weiterhilft: die Kosten-Nutzen-Analyse! Lesen Sie hier mehr über den Einsatz, die Erstellung und Durchführung einer Nutzwertanalyse – und treffen Sie schon bald die richtige Entscheidung.

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Wann lohnt sich der Einsatz einer Kosten-Nutzen-Analyse?

Die Kosten-Nutzen-Analyse können Sie verwenden, um zu entscheiden, ob sich eine finanzielle Investition lohnt. Wenn Sie beispielsweise darüber nachdenken, eine Software für alle Mitarbeitenden zu installieren, evaluieren Sie anhand dieser Analyse zuvor, ob Ihre Ausgaben den voraussichtlichen Nutzen rechtfertigen.

Die Methode hilft Ihnen demnach dabei, den Nutzen und die Kosten eines Projekts zu ermitteln und in Verhältnis zu setzen. Im Anschluss können Sie eine Entscheidung über die Wirtschaftlichkeit Ihres Vorhabens treffen.

In folgenden Beispielen lohnt sich der Einsatz einer Kosten-Nutzen-Analyse:

  • Evaluierung eines neuen Geschäftsvorhabens
  • Entscheidung über Weiterbildungsmaßnahmen von Mitarbeitenden
  • Entscheidung, ob ein Unternehmen erweitert werden soll oder nicht
  • Übernahme eines neuen Projekts
  • Entscheidung, ob Mitarbeitende eingestellt werden sollen oder nicht
  • Erwägung einer Fusion oder Übernahme
  • Planung neuer Marketingmaßnahmen
  • Umstellungen in den Produktionsprozessen

Übrigens: eine Kosten-Nutzen-Analyse lohnt sich auch dann, wenn Sie mehrere mögliche Alternativen miteinander vergleichen wollen, z. B. mögliche Standorte für den neuen Firmensitz.

Kosten-Nutzen-Analyse auch bei nicht monetär messbaren Größen?

Wie viele Kosten Sie für eine neue Investition aufbringen müssen, ist meist von vornherein klar. Doch in vielen Fällen ist der Nutzen einer Investition nur schwer in einem monetären Wert messbar, beispielsweise wenn Sie die Motivation Ihrer Mitarbeitenden erhöhen wollen oder das unternehmerische Image aufpolieren möchten.

Das erschwert die Gegenüberstellung von Kosten und Nutzen. Doch auch in solchen Fällen kann diese Kosten-Nutzen-Analyse eine gute Entscheidungshilfe sein.

Es gilt dann, den absehbaren Nutzen zu schätzen, den die Investition mit sich bringt. Da eine solche Schätzung eine sehr subjektive Angelegenheit ist, sollten Sie idealerweise mehrere betroffene Personen und Geschäftsstellen hinzuziehen, um eine realistische Einschätzung vornehmen zu können.

Kosten-Nutzen-Analyse durchführen

Sie müssen eine wichtige Entscheidung treffen und haben sich für die Durchführung einer Kosten-Nutzen-Analyse entschieden? Folgende Arbeitsschritte stehen Ihnen nun bevor:

Vor der Kosten-Nutzen-Analyse

  • Ziel festlegen
  • Zuständige Stelle und Personen für Analyse bestimmen
  • Nutzen gewichten
  • Auswahl von Gewichtungsfaktoren

Während der Analyse

  • Gegenüberstellung

Nachbereitung

  • Bewertung der Faktoren
  • Zeitraum beschreiben, in dem die Analyse durchgeführt wurde

Beispiel für die Durchführung einer Kosten-Nutzen-Analyse

Sie sind ein noch sehr junges, kleines Unternehmen und wollen die Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden fördern. Sie haben sich bereits Gedanken zu passenden Benefits gemacht, sind sich jedoch nicht sicher, ob sich die Investition für Ihr kleines Start-up lohnt.

Die Ausgaben für die Benefits sind die Kosten, die Sie für die Kosten-Nutzen-Analyse heranziehen. Hier betrachten wir uns den Aufwand, mit dem Sie monatlich rechnen müssten:

Yogakurs 320 Euro
Kontingent für Massagen 550 Euro
Obst und gesunde Snacks fürs Büro 280 Euro
Monatlicher Gesundheitsworkshop mit wechselnden Themen 600 Euro


Den erwarteten Nutzen beziffern Sie gemeinsam mit Ihren Mitarbeitenden mit folgenden Beträgen:

Weniger Fehltage 1.800 Euro
Motivation der Mitarbeitenden 500 Euro

Die ermittelten Kosten setzen Sie schließlich dem von Ihnen festgelegten Nutzen gegenüber, den Sie sich durch die Durchführung der Maßnahmen erhoffen:

Aufwandsfaktor Kosten Nutzenfaktor Nutzen
Yoga 320 Euro Sinkende Fehltage 1.800 Euro
Massagen 550 Euro Motivation 500 Euro
Obst und Snacks 280    
Workshop 600    
Gesamtaufwand 1.750 Euro Gesamtnutzen 2.300 Euro

Am Ende gilt es, die Ergebnisse zu interpretieren. Der Aufwand pro Monat liegt hier bei 1.750 Euro, der Nutzen bei 2.300 Euro. Die Einführung dieser neuen Benefits könnte sich für Ihr Team also durchaus lohnen!

Kosten-Nutzen-Analyse: Limitierung

Die Kosten-Nutzen-Analyse ist ein leistungsfähiges Instrument zur Bewertung der potenziellen Vorteile und Kosten einer bestimmten Maßnahme. Doch auch diese Methode geht mit bestimmten Einschränkungen einher.

Eine Limitierung der Kosten-Nutzen-Analyse besteht darin, dass es schwierig sein kann, bestimmte Vorteile und Kosten zu quantifizieren. Wie lässt sich beispielsweise der Schaden für die Umwelt oder der Nutzen einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit in Geld ausdrücken?

Weiterhin kann die Kosten-Nutzen-Analyse beispielsweise durch politische Erwägungen beeinflusst werden. So kann eine Regierung ein Projekt eher genehmigen, wenn der Nutzen die Kosten überwiegt, auch wenn das Projekt von einem rein objektiven Standpunkt aus betrachtet wirtschaftlich nicht gerechtfertigt sein mag.

Weitere Nachteile dieser Methode sind:

  • Zeitintensive Umsetzung
  • Unvorhergesehene Änderungen am Markt können das Ergebnis verfälschen
  • Risiken sind oft schwer einzuschätzen
  • Konkrete Kosten, aber auch vor allem der Nutzen, sind oft nicht genau vorhersehbar

Unterschied zwischen Kosten-Nutzen-Analyse und Nutzwertanalyse

Auch wenn beides ähnlich klingt: Bei der Kosten-Nutzen-Analyse und der Nutzwertanalyse handelt es sich um zwei unterschiedliche Analyseverfahren, welche Sie bei der Entscheidungsfindung heranziehen können. Während die Cost Benefit Analysis den Fokus auf Effizienz legt, stehen bei der Nutzwertanalyse Effektivität und das erwartete Ergebnis im Zentrum der Betrachtung.

Bei der Kosten-Nutzen-Analyse geht es darum, monetäre Größen miteinander in ein Verhältnis zu setzen. Daher handelt es sich um eine quantitative Analysemethode. Die Nutzwertanalyse zieht zur Entscheidungsfindung Kriterien heran, die sich qualitativ messen lassen und nicht unbedingt mit einem monetären Wert zu beziffern sind.

Fazit: Die Kosten-Nutzen-Analyse als Entscheidungshilfe

Ist eine Investition wirklich wirtschaftlich? Die Kosten-Nutzen-Analyse kann gerade bei schwierigen Entscheidungen ein nützliches Instrument sein, welches Ihnen Klarheit verschafft. Doch beachten Sie, dass auch andere Faktoren für einen erfolgreichen Entscheidungsprozess in die Entscheidungsfindung mit einfließen sollten.

Die Kosten-Nutzen-Analyse liefert Ihnen oft nur eine grobe Richtung, da die festgelegten Kosten und der bestimmte Nutzen von der Realität abweichen können; dennoch hilft Ihnen diese Methode, Aufwand und Ertrag in ein Verhältnis zu setzen – und bewahrt Sie damit auch vor so mancher Fehlentscheidung.

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Titelbild: courtneyk / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 22. November 2022, aktualisiert am November 22 2022

Themen:

Entrepreneurship