Wo ist bloß das ganze Geld hin? Wenn Sie trotz guter Einnahmen und stabiler Auftragslage immer wieder vor mäßig gefüllten Kassen sitzen, läuft etwas schief. In der Regel verstecken sich dann Kostentreiber in Ihrem Unternehmen, die unnötig viele Ressourcen schlucken. Mit einer Kostenanalyse ist es möglich, solche Kostentreiber zu erkennen und zu beseitigen.

Neben einer Kostenrechnung und Kostenanalyse schafft vor allem das Kostenmanagement Abhilfe. Nach der Lektüre dieses Artikels wissen Sie, wie Sie mehr aus Ihrer Arbeit herausholen und Ihre Ressourcen zielgerichtet einsetzen.

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Kostenrechnung und Kostenanalyse: Was ist das?

Kostenrechnung und Kostenanalyse meint Methoden zur Bestimmung akuter oder permanenter Kostentreiber in einem Unternehmen. Das Ziel ist die Optimierung des Ressourceneinsatzes und die Nutzung von Einsparpotenzialen. Sie gehören zu den strategischen Führungsmethoden, die eine effiziente Kostenplanung erlauben. Wichtige Kriterien bei der Kostenrechnung und Kostenanalyse sind die verschiedenen Kostenarten.

Was ist die Kostenstruktur?

Die Kostenstruktur beschreibt das Verhältnis von Einmalkosten, Fixkosten und variablen Kosten zueinander. Diese bedingen sich meist gegenseitig. Die Herstellung von Produkten führt durch die Anschaffung von Maschinen und Materialien zu hohen Einmalkosten. Die variablen Kosten sind hingegen vergleichsweise gering und die Marge hoch. Durch die Auslagerung der Produktion sinken die Einmalkosten und Fixkosten, dafür steigen die variablen Kosten, wodurch die Marge schrumpft.

Warum ist eine Kostenanalyse wichtig?

Zunächst einmal sorgt die Kostenanalyse für eine größtmögliche Transparenz bei den Kostenstrukturen. Durch eine genaue Analyse bestimmen Sie die Kostentreiber in Ihrem Unternehmen und erkennen, welche davon notwendig und welche verzichtbar sind. Außerdem betrachten Sie die Kosten nicht nur zu einem bestimmten Zeitpunkt, sondern erkennen Kostenschwankungen, die sich aufgrund bestimmter Einflüsse ergeben. Das ermöglicht es Ihnen, Ihre Ressourcen passgenau einzusetzen, Verschwendungen zu vermeiden und eine professionelle Kostenplanung durchzuführen.

Im Ergebnis stehen Ihnen durch eine Bestimmung der Kostenarten mittels Kostenrechnung und Kostenanalyse mehr Ressourcen zur Verfügung. Diese können Sie für den Aus- oder Umbau Ihres Unternehmens einsetzen oder als höhere Gewinne für sich nutzen. Mit einer Übersicht über Ihr Costing haben Sie ein besseres Standing bei Verhandlungen mit Lieferanten, machen ein Projekt wirtschaftlich und sind im Einsatz von Ressourcen flexibler.

Kostenmanagement: Was ist das und wie profitieren Sie davon?

Grundsätzlich beschäftigt sich das Kostenmanagement mit drei Ebenen: dem Kostenniveau, dem Kostenverlauf und der Kostenstruktur. Das Ziel besteht darin, die Kosten zu senken, auf sporadisch auftretende Kosten angemessen zu reagieren und aus den unvermeidlichen Kosten den größtmöglichen Nutzen zu ziehen. Um sinnvolle Entscheidungen in Bezug auf die Kosten treffen zu können, müssen Sie sich einen Überblick über die Kostenarten und die Kostenstruktur verschaffen. Hierbei sind eine Kostenanalyse, eine Kostenrechnung und eine Wertanalyse hilfreich.

Diese Kostenanalyse Methoden gibt es

Sie können bei einer Kostenanalyse Methoden mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Zielsetzungen verwenden. Diese reichen von einer Wertanalyse über eine Leasingbilanzierung bis hin zu einer Jahresabschlussanalyse nach Coenenberg. Zunächst geht es darum, die vorhandenen Kostentreiber zu bestimmen.

Hierbei muss zwischen allgemeinen (zum Beispiel Basistechnologien, Inflation, Entlohnungssysteme…), strukturellen (zum Beispiel Kapitalintensität und Skaleneffekte) und umsetzungsbezogenen Kostentreibern (zum Beispiel Innovationszyklen) unterschieden werden.

Als Werkzeug dienen Ihnen bei der Kostenanalyse die Wertanalyse zur Verbesserung des Unternehmensertrages, die ABC-Analyse zur Sortierung von Produkten nach ihrer Bedeutung für Ihr Unternehmen, die Pareto-Analyse zur Ermittlung und Beseitigung von Problemen, die Kosten verursachen, und vieles mehr. Abhängig vom gewählten Werkzeug setzen Sie bei der Kostenanalyse unterschiedliche Schwerpunkte und gelangen zu jeweils anderen Erkenntnissen.

Kostenanalyse: Ein Beispiel

Es ist hilfreich, sich die Funktionsweise und den Nutzen einer Kostenanalyse an einem Beispiel zu veranschaulichen. Ausgangspunkt ist in der Regel ein Missstand, der dem Management auffällt und den es zu beseitigen gilt. Wenn Sie beispielsweise bemerken, dass Ihre Konkurrenz Produkte zu einem deutlich niedrigeren Preis als Sie anbietet, ist das ein Problem.

Es spricht viel dafür, dass diese geringere Produktionskosten hat oder an anderer Stelle Einsparungen vornimmt, die Ihnen noch verborgen sind. Über eine Kostenanalyse prüfen Sie, welche Einsparpotenziale in einzelnen Abteilungen oder bei konkreten Prozessen bestehen.

In diesem Beispiel nehmen Sie sich zunächst die Produktionsprozesse vor. Gibt es hier bereits vermeidbare Kostentreiber? Hierbei spielt die Kostenstruktur eine entscheidende Rolle. Vielleicht produziert Ihr Konkurrent oder Ihre Konkurrentin eigenständig, während Sie die Produktion an Drittanbietende ausgelagert haben.

In diesem Fall sorgt Ihr Bedürfnis nach Sicherheit dafür, dass höhere Kosten entstehen. Sollten die Produktionsprozesse identisch sein, erfolgt als nächstes eine Analyse der Supply Chain. Eventuell liegen hier an einer Stelle vermeidbare Kosten vor. Sobald Sie den Grund für Ihre höheren Kosten analysiert haben, geht es darum, Lösungsansätze zu finden und Kostenpositionen zu eliminieren, um eine zielführende Umsatzplanung durchzuführen und mit der Konkurrenz auf Augenhöhe wirtschaften zu können.

Kostentreiber schleichen sich immer wieder ein

Der Umgang mit Kosten und Kostenstrukturen ist ein kontinuierlicher Prozess. Vielleicht haben Sie bereits eine Kostenanalyse durchgeführt und hierbei Kostentreiber, Kostenarten und Kostenpositionen bestimmt. Das ist viel Wert, allerdings dürfen Sie hierbei nicht stehen bleiben, denn Schwankungen und Veränderungen sind sehr wahrscheinlich.

Außerdem kommen immer wieder neue Kostenpunkte hinzu, die es zu beachten gilt. Deswegen ist es wichtig, eine Kostenanalyse regelmäßig durchzuführen und zum Beispiel die Vertriebskosten zu analysieren. Nur so behalten Sie einen aktuellen Überblick über die Kostentreiber und können im Rahmen des Kostenmanagements sinnvolle strategische Entscheidungen treffen.

Geschäftsmann mit Geld in beiden Händen

Titelbild: SARINYAPINNGAM / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 6. September 2021, aktualisiert am September 06 2021

Themen:

Vertriebscontrolling