Wenn Sie sich selbstständig machen und ein Unternehmen gründen, müssen Sie an Tausende Dinge denken. Zum Beispiel haben Sie eine Konkurrenzanalyse durchzuführen, ein Geschäftsmodell zu entwickeln und den Kapitalbedarf zu berechnen. Ihre Erkenntnisse und Pläne halten Sie in einem Businessplan fest. Ein Punkt, der hier nicht fehlen darf, ist die Organisationsstruktur ihres Startups.

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Welche Formen von Organisationsstrukturen gibt es?

Die Struktur Ihres Unternehmens unterteilt die Fachliteratur in zwei grundlegende Definitionen: in ein horizontales System und in ein vertikales System.

Die vertikale Organisationsstruktur heißt Aufbauorganisation. Sie beinhaltet zum Beispiel:

  • die Rechtsform: Wie gestaltet sich die rechtliche Struktur?

  • die Hierarchie: Wie ist das Gründerteam aufgestellt? Wie sieht Ihre Führungsstruktur aus?

  • die Standorte: Wie ist Ihr Unternehmen räumlich aufgebaut?

Bei der Darstellung der Aufbauorganisation gibt es verschiedene Formen:

    • funktionale Struktur: Sie gliedern Ihre Firma nach Fachbereichen und Abteilungen wie Vertrieb, Marketing, Kundenservice, Human Resources etc.

    • geografische Struktur: Sie unterteilen Ihr Unternehmen nach geografischen Merkmalen, indem Sie sich beispielsweise an den vier Himmelsrichtungen orientieren.

    • Produktlinien-Struktur: Hierbei zeigen Sie genauer die Verantwortlichkeiten der jeweiligen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf.

  • Matrix-Struktur: Wenn Sie verschiedene Aspekte wie Regionen und Verantwortlichkeiten kombinieren, erhalten Sie eine Matrix-Organisation.

Bei der horizontalen Organisation stehen die Prozesse im Fokus, weshalb man auch von Ablauforganisation spricht.

Warum die Organisationsstruktur für Ihren Businessplan wichtig ist

Der Businessplan, zu Deutsch Geschäftsplan, stellt die konzeptionelle und strukturierte Ausarbeitung Ihrer geplanten Unternehmung dar. Er zeigt unter anderem Banken und möglichen Investoren (beispielsweise Business Angels), wie und womit Sie erfolgreich sein möchten.

Dabei sind nicht nur die finanziellen Aspekte interessant, sondern ebenso der personelle Aufbau Ihres Startups. Dazu gehört, dass Sie in Ihrem Geschäftsplan das Gründer- beziehungsweise Unternehmerteam vorstellen und darlegen, wie die Organisation Ihrer Angestellten aussieht.

In Ihrer Organisationsstruktur halten Sie fest, welche Funktionen die einzelnen Gründungsmitglieder und die ersten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter innehalten. Arbeiten Sie heraus, wer im Team welche Aufgabe übernimmt und welche Entscheidungen diejenige Person zu treffen hat.

Was die Unternehmensstruktur verrät

Bei der Beschreibung Ihrer Unternehmensstruktur sollten Sie auch die (geplante) Unternehmenskultur beschreiben. Was ist Ihr Ansatz? Setzen Sie beispielsweise auf flache Hierarchien, fällt die Aufbauorganisation einfach aus. Gleiches gilt, wenn Sie allein durchstarten und keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen möchten.

Interessant: An der Organisationsstruktur eines Unternehmens kann man ablesen, in welcher Branche es agiert und wie alt es ist. Das liegt einerseits daran, dass sich in manchen Branchen feste Unternehmensstrukturen etabliert haben, beispielsweise im Handwerk. Andererseits wächst in der Regel die Komplexität einer Struktur mit dem Alter und dem Wachstum eines Unternehmens.

Das bedeutet: Geldgebende sehen mit einem Blick auf Ihre Organisationsstruktur, wie Sie das Unternehmen führen möchten. 

Zudem zeigen Sie rechtliche Aspekte auf. Das ist wichtig, wenn Sie ein Firmenkonstrukt bauen, das beispielsweise aus verschiedenen Rechtsformen wie GmbH und GmbH & Co. KG besteht. Hier ist für Investorinnen und Investoren die Haftung der Komplementärin beziehungsweise des Komplementärs und der Kommanditistinnen beziehungsweise Kommanditisten interessant.

Beispiel für eine Unternehmensstruktur 

Wenn Sie mit Ihrem Unternehmen frisch durchstarten, fällt Ihre Struktur wahrscheinlich recht simpel aus, beispielsweise so:

Unternehmensstruktur neues unternehmen

Wächst Ihr Unternehmen oder entsteht es aus einem Zusammenschluss verschiedener Rechtsformen, könnte die Organisationsstruktur der verschiedenen Einheiten so aussehen:

Unternehmensstruktur mit verschiedenen einheiten

Bildquelle: Molkerei Freiberg

Das Organigramm und die Unternehmensstruktur

Der Begriff Organigramm setzt sich aus den Wörtern „Organisation“ und „Diagramm“ zusammen. Die eben gezeigten Beispiele waren somit typische Organigramme.

Bei der Darstellung können Sie zwischen verschiedenen Arten wählen. Ein horizontales Organigramm eignet sich sehr gut für flache Hierarchien. Ein vertikales Organigramm oder ein Säulendiagramm verdeutlichen komplexe Strukturen, zum Beispiel bei Firmen mit mehreren Business Units (Geschäftseinheiten).

Denken Sie bei der Darstellung nicht nur an die Aufbauorganisation - auch die Ablauforganisation kann in einem Geschäftsplan interessant sein. Derart zeigen Sie, wie Sie die Prozesse in Ihrer Organisation strukturieren möchten, um die kommenden Herausforderungen effizient zu lösen.

Welche Unternehmensstruktur ist die beste?

Auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort. Zum einen müssen Sie die Struktur finden, die für Ihr Vorhaben, Ihre Branche, Ihre Angestellten und Ihre Unternehmenskultur als geeignet erscheint. Denken Sie bei der Verteilung der Aufgaben und der Gliederung in Abteilungen daran, eine Organisation zu erschaffen, die schnell und kostengünstig arbeitet. 

Wächst Ihr Unternehmen, merken Sie im Laufe der Zeit, dass Sie manche Entscheidungen anpassen oder gar revidieren müssen. Dann gilt es, die Hierarchien und den Aufbau Ihrer Organisationsstruktur neu aufzustellen. Unter Umständen hat das einen längeren Change-Management-Prozess zur Folge.

Wenn Sie an diesem Punkt ankommen, wird Ihnen klar: Ihr Unternehmen ist der Startup-Phase entwachsen. Dann müssen Sie sich Tausenden neuen Aufgaben widmen.

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Titelbild: anyaberkut / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 23. Februar 2021, aktualisiert am Februar 23 2021

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