Unkontrollierte Wutausbrüche, knallende Türen oder lautstarke verbale Attacken sind bei Cholerikern quasi an der Tagesordnung. Ein unangebrachtes Verhalten, das für ihre Mitmenschen nur schwer erträglich ist – ganz gleich, ob im privaten oder beruflichen Umfeld.

Welche Ursachen dahinterstecken können und wie Sie sich im Umgang mit cholerischen Mitmenschen am besten verhalten, erfahren Sie im Folgenden.

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Choleriker neigen zu unvorhersehbaren Wutausbrüchen, die ihre emotionale Unausgeglichenheit widerspiegeln.

Psychologie von Cholerikern: Ursachen und Symptome

Laut dem Schweizer Psychologen Theodor Itten neigt jeder vierte Erwachsene zu Jähzorn. Itten zufolge ist cholerisches Verhalten also eine Art Volksleiden – eine wenig tröstliche Erkenntnis für diejenigen, die mit Cholerikern in Kontakt geraten.

Die Ursachen für den unbeherrschten Zorn können vielfältig sein. Zwar ist der Urinstinkt, sich durch aggressives Verhalten und Drohgebärden zu verteidigen, in jedem Menschen evolutionär angelegt. Doch zur vollen Blüte kommt die rasende Wut bei den meisten nur selten, da wir von Kindesbeinen an lernen, unsere Impulse und Gefühle zu zügeln. 

Krankheiten wie ADHS, psychische Probleme und bestimmte Formen von Autismus können jedoch der Kern eines besonders üblen Temperaments im Erwachsenenalter sein. Für Außenstehende ist das Verhalten von Cholerikern oft nur schwer nachvollziehbar und sehr unangenehm. 

Besonders schwierig wird es im professionellen Kontext: Ist ein Kunde oder Geschäftspartner ein Choleriker, sollten Sie besser direkt die Samthandschuhe überstreifen und sich warm anziehen.

Wie geht man mit jähzornigen Kunden um?

Gerade cholerische Geschäftspartner stellen eine große Herausforderung dar. Einerseits sollte der Kunde sprichwörtlich König sein, andererseits ist das noch lange kein Freibrief für unangemessenes Verhalten und unberechenbare Wutausbrüche.

In den nachfolgenden Tipps finden Sie wertvolle Anregungen dafür, wie Sie schwierigen Kunden am besten begegnen und aufgeheizte Situationen schnell deeskalieren.

1. Ändern Sie Ihren Blickwinkel

Halten Sie sich vor Augen, dass Choleriker ihren Emotionen oft selbst ausgeliefert sind. Hinter ihrem Fehlverhalten stecken meist Stress, ein Gefühl von Ohnmacht und mangelnde Kontrolle der Situation. Wie ein trotziges Kind wissen sich Choleriker dann nicht anders zu helfen als mit einem Wutausbruch.

Schaffen Sie es, innerlich eine nachsichtige Haltung einzunehmen, können Sie den emotionalen Sturm Ihres Gegenübers stoisch vorüberziehen lassen.

2. Zeigen Sie Verständnis

Während eines Wutausbruchs fühlen sich Choleriker meist allein auf weiter Flur. Suggerieren Sie, dass Sie die momentane Hilflosigkeit Ihres Gegenübers nachempfinden können und ihm unterstützend zur Seite stehen.

Wenn ein Wüterich das Gefühl hat, doch nicht allein zu sein, wird sich die Situation rascher entspannen. Zudem hilft Ihnen eine empathische Grundeinstellung, Ihre innere Ruhe beizubehalten und weiterhin rational agieren zu können.

3. Treten Sie selbstbewusst auf

Wutattacken richten sich immer gegen andere – insbesondere dann, wenn sich jemand seinem Gegenüber überlegen fühlt. Lassen Sie dieses Gefühl gar nicht erst entstehen, indem Sie Ihrem Gegenüber zwar einfühlsam, doch auch voller Selbstbewusstsein begegnen.

Mit einer zugewandten und ruhigen Ausstrahlung nehmen Sie cholerischen Kunden so den Wind aus den Segeln.

4. Keine Opferrolle einnehmen

Zeigen Sie Ihren cholerischen Kunden nicht, dass Sie von ihrem Verhalten eingeschüchtert sind. Choleriker suchen sich gerne „Opfer“, auf die sie dann vehement einhacken und die sie für scheinbare Unzulänglichkeiten verantwortlich machen.

Versuchen Sie, ruhig zu bleiben, Ihr Gegenüber auf die inhaltliche Ebene zurückzuziehen und sachlich Ihren eigenen Standpunkt zu erläutern.

5. Verzichten Sie auf Rechtfertigungen 

Versuchen Sie, sich nicht zu rechtfertigen – selbst wenn Sie ein cholerischer Kunde mit ungerechten Anschuldigungen konfrontiert. Es käme für ihn einem Schuldeingeständnis gleich, das ihn in seiner scheinbaren Überlegenheit bestärkt.

6. Antworten Sie diplomatisch

Wählen Sie Ihre Antworten mit Bedacht und verzichten Sie auf sarkastische oder ironische Bemerkungen. Diese würden die Wut eines Cholerikers nur noch mehr schüren und für zusätzlichen Zündstoff sorgen.

7. Nehmen Sie die Situation ernst

Versuche, Choleriker zu besänftigen oder die Sachlage zu verharmlosen, bewirken oft eher das Gegenteil und heizen die Situation zusätzlich an. Aussagen wie „Das ist doch nicht so schlimm“ oder „Beruhigen Sie sich“ wirken als erneute Provokation.

Hören Sie sich stattdessen die Ausführungen Ihres Gegenübers geduldig an. Denn für ihren Kunden hat sein Ärger im Moment absolute Berechtigung.

8. Bleiben Sie ruhig

Auch wenn es leichter gesagt als getan ist – lassen Sie sich nicht dazu hinreißen, Ihrem lospolternden Gesprächspartner ebenso lautstark Kontra zu geben.

Versuchen Sie stattdessen, die Situation durch eine innere Ruhe, die Sie ausstrahlen, zu entspannen.

Tipp: Durch Achtsamkeitsübungen können Sie Ihre innere Ruhe gezielt trainieren.

9. Warten Sie ab

Genauso schnell und unerwartet, wie Choleriker „explodieren“, können sie sich auch wieder beruhigen. Warten Sie das Donnerwetter also möglichst entspannt ab, im Normalfall ist es binnen kürzester Zeit auch wieder vorbei.

Wenn nicht, können Sie auch vorübergehend den Rückzug antreten und das Gespräch zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen.

10. Sprechen Sie die Problematik an

Selbst der unberechenbarste Choleriker hat glücklicherweise entspannte Phasen – und ist dann häufig auch durchaus einsichtig. Sofern Sie grundsätzlich ein gutes Verhältnis zu Ihrem Geschäftspartner haben, können Sie diese Gelegenheit für ein vertrauliches Gespräch nutzen, um gemeinsam an einer Lösung der Problematik zu arbeiten.

11. Ziehen Sie Konsequenzen

Besonders hartnäckige Fälle, die sich weder bändigen lassen, noch einsichtig sind, brauchen klare Signale. Vor allem dann, wenn Ihr Wohlbefinden dauerhaft unter dem cholerischen Verhalten Ihres Geschäftspartners leidet, sollten Sie rechtzeitig die Notbremse ziehen.

Machen Sie Ihrem Gegenüber klar, dass Ihre Toleranzgrenze bald überschritten ist und verdeutlichen Sie ihm, welche Konsequenzen Sie ziehen werden, wenn sich weiterhin nichts ändert.

Mitunter können Choleriker sowohl in privaten als auch in geschäftlichen Beziehungen eine große Belastung für ihr Umfeld darstellen. Mit dem entsprechenden Maß an Verständnis, Diplomatie und Selbstbewusstsein lassen sich Herausforderungen im Umgang mit cholerischen Menschen jedoch weitgehend meistern.

Auch andere nicht leicht handhabbare Kundentypen kann man mit dem nötigen Fingerspitzengefühl für sich begeistern.

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Headerbild: Kesu01 / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 25. Oktober 2019, aktualisiert am März 11 2020

Themen:

Konfliktmanagement