Eine im Juni 2020 vom unabhängigen Marktforschungsunternehmen CSA Research durchgeführte Umfrage unter 8700 Teilnehmern zeigt, dass 67 Prozent aller Konsumenten bzw. Konsumentinnen es bevorzugen, Artikel und Produkte auf Webseiten zu kaufen, die in ihrer Muttersprache zugänglich sind.

Die Übersetzung und Lokalisierung der Inhalte der Website ist daher für jedes Unternehmen, das internationalen Handel betreibt und im E-Commerce aktiv ist, von entscheidender Bedeutung – dies gilt sowohl für B2C- als auch für B2B-Handel.

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9 Punkte, die Sie bei der Website-Lokalisierung beachten sollten

Eine sorgfältige Planung der Webseitenlokalisierung ist bei jedem Lokalisierungsprojekt entscheidend, um unangenehme Überraschungen während des Projektverlaufs zu vermeiden. Im Folgenden haben wir die neun wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst, die Sie bei der Internationalisierung Ihrer Website beachten sollten.

1. Die Auswahl des passenden Content-Management-Systems beachten

Das falsche Content-Management-System (CMS) kann durchaus Kopfschmerzen bereiten. Nicht jedes CMS unterstützt einen multilingualen Workflow für die Webseitenübersetzung gleich gut. Vor der Wahl des CMS lohnt es sich daher, die Lokalisierungsfunktionen des angedachten Systems genauer unter die Lupe zu nehmen.

Es empfiehlt sich, bei der Auswahl den Fokus auf CMS zu legen, die über ein Lokalisierungs-Plugin verfügen. Das Plugin ermöglicht Ihnen sowohl den automatisierten Export von zu übersetzenden Texten als auch den anschließenden Import der fertigen Übersetzungen auf Knopfdruck. Dabei entstehen keine Formatierungsverluste beim Import der übersetzten Texte, sodass die Übersetzungen immer korrekt auf der Webseite angezeigt werden.

Zeitintensives und fehlerbehaftetes Kopieren und Einfügen von Texten oder die aufwendige Entwicklung eines Export-/Import-Konnektors werden hierdurch im Vorfeld kostensparend vermieden. Eine mögliche Schnittstelle des CMS-Plugins mit dem Übersetzungsmanagementsystem des Dienstleisters ist dabei ein weiterer Pluspunkt. Sie vermeidet das Hin- und Hersenden von Dateien per E-Mail und eliminiert so mögliche Fehlerquellen.

Zusätzlich sollte das CMS die einfache Verwaltung der Sprachversionen ermöglichen. Zum Beispiel sollte es anzeigen, welche Seiten noch unübersetzt sind, oder welche Übersetzungen Sie noch aktualisieren müssen, weil die Seite in der Originalsprache überarbeitet wurde.

Einige weitere Fragen sollten ebenfalls vorab geklärt werden:

  • Kann das CMS die Sonderzeichen der osteuropäischen oder skandinavischen Sprachen korrekt anzeigen?
  • Wie geht es mit anderen Schriften wie Kyrillisch oder Chinesisch um? Falls eine Sprache von rechts nach links läuft wie Arabisch, können auch Menüs und Bilder entsprechend gespiegelt werden?

Vorab etwas CMS-Recherche zu betreiben, lohnt sich durchaus, um diese Fragen vorab zu beantworten.

2. Sprachen mit Bedacht wählen

Eine Sprache entwickelt sich permanent weiter und ist stark geprägt vom Wohnort. Beispielsweise ist Spanisch nicht gleich Spanisch, sondern unterscheidet sich gravierend, z. B. zwischen Spanien und Lateinamerika. Zusätzlich gibt es in einigen Ländern mehrere offizielle Landessprachen. Ist beispielsweise Kanada der Zielmarkt, darf kanadisches Französisch auf keinen Fall ignoriert werden.

Falls Produkte in Indien verkauft werden sollen, erreicht eine Webseite mit Englisch und Hindi nur die Hälfte der Einwohner und Einwohnerinnen Indiens. Die korrekte Auswahl der Zielsprache stimmt Besuchende der Webseite positiv und hilft bei der Erschließung des Marktes.

Die Sprache betrifft hierbei ganz unterschiedliche Bereiche. So unterscheidet sich die Lexik (Worte) regional ebenso wie die Grammatik. Außerdem kommt es in verschiedenen Ländern zu Unterscheidungen, was Maßeinheiten, Datumsanzeigen und Uhrzeitformate betrifft. Je besser Sie die Inhalte mittels Lokalisierung auf den jeweiligen Markt abstimmen, desto besser erreichen Sie Ihre Zielgruppen bei der Internationalisierung Ihrer Website.

3. Lokalisierte Suchmaschinenoptimierung nicht vergessen

Damit die übersetzte Website von der Kundschaft gut gefunden wird, sollte sie für die beliebteste Suchmaschine des Ziellandes optimiert sein. Die Nummer eins Suchmaschine ist durchaus nicht überall Google, das in einigen Ländern wie China politisch bedingt nach wie vor blockiert ist. Beispielsweise sind die beliebtesten Suchmaschinen in China Baidu und in Russland Yandex.

Auch die wichtigsten Suchbegriffe müssen für den Zielmarkt angepasst werden: Diese sind oft keine direkte Übersetzung der deutschen Begriffe und sollten von lokalen Muttersprachlern anhand von Keyword-Tools ausgiebig recherchiert werden. Ansonsten passiert es bei einem Lokalisierungsprojekt schnell, dass Sie eine Vielzahl von Keywords übersehen, die für einen bestimmten Markt relevant sind, bloß weil sie in Ihrem Heimatland keine Rolle spielen.

Ein typisches Beispiel für SEO-Lokalisierung sind Autos. Während in Deutschland die Elektromobilität an Fahrt aufnimmt und große Geländewagen mit hohem Verbrauch eine zunehmend untergeordnete Rolle spielen, ist das in Ländern wie den USA genau umgekehrt. Wenn hier die für den deutschen Markt relevanten Begriffe verabsolutiert werden, hat das negative Auswirkungen und beeinflusst Ihren Erfolg auf den Suchmaschinen und in Ihrer Zielgruppen. Eine regionale, sprachlich diverse Suchmaschinenoptimierung ist daher dringend angeraten.

Bei der Lokalisierung müssen Sie eine Vielzahl von Aufgaben erledigen. Unter anderem sind Anpassungen an den Title Tags, der Meta-Description, den Alt-Texten und vielem mehr auf Ihrer Website erforderlich. Außerdem sollten Sie sich um internationale Backlinks bemühen. So globalisieren Sie Ihr Linkprofil und steigern über ein verbessertes Suchmaschinen-Ranking Ihre Reichweite.

Nicht zuletzt sollten Sie den bestehenden Content bei jedem Lokalisierungsprojekt unbedingt auf Lesbarkeit, Keyworddichte und Struktur hin überprüfen, um nach der Internationalisierung auf dem Markt bestehen zu können.

4. Unternehmensterminologie

Es ist anzuraten, vor Beginn der Übersetzung Glossare festzulegen, damit die Unternehmensterminologie einheitlich übersetzt wird und mit bereits vorhandenen Marketingtexten übereinstimmt. Ein Styleguide hilft zusätzlich, Ton und Stil der Übersetzungen zu steuern.

5. Transkreation: Pfirsiche statt Störche

Transkreation ist zwischen einer reinen Übersetzung und dem fremdsprachigen Copywriting angesiedelt. Dabei passt der Übersetzer bzw. die Übersetzerin den Text an die Nuancen des Ziellandes und den lokalen Tonfall an, statt nur eine wörtliche Übersetzung zu liefern. Slogans und Wortspiele werden im Zuge der Internationalisierung ebenfalls angepasst, damit die Übersetzung beim Zielpublikum die gleiche Wirkung erzielt wie der Originaltext.

Ein Beispiel: Als Procter & Gamble in Japan seine Pampers-Windeln auf den Markt brachte, war auf der Packung der Klapperstorch abgebildet. Dabei hatte das Unternehmen nicht bedacht, dass Störche nicht überall für die Anlieferung der Kinder verantwortlich sind, denn in Japan schwimmen die Babys auf riesigen Pfirsichen einen Fluss hinab. Diese kulturellen Unterschiede werden durch eine Transkreation aufgezeigt und vermieden.

6. Bildmaterial und Videos lokalisieren

Enthält die Webseite Infografiken mit Text, der übersetzt werden muss? Ein guter Übersetzungsdienst sollte problemlos in der Lage sein, mit Illustrator-Dateien oder anderen Bildformaten arbeiten zu können. Bei Bildern gilt es zusätzlich zu bedenken, dass diese gegebenenfalls an das Zielpublikum angepasst werden müssen.

Auch die Farbtöne der Webseite und ihrer Bilder sollten überdacht werden. Die Farbe Weiß zum Beispiel steht in China für Trauer, und in Irland ist Orange die Farbe der Protestanten. Es gilt, bei Besuchern und Besucherinnen der Website unerwünschte Assoziationen zu vermeiden.

Auch Videomaterial auf der Webseite sollte ebenfalls an die Landessprache angepasst werden. Dies kann entweder durch übersetzte Untertitel oder durch Synchronisation erreicht werden.

7. Agile Webentwicklung

Falls die agile Methode angewandt wird, sollten Projektmanager bzw. Projektmanagerinnen der Übersetzungsagentur von Anfang an in die Planung mit einbezogen werden und an Meetings wie Scrums teilhaben. Denn bei eiligen Projekten mit strikten Zeitrahmen sind kurze Kommunikationswege zwischen allen Beteiligten des Projekts unabdingbar.

Der Übersetzungsprozess benötigt Zeit, die von vornherein eingeplant werden muss. Zusätzlich sollte auch genügend Zeit gelassen werden für die Übersetzung von Strings, Meta Descriptions und Menüs.

8. Testlauf der Lokalisierung

Wenn Sie eine Website-Lokalisierung vornehmen, sollten Sie im Anschluss unbedingt einen Testlauf durchführen, bevor Sie Ihren Webauftritt an den Start schicken. Auf diese Weise decken Sie bestehende Mängel auf und stellen sicher, dass Ihre Webangebote von Anfang an reibungslos ablaufen.

Falls Sie zudem externe Ressourcen einbinden, bietet sich der Einsatz von Split-Tests oder A/B-Tests an. Sollten sich hierbei Schwierigkeiten zeigen, können Sie rechtzeitig professionelle Anpassungen vornehmen.

9. Finale Prüfung

Bevor die Übersetzung live geht, empfiehlt es sich, die lokalisierte Webseite durch einen Muttersprachler bzw. eine Muttersprachlerin abschließend prüfen zu lassen. Die Prüfung beinhaltet unter anderem die korrekte Darstellung des Textes und dessen Formatierung, wie z. B. Zeilenumbrüche und die interne Verlinkung. Falls eine Überschrift zu lang geraten ist und nicht in den vorhergesehenen Platz passt, wird diese ebenfalls angepasst.

Eine professionelle Übersetzungsagentur kann Ihr Unternehmen durch das gesamte Projekt mit einem vorausgehenden Beratungsgespräch unterstützen und Ihnen bei der Planung zur Webseitenübersetzung behilflich sein.

Fazit: Website-Lokalisierung bringt Sie international weiter

Wenn Sie auf dem internationalen Markt erfolgreich sein möchten, führt kein Weg an einer Website-Lokalisierung vorbei. Die verschiedenen Länder, Gesellschaften und Kulturkreise weisen zu große Unterschiede auf, als dass mit einem einzelnen Konzept alle Märkte abgedeckt werden könnten.

Nutzen Sie daher für eine mehrsprachige Website ein professionelles CMS und führen Sie für jeden Zielmarkt eine eigene SEO-Analyse durch. Zudem sollten Sie der SEO-Lokalisierung große Beachtung schenken und vom Bildmaterial über die Texte bis hin zu den Meta-Tags alles optimieren. Wenn Sie hierbei professionell vorgehen, wird Ihr Testlauf kaum Fehler aufweisen und Sie können schnell international agieren und neue Kunden und Kundinnen gewinnen.

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Titelbild: Richard Drury / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am Jul 21, 2022 2:00:00 AM, aktualisiert am Juli 21 2022

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