7 Gründe, warum LinkedIn Xing überholen wird - LinkedIn VS. Xing

by Inken Kuhlmann

Date

17.10.2015 02:00:00

linkedin-vs-xing„Xing ist wie ein Telefonbuch ohne Nummern.“ Das sagen User mittlerweile über das allseits bekannte deutsche Netzwerk. In vielen Foren wird das Netzwerk mit rund 14 Millionen Mitgliedern mittlerweile als Geisterstadt beschrieben. Gerade internationale Nutzer finden sich hier immer weniger und man hat das Gefühl, dass dieses Netzwerk sich trotz aller Bemühungen nicht retten kann. 

LinkedIn (300 Mio. Mitglieder) dagegen scheint auf dem Vormarsch zu sein und hat im Mai diesen Jahres seine 5 Millionen deutschsprachigen Nutzer bekannt gegeben. Das Wachstum des Netzwerkes scheint rapide anzusteigen, da die Mitgliederanzahl zwischen April 2013 und April 2014 um 46 % gestiegen ist. In den Jahren 2012 und 2013 lag hier das Wachstum bei rund 29%. Das bestätigt viele Einschätzungen und Erfahrungen der bisherigen Xing Nutzer. Die Interaktionen sind hier im Laufe der letzten Monate sehr zurückgegangen. Während wir selbst im letzten Jahr noch reichlich Traffic über Xing gewinnen konnten, haben wir in diesem Jahr aufgrund der Ergebnisse keine Zeit mehr in das Netzwerk gesteckt. 

Doch warum entscheiden sich viele Nutzer zu wechseln und was macht den globalen Konkurrenten LinkedIn besser? 

1. Das Anlegen von einem gut aussehenden Xing Profil ist deutlich schwieriger.

Haben Sie schon einmal versucht ein Xing Profil nach dem neuen Design anzulegen? Sicherlich nicht, denn sonst hätten Sie sicher gleich schon nach LinkedIn gewechselt. Ich habe mir einmal die Mühe gemacht und dachte mir ich könnte auf die schnelle mein Profil etwas verbessern. Herausgekommen ist dabei leider nur ein Chaos von Rechtecken, die ich mir aus Screenshots zusammen suchen musste. Das Design funktioniert nur, wenn man die dementsprechenden Bildformate vorab zugeschnitten vorliegen hat und ein genaues Layout geplant hat. Wenn man das ganze ohne solch eine Vorplanung angeht erhält man dieses Ergebnis: 

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Xing hat mir bei der Erstellung keine Möglichkeiten gegeben zwischen Text und Bildformaten zu unterscheiden. Auch das automatische hochladen von Links funktioniert hier nicht und so muss ich jedes Kästchen einzeln mit einem Bild erstellen und den Link manuell hinzufügen.

Bei LinkedIn hingegen kann ich mein Profil innerhalb von Minuten aktualisieren, ohne „Kästchen Screenshots“ zu nutzen. So füge ich einfach nur Links ein, auf die ich hinweisen möchte und habe automatisch eine gute Übersicht. Kein Chaos und auch kein Bilder zuschneiden nötig. 

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LinkedIn bietet außerdem noch 2 zusätzliche Funktionen an, mit denen man seinen Profil-Link personalisieren kann und auch ein Badge für Emails oder ähnliches erstellen kann. Außerdem ist man in der Lage Arbeitsproben mit einem einfach Klick zum Profil hinzuzufügen. Es gibt also viele Möglichkeiten, das Profil nach seinen Wünschen zu optimieren. 

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2. Interaktionen kann man lange suchen. 

Bei LinkedIn setzt man auf reichlich verschiedene Features, die den User zur Interaktion mit anderen Mitgliedern auffordern sollen. Funktionen wie die Empfehlungen, Endorsements für spezifische Fähigkeiten und die Network Updates motivieren den Nutzer innerhalb des Netzwerkes aktiver zu werden. Xing setzt weniger auf Interaktionen zwischen Usern und hat auch keinerlei Features, die zu einem Austausch anregen. Außerhalb der Status Updates in dem kleinen News Feed kann man hier auf den Profilen nicht miteinander agieren.

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3. Content und Blogging Features existieren nicht. 

Bei LinkedIn wurde Content immer schon groß geschrieben und die Plattform hat sich von Anfang an so positioniert, dass Thought Leader aus den unterschiedlichsten Branchen Ihre Texte mit Mitgliedern gern geteilt haben. Dieses Feature wurde kürzlich weiter ausgebaut und erreicht nun auch den einzelnen User. Jeder kann nun Inhalte auf der Plattform publizieren und mit seinen Kontakten teilen. Xing hingegen hat meiner Meinung einen statischen Weg eingeschlagen und bietet mir wenig Möglichkeiten außerhalb der Gruppen Inhalte zu teilen. Natürlich kann ich Links in dem News Feed teilen, doch ein Blogging Tool oder Thought Leader, denen ich folgen kann, gibt es hier nicht. Der untere Screenshot zeigt sehr schön wie wenig Einfluss geteilte Inhalte auf Xing haben. Der Artikel erreichte 1129 User und wurde nur einmal angeklickt. Genau aus diesem Grund sprechen viele Marketer von einem toten Netzwerk. 


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4. Unternehmensseiten und Page Insights kosten eine Menge Geld.

Vor einigen Monaten habe auch ich uns eine Unternehmensseite auf Xing angelegt. Mit großen Erwartungen habe ich die Seite erstellt und gehofft, dass wir diese gerade für die Content Distribution nutzen können. Jedoch hat sich herausgestellt, dass kostenlose Unternehmensseiten nur bedingte Funktionen haben. So kann ich kein Bild hochladen, keine Slideshare verlinken oder meine Updates nur bestimmten Teilnehmern anzeigen lassen. Solange ich keine 395€ pro Monat ausgebe erhalte ich keinerlei Page Insights oder zusätzliche Funktionen. Für mich als Content Marketer ist solch eine Seite also nicht nützlich und scheinbar mehr auf das Branding des Unternehmens ausgerichtet. Interaktionen sucht man hier zu mindestens vergebens. Aus meiner Ansicht ist solch ein Premium Profil für die wenigsten Unternehmen realisierbar. Selbst auf den Seiten der großen Firmen, wie Microsoft oder BMW herrscht wenig Interaktion und das Design ist bei allen sehr ähnlich. Xing scheint den Fokus für die Unternehmensseiten also ganz klar auf die Mitarbeiter Rekrutierung zu setzen und nicht auf die virtuelle Präsenz des Unternehmers oder der Produkte.

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LinkedIn bietet hier immerhin etwas mehr Innovationen an und bietet alle Funktionen der Premium Version bei Xing zur kostenlosen Verfügung an. Hier kann ich also einfach Jobs und Neuigkeiten mit dementsprechendem Bild und Link posten. Auch für einzelne Produkte kann ich bei Bedarf Showcase Seiten anlegen. Diese erlauben es mir ein bestimmtes Produkt zu bewerben. So kann ich je nach Zielgruppe einzelne Seiten zugehörig zu der Hauptseite erstellen und User segmentieren. Beim posten von Statusnachrichten kann ich meine User ebenfalls segmentieren und die Reichweite durch Paid Optionen erhöhen. So bietet mir LinkedIn eindeutig mehr Funktionen an, um meinen Content zu streuen und meine Produkte und Zielgruppe zu segmentieren. Auch Page Insights werden mir frei zur Verfügung gestellt und ich kann somit schauen welche Content-Arten bei meinen Fans am besten ankommen.

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5. Lead Generierung und Advertising Optionen, wo seid ihr?  

Gerade für B2B Unternehmen sind professionelle Netzwerke ein guter Platz, um neue Leads zu generieren und Kontakt zu Usern aufzunehmen. Doch wie weit hat Xing diesen Ansatz in Ihrem Netzwerk mit aufgenommen? Persönlich sind mir noch keine Werbungen bei Xing aufgefallen und ich habe auch noch keine gesponserten Artikel in meinem Newsfeed gesehen. Grundsätzlich scheint es auf Xing auch nur die Standard Anzeigen auf der linken Seite zu geben und ein paar Großformate, die nach dem Log in angezeigt werden. Alle das sind klassische Banneranzeigen, die nicht zu unserer neuen Content Marketing Strategie passen. Wie sieht es also bei LinkedIn aus? Auf LinkedIn können Sie sogar Call-To-Actions in die Posts einbauen, die Sie durch LinkedIn’s Plattform geteilt haben. Auch die Paid Optionen auf LinkedIn sind weitaus interessanter und bieten mir an meinem Artikel eine höhere Reichweite zu verleihen. Auch Video Anzeigen könnten für viele Marketer interessant sein. Durch die unterschiedlichen Funktionen habe ich mehr Möglichkeiten qualitative Leads zu generieren und eine Kampagne ist durch die „Self-serving-Plattform“ in wenigen Minuten aufgesetzt 

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6. Kleine Funktionen lassen das User Herz höher schlagen. Wo finde ich diese auf Xing? 

Ich denke jeder von uns weiß, dass es manchmal die kleine Funktionen sind, die ein User Herz höher schlagen lassen. Eine gut durchgeplante Applikation, die die Bedürfnisse der Nutzer kennt ist in der heutigen Zeit viel wert. Gerade Unternehmen wie Google oder Apple versuchen es oft die Bedienung der App oder des Gerätes so intuitiv wie möglich zu gestalten. Das bedeutet aber auch, dass man als Unternehmen mehr Geld in die Entwicklung stecken muss und kreativere Lösungen erlaubt. Auf Xing hat man jedoch das Gefühl auf einem altmodischen Schiff mitzufahren, dass für keine Innovationen offen ist.  Kleine Funktionen, die eine Interaktion oder fördern würden oder Gamifications gibt es nicht. Das Netzwerk möchte scheinbar so seriös wie möglich wirken. LinkedIn hingegen hat verstanden, dass die kleinen Funktionen das Netzwerk ausmachen. Neben den vielen Content Angeboten gibt es viele kleine Features, die das Netzwerk abrunden.  Dies sind nur einige der zusätzlichen Funktionen, die LinkedIn mir anbietet. Das Netzwerk hat im Laufe der Zeit deutlich mehr Zeit in diese kleinen Gamifications investiert. Ich denke hieran sieht man deutlich, dass es sich um ein globales Netzwerk handelt, welches auf Innovationen setzt um dem Wettbewerb stand zu halten.

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group-linkedinshared-content-linkedinjobs-ad-linkedin 7. Xing ist eine einsame Insel.  

Gerade beim Thema Internationalität der Nutzer kann Xing schon seit langem nicht mehr mithalten. Ich denke jeder von uns weiß, dass Xing ähnlich wie StudiVZ eine deutsche Version ist, die abgetrennt von der internationalen Plattform lebt.  Gerade für internationale Unternehmen wird LinkedIn immer die erste Wahl sein. Die Tortenübersicht zeigt, dass fast über 80% der Nutzer aus Deutschland kommen.

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Wie sind Ihre Erfahrungen mit den beiden Netzwerken? Denken Sie, wir werden bald alle nur noch auf LinkedIn vertreten sein? 

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Written by Inken Kuhlmann

Inken Kuhlmann leitet ein internationales Team von Marketern bei HubSpot. Ihr Team betreut ingesamt 3 Märkte und erstellt Content in Französisch, Deutsch und Spanisch. Im Jahr 2013 hat Sie den deutschen Blog aufgebaut und seit dem sehr viel Erfahrung im internationalen Markt gesammelt. Viele Ihrer Tipps und Erfahrungen teilt sie auf unserem Blog mit.

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