Ein ständig nörgelnder Chef, Reibereien am Arbeitsplatz oder eine schlechte Bezahlung? Es gibt viele Faktoren, die das Betriebsklima negativ beeinflussen, sodass Spaß und Motivation im Job verloren gehen. Erfahren Sie in diesem Artikel, warum ein gutes Betriebsklima so wichtig ist und wie Sie bereits mit kleinen Maßnahmen die Mitarbeiterzufriedenheit fördern.

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Das Betriebsklima kann wie das Wetter schön oder unangenehm sein: In einem Betrieb, in dem beispielsweise viel Information verschwiegen wird oder die Stimmung durch die miesepetrige Chefin gedrückt wird, herrscht ein schlechtes Betriebsklima. Freundliche Kollegen und ein vertrauensvoller Umgang zwischen Führung und Mitarbeitenden fördern hingegen ein gutes Betriebsklima.

Auch wenn die Bereiche sich überschneiden und eng miteinander verbunden sind, gibt es einen kleinen Unterschied zwischen Betriebsklima und Arbeitsklima: Das Arbeitsklima ist ein Unterbegriff vom Betriebsklima und beschreibt alle Einflussfaktoren auf Motivation, Leistungsfähigkeit, Zufriedenheit und Kreativität von Mitarbeitenden am Arbeitsplatz. Ein guter Umgangston und eine harmonische Zusammenarbeit gehören genauso zum Arbeitsklima wie die Arbeitszeitgestaltung, Bezahlung und Förderung.

Warum ist ein gutes Betriebsklima wichtig?

Arbeitnehmende in Deutschland legen großen Wert auf ein gutes Betriebsklima. Das eigene Wohlbefinden beim Arbeiten ist zentral für das allgemeine Wohlbefinden – schließlich verbringen wir viel Zeit im Job. Wer unterschätzt, wie wichtig gutes Betriebsklima ist, verliert schnell wertvolle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Viele Arbeitnehmende verbringen mehr Zeit mit Kolleginnen und Kollegen als mit der eigenen Familie. Daher ist ein gutes Betriebsklima umso wichtiger, weil Sie dann mit Freude zur Arbeit gehen, motivierter sind und langfristig Spaß an Ihrem Job haben.

Was beeinflusst das Betriebsklima?

Ob ein Betriebsklima gut oder schlecht ist, empfindet jeder und jede anders. Dennoch gibt es Faktoren, die entscheidend für das Wohlbefinden der Mitarbeitenden sind. Zu den wichtigsten Einflussfaktoren für das Betriebsklima gehören das Vorgesetztenverhalten, Unternehmenswerte, Wertschätzung, Kommunikation, Teamzusammenhalt, Entwicklungsmöglichkeiten, Arbeitsplatzausstattung und Finanzleistungen.

Vorgesetztenverhalten

Sowohl der Führungsstil als auch der Umgang der Geschäftsführung beeinflussen das Betriebsklima. Wenn Sie Ihre Angestellten unterstützen und respektvoll behandeln, bleibt die Freude an der Arbeit erhalten. Mitarbeitende, die gut behandelt werden, sind motivierter und geben gern ihr Bestes – das ist klar.

Unternehmenswerte

Qualität, Nachhaltigkeit, Innovation und Mitarbeiterbindung sind typische Unternehmenswerte. Die Grundprinzipien legen fest, wie ein Unternehmen mit Themen wie (Zusammen-) Arbeit und Wohlbefinden der Angestellten umgeht. Diese Werte verbessern somit nachweislich das Betriebsklima.

Wertschätzung

Anerkennung und Lob für ein gelungenes Projekt, eine besondere Aufgabe oder ein Danke für die geleistete Arbeit zwischendurch sollten zum Standard gehören. Die regelmäßige und persönliche Wertschätzung steigert das Engagement der Mitarbeitenden, was zu einem besseren Arbeitsklima beiträgt.

Kommunikation

Gute Unternehmenskommunikation ist das A und O für Erfolg. Dazu gehört nicht nur, Mitarbeitende direkt über Neuigkeiten zu informieren, sondern auch eine Kommunikation auf Augenhöhe. Egal ob persönliche Belange der Arbeitnehmenden oder Kritik an Ihrem Führungsstil – haben Sie stets ein offenes Ohr für Ihre Angestellten.

Teamzusammenhalt

Arbeit im Team gehört in vielen Unternehmen zum Alltag. Eine harmonische Zusammenarbeit funktioniert mit Vertrauen, Respekt und Toleranz. Wollen Sie ein gutes Betriebsklima fördern, sollten Sie Teamevents, Schulungen und Seminare veranstalten und gemeinsame Ausflüge mit Ihrem Personal machen.

Entwicklungsmöglichkeiten

Mithilfe von Weiterbildungen können Sie die Stärken Ihrer Angestellten fördern und bieten ihnen zudem die Chance, sich innerhalb des Unternehmens weiterzuentwickeln. Die Aussicht auf ein neues Aufgabengebiet oder eine höhere Position steigern die Laune und Motivation von Mitarbeitenden und verbessern das Arbeitsklima.

Arbeitsplatzausstattung

Wohlbefinden und Gesundheit am Arbeitsplatz werden nicht nur von Kollegen und Kolleginnen oder Vorgesetzten beeinflusst – auch die Einrichtung am Arbeitsplatz gehört zu den Einflussfaktoren für das Betriebsklima. Ergonomische Büromöbel haben eine genauso wichtige Bedeutung wie ein gut ausgestatteter und technisch einwandfreier Arbeitsplatz.

Gehalt und Sozialleistungen

Wer gut und viel arbeitet, soll auch entsprechend entlohnt werden. Mit einem angemessenen Lohn zeigen Sie Ihren Angestellten, dass sie Ihnen viel wert sind. Zusätzliche freiwillige Sozialleistungen wie betriebliche Altersvorsorge oder Urlaubsgeld steigern die Zufriedenheit zusätzlich und fördern die Mitarbeiterbindung.

So erkennen Sie schlechtes Betriebsklima

Passt die Chemie im Betrieb nicht, wird selbst der Traumjob irgendwann zum Albtraum. Eine schlechte Stimmungslage am Arbeitsplatz wirkt sich negativ auf das Wohlbefinden und die Gesundheit aus und lässt die Motivation und das Engagement sinken.

Häufige Anzeichen für schlechtes Betriebsklima sind:

  • heruntergezogene Mundwinkel und kein Blickkontakt untereinander
  • schlechte oder keine Kommunikation zwischen Kolleginnen und Führungspersonal
  • lästernde Kollegen und ein unfreundlicher Umgangston
  • keine Zusammenarbeit, sondern Silodenken und Machtkämpfe untereinander
  • fehlendes Vertrauen zu Führungskräften
  • vermehrte Krankmeldungen von Mitarbeitenden

Dauerstress durch negative Arbeitsatmosphäre ist eine Belastung für die psychische und physische Gesundheit und kann Erkrankungen wie Schlaf- und Essstörungen, Burnout oder Depressionen auslösen.

Was führt zu einem guten Betriebsklima?

Im Arbeitsleben treffen Menschen unterschiedlicher Charaktere aufeinander, was häufig zu Umgangsproblemen untereinander führt. Dennoch sollten sich alle Mitarbeitenden inkludiert fühlen und mit ihrer authentischen Persönlichkeit arbeiten können. Deswegen hat die Förderung des Betriebsklimas hohe Priorität.

In einigen Betrieben gibt es sogenannte Feel-Good-Manager, die sich um die Bedürfnisse der Arbeitnehmerinnen kümmern, das Teambuilding stärken und so das Wohlbefinden am Arbeitsplatz stärken sollen. Dass sich Kosten und Aufwand lohnen, zeigen die Vorteile, die eine positive Arbeitsatmosphäre mit sich bringt.

Wenn Sie das Betriebsklima verbessern,

  • identifizieren sich Mitarbeitende mit den Werten und Zielen der Unternehmen
  • sind Angestellte motivierter und produktiver und zeigen eine bessere Leistung
  • herrscht ein respektvoller Umgang zwischen Teammitgliedern und Vorgesetzten
  • wird eine harmonische Zusammenarbeit im Team gefördert
  • reduzieren sich krankheitsbedingte Fehltage von Arbeitnehmenden
  • verringern sich Fluktuationen innerhalb des Betriebes aufgrund weniger Jobwechsel
  • verbreitet sich eine positive Stimmung im Büro

Betriebsklima verbessern: 7 Maßnahmen für gute Stimmung

Egal ob Führungskraft oder Angestellte – jeder und jede kann seinen Beitrag zu einer guten Stimmungslage im Büro beisteuern. Maßnahmen, die zu einer guten Arbeitsatmosphäre beitragen, sind:

  1. Vermeiden Sie unnötigen Stress und sprechen Sie so über alle Ihre Teammitglieder, wie Sie auch selber möchten, dass von Ihnen gesprochen wird. So wird negative Stimmung aufgrund von Lästereien vermieden.
  2. Beobachten Sie Ihr eigenes Verhalten und kritisieren Sie nicht öffentlich, sondern geben Sie konstruktives Feedback. Seien Sie nicht zu anspruchsvoll gegenüber Ihren Mitarbeitenden, etablieren Sie stattdessen ein gesundes Maß an Leistungsanforderungen.
  3. Denken Sie an eine respektvolle Kommunikation untereinander, denn Schweigen wirkt häufig negativ. Teilen Sie notwendige und relevante Informationen mit anderen und geben Sie bei Bedarf Rat. Vergessen Sie außerdem nicht, eine gute Zuhörerin bzw. ein guter Zuhörer zu sein.
  4. Halten Sie die Bedürfnisse Ihrer Angestellten im Auge und schenken Sie ihnen Wertschätzung – durch eine angemessene, gerechte Entlohnung, Lob und Anerkennung, eine faire Urlaubsplanung und besondere Benefits für Mitarbeitende. Alle Punkte sind wichtig.
  5. Vergleichen Sie sich nicht mit anderen und messen Sie Ihre Arbeitserfolge nicht mit denen anderer Personen. Schließlich ist jeder Mensch individuell, mit eigenen Fähigkeiten und Stärken. Konzentrieren Sie sich stattdessen daher auf Ihre eigenen Ziele.
  6. Nehmen Sie berechtigte Kritik von Vorgesetzten oder Mitarbeitenden nicht persönlich, sondern dankend an. Aus jeder Kritik können Sie das Beste für sich herausziehen und für die Zukunft lernen.
  7. Seien Sie ein Vorbild für andere und beginnen Sie mit den Veränderungen, die Sie sich für eine bessere Arbeitsatmosphäre wünschen. Mit Eigeninitiative animieren Sie andere dazu, das Betriebsklima zu verbessern.

Fazit: Alle können ein gutes Betriebsklima fördern

Eine schlechte Stimmung am Arbeitsplatz macht langfristig krank. Wenn die Atmosphäre im Büro gedrückt ist, sollten Sie den Ursachen auf den Grund gehen: Kommunikation untereinander ist wichtig, damit Menschen auf Dauer gut miteinander auskommen und zusammenarbeiten können. Mit verschiedenen Maßnahmen kann sich jeder daran beteiligen, ein gutes Betriebsklima zu schaffen.

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Titelbild: Thomas Barwick / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 18. November 2022, aktualisiert am November 18 2022

Themen:

Betriebsklima