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Sind Sie verwirrt oder vielleicht sogar eingeschüchtert von Google Analytics? Dann sind Sie nicht alleine. Denn das Tool ist nicht gerade unkompliziert. Dennoch lohnt es sich, ihm eine Chance zu geben – denn Google Analytics gehört zu den hilfreichsten Online-Tools überhaupt.

Deshalb erklären wir in diesem Leitfaden, was Google Analytics kann, wie Sie es einrichten und wie Sie die zahlreichen Berichte richtig interpretieren.

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Sollten Sie Google Analytics nutzen?

Falls Sie nach einem Tool suchen, dass Ihnen jede Menge Daten liefert, und Sie auch die Zeit und Kapazitäten haben, diese auszuwerten, ist Google Analytics die richtige Lösung. Gerade seine Kompatibilität mit allen anderen Google-Marketing-Produkten, darunter Google Ads oder Data Studio, macht die Lösung in diesem Fall attraktiv. Falls Sie dagegen vor allem Wert darauf legen, dass die Software leicht einzurichten und intuitiv zu verstehen ist, könnte Google Analytics Sie enttäuschen.

Denn Google Analytics ist zeitintensiv, sowohl in Einrichtung und Einarbeitung als auch in der alltäglichen Verwaltung und Nutzung. Andere Marketing-Analyse-Tools (wie beispielsweise HubSpot) machen es Ihnen da wesentlich einfacher, relevante Daten mit deutlich weniger Aufwand zu generieren.

Ist Google Analytics kostenlos?

Es gibt eine kostenlose sowie eine kostenpflichtige Version (Analytics 360) von Google Analytics. Kleine und mittelständische Unternehmen kommen in aller Regel mit den Funktionen der kostenlosen Basisversion aus. Konzerne müssen dagegen auf die Premium-Version setzen - zumindest, wenn sie von folgenden Features profitieren wollen:

  • Umfangreiche Trichter-Berichte und Attribution Modelling (An welchen Touchpoints liegen tatsächliche monetäre Werte?),

  • Sammelberichte,

  • mehr Datenansichten, Dimensionen und Messwerte pro Property und

  • unbegrenzte, nicht auf Stichproben basierende Datensätze.

Außerdem umfasst Analytics 360 einen engagierten Kunden-Support, inklusive eines persönlichen Account Managers. Alleine dafür kann sich die Gebühr lohnen. Die ist allerdings nicht günstig: Die Kosten für Analytics 360 beginnen bei 135.000 Euro im Jahr (mit monatlicher Abrechnung) und steigen, sobald Ihre Website mehr als 500 Millionen Hits pro Monat erreicht.

Damit liegen die Kosten von Analytics sicherlich über dem, was sich viele Unternehmen leisten können. Falls Sie allerdings über das Budget verfügen, sowohl das Tool zu bezahlen als auch eine Agentur oder einen In-House-Analysten, die die entsprechenden Auswertungen vornehmen können, sollten Sie über die Investition in die Premium-Version nachdenken.

So nutzen Sie Google Analytics

Hier finden Sie eine kompakte Anleitung, wie Sie Google Analytics Schritt-für-Schritt einrichten:

Muss der Google Analytics-Code auf jeder Seite der Website eingebunden werden?

Diese Frage stellt sich vielen – schließlich bedeutet das eine Menge Arbeit, besonders, wenn Ihre Website über mehr als 50 Seiten verfügt. Außerdem: Was passiert, wenn Sie neue Seiten hinzufügen? Muss der Tag dann jedes Mal hinzugefügt werden?

Die schnelle Antwort darauf lautet zum Glück: nein. Etwas ausführlicher ausgedrückt: Sie müssen den Tag nur zu jeder Seitenvorlage hinzufügen. Falls Sie also nur einen einzigen Seiten-Typ auf Ihrer Website verwenden (also jede individuelle Seite das gleiche Kopfmodul nutzt), müssen Sie den Tag nur zu diesem Modul hinzufügen. Es wird dann automatisch auf jede Seite angewandt.

Falls Sie zwei verschiedene Seiten-Typen verwenden, müssen Sie den Code in beide Kopfmodule einfügen. Bei drei verschiedenen Seiten-Typen entsprechend in alle drei Kopfmodule etc.

Falls Sie ein Content-Management-System (CMS) wie HubSpot oder WordPress verwenden, gestaltet sich das Ganze noch einfacher. Denn diese Tools verfügen über ein separates Feld, in das Sie den Tracking-Code immer nur ein einziges Mal einfügen müssen. HubSpot-Nutzer können dazu dieser einfachen Anleitung folgen.

Hinweis: Um rechtlich sauber zu tracken, dürfen Sie nicht vergessen, einen Opt-out-Cookie zu installieren, mit dem Nutzer die Erfassung ihrer Daten unterbinden können.

Wie funktioniert Google Analytics? Die Hierarchie

Um Google Analytics richtig einzurichten, müssen Sie unbedingt seine verschiedenen Ebenen verstehen:

google analytics ebenen hierarchieBild: Google Analytics

Organisation

Die Organisation bildet die höchste Ebene und repräsentiert das Unternehmen. Unsere Organisation ist beispielsweise HubSpot, Inc. Eine Organisation kann dabei problemlos mehrere Google Analytics-Accounts umfassen.

Größeren Unternehmen wird die Einrichtung von Organisationen empfohlen, sie ist aber nicht verpflichtend.

Konten

Konten sind dagegen nicht optional – um Google Analytics nutzen zu können, benötigen Sie mindestens ein Konto.

Diese Form des Kontos ist aber nicht mit einem Nutzer-Account gleichzusetzen. Nutzer können sich beispielsweise mit ihrer individuellen Google-E-Mail-ID im Unternehmens-Konto anmelden.

Wichtige Details:

  • Sie können sowohl eine Property mehreren Konten zuordnen als auch verschiedene Properties einem Konto. Jedes Konto kann bis zu 50 Properties umfassen.

  • Sie können Nutzern den Zugriff auf ein komplettes Analytics-Konto erlauben, auf eine Property innerhalb eines Kontos oder auf eine Datenansicht in einer Property.

Jetzt fragen Sie sich vielleicht, ob es besser ist, ein neues Konto für jede Property zu erstellen oder jedes Konto mit der gleichen Property zu verknüpfen. Die Antwort darauf lässt sich nicht allgemeingültig geben, sondern hängt von Ihrer konkreten Nutzung und Ihren Zielen ab.

Nehmen wir beispielsweise an, Sie sind Tony Stark alias Iron Man und verfügen über eine Website, nämlich die „Stark Industries“-Unternehmens-Website. Gleichzeitig pflegen Sie noch fünf Unterverzeichnisse, nämlich den Unternehmens-Blog, einen Karrierebereich, Medienmaterialien, Fallstudien und Informationen über die Anlegerbeziehungen. In diesem Fall ist es sinnvoll, separate Properties für jedes Unterverzeichnis zu erstellen, damit die einzelnen Team-Mitglieder leicht die Performance ihrer konkreten Seite sowie der Gesamt-Website im Blick behalten können.

Vielleicht verfügen Sie aber auch noch über eine weitere Seite, die sich mit Tony Starks Arbeit für S.H.I.E.L.D. beschäftigt. In diesem Fall möchten Sie, dass das S.H.I.E.L.D.-Team die Daten für dieses eine Unterverzeichnis einsehen kann, aber nicht die der übrigen Website. Hier sollten Sie sowohl ein neues Konto als auch eine neue Property für die S.H.I.E.L.D.-Seite einrichten.

Google Analytics Properties

Unter einer Property wird eine Website oder App verstanden. Jede Property unterstützt bis zu 25 Datenansichten.

Datenansichten

Sie benötigen mindestens zwei Versionen der Datenansicht pro Property:

  • Eine Version ohne jegliche Konfigurationen, also die „rohe“ Datenansicht und

  • eine Version mit Filtern, die jeglichen Traffic, der aus Ihrer Firma selbst stammt, ausschließen (zum Beispiel über einen Filter für die entsprechende IP-Adresse) und Traffic durch Bots nicht einbeziehen.

Eine Datenansicht gibt nur die Informationen wieder, die die entsprechenden Filter und weiterführenden Einstellungen zulassen. Sobald Sie eine Datenansicht löschen, sind diese Daten unwiederbringlich verloren. Deshalb ist es entscheidend, stets auch über eine ungefilterte Datenansicht zu verfügen.

Google Analytics: Dimensionen und Messwerte

Um Google Analytics erfolgreich nutzen zu können, müssen Sie den Unterschied zwischen Dimensionen und Messwerten verstehen:

  • Dimensionen = kategoriale Variablen, also beispielsweise Namen, Farben oder Orte

  • Messwerte = quantitative Variablen wie Alter, Temperatur und Bevölkerungszahl

Eine leichte Merkhilfe: Messwerte sind Daten, mit denen Sie rechnen können.

Beispiele für Dimensionen

  • Browser

  • Standort

  • Landing Page

  • Endgerät

  • Art von Kunde

Beispiele für Messwerte

  • Sitzungen

  • Seitenansichten

  • Konversionen

  • Bounce-Rate

  • Sitzungsdauer

In jedem Google Analytics-Bericht werden die Dimensionen als Zeilen und die Messwerte als Spalten dargestellt.

google analytics berichtBild: Google Analytics

Benutzerdefinierte Dimensionen und Messwerte

Bei Google Analytics können Sie benutzerdefinierte Dimensionen und Messwerte erstellen – sowohl aus Google Analytics-Daten als auch aus Daten anderer Quellen. Stellen Sie sich beispielsweise vor, dass Sie tracken möchten, welche Art von Mitgliedschaft die Kunden haben, die ein Konto in Ihrem CRM-System erstellt haben. Sie könnten diese Information nun mit der Zahl der Seitenansichten kombinieren, um die Seitenansichten pro Mitgliedschaftsform zu erkennen.

Oder vielleicht betreiben Sie auch einen Blog. Wenn Sie nun wissen möchten, wie das Engagement Ihrer Leserschaft andere Messwerte beeinflusst (zum Beispiel Konversionen oder die Zahl der besuchten Seiten pro Sitzung), könnten Sie drei benutzerdefinierte Dimensionen für jeden Lesertyp erstellen:

  1. Fürsprecher: Nutzer, die mindestens einen Ihrer Post in sozialen Medien geteilt haben

  2. Abonnent: Nutzer, die sich für Ihren E-Mail-Newsletter eingetragen haben

  3. Kunde: Nutzer, die den Premium-Zugang erworben haben

Mithilfe dieser drei Dimensionen erhalten Sie Einblicke von unschätzbarem Wert. Befolgen Sie den entsprechen Leitfaden von Google Analytics, um selbst benutzerdefinierte Dimensionen und Messwerte zu erstellen.

Was ist eine Google Analytics Zielgruppe?

Grob gesagt wird als Zielgruppe eine Gruppe von Nutzern bezeichnet, die etwas gemeinsam haben. Bei dieser Gemeinsamkeit kann es sich um alles Mögliche handeln: Vielleicht targeten Sie speziell Kunden aus Australien, in diesem Fall haben Sie eine „australische Zielgruppe“. Vielleicht möchten Sie Ihre Produkte oder Dienstleistungen aber auch vorrangig an Millennials verkaufen. In diesem Fall bedienen Sie eine „Zielgruppe von 25 bis 34 Jahren“.

Google Analytics bietet Ihnen verschiedene integrierte Zielgruppen (darunter die genannten, Standort und Alter). Um diese einzurichten, müssen Sie nichts tun – sobald der Tracking-Code installiert ist, wird Google Analytics Ihre Website-Besucher automatisch in diese Zielgruppenberichte aufteilen.

Zusätzlich können Sie auch benutzerdefinierte Zielgruppen erstellen. Vielleicht interessieren Sie sich zum Beispiel nur für australische Millennials. In diesem Fall müssen Sie eine benutzerdefinierte Zielgruppe erstellen, die Besucher umfasst, die a) in Australien leben und b) zwischen 25 und 34 Jahre alt sind.

Eine Zielgruppe selbst zu erstellen ist ziemlich einfach. Der schwierigste Part ist sicherlich die Überlegung, was Sie mit Ihrer Zielgruppe genau erreichen möchten und dann die Nutzermerkmale zu identifizieren, die Ihnen dabei helfen. Sobald Sie das getan haben, können Sie auf den Google-Hilfeseiten nachlesen, wie Sie Zielgruppen genau einrichten können. Danach können Sie ein Segment importieren, das als Basis für Ihren Zielgruppenbericht dient.

Das führt uns zu der nächsten Frage:

Was ist ein Google Analytics Segment?

Ein Segment ist eine Teilmenge Ihrer Daten. Stellen Sie sich zur Veranschaulichung eine Pizza vor, die aus vielen verschiedenen Stücken mit unterschiedlichen Belägen besteht – jedes dieser Pizzastücke ist, metaphorisch gesprochen, ein Segment.

Sie können Segmente auf Basis von drei verschiedenen Kriterien erstellen:

  • Nutzer (zum Beispiel Nutzer, die schon etwas auf Ihrer Website gekauft haben oder sich für eine Beratung angemeldet haben)

  • Sitzungen (zum Beispiel alle Sitzungen, die durch eine bestimmte Marketing-Kampagne generiert wurden oder alle Sitzungen, in denen sich Nutzer die Kosten-Seite angeschaut haben)

  • Treffer (zum Beispiel alle Treffer, bei denen der Kaufwert 85 Euro überschritten hat oder alle Treffer, bei denen ein konkretes Produkt zum Warenkorb hinzugefügt wurde)

Ähnlich wie bei den Zielgruppen stellt Google Analytics auch einige voreingestellte Segmente zur Verfügung. Aber darauf müssen Sie sich natürlich nicht beschränken. Segmente ermöglichen Ihnen auf Wunsch extrem granulare Einstellungen.

Um Sie zu inspirieren, sind hier einige der Segmente, die HubSpot nutzt:

  • Nutzer, die sich eine bestimmte Produktseite und das Demo-Video angesehen haben

  • Nutzer, die die gleiche Produktseite, aber nicht das Video angesehen haben

  • Nutzer, die sich eine bestimmte Academy-Kurs-Seite ansehen

  • Nutzer, die sich eine bestimmte Academy-Lektionseite ansehen

  • Nutzer, die einen Blog-Post und eine Produktseite ansehen

Ihrer Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Bis zu vier Segmente können jederzeit auf jeden Bericht angewendet werden. Mehr Informationen zu den Google-Analytics-Segmenten finden Sie auf der entsprechenden Google-Hilfeseite.

Google Analytics: Berichte

Die linke Seitenleiste in Google Analytics kann Nutzer schnell überfordern. Sie finden hier sechs Optionen für verschiedene Berichte, deren Bezeichnung teils verwirrend und vage ist. Sobald Sie auf eine Option klicken, kommen dann noch weitere Optionen hinzu.

Für eine bessere Übersicht gehen wir daher nun die verschiedenen Arten von Berichten Stück für Stück durch:

google analytics berichte

Bild: Google Analytics

Echtzeitbericht

Wie der Name schon andeutet, ermöglicht der Echtzeitbericht Ihnen Einblicke in das, was genau in diesem Moment auf Ihrer Website geschieht. Sie können sehen, wie viele Besucher sich dort aktuell aufhalten, welche Seiten sie genau besuchen, von welchen sozialen Netzwerken sie kommen, von welchem Standort aus sie surfen und vieles mehr.

Dieser Bericht kann Ihnen zwar manchmal nützliche Einblicke verschaffen, ist generell aber vermutlich der am wenigsten nützliche. Sie könnten ihn zum Beispiel wie folgt nutzen:

  • Vollziehen Sie nach, wie viel Traffic Sie von einem neuen Social-Media- oder Blog-Post erhalten.

  • Sehen Sie sofort, ob ein eintägiges Event oder eine Verkaufsaktion Views oder Konversionen befeuert.

  • Sie können sicherstellen, dass das gerade eingerichtete Tracken von URLs oder benutzerdefinierten Ereignissen richtig funktioniert.

Zielgruppenbericht

google analytics zielgruppenberichtBild: Google Analytics

Übersicht

Dieser Bericht bietet Ihnen eine komplexe Übersicht der Property, die Sie aktuell betrachten.

google analytics uebersichtBild: Google Analytics

Diesen Bericht sollten Sie einmal täglich prüfen, um die generelle Entwicklung Ihrer Website im Blick zu behalten.

Unter „Überblick“ finden Sie das Feld „Zielgruppe“ sowie erweiterbare Menüs für die Punkte „Demografische Merkmale“, „Interessen“, „Geografie“, „Verhalten“, „Technologie“, „Mobil“, „Geräteübergreifend“, „Personalisiert“ und „Benchmarking“. Werfen Sie einen Blick auf all diese Bereiche, um ein Gespür dafür zu bekommen, welche wertvollen Informationen sie Ihnen über Ihre Website-Besucher liefern können.

Jeder Bereich beschreibt eine konkrete Zielgruppe.

Aktive Nutzer

Diese Bezeichnung ist reichlich verwirrend, denn der entsprechende Bericht bezieht sich nicht auf Nutzer, die aktuell auf Ihrer Website aktiv sind – diese werden im Echtzeitbericht dargestellt. Vielmehr zeigt Ihnen der Bericht „Aktive Nutzer“ die Zahl der User, die

  • am vergangenen Tag (Nutzer, die an 1 Tag aktiv waren),

  • in der vergangenen Woche (Nutzer, die an 7 Tagen aktiv waren),

  • den vergangenen zwei Wochen (Nutzer, die an 14 Tagen aktiv waren) oder

  • vier Wochen (Nutzer, die an 28 Tagen aktiv waren) Ihre Website besucht haben.

google analytics active users aktive nutzerBild: Google Analytics

Welchen Mehrwert bietet Ihnen nun dieser Bericht? Falls Sie mehr Nutzer am vergangenen Tag als Langzeit-Nutzer verzeichnen, haben Sie ein Problem mit der Bindung Ihrer Nutzer. Diese kehren offensichtlich nicht mehr zu Ihrer Website oder App zurück – es ist nun an Ihnen, herauszufinden, woran das liegt.

Außerdem sollten Sie sich diesen Bericht mit verschiedenen Segmenten anschauen. So könnten Sie beispielsweise feststellen, dass Sie Nutzer in einer bestimmten Altersspanne deutlich besser binden als den Durchschnitt aller Nutzer.

Lifetime-Wert

Der Lifetime-Wert-Bericht basiert auf dem Customer Liftetime Value (CLV) und gibt Ihnen ein Gefühl dafür, wie wertvoll einzelne Nutzer für Ihr Unternehmen sind. Dabei können Sie verschiedene Nutzergruppen vergleichen, indem Sie beispielsweise den CLV der Nutzer, die Sie über E-Mail-Marketing generiert haben, dem der Nutzer gegenüberstellen, die Sie über die organische Suche akquiriert haben. Mithilfe dieser Information können Sie dann entscheiden, in welchen Kanal Sie mehr investieren sollten.

Ein Hinweis: Der Lifetime-Wert beträgt aktuell maximal 90 Tage. Die Spanne des Akquisitionsdatums, die Sie frei einstellen können, beginnt allerdings schon im März 2017. Diese Zeitspanne spiegelt alle Nutzer wider, die Sie in diesem Zeitraum akquiriert haben.

Stellen Sie sich vor, Sie wollen sich die Transaktionen pro Nutzer für all diejenigen Nutzer näher ansehen, die Sie im Monat vor Weihnachten akquiriert haben. In diesem Fall passen Sie den Zeitraum genau auf diesen Monat an. Fortan werden Ihnen die durchschnittlichen Transaktionen pro Nutzer für diese Kohorte im Laufe der kommenden 90 Tage angezeigt werden.

Für Software-as-a-Service-Unternehmen wie HubSpot sind besonders die Zielerreichung pro Nutzer, die Seitenaufrufe pro Nutzer und Sitzungen pro Nutzer, sortiert nach Akquisitionskanal, interessant. Falls kurz zuvor eine Marketing-Kampagne durchgeführt wurde, bietet es sich an, die gleichen Messzahlen nach Akquisitionskampagne sortiert zu betrachten. E-Commerce-Unternehmen sollten dagegen ein angepasstes Tracking einrichten, das ihnen Informationen zu Kauf- und Transaktionsdaten liefert.

Kohortenanalyse

Dieser Bericht gruppiert Nutzer anhand eines Charakteristikums. Bis dato kann nur das Akquisitionsdatum als entsprechende Dimension festgelegt werden – also der Tag, an dem ein Nutzer zum ersten Mal Ihre Website besucht hat.

Von hier aus haben Sie nun verschiedene Optionen:

  1. Wählen Sie zunächst Ihre „Kohortengröße“: Tag, Woche oder Monat

  2. Legen Sie danach den Messwert fest, den Sie näher betrachten möchten. Dieser kann dann noch weiter in „pro Nutzer“, „Nutzerbindung“ oder den „Gesamtmesswert“ heruntergebrochen werden:

    Pro Nutzer meint den Gesamtwert des entsprechenden Messwertes geteilt durch die Kohortengröße. Falls Sie also zum Beispiel Transaktionen pro Nutzer wählen, wird Ihnen die durchschnittliche Zahl der Transaktionen pro Nutzer für diese Kohorte angezeigt.

    Nutzerbindung bezeichnet die Zahl der Nutzer, die an diesem Tag, in dieser Woche oder diesem Monat (abhängig von der gewählten Kohortengröße) auf Ihre Website zurückgekehrt sind, geteilt durch die Gesamtzahl der Nutzer in dieser Kohorte.

    Summe zeigt die Gesamtzahl aller Sitzungen, Transaktionen etc., die in dieser Kohortengröße aufgetreten sind.

  3. Wählen Sie den passenden Zeitraum aus. Google Analytics erlaubt Ihnen den Einblick in Daten aus bis zu drei Monaten.

Im Folgenden soll es um die korrekte Interpretation des Berichts gehen, da diese nicht unbedingt intuitiv ist.

google analytics kohortenanalyse

Bild: Google Analytics

In der linken Spalte sehen Sie den gewählten Kohortentyp (standardmäßig das Akquisitionsdatum) nach Kohortengröße (Tag, Woche oder Monat).

In der ersten Zeile werden alle Nutzer in dieser Kohorte dargestellt. Jede Zeile darunter repräsentiert die Aktivität an diesem Tag, in dieser Woche oder in diesem Monat. In unserem Beispiel schauen wir uns den Monat an.

Die Zeile in Hellblau zeigt Ihnen die Kohortengröße, die Sie ausgewählt haben. Bedenken Sie dabei, dass die analysierten Daten maximal drei Monate zurückreichen.

Die gelbe Zeile stellt die Werte der gewählten Metrik dar, in diesem Fall „Zielerreichung pro Nutzer“.

Betrachten Sie nun die erste Zeile. Diese zeigt Ihnen, dass die durchschnittliche Zielerreichung der gesamten Kohorte im ersten Monat nach der Akquise bei 1,09 lag. Die durchschnittliche Zielerreichung der Gesamtkohorte fiel im zweiten Monat nach der Akquise auf 0,09 und im letzten Monat lag sie bei 0,02.

Schauen Sie nun auf die nächsten drei Zeilen. Es sieht so aus, als wäre die durchschnittliche Zielerreichung pro Nutzer im ersten Monat nach der Akquise zwischen Dezember und Januar sowie zwischen Januar und Februar leicht gestiegen. 

Dieses Verhalten ist ziemlich gewöhnlich. Stellen wir uns also stattdessen vor, dass der Bericht uns zeigen würde, dass die durchschnittliche Zielerreichung pro Nutzer für den Zeitraum vom 01.02. bis 28.02.2019 (die letzte Zeile) bei 4,07 läge. Das wäre dann nahezu viermal so hoch wie im Dezember und Januar.

Ein solches Ergebnis würde wir definitiv näher untersuchen wollen. Dazu reicht ein Rechtsklick auf die Kohorte, die uns interessiert. Achten Sie darauf, dass Sie auf die gesamte Spalte klicken, wenn Sie den gesamten Tag beziehungsweise die gesamte Woche oder den gesamten Monat analysieren wollen. Klicken Sie dagegen auf eine konkrete Zelle, um zum Beispiel nur die Nutzer zu analysieren, die ein Ziel innerhalb von drei Tagen nach der Akquise am 27.02.2019 erreicht haben.

Nach dem Rechtsklick wird diese Box erscheinen:

google analytics kohortenanalyse

Bild: Google Analytics

Geben Sie dieser Kohorte einen möglichst beschreibenden Namen. Ändern Sie die Datenansichten dann zu „Alle Datenansichten“, wenn Sie dieses Segment auf Ihre gesamte Property anwenden möchten (was in der Regel zu empfehlen ist). Dann müssen Sie nur noch auf „Erstellen“ klicken. Jetzt können Sie diese Kohorte mit jedem anderen Segment in jedem beliebigen Bericht vergleichen!

Akquisitionsbericht

Dieser Bericht teilt Ihren Traffic nach Quelle auf, zum Beispiel:

  • Organic Search

  • Direct

  • Referral

  • Email

  • Social

  • Display

  • Affiliate

  • „Other“ (diese Kategorie nutzt Google Analytics, wenn das Tool den entsprechenden Traffic nicht anderweitig einordnen kann)

google analytics Akquisitionsbericht

Bild: Google Analytics

Von dem Punkt „Alle Zugriffe“ aus können Sie direkt den Bereich „Channels“ anklicken.

google analytics alle zugriffe

Bild: Google Analytics

Hier können Sie nun auf jede Kategorie klicken, um die einzelnen Quellen im Detail zu untersuchen. In Abhängigkeit von der Kategorie werden Sie jetzt Landing Pages (über welche URL haben Ihre Besucher die Website betreten?), Quellen (von welcher Website sind sie gekommen?) oder Keywords (welche Suche hat sie auf Ihre Website geleitet?) sehen.

google analytics treemapsBild: Google Analytics

Um diese Informationen visuell aufbereitet zu sehen, können Sie auf „Alle Zugriffe“ > „Strukturkarten“ klicken. Darunter finden Sie den Punkt „Quelle/Medium“, der die allgemeine Traffic-Kategorie (die Sie unter „Channels“ eingesehen haben) noch einmal entsprechend der Suchmaschine oder Domain unterteilt.

Das ist hilfreich, wenn Sie einen granularen Einblick in die verschiedenen Wege erhalten möchten, über die Menschen auf Ihre Website gelangen. Eventuell stellen Sie beispielsweise fest, dass ganze 70 Prozent der Zugriffe von LinkedIn kommen, während nur fünf Prozent aus Pinterest rekrutiert werden. Je nachdem, welche Prioritäten Ihr Marketing-Team verfolgt, könnte es jetzt an der Zeit sein, den Fokus etwas zu verschieben.

Der letzte Bericht „Verweise“ offenbart die konkreten URLs, über die Besucher Ihre Seite gefunden haben – also Verweiszugriffe.

google analytics 12Bild: Google Analytics

Hier bietet es sich an, „Landing Page“ als sekundäre Dimension hinzuzufügen, sodass Sie genau einsehen können, auf welche Unterseiten Ihrer Website die Verweise führen.

Verhaltensberichte

In diese Kategorie fallen verschiedene Berichte, die wir nun nacheinander durchgehen wollen:

Websitecontent

Dieser Bericht ermöglicht Ihnen einen Überblick aller Blog-Posts, Landing Pages und Web Pages auf Ihrer Seite.

Alle Seiten

Fangen wir mit der Subkategorie „Websitecontent“ > „Alle Seiten“ an. Diese zeigt Ihnen die meistbesuchten Seiten für Ihre aktuelle Datenansicht oder Ihr aktuelles Segment. Das ist zum einen für sich selbst genommen schon ziemlich hilfreich (schließlich zahlt es sich immer aus, die meistbesuchten URLs im Blick zu behalten). Zum anderen ist diese Funktion auch besonders hilfreich, wenn Sie einen Anstieg oder eine Abnahme im Traffic analysieren möchten.

Nehmen wir beispielsweise an, dass der gesamte Traffic auf Ihrer Website Monat für Monat um zehn Prozent abnimmt. In diesem Fall könnten Sie zu „Websitecontent“ > „Alle Seiten“ navigieren und den betrachteten Zeitraum so anpassen, dass Sie den aktuellen mit dem vergangenen Monat vergleichen können (stellen Sie dabei sicher, dass die Wochentage zusammenpassen):

google analytics kalender datum auswaehlenBild: Google Analytics

Nun können Sie die Unterschiede in den Seitenansichten in Abhängigkeit von der URL sehen:

google analytics seitenansichtenBild: Google Analytics

Auf diese Weise können Sie Seiten identifizieren, die weniger Traffic verzeichnet und so zur gesamten Abnahme des Traffics beigetragen haben.

Ein hilfreicher Tipp: Ändern Sie die Sortierungsart von „Standard“ zu „Absolute Änderung“, um die Ergebnisse sortiert nach den größten prozentualen Unterschieden einzusehen statt nach absoluten Ansichten. Außerdem kann es hilfreich sein, den Seitentitel als sekundäre Dimension hinzuzufügen, sodass Sie die einzelnen URLs leichter der richtigen Seite zuordnen können.

Aufschlüsselung nach Content

Dieser Bericht teilt die Struktur Ihrer Website in Subdomains und Unterordner auf. Bei HubSpot können wir beispielsweise Daten für jede unsere Subdomains einsehen, zum Beispiel:

  • blog.hubspot.de oder

  • knowledge.hubspot.com/de

Wollen wir uns nun blog.hubspot.de genauer ansehen, werden uns aggregierte Daten ausgespielt für:

  • blog.hubspot.de/sales

  • blog.hubspot.de/marketing

  • blog.hubspot.de/service

Entsprechend ist dieser Bericht besonders für diejenigen sinnvoll, die hochkomplexe Properties verwalten.

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Landing Pages

Google Analytics definiert Landing Pages als die erste Seite, die im Rahmen einer Sitzung betreten wird – also den ersten Interaktionspunkt eines Besuchers mit Ihrer Website. Es gibt verschiedene Wege, auf denen Sie so viele Informationen wie möglich aus diesem Bericht herausholen können:

Wenn Sie sich vor allem für die Quellen interessieren (Organic, Paid, Social, Direct etc.), die Nutzer auf Ihre Website lenken, können Sie „Quelle/Medium“ als sekundäre Dimension hinzufügen. Auf diese Weise erhalten Sie praktisch die umgekehrte Version des Berichts, den wir zuvor vorgestellt haben.

Falls Sie dagegen nur diejenigen Besucher einer Landing Page einsehen wollen, die von einer bestimmten Quelle gekommen sind, einer bestimmten Plattform oder einer konkreten Kategorie angehören, können Sie das entsprechende System-Segment hinzufügen:

google analytics 15Bild: Google Analytics

Vielleicht interessieren Sie sich am meisten für die Landing Pages, die Mobile- und Tablet-Nutzer ansehen – in dem Fall wählen Sie den Mobile- und Tablet-Traffic aus. Vielleicht wollen Sie sich aber auch über die Nutzer informieren, die letztendlich auch etwas gekauft haben. Dann wählen Sie das Segment „Haben einen Kauf getätigt“ aus. Hier stehen Ihnen zahlreiche Möglichkeiten offen.

Ausstiegsseiten

Dieser Bericht zeigt Ihnen die letzten Seiten, die Nutzer in ihren Sitzungen besucht haben, bevor sie Ihre Website verlassen haben.

Nehmen wir beispielsweise an, dass Sie ein Restaurant suchen, um mit Ihren Freunden zu Abend zu essen. Sie suchen also nach „italienisches Restaurant in meiner Nähe“ und finden ein Ergebnis, das Sie anspricht. Sie schauen sich zunächst die Speisekarte an und gehen dann weiter zur Presse-Seite, auf der Sie einen Link zu einem Artikel eines Restaurant-Kritikers finden. Sie verlassen die Website, um diesen Artikel zu lesen - die Presse-Seite ist in dem Fall also Ihre Ausstiegsseite.

Häufig wird empfohlen, die Ausstiegsseite vor allem zu analysieren, um herauszufinden, warum Nutzer Ihre Website verlassen haben. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass ein Aspekt der Ausstiegsseite die Nutzer verschreckt habe. Unser Beispiel verdeutlicht allerdings, dass das nicht immer der Fall ist.

Daher sollten Sie sich den Bericht zwar durchaus anschauen, bei der Interpretation der Daten allerdings Vorsicht walten lassen.

Websitegeschwindigkeit

Dieser Bericht ist ziemlich selbsterklärend: Er verrät Ihnen, wie schnell Ihre Website lädt. Natürlich gilt hier „je schneller, desto besser“. Denn kürzere Ladezeiten korrelieren nicht nur mit mehr Konversionen, sondern der Google-Algorithmus berücksichtigt die Ladezeit auch als Ranking-Faktor.

google analytics websitegeschwindigkeit

Bild: Google Analytics

Seitentimings

Dieser Bericht beschäftigt sich mit den durchschnittlichen Ladezeiten für jede URL. Auf diese Weise können die am langsamsten ladenden Seiten Ihrer Website identifiziert werden, um im nächsten Schritt herauszufinden, warum genau sie so lange zum Laden benötigen und wie sie sich beschleunigen lassen.

google analytics seitentimings

Bild: Google Analytics

Die voreingestellten Messwerte sind hier die Seitenaufrufe und die durchschnittliche Seitenladezeit. Ändern Sie die Sortierungsart zu „Gewichtet“, damit Sie die Blog-Posts mit den meisten Seitenansichten zuerst sehen. Zusätzlich sollten Sie auch die folgenden Metriken betrachten:

  • Absprungrate

  • Seitenwert (gibt Ihnen eine Idee davon, wie stark eine einzelne Seite zu Ihrem Gesamtumsatz beiträgt)

Der Seitenwert zusammen mit der durchschnittlichen Seitenladezeit helfen Ihnen, Seiten zu identifizieren, die zwar nur langsam laden, aber dennoch wertvoll für Ihr Unternehmen sind (selbst, wenn sie nicht wahnsinnig viel Traffic verzeichnen). Solche Seiten sollten bei der Optimierung die höchste Priorität genießen.

Site Search

Falls Sie Nutzern die Möglichkeit geben, Ihre Website zu durchsuchen, sollten Sie Site Search in Google Analytics unbedingt einrichten. Bedenken Sie dabei, dass Sie es für jede Datenansicht einzeln aktivieren müssen.

Nutzung

Der Nutzungsbericht verrät Ihnen, wie viele Sitzungen es mit und ohne Site Searches gab. Aus diesen Daten können Sie also schließen, wie regelmäßig Site Search von Website-Besuchern in der festgelegten Datenansicht und Zeitspanne wirklich genutzt worden ist.

Suchbegriffe

Hier erfahren Sie, wonach Nutzer genau suchen. Versuchen Sie an dieser Stelle, Muster zu identifizieren. Denn sehen Sie die gleichen Suchbegriffe immer wieder, können Sie daraus verschiedene Schlüsse ziehen: Entweder sollten Sie neue Content-Angebote erstellen, die Nutzern genau die Informationen liefern, nach denen sie häufig suchen, oder Sie müssen Ihren bestehenden Content übersichtlicher strukturieren, damit Nutzer die entsprechenden Inhalte leichter finden.

Achten Sie besonders auf die Spalte „Absprungrate", da diese Ihnen verrät, wie viele Nutzer die Suchergebnisse weggeklickt haben, statt ein Ergebnis auszuwählen. Aus diesem Verhalten lässt sich ableiten, dass die entsprechenden Nutzer keine zufriedenstellende Antwort auf ihre Frage gefunden haben (oder sie nicht am Titel erkennen konnten).

google analytics 18Bild: Google Analytics

Suchseiten

Diesem Bericht können Sie entnehmen, von welchen Seiten aus Nutzer ihre Suchen starten. Hier sollten Sie unbedingt den Kontext beachten: Falls die Daten Ihnen verraten, dass Suchen vor allem von der 404-Fehlerseite aus gestartet werden, ergibt das Sinn und ist kein Grund zur Sorge.

Falls Suchen aber vorrangig von einer Produkt-Landing-Page begonnen werden, stimmt etwas nicht. Der entsprechende Content wird den Erwartungen der Nutzer, die auf den Ad-Link geklickt haben, offensichtlich nicht gerecht.

Google Analytics Ereignisse

Ein Nutzer klickt auf eine Schaltfläche. Dann lädt er eine Datei herunter und schaut sich danach ein Video an: Hierbei handelt es sich um drei verschiedene Google Analytics Ereignisse. Google definiert sie als „Nutzerinteraktionen mit Content, die sich unabhängig vom Ladevorgang einer Webseite oder eines Bildschirms erfassen lassen.

Welche Ereignisse Sie genau erfassen wollen, bleibt Ihnen überlassen. Um das Tracking spezifischer Aktionen zu ermöglichen, müssen Sie einen speziellen Code zu Ihrer Website oder App hinzufügen.

Falls Sie vom Ereignis-Tracking noch nicht überzeugt sind, seien Sie versichert: Es lohnt sich. Denn hier tun sich unendlich viele Möglichkeiten auf. Falls Sie beispielsweise ein Ereignis für das Schauen einer Produkt-Demo eingerichtet haben und ein weiteres für das Klicken eines Links zu einer externen Produkt-Review, können Sie genau festhalten, wie oft jede der beiden Aktionen passiert.

Vielleicht stellen Sie nun fest, dass das Video nicht besonders oft angeschaut wird. Dann sollten Sie es vermutlich optimieren, ein neues erstellen oder es Nutzern einfacher machen, das Video auf Ihrer Website zu finden. Vielleicht stellen Sie aber auch fest, dass viel mehr Nutzer externe Reviews lesen, als Sie vermutet hatten. Daraus können Sie ableiten, dass Nutzer mehr Testimonials und „Social Proof“-Elemente wollen. Gleichzeitig wäre es eine Überlegung wert, die beliebten Reviews prominenter auf Ihrer Website zu platzieren.

Wichtigste Ereignisse

Dieser Bericht trackt die Ereignisse, die am häufigsten vorkommen. Ihnen werden die „Ereignisse gesamt" angezeigt (also die Information, wie häufig ein Ereignis vorkommt) und „Eindeutige Ereignisse" (also in wie vielen verschiedenen Sitzungen dieses Ereignis ein- oder mehrmals vorgekommen ist).

Wenn Sie einen Wert für Ihre Ereignisse festgelegt haben, zeigt dieser Bericht Ihnen außerdem den Gesamtwert jedes Ereignisses sowie den durchschnittlichen Wert (also den Gesamtwert geteilt durch die Häufigkeit).

Seiten

Diesem Bericht können Sie entnehmen, welche Seiten die meisten Aktionen generieren. Als sekundäre Dimension kann die Ereigniskategorie hinzugefügt werden, sodass Sie nach dem Ereignis filtern können, das Sie am meisten interessiert.

Beispielsweise könnten Sie „Blog CTA“ tracken. Dieses Ereignis wird erfasst, sobald ein Nutzer auf einen Call-to-Action in einem Blog-Post klickt. Zusätzlich können Sie „Ereigniskategorie" als sekundäre Dimension hinzufügen und dann für „Seite beginnt mit blog.xyz.de“ filtern (damit nur Blog-URLs berücksichtigt werden) sowie für „Ereigniskategorie entspricht genau Blog CTA“.

Jetzt können Sie genau sehen, welche Beiträge die meisten CTA-Klicks generieren. 

google analytics cta clicks

Bild: Google Analytics

Ereignisfluss

Hier wird genau festgehalten, in welcher Reihenfolge die Ereignisse auf Ihrer Website stattgefunden haben. Der Bericht gibt Ihnen Auskunft darüber, 

  1. ob bestimmte Ereignisse in der Regel als erste passieren und ob sie tendenziell andere Ereignisse auslösen. Vielleicht schauen sich Nutzer häufig zuerst Ihr Demo-Video an und klicken dann auf den entsprechenden CTA, um einen Anruf mit einem Vertriebsmitarbeiter zu vereinbaren.

  2. ob bestimmte Ereigniskategorien häufiger vorkommen als andere. So könnten Sie beispielsweise herausfinden, dass Videos viel häufiger angeschaut werden als PDFs heruntergeladen werden.

  3. ob sich Nutzer je nach Segment unterschiedlich verhalten. Vielleicht scrollen die Nutzer, die über die organische Suche auf Ihre Website aufmerksam werden, viel häufiger zum Ende Ihrer Preis-Seite, als Nutzer, die über soziale Medien dorthin geleitet wurden.

Hinweis: Berücksichtigen Sie, dass dieser Bericht mit Stichproben arbeitet, letztlich also nur eine Teilmenge der Gesamtdaten tatsächlich analysiert wird. In der Regel sind diese Stichproben ziemlich akkurat. Je entscheidender die Schlussfolgerung ist, die Sie aus den Daten ziehen wollen, desto weniger Unsicherheit sollten Sie allerdings tolerieren. Um das Ausmaß der Stichprobenziehung zu reduzieren, können Sie den Datumsbereich verkleinern.

Publisher

Falls Sie Ihre Website mit Google AdSense oder Ad Exchange monetarisieren, können Sie die Ad Manager-Integration nutzen, um Informationen zur Performance Ihres Anzeigenblocks in Google Analytics auszuwerten. Mehr Informationen zu dieser Integration und ihrer Einrichtung finden Sie im Google Hilfe-Center.

Bericht „Conversions“: Zielvorhaben

Falls Sie eine Website betreiben, haben Sie auch mindestens ein Ziel für die Leute, die sie besuchen: 

  • Online-Shop-Betreiber möchten, dass sich Website-Besucher für ihre Mailing-Listen eintragen, ein Nutzer-Konto erstellen, etwas zu ihrem Warenkorb hinzufügen oder den Bestellprozess abschließen.

  • Medienunternehmen dagegen wollen, dass Besucher so lange wie möglich auf der Website verweilen und/oder sich eine bestimmte Zahl an Seiten ansehen, um die Werbeeinnahmen zu maximieren.

  • B2B-Unternehmen streben an, dass ihre Besucher ein E-Book herunterladen, sich für ein Webinar anmelden oder ein Telefonat mit einer Vertriebler vereinbaren. 

Mit Google Analytics können Sie all diese Dinge messen – und noch einige mehr.

Ein Ziel ist dabei letztlich nichts anderes als eine Konversion, die Sie definiert haben (weshalb die entsprechenden Informationen im Bereich „Conversions“ auftauchen).

Zielvorhaben

Es lassen sich vier wesentliche Arten von Zielvorhaben unterscheiden:

  • Ziel: Diese Zielvorhaben ist dann erfüllt, wenn ein Nutzer eine bestimmte Seite erreicht. Dabei kann es sich zum Beispiel um eine Produktseite, eine Seite zur Bestellbestätigung oder eine Thank-You-Page handeln.

  • Ereignis: Dieses Zielvorhaben ist erfüllt, wenn ein vordefiniertes Ereignis stattfindet (wie das Schauen eines Videos oder das Teilen eines Social-Media-Posts).

  • Dauer: Dieses Zielvorhaben ist erfüllt, sobald die Sitzung eines Nutzers eine vorher festgelegte Zeitspanne überschreitet.

  • Seiten/Bildschirme pro Sitzung: Dieses Zielvorhaben ist erfüllt, sobald ein Nutzer eine zuvor festgelegte Zahl von Seiten (oder Bildschirme in einer App) pro Sitzung angesehen hat.

Insbesondere die ersten beiden sind dabei extrem nützlich, während die letzten beiden eher seltener genutzt werden.

Sobald Sie sich für Zielvorhaben entschieden haben, können Sie sie erstellen, bearbeiten und teilen

Übersicht

Hier können Sie einsehen, wie es mit der Erreichung Ihrer Zielvorhaben aussieht. Im Idealfall vergleichen Sie hier verschiedene Zeiträume oder die Zielerreichung pro Segment.

Schauen Sie sich die „Abschlüsse für Zielvorhaben“ nach Endgerät an, könnten Sie zum Beispiel herausfinden, dass sich Besucher über Mobile wesentlich seltener für den Blog-Newsletter eintragen. Das könnte beispielsweise daran liegen, dass die Anmeldung per Smartphone erschwert ist – oder daran, dass mobile Nutzer vermehrt nach einer konkreten Information suchen (statt ziellos zu browsen) und die Sitzung beenden, sobald sie diese gefunden haben. Hier wären weitere Nachforschungen gefragt.

Zielvorhaben-URLs

Zu wissen, dass ein Zielvorhaben erreicht wurde, ist für sich allein genommen zunächst nicht besonders hilfreich. Sie müssen auch erkennen können, wo genau das passiert ist. Nehmen wir beispielsweise an, dass Sie das gleiche Formular auf drei verschiedenen Seiten Ihrer Website eingepflegt haben. Jetzt möchten Sie natürlich wissen, auf welcher dieser Seiten das Formular am häufigsten ausgefüllt wird. 

Der Bericht „Zielvorhaben-URLs“ präsentiert Ihnen diese Information. Er bricht alle Konversionen auf die „Orte des Abschlusses“ herunter und rankt diese nach Erfolg.

google analytics zielvorhaben url

Bild: Google Analytics

Zielpfad umkehren

Dieser Bericht verrät Ihnen die letzten drei Seiten, die ein Nutzer vor der Erreichung eines Zielvorhabens besucht hat. Das ist besonders bei solchen Zielvorhaben hilfreich, die nicht auf einem klaren Klickpfad basieren.

Vielleicht haben Sie beispielsweise ein Kontaktformular, das an verschiedenen Stellen auf Ihrer Website auftaucht. Oder es gibt zwei verschiedene Pfade, die Ihre Nutzer zum Download eines E-Book führen. Mit diesem Bericht verstehen Sie also die verschiedenen Wege, über die Nutzer am Ende das Ziel erreichen – ohne, dass extra ein Trichter erstellt werden muss.

Sie können auch hier Filter verwenden, zum Beispiel um nur einen konkreten Ort des Abschlusses oder nur den dritt-, vor- oder letzten Schritt vor Zielerreichung zu betrachten.

Wollen Sie beispielsweise sehen, welcher Blog-Post die meisten Leads aus Content-Downloads generiert hat, wählen Sie „Schritt vor Zielvorhabenabschluss – 1 enthält blog.xyz.de“ im Filter aus.

google analytics zielvorhabenabschlussBild: Google Analytics

Das Ergebnis sieht dann folgendermaßen aus:

google analytics zielvorhabenabschluss ergebnis

Bild: Google Analytics

Wird in einer Zelle „(entrance)“ angezeigt, bedeutet das, dass der Nutzer in diesem Schritt die Website betreten hat. „(not set)“ dagegen bedeutet, dass der Nutzer keinerlei Schritte vor dem vorherigen Schritt unternommen hat, weil er zuvor noch nicht auf der Website war. Vor dem „entrance“-Schritt wird also immer „not set“ angezeigt.

Trichtervisualisierung

Für die Zielvorhaben, die einem klaren Pfad folgen, ist die Trichtervisualisierung der passende Bericht. Nehmen wir den E-Commerce als Beispiel: Das letzte Zielvorhaben wäre hier „hat die Bestellbestätigungsseite erreicht“. Das vorgelagerte Ziel (oder Zielvorhaben Nummer 3) wäre demnach „hat auf "zur Kasse gehen" geklickt“. Das Ziel davor (Zielvorhaben Nummer 2) wäre dann „hat etwas zum Warenkorb hinzugefügt“, Ziel Nummer 1 würde lauten „hat sich die Produktseite angesehen“.

Für jede einzelne dieser Stationen zeigt Ihnen der Bericht, wie viele Nutzer abgesprungen sind. Auf diese Weise können Sie Bereiche identifizieren, in denen sich die Konversionsraten optimieren lassen: Vielleicht verlieren Sie besonders viele Kunden im Bereich der digitalen Kasse. Dann könnten Sie als Konsequenz den Prozess zum Beispiel dahingehend ändern, dass Nutzer auch als Gast bestellen können und nicht zwingend einen Account erstellen müssen.

Um solche detaillierten Einblicke zu erhalten, ist der Blick auf Ihre Zielvorhaben als Reihe von Ereignissen (statt nur auf das Endziel) essenziell. Nur so lässt sich der gesamte bestehende Prozess rückwirkend überprüfen und zukünftig anpassen.

Im Bericht „Trichtervisualisierung“ müssen Sie außerdem angeben, ob der erste Schritt im Prozess zwingend erforderlich ist oder nicht. Falls Sie hier „ja“ wählen, wird Google Analytics nur die Sitzungen zeigen, bei denen das erste Zielvorhaben auch zuerst erreicht wurde. Überspringt ein Nutzer das erste Zielvorhaben und erfüllt direkt das zweite, wird die Sitzung in diesem Bericht nicht dargestellt werden.

Zielvorhabenfluss

Dieser Bericht lässt Ihnen einige zusätzliche Freiheiten im Vergleich zur Trichtervisualisierung. Im Gegensatz zu diesem zeigt Ihnen der Zielvorhabenfluss alle Sitzungen, die zu dem gewünschten Ziel geführt haben – unabhängig davon, ob das erste Zielvorhaben erfüllt wurde.

Ein weiterer Unterschied: Der Bericht „Zielvorhabenfluss“ stellt auch „Loopbacks“ dar – Sie erkennen also auch, wenn Nutzer zu einer zuvor besuchten Seite zurückkehren oder eine Seite aktualisieren.

Überspringt ein Nutzer einen Schritt, wird dieser in der Trichtervisualisierung ergänzt. im Zielvorhabenfluss geschieht das nicht.

Bearbeiten Sie einen Trichter oder erstellen einen neuen, werden Ihnen in der Trichtervisualisierung alle Daten von diesem Moment an angezeigt. Im Zielvorhabenfluss dagegen können Sie auch alle vergangenen Daten einsehen.

Außerdem können Sie hier flexibel zwischen verschiedenen Dimensionen, Detaillierungsgraden und Segmenten hin- und her wechseln. Wir empfehlen, auf verschiedene Segmente zu schauen, um festzustellen, welche die höchsten und welche die niedrigsten Konversionsraten aufweisen – und an welcher Stelle die entsprechenden Nutzer meistens abbrechen.

google analytics goal flow

Bild: Google Analytics

Hinweis: Wie auch der Bericht „Ereignisfluss“ arbeitet „Zielvorhabenfluss“ mit Stichprobenziehung. Dementsprechend werden auch hier nicht alle Daten analysiert, sondern nur repräsentative Stichproben. Diese Vorgehen liefert in der Regel akkurate Ergebnisse, falls aus den Daten für Sie aber besonders wichtige Konsequenzen folgen, können Sie die analysierte Zeitspanne verkleinern, um die Datenmenge zu reduzieren.

Intelligente Zielvorhaben

Dieser Bericht ist dann hilfreich, wenn Sie a) Google Ads nutzen und b) Konversionen nicht messen. Denn hier nutzt Google im Grunde maschinelles Lernen, um Ihre „besten“ Sitzungen zu identifizieren (also die, die am wahrscheinlichsten Konversionen generieren) und übersetzt deren Merkmale in intelligente Zielvorhaben. Dabei werden Kriterien wie

  • Sitzungsdauer,

  • Seiten pro Sitzung,

  • Standort,

  • Gerät und

  • Browser berücksichtigt.

Sobald intelligente Zielvorhaben generiert wurden, können Sie diese in Google Ads nutzen, um die Performance Ihrer Werbeanzeigen zu optimieren.

Behalten Sie allerdings im Hinterkopf: Intelligente Zielvorhaben werden unter Marketern kontrovers diskutiert. Denn die Datengrundlage ist minimal und Unternehmen sind in der Regel wesentlich besser damit beraten, ihre eigenen Konversionen zu tracken. 

Jetzt sind Sie bereit zum Tracken

Google Analytics ist ein extrem wertvolles Tool für jede Art von Unternehmen, da es Ihnen konkrete Daten liefert, die Sie für Ihr Wachstum nutzen können. Setzen Sie doch am besten ein Lesezeichen für diesen Leitfaden: So können Sie jederzeit zurückkehren, wenn Ihr Tracking anspruchsvoller wird und Sie Details nachlesen möchten.

Viel Erfolg auf Ihrer Google-Analytics-Reise! 

So nutzen Sie die Google Suite

Titelbild: Tetiana Lazunova / getty images

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Ursprünglich veröffentlicht am 18. Mai 2020, aktualisiert am Mai 18 2020

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