Lange Ladezeiten von Websites sind nicht nur für die Nutzer nervig, sondern werden seit 2018 auch bei Suchanfragen von Mobilgeräten durch den Google-Algorithmus abgestraft. Seiten, auf die nach zwei Sekunden nicht zugegriffen werden kann, werden nicht einmal gecrawlt. Das scheint nur konsequent, schließlich steigt schon nach ein bis drei Sekunden Ladezeit die Wahrscheinlichkeit, dass Nutzer abspringen, um 32 Prozent. Gleichzeitig bietet Google Ihnen mit den „PageSpeed Insights“ ein Tool, das Ihnen hilft, Ihre Ladezeiten zu überwachen und entsprechend zu optimieren. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Kennzahlen Sie hier herauslesen können und welche Möglichkeiten zur Optimierung Sie haben.

Was sind Google PageSpeed Insights und was messen sie?

Die „PageSpeed Insights“ sind ein Analyse-Tool für die Ladezeiten von Websites, das mit jeder beliebigen URL funktioniert: einfach die entsprechende Adresse in das dafür vorgesehene Feld kopieren und loslegen. Die Ergebnisse werden getrennt sowohl für die Mobil- als auch für die Desktop-Version der jeweiligen Seite ausgegeben.

Wie Sie prüfen, inwiefern Ihre Website und deren Elemente die Anforderungen  moderner SEO erfüllen, erfahren Sie in unserem ausführlichen Leitfaden zur  Durchführung von SEO-Audits.

Eine deutliche Verbesserung der neusten Version der Software: Sie bezieht reale Nutzerdaten aus der „Chrome User Experience“ mit ein – von Nutzern also, die Googles Chrome-Browser nutzen und ihre Nutzungsstatistiken freiwillig mit Google teilen. Ergänzt werden diese Daten durch das Performance-Tool „Lighthouse“, das den Zugriff auf die jeweilige Website simuliert und so die entsprechenden Kennzahlen erhebt. Werte zwischen 0 und 59 gelten als schlecht, zwischen 60 und 79 als akzeptabel und über 80 als gut. Daraus lässt sich bereits ableiten, dass es nicht immer nötig ist, einen Wert von 100 anzustreben. Liegt der Performance-Wert bereits bei über 80, steht der Nutzen durch eine Performance-Steigerung häufig nicht mehr im Verhältnis zu den Kosten, die die dazu nötigen Maßnahmen verursachen würden.

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Das Ergebnis der PageSpeed-Analyse ist allerdings nicht ein einziger Wert, es setzt sich vielmehr aus verschiedenen Kennzahlen zusammen:

Feld- und Labordaten

An dieser Stelle wird die Median-Ladezeit in den Kategorien schnelldurchschnittlich und langsam angegeben. Dabei berücksichtigt das Tool zwei wesentliche Größen:

FCP (First Contentful Paint) orientiert sich an dem Zeitpunkt während des Ladens einer Seite, zu dem die ersten Inhalte für die Nutzer sichtbar werden (seien es Texte oder Bilder). Entscheidend ist hier also, wie schnell Nutzer mit der Website interagieren können. Als schnell gelten hier Ladezeiten unter 1,6 Sekunden, mit unter drei Sekunden befinden sich Websites noch im Durchschnitt.

DCL (DOM Content Loaded) gibt den Zeitpunkt an, zu dem das HTML-Dokument vollständig geladen und analysiert ist. Hier geht es also um die Frage, wie schnell Textinhalte komplett eingesehen werden können. Ladezeiten unter 2,1 Sekunden gelten hier noch als schnell, alles unter 4,2 Sekunden ist Mittelmaß.

Die hier genannten Zeitangaben sind dabei nur als Orientierung zu verstehen. So muss beispielsweise zwingend zwischen der mobilen und der Desktop-Anwendung unterschieden werden, da das mobile Laden durchschnittlich deutlich länger dauert.

In Form eines Balkendiagramms zeigt die Grafik zur Seitenverteilung an, wie sich die FCP- und DCL-Werte beim Seitenaufbau verteilen. Konkret geht es also darum, wie häufig die Website in der Praxis (gemessen an den Chrome-Nutzerdaten) also schnell, durchschnittlich oder langsam aufgebaut wurde.

Empfehlungen & Diagnose

Zuletzt zeigt das Tool bereits selbstständig Verbesserungsvorschläge an, die aus rein technischer Perspektive sinnvoll erscheinen. Diese sollten allerdings stets kritisch hinterfragt und nicht blind übernommen werden. Schließlich können sich verschiedene Modifikationen zwar positiv auf die Ladezeiten auswirken, dafür aber an anderer Stelle das Nutzererlebnis verschlechtern.

Außerdem wird Ihnen „PageSpeed Insights“ auch dann noch Optimierungsvorschläge unterbreiten, wenn die Gesamtperformance schon sehr gut ist. Wie bereits erläutert, kann in diesem Fall häufig davon abgesehen werden, weitere Verbesserungen vorzunehmen.

Eine Hilfe bei der Einschätzung, welche Optimierungsansätze sich auszahlen könnten, bietet das Tool aber ebenfalls: So gibt es eine geschätzte Einsparung in Sekunden an, die eine konkrete Modifikation bedeuten würde.

Wie können lange Ladezeiten optimiert werden?

Falls Ihre Website zu lange Ladezeiten aufweist, kann das unterschiedlichste Gründe haben. Zu den häufigsten gehören aber die Folgenden, die sich glücklicherweise auch relativ schnell beheben lassen:

  • Antwortzeit des Servers ist zu lang: Grundvoraussetzung, damit eine Seite schnell laden kann, ist eine schnelle Server-Antwort. Google empfiehlt hier als Kennwert circa 0,2 Sekunden. Eine Möglichkeit zur Beschleunigung ist die Anschaffung stärkerer Hardware, eine andere die Vermeidung von Weiterleitungen (Redirects), die zum Beispiel bei fehlerhaften internen Verlinkungen greifen.
  • Zu große Bilddateien: Den wesentlichsten Anteil an der Dateigröße einer HTML-Seite haben in der Regel Bilder. Werden diese nicht gezielt komprimiert, können sie mehrere Megabyte einnehmen und die Ladezeiten unnötig verlängern. Stattdessen sollten Bilder entweder händisch mit entsprechender Bearbeitungssoftware in der Größe reduziert werden – alternativ geht dies, je nach CMS, auch durch ein Plugin, das sämtliche Bilddateien beim Upload automatisch komprimiert.
  • Fehlendes Browser-Caching: Wird das sogenannte Caching aktiviert, werden die Inhalte beim Aufrufen einer Seite lokal zwischengespeichert, sodass ein erneutes Laden deutlich schneller vonstattengeht.
  • Ungenutzte Codezeilen im Quelltext: Nicht selten werden beim Seitenaufruf regelmäßig Scripts geladen, die überhaupt nicht mehr genutzt werden. Diese sollten gelöscht werden, damit der Quellcode nicht unnötig aufgebläht wird. Um zu erkennen, welche Codezeilen überflüssig sind, können Sie verschiedene Browser-Tools nutzen.
  • Fehlende Priorisierung sichtbarer Inhalte: Die Inhalte einer Website sollten grundsätzlich von oben nach unten geladen werden. Im Idealfall lädt der sogenannte „above the fold“ Content, der für die Nutzer ohne zu scrollen auf den ersten Blick sichtbar ist, so im Bruchteil von Sekunden. Ist der Ladevorgang weiter unten noch nicht abgeschlossen, stört das nicht, da die Nutzer die Wartezeit hier nicht bewusst wahrnehmen.

Dank der Einbindung realer Nutzerdaten ist Google PageSpeed Insights deutlich praxisnäher und damit verlässlicher geworden. Das ist nicht zuletzt deshalb wichtig, weil die Ladegeschwindigkeit nicht nur als SEO-Faktor essenziell ist, sondern vor allem auch einen wesentlichen Teil des Nutzer- bzw. Kundenerlebnisses ausmacht. Entsprechend ist es unabdingbar, die Ladezeiten der eigenen Website regelmäßig zu prüfen und sie bestmöglich zu optimieren, was oft schon mit geringem Aufwand und wenigen Handgriffen erreichbar ist.

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Ursprünglich veröffentlicht am 27. Februar 2019, aktualisiert am März 11 2019

Themen:

SEO