Ansprechende Bilder bleiben länger im Gedächtnis. Diese Weisheit gilt auch im Marketing: Laut dem Wyzowl Video Marketing Report bewerten 92 Prozent der Onlinemarketerinnen und Onlinemarketer Videos als essenzielle Instrumente einer Marketingstrategie. Die Königsdisziplin der Corporate Videos ist der Imagefilm. Doch wie gelingt die Produktion und welche Voraussetzungen müssen stimmen? Und was kostet ein Imagefilm eigentlich?

In diesem Guide finden Sie alle wichtigen Informationen zum Einsatz und der Produktion eines Imagefilms.

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Was können Unternehmensfilme?

Imagefilme sind im Marketing echte Alleskönner. Mit ihrer Hilfe können Sie Zuschauerinnen und Zuschauer unterhalten und sie gleichzeitig von Ihrem Unternehmen überzeugen. Sie können die Identität und Leistung einer Marke in Szene setzen, Kampagnen illustrieren, Fragen stellen und beantworten, Autorität aufbauen und bei Ihrer Zielgruppe bleibende Eindrücke und prägende Bilder erzeugen.

Imagefilme zielen nicht auf die direkte Vermarktung ab. Sie sind keine Werbung, sondern Formate, die Werbe- und Marketingmaßnahmen wirksam unterstützen und begleiten. Es gibt viele verschiedene Formen von Imagefilmen, die sich hinsichtlich Format und Aufbau grundlegend unterscheiden. 

Imagefilme können Sie für alle Zwecke und Anlässe nutzen, bei denen die Marke sich präsentiert. Dazu zählen unter anderem:

  • Kampagnen für Neukundengewinnung und Kundenbindung

  • Messen

  • Teil einer Onlinemarketing-Strategie

  • Recruiting

  • Produkteinführungen

Deshalb haben sie oftmals einen festen Platz im Marketingportfolio von Unternehmen, die sich von Mitbewerbern abheben möchten. Ein guter Imagefilm ist ein wertvolles Asset für jede Marke. Er kann auch als Ausgangspunkt für weiteren, professionellen Video Content genutzt werden.

Imagefilm Erstellen: In 6 Schritten zum Erfolg

Die Entscheidung für die Produktion eines Imagefilms ist gefallen – doch wie geht es nun weiter? Ein guter Imagefilm ist eine Säule Ihrer Marketingstrategie und kann viele Maßnahmen und Kanäle bereichern. Dafür muss er jedoch zu Ihrer Marketing- und Kommunikationsstrategie passen und die Werte Ihrer Corporate Identity authentisch widerspiegeln. Hier sind unsere sechs Schritte hin zum erfolgreichen Imagefilm:

Schritt 1: Interne Unterstützung sichern

Je nach Größe Ihres Unternehmens und seiner Struktur müssen Sie eventuell eine Vielzahl von Stakeholdern und Teams in den Prozess involvieren. Holen Sie daher zuallererst die Zustimmung der relevanten Bereiche ein, etwa vom Management, Marketing und Vertrieb. Ein Projektantrag und ein detailliertes Briefing haben sich hier bewährt. Klären Sie darin beispielsweise folgende Punkte ab:

  • Warum ein Imagefilm? Warum zu diesem Zeitpunkt?
  • Welcher Mehrwert entsteht und welche Möglichkeiten werden dadurch eröffnet?
  • Welche Unternehmensbereiche profitieren davon?
  • Welche Zielgruppe wollen Sie ansprechen?
  • Wie passt der Film in die Marketingstrategie Ihres Unternehmens?
  • Welche Ziele wollen Sie mit dem Film erreichen und wie messen Sie dies?
  • Über welche Kanäle soll der Film distribuiert werden?
  • Wer ist für die Produktion verantwortlich? Nutzen Sie das – sehr empfehlenswerte – DARCI-Framework?
  • Wie viel Budget benötigen Sie?
  • Welches Format und welche Filmlänge streben Sie an? 

Ist ein vielfältiger Einsatz geplant, können Sie außerdem umfangreiches Material für mehrere Varianten produzieren. So halten Sie sich die Option offen, mehrere Abwandlungen des Unternehmensfilms zu schneiden.

Schritt 2: Budget festlegen – was kostet ein Imagefilm?

Die Frage, wie viel ein Imagefilm kostet, steht bei der Planung meist an erster Stelle. Immerhin kann ein derartiges Projekt einen großen Teil des Marketingbudgets beanspruchen. Die Kosten für einen Imagefilm variieren je nach Aufwand stark und liegen meist zwischen 2.500 Euro und 50.000 Euro.

Hauptkostentreiber ist der Produktionswert. Je mehr Technik und Menschen beim Dreh involviert sind, desto teurer wird der Film. Dafür können Sie vorab einen klaren Rahmen bestimmen und so eingrenzen, wie komplex und aufwendig der Imagefilm sein soll.

Ein höherer Wert der Imagefilm-Produktion ist am Ende meist sichtbar und sagt etwas über Ihr Unternehmen aus. Doch für bestimmte Formate sind auch niedrigere Produktionswerte vollkommen ausreichend. Fehlende Ideen und Storys, die nicht zünden, lassen sich jedoch auch mit viel Geld nicht ausgleichen.

Die Kosten für Imagefilme im Detail

Bedenken Sie bei der Finanzplanung folgende Faktoren:

  • Agentur-Honorar (Video-Agenturen schnüren meist ein Gesamtpaket aus allen Kosten der Produktion)
  • Externe Dienstleister
  • Gagen und Lizenzkosten für Schauspielerinnen und Schauspieler sowie Sprecherinnen und Sprecher 
  • Miete von Technik, Filmequipment, Beleuchtung
  • Kosten für digitale Effekte und CGI
  • Kosten für Schnitt und Postproduktion
  • Bezahlung der Beteiligten am Set (Kameraleute, Setdresser, Regie, Projektmanagement, Make-up, Beleuchtung, usw.)
  • Kosten für Film-Locations und Studios
  • Kosten der Dekoration des Sets
  • Catering
  • Übersetzungskosten des Skripts, Synchronsprechende sowie Übersetzung der Untertitel bei Produktionen in mehreren Sprachen

Schritt 3: Den Inhalt konzipieren

Haben Sie den formalen Rahmen abgesteckt, folgt nun die inhaltliche Arbeit. Überlegen Sie, welchen Inhalt Ihr Film im Kern hat. Dann entscheiden Sie, in welcher Form Sie Ihre Aussagen am besten vermittelt.

Drehbuch und Storyboard erstellen

Schreiben Sie nicht nur ein Drehbuch, sondern nutzen Sie zur Visualisierung ein Storyboard, das allen Beteiligten einen Überblick über die zu drehenden Szenen verschafft. Hier stehen die Zuschauerinnen und Zuschauer im Mittelpunkt. Überlegen Sie:

  • Wie soll sich Ihr Publikum fühlen?
  • Was soll die Haupthandlung Ihres Imagefilms sein?
  • Welche Schlüsselszenen gibt es?

Arten und Formen und Bestandteile von Imagefilmen

Kennen Sie die Kernaussagen Ihres Imagefilms, können Sie nun seine äußere Form festlegen. Grundsätzlich wird bei Imagefilmen zwischen dokumentarischen und szenischen Ansätzen unterschieden. Innerhalb dieser Aufteilung lassen sich mehrere Grundformen beschreiben:

  • Dokumentarischer Imagefilm: Allrounder
  • Messe- und Industriefilme: Fokus auf Alleinstellungsmerkmale und die ästhetische Darstellung von Prozessen und Technologien, eignet sich auch bspw. für Messen
  • Interviewformate: Persönlichkeiten und Dienstleistungen im Mittelpunkt, die visuell schwer zu erfassen sind
  • Porträts: Erzählen durch hochwertiges Storytelling von Problemen und ihren Lösungen 
  • Kammerspiel: Dialog zwischen Akteurinnen und Akteuren

In Aufbau und Dramaturgie folgt der Imagefilm den üblichen Regeln für Videoproduktionen: Grundsätzlich teilt sich das Format in Anfang, Hauptteil und Schluss. Entscheidend ist die Fähigkeit, Aufmerksamkeit und Interesse zu wecken und die Zuschauenden über einen gelungenen Spannungsbogen zum gewünschten Ziel zu führen. Das Ende kann je nach Einsatzzweck ein integrierter Call-to-Action sein.

Tonalität und Bildsprache

Wenn Sie einen Imagefilm erstellen, brauchen Sie starke Bilder und emotionale Momente. Das Material muss sich so genau wie möglich auf die Wünsche, Interessen und Emotionen der Zielgruppe konzentrieren. Der Film darf weder verwirren noch langweilen. Ein wertvoller Bestandteil ist Humor. Kluger Witz schafft Verbindung und Menschlichkeit, muss aber passend und vorsichtig eingesetzt werden.

Die Bildsprache ist essenziell für jeden Film. Die Bilder sollten vorrangig aus der eigentlichen Unternehmenstätigkeit stammen oder direkt verbundene Themen illustrieren. Unternehmensfilme setzen Dynamik und Spannung in Szene: Das gelingt über Interaktionen, Locations, Bewegungen, Aktivitäten, Gegensätze und Veränderungen in Szene. Statische Bilder sollten Sie vermeiden.

Geeignetes Bildmaterial vereint drei Eigenschaften: Authentizität, Einzigartigkeit und Ästhetik. Nutzen Sie so oft wie möglich Bilder von Situationen, die tatsächlich stattfinden. Stock Videos – vorgefertigte, generische Fremdinhalte – sollten Sie nur sehr behutsam als Anreicherung des Originalmaterials nutzen. In hoher Dosis schaden Stock-Inhalte Ihrer Imagefilm-Produktion.

Schritt 4: Die Produktion des Imagefilms

Wie die Produktion des Imagefilms abläuft, hängt in erster Linie von der Gestaltungsform ab. Verschiedene Produktionstechniken stellen unterschiedliche Anforderungen:

  • Dreh am Set mit Schauspielerinnen und Schauspielern
  • Aufnahmen an Originalschauplätzen im Unternehmen
  • Computergenerierte Inhalte
  • Animation

Die komplexeste und gleichzeitig mächtigste Technik ist der Dreh am Set. Dafür wird die Produktion in jedem Schritt detailliert durchgeplant. Vor dem Dreh werden ein Zeitplan und ein sogenannter Call Sheet erstellt. Darin sehen alle beteiligten Personen, wann wo welche Szene gedreht wird und wie sie sich vorbereiten müssen. Schauspielerinnen und Schauspieler wissen, wann sie wo erscheinen müssen und dass sie vorher in die Maske müssen. Setdresser können eine Szene umbauen und das Set fertigstellen. Die Beleuchtung kann aufgebaut und ausgerichtet werden. Kameraleute können mit Equipment erscheinen und die Szene vorkonfigurieren.

Auch wir von HubSpot haben Erfahrung mit dem Drehen von Imagefilmen. Unser neuestes Brand Video, das wir Ende 2020 gedreht haben, ist beispielsweise als IGTV auf Instagram zu sehen!

Imagefilm-HubSpot-3Quelle: Instagram/HubSpot DACH  

Dabei war hinter den Kulissen natürlich viel los. So beispielsweise sah es beim Dreh unseres HubSpot Brand Videos aus:

Imagefilm-HubSpot-2Imagefilm-HubSpot-1

Bei der Produktion des HubSpot-Imagefilms waren über 30 Menschen am Set. Die Koordination aller am Dreh beteiligten Personen war sehr komplex – mit ihr steht und fällt der gesamte Dreh. 

Änderungen sind bei Videoproduktionen immer ein Kostenfaktor und sollten so weit wie möglich ausgeschlossen werden. Vor allem bei Imagefilm-Produktionen mit Dreh am Set verlängern nachträgliche Änderungen die anvisierte Drehzeit und treiben die Kosten des Imagefilms in die Höhe. Deshalb sollten Sie schon im Vorfeld bei allen Entscheiderinnen und Entscheidern Zweifel, Konflikte und Unklarheiten konsequent beseitigen.

Wenn so viele Menschen an einem komplexen Projekt arbeiten, können Sie Unvorhergesehenes dennoch nie ausschließen. Am Set muss es daher immer einen Vertreter oder eine Vertreterin des Unternehmens geben, der oder die bei der Imagefilm-Produktion bevollmächtigt ist, spontan und ohne lange Absprache Entscheidungen zu treffen.

Schritt 5: Postproduktion des Unternehmensfilms

Ist der Imagefilm im Kasten, geht es nun an die Postproduktion. Hier kommt es ganz auf Ihr Filmkonzept an – benötigen Sie eine aufwändige Bearbeitung, CGI oder Animationen? Dann kann dieser Schritt etwas mehr Zeit benötigen. Ihre Geduld wird jedoch mit einem herausragenden Film belohnt.

Schritt 6: Distribution des Imagefilms

Nun geht es endlich an die Veröffentlichung Ihres Imagefilms. Folgen Sie Ihrer Strategie für Content Stacking, um aus Ihrem Film den größtmöglichen Erfolg herauszuholen. Dafür können Sie den Film in seiner Gänze, einzelne Szenen oder Screenshots je nach Bedarf auf den einzelnen Kanälen, Ihren Social Media-Profilen oder im E-Mail-Marketing einsetzen. 

Vier Beispiele für gelungene Imagefilme

Die folgenden Beispiele dienen als Inspiration dafür, welche Möglichkeiten und Techniken Ihnen zur Verfügung stehen, um Ihr Unternehmen mithilfe eines Imagefilms zu präsentieren.

Grimme 

Der Imagefilm der Grimme Gruppe stellt das Unternehmen sowie die dazugehörigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf eine humorvolle Art und Weise vor und gewann bei den internationalen Wirtschaftsfilmtagen unter anderem die Preise für den besten Image- und Recruitingfilm.

Imagefilm_1Quelle: Grimme Recruitingfilm, Aldente Entertainment 

Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation

In einem Imagefilm des Kuratoriums für Dialyse und Nierentransplantation werden vier Patientinnen und Patienten porträtiert und durch emotionales Storytelling brillant in Szene gesetzt.

Leonhard Weiss

Das Bauunternehmen Leonhard Weiss bewies mit ihrem experimentellen Imagefilm Mut und veranschaulichte auf eine emotionale Art und Weise den Zusammenhalt im Unternehmen.

Schweizer Bundesbahn

In Ihrem preisgekrönten Imagefilm mit Voiceover wird die Schweizer Bundesbahn durch beeindruckende Bilder hervorragend in Szene gesetzt.

Fazit: Imagefilme sind anspruchs- und wirkungsvoll

Video Content spielt eine zentrale Rolle in modernen Marketingstrategien. Imagefilme können eine zusätzliche Säule Ihrer Video-Strategie sein. Sie begleiten und bereichern Kampagnen und helfen Ihnen, die Werte Ihrer Corporate Identity glaubhaft nach außen zu tragen.

Einen Imagefilm zu erstellen ist komplex, erfordert genaue Planung, klare Entscheidungen und professionelles Projektmanagement – und belohnt Sie mit einem erfolgreichen Film, den Sie erfolgreich für Marketing und Vertrieb einsetzen können.

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Titelbild: guruXOOX / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 15. September 2021, aktualisiert am September 15 2021

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