Bei vielen Suchanfragen stellt Google über oder neben den organischen Ergebnissen zusätzliche Informationen bereit. Diese praktischen Boxen sind als „Google Knowledge Graph“ bekannt und helfen Nutzern, die gewünschten Auskünfte noch schneller zu erhalten. Wie aber funktioniert der Knowledge Graph und wie können Sie ihn für sich nutzen? Wir verraten es Ihnen.

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Welche Inhalte bietet der Knowledge Graph?

Der Knowledge Graph wird dann ausgespielt, wenn Google hinter einer Suchanfrage eine sogenannte semantische Entität erkennt (siehe unten). Die Boxen können Daten zu Personen, Orten oder Unternehmen enthalten, aber auch Bilder und ganze Textausschnitte sowie strukturierte Daten mit Details zur jeweiligen Suchanfrage anzeigen.

Voraussetzung dafür ist natürlich, dass strukturierte Daten vorhanden sind. Das mag der Grund sein, dass Google Webmaster in der Vergangenheit Nutzer immer wieder dazu anhielt, strukturierte Daten auf ihren Websites einzubinden.

Je nach Suchbegriff oder Frage wird der Google Knowledge Graph durch verschiedene Faktoren ausgelöst. Häufig führen zum Beispiel Fragen nach Personen (Wer ist Bundespräsident von Deutschland? Wie heißt die Frau von Donald Trump?) zu einer Infobox. Auch Geburtsdaten, Definitionen, Rezepte, Maßeinheiten oder Entfernungen stellt Google oft im Knowledge Graph zur Verfügung.

Eine Studie zur universellen und erweiterten Suche von Searchmetrics hat ergeben, dass bei 30 Prozent aller Suchergebnisse am Desktop ein Knowledge Graph ausgespielt wird. Bei mobilen Suchergebnissen liegt der Anteil bei 23 Prozent. Der Knowledge Graph wird auf dem Smartphone „above the fold“ angezeigt. 

Semantische Entitäten – die Grundlage des Knowledge Graph

Der Begriff „Entität“ kommt aus der Semantik. Eine Entität besteht aus einem sogenannten Identifikator und bestimmten Eigenschaften. Nehmen wir als Beispiel Angela Merkel. Sie ist Bundeskanzlerin, Physikerin und in Ostdeutschland geboren. Der Name Angela Merkel ist der Identifikator und bildet zusammen mit den dazugehörigen Eigenschaften eine Entität.

Einzelne Entitäten stehen wiederum in Beziehungen zueinander. Dieser Kontext, in den Entitäten eingebettet sind, wird als Ontologie bezeichnet.

Google arbeitet mit Entitäten, um Suchanfragen besser verstehen und einordnen zu können.

Dank dieses Modells kann die Suchmaschine unter anderem …

  • die Beziehungen zwischen einzelnen Wörtern und Sätzen besser erkennen,
  • im Falle von Mehrfachbedeutungen eher nachvollziehen, welche Intention hinter einer Suchanfrage steckt,
  • Dokumente interpretieren und
  • zu einem Thema relevante Entitäten ausfindig machen.

Entitäten finden mit der Knowledge Graph Search API

Wenn Sie bestimmte Entitäten finden möchten, können Sie dazu die Knowledge Graph Search API verwenden. Sie nutzt die Standards der Seite schema.org, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Schemen für strukturierte Daten zu sammeln, zu erhalten und zu verbreiten.

Für SEO relevant sind diverse Arten von Entitäten, wie etwa

  • Behörden
  • Bücher
  • Bildungseinrichtungen
  • Events
  • Filme
  • Musikgruppen
  • Orte
  • Personen
  • Serien
  • Unternehmen

Die Knowledge Graph Search API bietet Ihnen ein Ranking der wichtigsten Entitäten, die bestimmte Kriterien erfüllen und ermöglicht es, Content entsprechend zu organisieren.

Woher kommen die Informationen für den Google Knowledge Graph?

Früher stammten die Informationen oft aus der offenen semantischen Wissensdatenbank Freebase. Heute bezieht Google sie über strukturierte und lizenzierte Daten von Websites, die das System als vertrauenswürdig erachtet, sowie von Wikipedia und Wikidata.

Die letzten beiden nutzt Google als Beweis für die Relevanz einer Entität. Verlinkungen innerhalb von Wikipedia helfen Google auch, Beziehungen zwischen Entitäten zu verstehen und Ontologien zu bilden. Themen, die keinen Eintrag in Wikidata oder bei Wikipedia haben, bleiben vom Knowledge Graph in der Regel unbeachtet.

So bekommen Sie einen Eintrag im Knowledge Graph

Sie können Ihre Chancen auf einen Eintrag im Knowledge Graph steigern, indem Sie strukturierte Daten auf Ihrer Website nutzen. Versehen Sie Ihren Content dazu mit Markup Language. Achten Sie darauf, dass alle Daten korrekt und aktuell sind. Auch Einheitlichkeit ist ein wichtiger Punkt. So sollten die Angaben auf Ihrer Website etwa mit denen in Ihrem Google-My-Business-Profil übereinstimmen.

Eine Garantie, dass Sie im Knowledge Graph landen, gibt es allerdings nicht. Was genau angezeigt wird, wird durch einen eigenen Algorithmus bestimmt. Google selbst hat dazu bisher keine näheren Informationen herausgegeben.

Der Google Knowledge Graph bietet für SEO sowohl Vor- als auch Nachteile

Durch den gezielten Einsatz von semantischen Entitäten kann Google Suchanfragen mittlerweile deutlich besser verstehen und in einen Kontext einordnen als noch vor einigen Jahren. Dadurch kann die Suchmaschine Anfragen besser und schneller beantworten.

Für Nutzer bietet das natürlich einen großen Vorteil: Wenn sie die Informationen, nach denen sie gesucht haben, im Knowledge Graph ausgespielt bekommen, können sie sich den Klick auf eine Website sparen.

Für Websites mit hohem Informationsanteil kann das jedoch mit einem Traffic-Verlust einhergehen – und das wiederum kann sich auf Werbeeinnahmen und die Kundengewinnung auswirken. Auf der anderen Seite bietet es auch Chancen für Sie, wenn Ihre Informationen im Knowledge Graph erscheinen. Häufig ist damit ein weiterführender Link auf Ihre Seite verbunden. Das schafft Sichtbarkeit für Sie. Und wenn Nutzern die Daten aus der Infobox nicht reichen, können Sie über den Link auf Ihre Website gelangen. Die Möglichkeit, im Knowledge Graph zu erscheinen, ist vor diesem Hintergrund grundsätzlich positiv zu bewerten.

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Headerbild: kingwin / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 11. Dezember 2019, aktualisiert am Dezember 11 2019

Themen:

SEO