Glaubhaftes Lob auf Arbeitgeberportalen wie Kununu ist ein wirksames Aushängeschild für jeden Arbeitgeber. Es sorgt im Optimalfall dafür, dass besonders qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber auf Ihr Unternehmen aufmerksam werden und sich bewerben.

Und auch auf potenzielle Kundinnen und Kunden wirken begeisterte „Insider“-Beurteilungen anziehend. Denn positive Erfahrungsberichte vermitteln eine grundlegende Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und zeigen, dass sie stolz auf ihren Arbeitsplatz sind. Das stärkt die Mitarbeiterbindung.

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Von guten Kununu-Kritiken kann die öffentliche Wahrnehmung eines Unternehmens also in mehrfacher Hinsicht profitieren. In unserem Artikel geben wir Ihnen praktische Tipps, wie Sie zu mehr positiven Bewertungen kommen und erklären, welche Fallstricke Sie vermeiden sollten.

Den Arbeitgeber bewerten: Machen Sie Kununu bei zufriedenen Mitarbeitenden bekannt

Die Erfahrung zeigt, dass sich auf vielen Bewertungsportalen häufig erst einmal die unzufriedenen Nutzerinnen und Nutzer zu Wort melden, während die Zufriedenen schweigen. Bereits eine kleinere Ansammlung negativer Beurteilungen kann jedoch dazu führen, dass ein Unternehmen plötzlich in einem schlechten Licht dasteht, das es gar nicht verdient.

Der Knackpunkt ist hier, dass die zufriedenen Mitarbeitenden in der Regel keinen Grund sehen, sich online über Ihren Arbeitgeber zu äußern. Viele kennen die Plattform Kununu im Zweifel auch gar nicht oder halten sich zurück, weil ihnen nicht bewusst ist, dass sie die Möglichkeit haben, den Auftritt des Unternehmens positiv mitzugestalten

Das sollten Sie ändern: Als Arbeitgeberin oder Arbeitgeber haben Sie immerhin die Möglichkeit, Ihr Kununu-Profil im Unternehmen bekannter zu machen. Wenn Sie der Meinung sind, dass die überwiegende Anzahl Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich in Ihrem Betrieb wohlfühlt, informieren Sie sie gezielt über Ihr Kununu-Profil.

Um erste Erfahrungen zu sammeln, haben Sie auch die Möglichkeit, zunächst einzelne Mitarbeitende anzusprechen, auf deren Zuspruch Sie fest vertrauen können. Das kann den Stein ins Rollen bringen, denn vielen Menschen fällt es leichter, eine Bewertung zu hinterlassen, wenn sich schon andere geäußert haben.

Auch wenn bereits eine oder mehrere schlechte Bewertungen Ihres Unternehmens bei Kununu vorliegen, etwa von ehemaligen Mitarbeitern, ist dies kein Grund, Ihr Profil vor Ihren Mitarbeitenden zu verstecken. Im Gegenteil: Zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fühlen sich selbst davon gestört, wenn ihr Arbeitgeber öffentlich verunglimpft wird. Ihre positive Meinung dagegenzusetzen, ist für viele selbstverständlich.

Zögern Sie also nicht, Ihre loyalen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über die Situation zu informieren und sie zum Bewerten zu animieren. Auf diese Weise können Sie für positive Einträge sorgen, die den Gesamteindruck Ihres Unternehmens wieder in die Balance bringen.

Kununu Bewertungen: Antworten Sie auf positive wie negative Beurteilungen

Bewertungen müssen keine Einbahnstraße sein. Indem Sie auf positive und auch auf negative Bewertungen antworten, zeigen Sie demjenigen, der den Eintrag verfasst hat, dass Sie Wert auf das Feedback legen

Bedanken Sie sich für positive Bewertungen

Für eine gute Bewertung sollten Sie sich in jedem Fall bedanken, denn der Angestellte, der die positive Kritik verfasst hat, hat schließlich freiwillig etwas für Sie als Arbeitgeber getan. Selbst mit einem kurzen „Dankeschön“ drücken Sie Wertschätzung und Dankbarkeit aus.

Weitere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen können sich dadurch motiviert fühlen, Ihnen auch eine positive Bewertung zu schreiben. Bei potentiellen Bewerbungskandidaten hinterlässt Ihre Reaktion ebenfalls einen guten Eindruck.

Negative Bewertungen: Nutzen Sie diese konstruktiv und bleiben Sie sachlich

In vielen Fällen ist es sinnvoll, auch auf negative Kritik zu antworten. Einerseits können Sie mit einer sachlichen und höflichen Antwort verhindern, dass der negative Eintrag eine Eigendynamik entwickelt und abschreckend auf Lesende wirkt. Andererseits zeigen Sie, dass Ihnen die schlechte Bewertung nicht egal ist.

Hier gilt: Begreifen Sie Kritik grundsätzlich erst einmal als konstruktiv und als Chance für Ihr Unternehmen. Vielleicht steckt ja ein Körnchen Wahrheit darin, wenn beispielsweise eine Bewerberin über eine schlechte Erfahrung im Bewerbungsprozess schreibt.

Mit einer sachlich fundierten, kurzen Antwort können Sie den negativen Eindruck nicht nur ausgleichen, sondern möglicherweise auch ins Positive drehen.

Zudem sollten Sie darauf achten, keine Namen und personenbezogenen Daten preiszugeben, um nicht den Anschein zu erwecken, Sie würden durch die Offenlegung der persönlichen Informationen mit einer Retourkutsche reagieren.

Kununu: Arbeitgeber sollten auf Freiwilligkeit setzen

Leider ist es keine Seltenheit, dass Arbeitgeber Druck auszuüben, damit ihre Angestellten ihnen gute Bewertungen auf Kununu hinterlassen. Das ist jedoch keine gute Idee, da dies dem Zweck zuwiderläuft, ein positives und vertrauensbasiertes Arbeitsklima zu schaffen, was wiederum positive Bewertungen hervorruft. 

Doch auch aus ganz eigennützigen Gründen ist die „Gute Bewertung aus Zwang“ nicht empfehlenswert: Denn spricht sich herum, dass Mitarbeitende unter Druck positive Bewertungen geschrieben haben, kann das für den Arbeitgeber sogar juristische Konsequenzen nach sich ziehen – von den mit Sicherheit folgenden negativen Kritiken auf Kununu ganz zu schweigen.

Die logische Schlussfolgerung ist, dass nur aus einer positiven Arbeitsumgebung auch authentische, positive Kununu-Beurteilungen erwachsen können.

Auf der anderen Seite gibt es einige Arbeitgeber, die Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einer Art Belohnungssystem dazu motivieren möchten, Ihnen gute Bewertungen zu geben. Auch dieses Vorgehen ist zweifelhaft. Zwar handelt es sich nicht um reine Fake-Bewertungen, aber Bewertungen sollten freiwillig und aus Überzeugung abgegeben werden, nicht für eine Belohnung. 

Das Prinzip „Bewertung gegen Entlohnung“ wird allgemein nicht als Weg zu ehrlichen Beurteilungen angesehen, wie auch das Oberlandesgericht Frankfurt am Main unlängst entschieden hat.

Kununu selbst geht Hinweisen auf falsche und unechte Bewertungen konsequent nach, denn Transparenz auf dem Arbeitsmarkt ist das erklärte Ziel der Plattform. Wenn beispielsweise gekaufte und oberflächlich wirkende Bewertungen auffallen, wirft dies ein sehr schlechtes Licht auf das Unternehmen – der Imageschaden ist hier vorprogrammiert.

Kununu: Die schlechteste Bewertung löschen, wie funktioniert das?

Bei gekündigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kommt es häufig vor, dass sie nach ihrer Kündigung auf Kununu „Dampf ablassen“. Mit ihren Äußerungen schießen sie dabei zum Teil über das Ziel hinaus. Als Arbeitgeber müssen Sie jedoch weder Lügen, Beleidigungen noch rechtswidrige Bewertungen, wie zum Beispiel Fake-Bewertungen oder die Preisgabe von Firmeninterna, hinnehmen. 

In einem solchen Fall können Sie die Löschung direkt bei Kununu beantragen oder einen auf Reputationsrecht spezialisierten Anwalt damit beauftragen. Sowohl Kununu als auch ein Rechtsbeistand prüfen dann, ob die Äußerungen noch zulässig sind oder gelöscht werden sollten. 

Fazit: Kununu-Bewertungen sind Aushängeschild für Unternehmenskultur

Arbeitgeberportale wie Kununu haben einen immensen Einfluss auf die Außenwirkung von Unternehmen. Mehr und mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, aber auch Kundinnen und Kunden verschaffen sich über Kununu einen Einblick in die Arbeitsbedingungen und Unternehmenskultur. Deshalb ist es ratsam, dass Sie Ihre Kununu-Bewertungen nicht dem Zufall überlassen oder ignorieren.

Eine höhere Zahl positiver Beurteilungen können Sie beispielsweise erreichen, indem Sie Ihre Mitarbeitenden auf das Unternehmensprofil bei Kununu hinweisen, denn nicht alle kennen Kununu.

Durch wertschätzende Antworten auf positive sowie vor allem auch auf negative Bewertungen können Sie sich darüber hinaus auch nach außen als kritikfähigen, aufmerksamen und interessierten Arbeitgeber zeigen – was Ihre Chancen bei qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern garantiert verbessert.

produktivität im home office

Titelbild: Delmaine Donson / E+ / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 31. März 2021, aktualisiert am März 31 2021

Themen:

Employer Branding