Swipe-ups, die Infobox auf YouTube und Shopping-Widgets auf Blogs: All diese Anwendungen haben eins gemeinsam, und zwar, dass sie häufig Affiliate Links enthalten. Der Publisher des Kanals macht auf diese Weise Werbung für einen Merchant. Der wiederum vergütet den Publisher bei entsprechender Conversion-Generierung mit einer Provision.

Welche Rolle Merchants sowie Publisher im Affiliate Marketing einnehmen, welche Affiliate-Netzwerke es gibt und welche Vor- und Nachteile diese Form des Online-Marketings bietet, erfahren Sie in diesem Blogpost. 

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Die Rollen von Publisher und Merchant: Marketing als Partnerprogramm

Die Begrifflichkeiten Merchant (deutsch: Anbieter) und Publisher (deutsch: Partner) fallen im Marketingjargon, sobald es um das Affiliate Marketing geht. Gemeint ist damit ein Partnerprogramm, das beiderseitige Interessen verfolgt. Der Merchant bietet Waren im Internet an und möchte diese entsprechend bewerben.

Dazu kann er als Online-Vertriebsweg auf das Affiliate Marketing zurückgreifen, indem er die Reichweite des Publishers nutzt. Dieser veröffentlicht in seinen Medien einen Link zu den Produkten des Merchants. Klassischerweise veröffentlichen Publisher Affiliate Links auf: 

  • Blogs,

  • der eigenen Webseite oder

  • Social-Media-Kanälen.

Die Verlinkungen sind dabei meist in informative Inhalte eingebettet. Empfiehlt eine Publisherin in einem YouTube-Video beispielsweise ein Online-Kurs, den sie selbst besucht hat, kann sie ihn per Affiliate Link in der Info-Box verlinken, damit die Zuschauenden mit einem Klick auf die Webseite des Anbieters gelangen. Je mehr Menschen klicken und den Kurs buchen, desto höher ist die Vergütung der Publisherin. 

Affiliate Links gliedern sich somit auf eine für die Publisherin sinnvolle und für ihr Publikum mehrwertige Art in ihren Content ein – so profitieren nicht nur Merchant und Publisher, sondern auch die Rezipienten, da sie auf ein für sie relevantes Produkt aufmerksam gemacht worden sind.

Ein Merchant wird mit Conversions belohnt

Durch die Platzierung der Produkte des Merchants auf den Werbeflächen des Publishers kann die Reichweite enorm vergrößert werden. Immer mehr Menschen vertrauen auf die Meinung von Influencern, die Produkte auf ihrem Blog oder in den sozialen Netzwerken empfehlen. Und selbst wenn die Nutzenden nicht direkt über den Affiliate Link kaufen, sorgt die Platzierung für eine Steigerung der Markenbekanntheit.

Ist der Publisher gut ausgewählt und webt dieser die Affiliate Links strategisch in seinen eigenen Content ein, kann Affiliate Marketing auch deutlich zur Steigerung der Conversions beitragen. Damit wird mehr Umsatz für den Merchant kreiert und auch der Affiliate profitiert, je nach Abrechnungsmodell, von jedem Klick, Lead und/oder Kauf.

Affiliate Links können sowohl zu Produktseiten als auch zu besonderen Angeboten, Webinaren, Schulungen oder anderen digitalen Produkten bzw. Dienstleistungen führen. Hier gilt: Nichts ist undenkbar und für nahezu jedes Produkt existiert heutzutage eine virtuelle Zielgruppe samt passendem Publisher bzw. Meinungsführenden. 

Besonders erfolgreich ist das Konzept, wenn den Nutzerinnen und Nutzern durch den Klick auf den Affiliate Link ein wirklicher Mehrwert geboten wird. Die Werbemaßnahme verpufft jedoch hingegen, wenn Affiliate und Merchant nicht zusammenpassen. Denn integriert ein Publisher beispielsweise auf einem Heimwerker-Blog plötzlich einen Link zu einem Kosmetik-Shop, werden die Nutzenden eher irritiert reagieren. 

Gerade Merchants sollten also ein Auge darauf haben, ob die Zielgruppe des Publishers tatsächlich mit der eigenen übereinstimmt – sonst gehen beide Seiten leer aus.

Publisher erhält eine Provision

Im Gegenzug dafür, dass die Publisher Verlinkungen in ihre Inhalte einbetten, erhalten sie eine Provision. Im Regelfall liegt diese zwischen 10 bis 15 Prozent; je nach individueller Absprache kann dieser Wert jedoch stark variieren. Die Provision kann als Geldwert oder auch in Form von Gutschein-Attributen ausgezahlt werden.

Im Affiliate Marketing haben sich indes diverse Provisionsmodelle etabliert, die bestimmen, welche Zielhandlung(en) des Rezipienten für die Vergütung des Publishers zählt. Die bekanntesten sind:

    • Cost-per-Click (CPC): Jeder Klick auf den Affiliate Link zählt. Ob tatsächlich ein Kauf stattfindet, ist dabei unerheblich.

  • Cost-per-Lead (CPL): Sobald eine Person über den Affiliate Link Kontakt aufnimmt oder ihre Daten abgibt (etwa ein Formular ausfüllt oder sich für einen Newsletter anmeldet), verdient der Publisher etwas. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich aus der Lead-Generierung weitere Konversionen, wie etwa Käufe, ergeben.

  • Cost-per-Sale (CPS) oder Cost-per-Order (CPO): Wenn eine Userin etwas bestellt oder kauft, erhält der Publisher eine Provision. Vorige Handlungen wie Klicks oder Leadabgabe sind hierfür unerheblich; nur der Kauf bzw. die Bestellung zählt.

Welche Affiliate-Marketing-Netzwerke gibt es?

Gerade im E-Commerce gibt es einige Unternehmen, die ihr eigenes Affiliate-Programm betreiben. Das bekannteste Netzwerk bietet Amazon mit dem Amazon PartnerNet an. Der Big Player hat die Idee des Affiliate Marketings in den späten 90er-Jahren selbst begründet. 

Darüber hinaus gibt es jedoch viele weitere Netzwerke, bei denen sich sowohl Publisher als auch Merchants anmelden können. Der große Vorteil dieser Affiliate-Netzwerke liegt darin, dass Sie sich als Advertiser nicht um die Verträge mit den einzelnen Publishern kümmern müssen – das übernimmt die Plattform für Sie. 

Affiliate-Netzwerke helfen außerdem bei der Akquise von geeigneten Partnerinnen und Partnern. Auf der anderen Seite finden Influencer und Blogger passende Unternehmen und Shops, zu denen sie ihre Bloginhalte verlinken können.

Als Merchant erhalten Sie auch einen genauen Einblick in die Statistiken und können detailliert überprüfen, wie viele Conversions mit einem Affiliate generiert wurden. Für diese Services ist in der Regel eine Gebühr an das Netzwerk zu entrichten. 

Zu den bekanntesten Affiliate-Netzwerken gehören: 

1. Awin

Das Netzwerk Awin bietet eine große Auswahl an Partnerprogrammen für Advertiser und Publisher. Über 211.000 aktive Publisher sind in dem Netzwerk angemeldet. Dank dem Cross Device Tracking wird die Customer Journey auf allen Geräten getrackt. Zudem bietet Awin auch Gutschein-Attribution an.

2. SuperClix

SuperClix bietet seit 2000 Affiliate Marketing mit über 200 verschiedenen Partnerprogrammen aus dem DACH-Raum an. Die Gebühren für Merchants sind sehr preiswert, sie steigen jedoch mit dem Umsatz, der durch die Affiliates generiert wird. 

3. Belboon

Das Partnernetzwerk Belboon gehört definitiv zu den größten Anbietern im DACH-Raum. Es wird von Publishern und Unternehmen gleichermaßen genutzt. Über 1.800 Partnerprogramme und 80.000 Affiliates sind auf Belboon vertreten. Durchschnittlich erreicht die Plattform 2,5 Millionen Transaktionen im Jahr.  

4. AdCell

2.000 Partnerprogramme und 58.000 aktive Publisher kann das Affiliate-Netzwerk AdCell vorweisen. Thematisch deckt die Plattform so gut wie jede Branche ab. Mit 250.000 Transaktionen pro Monat zählt AdCell zu einem der wichtigsten Plattformen für das Affiliate Marketing. 

Affiliate Marketing: Vor- und Nachteile im Überblick

Das Affiliate Marketing bietet für Merchant und Publisher eine tolle Möglichkeit, Online-Marketing mit Synergie-Effekt zu betreiben. Beide Parteien beeinflussen wechselseitig die Zielerreichung des anderen und verhelfen sich so zum Erfolg. 

Die nachfolgende Übersicht zeigt, welche Vor- und Nachteile das Affiliate Marketing bietet:

  Vorteile Nachteile
Merchant
  • Die Werbeplätze sind um ein Vielfaches günstiger als bei anderen Maßnahmen im Online-Marketing.
  • Die Produkte werden vielseitig beworben, was zu einer enormen Reichweite führen kann.
  • Durch die Nutzung von entsprechenden Netzwerken ist der Aufwand sehr gering.
  • Mittlerweile lässt sich so gut wie jedes Produkt auf Social Media oder Blogs vermarkten – die Auswahl an Influencern und Publishern steigt stetig.
  • Eine unpassende Platzierung kann der Marke schaden. Bei der Wahl der Publishers und der konkreten Platzierung muss genau hingeschaut werden.
  • Es fallen Gebühren für Partnernetzwerke an.
Publisher
  • Affiliate Marketing ist eine hervorragende Methode, um Geld mit der eigenen Webseite oder dem eigenen Blog zu verdienen.
  • Durch das Teilen von begehrten Gutscheincodes können auch neue Nutzende auf den Publisher aufmerksam werden.
  • Durch die Nutzung von entsprechenden Netzwerken ist der Aufwand sehr gering.
  • Der Erfolg der Affiliate Links hängt maßgeblich vom Erfolg der eigenen Webseite, des Blogs oder dem Social-Media-Kanal ab.
  • Passt das beworbene Produkt nicht zur eigenen Zielgruppe, erleidet der Publisher u.U. einen Vertrauensverlust.

Zusammenfassend bedeutet das: Merchants profitieren im Affiliate Marketing von der Reichweite der Publisher, indem diese Verlinkungen zu Produkten und Dienstleistungen in Bloginhalte, auf Social Media oder auf ihrer Webseite integrieren.

Mithilfe entsprechender Affiliate-Netzwerke können geeignete Partner gefunden werden. Während sich Merchants über eine Steigerung der Reichweite und Conversions freuen dürfen, verdienen Publisher mithilfe von Affiliate Links bares Geld. 

Affiliate Marketing Guide

Titelbild: Visual Generation / iStock / Getty Images Plus

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Ursprünglich veröffentlicht am 16. März 2021, aktualisiert am Mai 12 2021

Themen:

Affiliate Marketing