Marketing auf der Überholspur

09 Februar 2017

Was macht Millennials als Agenturmitarbeiter so anders?

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Was macht Millennials als Agenturmitarbeiter so anders?

Die treibende Kraft hinter jeder Marketing-Agentur sind ganz eindeutig ihre Mitarbeiter.

Sie sind die Quelle des Talents, mit dem Agenturen ihre strategischen und kreativen Verpflichtungen gegenüber Kunden erfüllen. Sie bilden außerdem die Vorhut in Sachen Kundenakquise sowie bei Kundenservice und Kundenzufriedenheit.

Natürlich stellen sie für den Arbeitgeber aber auch die größte finanzielle Verpflichtung dar, die im Budget einer Agentur eingerechnet werden muss.

HubSpot hat eine Umfrage unter mehr als 750 Agenturen durchgeführt – zur  Preisgestaltung und zum Rechnungswesen. Sichern Sie sich hier Ihre kostenlose  PDF-Ausgabe des Reports.

Eine große Priorität besteht daher darin, talentierte neue Mitarbeiter anzuziehen und langfristig zu binden. Dafür muss die Agenturleitung zunächst ganz genau überlegen, welche Mischung aus Talenten und Temperamenten funktioniert, wie man die einzelnen Teammitglieder dabei unterstützt, das Beste aus sich herauszuholen und wie man gute Arbeit effektiv belohnt.

Dabei bereiten vor allem die sogenannten Millennials – die 18- bis 34-Jährigen der „Generation Y“ – den Agenturinhabern so einiges Kopfzerbrechen, die gleichzeitig auch den größten Talentpool für neue Mitarbeiter darstellen. Die Führungsetage fühlt sich oft nicht in der Lage, diese Generation richtig zu motivieren, und befürchtet, dass Ausgaben für Schulung und Ausbildung sich nicht auszahlen, falls diese Mitarbeiter schon nach kurzer Zeit zu einem anderen Unternehmen wechseln.

Untersuchungen zum Thema

Agency Management Institute und Audience Audit wollten herausfinden, wie die Lage in Agenturen tatsächlich steht. Zu diesem Zweck interviewten sie Mitarbeiter verschiedenen Alters, um Einblicke in die Meinungen, Einstellungen und Einflüsse von Arbeitnehmern zu erhalten. Gibt es in dieser Hinsicht Diskrepanzen zwischen Millennials und älteren Mitarbeitern und wenn ja, welche? Oder gibt es noch ganz andere Gründe für die Befürchtungen, die Agenturinhaber hinsichtlich der jüngeren Angestellten hegen?

Mit der tatkräftigen Unterstützung von HubSpot und Research Now wurde eine Umfrage unter 950 Vollzeitangestellten in Agenturen durchgeführt. 55 % der Teilnehmer waren Millennials (jünger als 35). 40 % waren junge Millennials (26 oder jünger); die restlichen 60 % waren zwischen 27 und 34 Jahre alt.

45 % waren ältere Angestellte – ungefähr die Hälfte davon war zwischen 35 und 44 Jahre alt.

In diesem Beitrag wollen wir uns die wichtigsten Ergebnisse näher ansehen. Wenn Sie danach noch Fragen haben, können Sie hier den kompletten Bericht herunterladen

Sind Millennials wirklich so anders?

56 % der Befragten sind der Meinung, dass Millennials eine grundlegend andere Einstellung zur Arbeit haben als ältere Angestellte. Vor allem gäbe es Diskrepanzen, was die Prioritäten bei der Arbeit angeht. Bei dieser Frage sind sich Millennials und Nicht-Millennials einig. 24 % haben dazu keine eindeutige Meinung.

Es stellte sich jedoch heraus, dass Millennials sich nicht über einen Kamm scheren lassen.

Wie sieht es wirklich in Agenturen aus? Segmente nach Einstellung

Obwohl wir auch altersabhängige Unterschiede aufdecken konnten, gab es doch viel größere allgemeine Diskrepanzen unter Angestellten, was die Einstellung gegenüber der Arbeit sowie Erwartungen dem Arbeitgeber und sich selbst gegenüber angeht.

Die Ergebnisse sind faszinierend und überraschend.

Segment 1: Agentur-Fürsprecher (37 % der Befragten)

Agentur-Fürsprecher lieben ihren Job. Sie fühlen sich respektiert und denken, dass ihre Arbeit angemessen gewürdigt und entsprechend vergütet wird.

Sie sind überzeugt, dass ihre Arbeitgeber die Bedürfnisse jüngerer Angestellter verstehen und sich aktiv für das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter einsetzen.

Sie glauben, dass ihr Job ihnen ausreichend Gelegenheit zur Weiterbildung bietet – ein Plus, das dieser Gruppe im Job übrigens am wichtigsten ist.

Sie scheinen der Meinung zu sein, dass sie größtenteils selber dafür verantwortlich sind, ihre Karriere in die richtige Bahn zu leiten. Sie sind eher nicht der Meinung, dass Arbeitgeber dazu verpflichtet sind, ihre Angestellten auf Erfolgskurs zu bringen oder diese dabei zu unterstützen, eigene Netzwerke aufzubauen.

Segment 2: Erfolgspartner (31 % der Befragten)

Erfolgspartner sind der Meinung, dass Angestellte und Arbeitgeber die Pflicht haben, sich gegenseitig zu helfen. Die meisten unter ihnen finden, dass sie selber dafür verantwortlich sind, ihre persönliche Marke aufzubauen. Arbeitgeber hätten allerdings auch eine Pflicht, ihren Angestellten zum Erfolg zu verhelfen.

Sie sind überzeugt, dass Arbeitgeber ihren Angestellten helfen sollten, soziale Netzwerke aufzubauen. Sie sollen ihnen Gelegenheiten zum Kontakteknüpfen bieten. Und außerdem sollen sie sich aktiv in ihrer lokalen Gemeinschaft einsetzen.

Die meisten denken, dass die Fähigkeit zur Teamarbeit wichtig ist. Jedoch brauchen sie auch genügend Unabhängigkeit und Flexibilität, um gute Arbeit leisten zu können.

Die meisten dieser Befragten geben an, immer ihr Bestes bei der Arbeit zu geben. Jedoch sind sie der Meinung, dass ihre Anstrengungen nicht entsprechend vergütet werden, da sie viel mehr Verantwortung und Erfahrung haben und bessere Arbeit leisten, als ihr Gehalt es vermuten lassen würde.

Segment 3: „Millennial-Mentalität“ (32 % der Befragten)

Unser letztes Segment – Angestellte mit „Millennial-Mentalität“ – sind viel eher der Meinung, dass jüngere Angestellte talentierter sind und weniger wertgeschätzt werden als ihre älteren Kollegen.

Sie sind eher der Meinung, dass jüngere Mitarbeiter innovativer sind als ältere und die heutige Marketing-Landschaft besser verstehen.

Sie finden auch, dass jüngere Arbeitnehmer in der Regel unterbewertet sind und mehr Verantwortung verdienen, als ihnen in der Regel gegeben wird.

Es ist ihrer eigenen Aussage nach weniger wahrscheinlich, dass sie bei der Arbeit immer ihr Bestes geben oder die Meinung vertreten, dass Angestellte eine Pflicht haben, ihrem Arbeitgeber zum Erfolg zu verhelfen.

Es ist weniger wahrscheinlich, dass sie sich wertgeschätzt fühlen und dass sie ihren Job lieben. Sie denken eher nicht, dass ihre Arbeit ihnen ausreichend Gelegenheit bietet, wichtige Kompetenzen zu erlernen.

Arbeitnehmer mit „Millennial-Mentalität“ sehen ihren Job eher als Zwischenstopp – ein notwendiges Übel, mit dem sie kurzfristig genug Geld verdienen können, um einen gewissen Lifestyle zu leben. Dabei halten sie immer Ausschau nach einer Arbeit, die ihnen besser gefallen würde.

Das Überraschende an diesem „Millennial-Mentalität“-Segment ist, dass es nicht nur Millennials umfasst.

Millenials in Agenturen – Altersverteilung nach Meinungssegmenten

Die Kategorie umfasst zwar mehr Millennials als ältere Angestellte, jedoch sind 28 % davon keine Millennials.

Und 59 % der Millennials aus unserer Umfrage sind NICHT Teil des „Millennial-Mentalität“-Segments (daher auch die Gänsefüßchen um den Namen).

Während es also viel wahrscheinlicher ist, in diesem Segment Millennials zu finden als ältere Angestellte, findet man Millennials insgesamt mit höherer Wahrscheinlichkeit in den Segmenten „Erfolgspartner“ oder „Agentur-Fürsprecher“.

Für Agenturinhaber bedeuten diese Ergebnisse sowohl neue Herausforderungen wie auch neue Gelegenheiten. Viele Vorurteile gegenüber Agenturangestellten werden dadurch in Frage gestellt: Wie sind sie ihrer Arbeit gegenüber wirklich eingestellt? Wo liegen ihre Prioritäten?

Die Untersuchungen gaben Aufschlüsse darüber, ob Arbeitnehmer denken, dass sie ausreichend verdienen, wie wahrscheinlich sie an ihrem Arbeitsplatz oder in der Branche bleiben werden, welchen Beitrag sie leisten wollen und was sie von ihren Arbeitgebern erwarten.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Es zählt die Einstellung, nicht das Alter der Angestellten. Natürlich ist es einfach, Arbeitnehmer nach Generation einzuteilen und zu bewerten. Doch es liegt im Interesse der Arbeitgeber, ihr Denken umzustellen. Sie sollten unbedingt herausfinden, welche Einstellung ihre Angestellten gegenüber der Arbeit haben.

Wenn sie alle Millennials über einen Kamm scheren, tun sie ihnen damit Unrecht. Außerdem riskieren sie, ältere Angestellte zu übersehen, die womöglich mit einer Einstellung zur Arbeit kommen, die Arbeitgeber lieber vermeiden wollen.

Vorurteile verhindern konstruktive Gespräche mit Angestellten, in denen deren die wahren Motivationen, Ziele und Bedenken zum Vorschein kommen können. Und bei guten Angestellten, die Arbeitgeber gerne im Team behalten wollen, kann eine solche Einstellung dazu führen, dass sie sich nicht respektiert fühlen und letzten Endes sogar eine ablehnende Haltung gegenüber der Agentur entwickeln.

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Dieser Artikel ist ursprünglich auf dem HubSpot.com-Blog erschienen und wurde aus dem Englischen übersetzt.

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