Vor über einem Jahrhundert hielt der damalige US-Präsident Theodore Roosevelt eine Rede, die ihn als einen der legendärsten Motivationsredner aller Zeiten in die Geschichte eingehen ließ.

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„Es kommt nicht auf den Kritiker an; nicht auf den Mann, der erklärt, warum der starke Mann gestrauchelt ist oder wie ein Mann der Tat es hätte besser machen können“, erklärte Roosevelt. „Die Ehre gebührt dem, der tatsächlich in der Arena steht, dessen Gesicht mit Staub und Schweiß und Blut verschmiert ist; der tapfer strebt; der sich irrt, wieder und wieder scheitert, weil es kein Fortkommen ohne Irrtum und Fehler gibt.“

Das leuchtet ein, oder? Roosevelt hatte Recht: Nur wer anwesend ist, kann Entscheidungen treffen (und Erfolge verbuchen). Aber wir wissen alle, dass es gar nicht so leicht ist, auf Dauer motiviert zu bleiben. Wenn Sie bereits eine anstrengende 12-Stunden-Schicht mit etlichen Problemen hinter sich haben und noch kein Ende in Sicht ist, mag es verlockend klingen, die Flinte ins Korn zu werfen.

Aber solche Gedanken sollten Sie am besten gleich wieder verdrängen. Befolgen Sie stattdessen diese neun Tipps, um den ganzen Tag motiviert und produktiv zu bleiben.

9 einfache Tipps für motivierteres Arbeiten

1) Erstellen Sie eine Liste mit Ihren bisherigen Erfolgen, um sich an schlechten Tagen aufzumuntern.

Greg Fung, Vertriebsmitarbeiter bei HubSpot, hat eine simple, dafür aber umso genialere Methode entwickelt, auf die er vertraut, wenn sich bei der Arbeit hin und wieder Frust breitmacht. Fung führt eine Evernote-Liste der Verkäufe, die er seiner Meinung nach unfairerweise nicht abschließen konnte, und dem Umsatz, der ihm dadurch durch die Lappen ging (die „Misserfolge“), sowie der erfolgreich abgeschlossenen Käufe und jeglicher beruflich bedingten „Belohnungen“ (die „Erfolge“).

„Meine Liste von ,Misserfolgen‘ hilft mir, auf positive Weise damit umzugehen“, so Fung. „Das liegt wahrscheinlich nicht zuletzt daran, dass die Liste mir Gewissheit gibt, dass ich bisher weitaus mehr Umsatz mit ,Erfolgen‘ als Verluste mit ,Misserfolgen‘ gemacht habe.“

2) Bringen Sie sich mit der richtigen Musik in Stimmung.

Unsere Umgebung hat einen riesigen Einfluss auf unsere Stimmung. Leider kann man das Wetter oder den Verkehr nicht beeinflussen – die Musik allerdings schon. Es wurde wissenschaftlich bewiesen, dass unterschiedliche Musikrichtungen unterschiedliche Wirkungen auf uns haben. So haben Studien zum Beispiel ergeben, dass Videospiel-Soundtracks sich positiv auf die Konzentration auswirken, während Naturgeräusche unsere kognitiven Fähigkeiten fördern. Aus diesem Grund haben wir für Sie sieben Playlists zusammengestellt, mit denen Sie garantiert produktiv in den Tag starten.

3) Sehen Sie sich ein Motivationsvideo an.

Ein guter Song ist schön und gut, aber vielleicht brauchen Sie etwas, das Sie direkter anspricht, oder haben wie ich das Problem, dass Sie Musik bereits nach wenigen Minuten nur noch als Hintergrundgeräusch wahrnehmen. Keine Sorge. Wenn es Ihnen an Inspiration fehlt, haben wir genau das Richtige für Sie: Kayla Kozan hat 10 Clips zusammengestellt, die Sie garantiert motivieren werden. In den Videos sind unter anderem die Psychologin Amy Cuddy, Steve Job, der Motivationsredner Eric Thomas und Leonardo DiCaprio in The Wolf of Wall Street zu sehen.

4) Entwickeln Sie eine Morgenroutine und halten Sie sich daran.

Ihre Willenskraft ist morgens am stärksten – nutzen Sie dieses Wissen zu Ihrem Vorteil! Wenn Sie gleich nach dem Aufstehen etwas tun, das Sie tun müssen (oder wollen), wird es Ihnen leichter fallen, den Rest des Tages zu überstehen, da Sie schon morgens ein Erfolgserlebnis haben. Wenn Sie etwas Inspiration brauchen, dürfte Sie diese von Buffer erstellte Liste mit den Morgenroutinen erfolgreicher Persönlichkeiten (darunter Namen wie Anna Wintour oder Margaret Thatcher) interessieren.

5) Sichern Sie sich gleich innerhalb der ersten halben Stunde des Tages ein paar kleine Erfolge.

Hierzu müssen Sie Ihre Definition von „Erfolg“ möglicherweise überdenken. Es muss nicht unbedingt eine erfolgreiche Telefonakquise sein – eine nette Voicemail oder E-Mail, in dem Sie einem potenziellen Kunden Ihr Unternehmen vorstellen, sind gute Beispiele für simple, aber dennoch wertvolle Erfolge.

Klar, Sie sollten durchaus an Ihren Schwächen arbeiten, aber das müssen Sie ja nicht unbedingt gleich zu Beginn des Tages machen. Konzentrieren Sie sich stattdessen zunächst auf Ihre Stärken, um positiv in den Tag zu starten – Sie werden merken, dass Sie den ganzen Tag über besser gelaunt sind und sich besser konzentrieren können.

6) Fangen Sie bereits am Vortag mit schwierigen Aufgaben an.

Aller Anfang ist schwer: Das gilt insbesondere für besonders komplizierte Aufgaben. Zum Beispiel verfasse ich lange Blog-Beiträge wie diesen nicht in einem Stück – nicht, dass ich nicht könnte, aber meine bevorzugte Arbeitsweise sieht anders aus. Einen Artikel zu verfassen ist ganz schön viel Arbeit – angefangen bei der mühseligen Recherche über das Verfassen eines ersten Entwurfs bis hin zum Formatieren.

Zum Glück habe ich ein System entwickelt, um dieses Problem zu umgehen. Am Ende des Arbeitstages fange ich bereits mit der Recherche und dem Verfassen eines ersten Entwurfs an, damit ich am nächsten Tag mit dem Bewusstsein ins Büro kommen kann, nicht bei Null anfangen zu müssen. Diese Herangehensweise hat vor allem zwei Vorteile:

  1. Erstens ist ein Entwurf weitaus leichter zu verfassen als ein Artikel. So bleibe ich bis zum Feierabend produktiv, selbst wenn meine Motivation und Konzentration so langsam nachlassen.
  2. Zweitens kann ich am nächsten Tag gleich mit meiner schwierigsten Aufgabe beginnen. Das Ergebnis: weniger Frust und Ablenkung, dafür weitaus mehr Produktivität den ganzen Tag über.

Wenn ein wichtiges Meeting oder Projekt ansteht, empfehle ich Ihnen, heute schon mit der Vorbereitung zu beginnen oder sich zumindest Gedanken über Ihre Herangehensweise zu machen. Sie werden erstaunt sein, wie viel mehr Sie mit etwas Vorbereitung erreichen können.

7) Bereiten Sie sich jeden Tag selbst eine kleine Freude.

Wenn Sie öfter mal ein Projekt vor sich hinschieben, bedeutet das nicht unbedingt, dass Sie faul sind oder eine schlechte Arbeitsmoral haben – wahrscheinlich sind Sie einfach nur unzufrieden. In seinem Buch Temptation: Finding Self-Control in an Age of Excess (Versuchung: die Kunst der Selbstbeherrschung im Zeitalter des Exzesses) erklärt der Journalist und Politikwissenschaftler Daniel Akst, dass „das Aufschieben von Arbeit in erster Linie dazu dient, die eigene Stimmung zu heben.“

Aus diesem Grund sollten Sie sich regelmäßig eine kleine Freude gönnen. Nehmen Sie sich jeden Monat Zeit, um sich für einen ehrenamtlichen Zweck einzusetzen, der Ihnen am Herzen liegt, hören Sie beim Zähneputzen Ihr Lieblingslied oder schmieren Sie sich zum Mittagessen ein leckeres Butterbrot.

8) Belohnen Sie sich selbst.

In seinem bahnbrechenden Experiment, das heute als „pawlowscher Hund“ bekannt ist, schaffte der russische Forscher Iwan Pawlow es, einen Hund durch das Läuten einer Glocke zum Sabbern zu bringen, da er dem Hund beigebrachte hatte, dieses Geräusch mit Futter zu assoziieren. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich vergleiche Sie keineswegs mit einem Hund. Aber auch Sie können Ihr Gehirn auf ähnliche Weise programmieren.

„Studien zeigen, dass unsere Verhaltensweisen und Beweggründe zu 75 % von der Aussicht auf Belohnungen beeinflusst werden“, so der Neurologe Eric Barker auf seinem Blog. „Also belohnen Sie sich ruhig, wenn Sie eine Aufgabe erledigen.“

9) Nutzen Sie den „Chamäleon-Effekt“ zu Ihrem Vorteil.

Brian Scudamore, Gründer von 1-800-GOT-JUNK?, verwendet den Chamäleon-Effekt, um die Energie oder Konzentration besonders motivierter Mitarbeiter förmlich aufzusaugen, wenn es mit der eigenen Arbeit gerade nicht so richtig klappen will. Dazu reicht es laut Scudamore, sich in der Nähe dieses Kollegen aufzuhalten, um sozusagen einen „mentalen Neustart“ durchzuführen und sich wieder voll und ganz konzentrieren zu können.

Fühlen Sie sich bei der Arbeit manchmal etwas niedergeschlagen? In dem Fall kann ein Gespräch mit einem Kollegen helfen, dessen Enthusiasmus und positive Einstellung Sie bewundern, der sich mit Leib und Seele dem Unternehmen gewidmet hat und dessen Produktivität scheinbar keine Grenzen kennt. Laden Sie ihn auf einen Kaffee ein und Sie werden sehen: Die Motivation wird im Nu auf Sie abfärben.

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Ursprünglich veröffentlicht am 16. Mai 2016, aktualisiert am März 09 2018

Themen:

Produktivität