Laut einer Studie von Internetlivestats soll es 2016 über 1 Milliarde Websites geben. Dies erschwert es Nutzern in dieser Fülle an Informationen ihre Aufmerksamkeit auf Ihr Angebot und Ihre Marke zu richten. User-Generated-Content (UGC) ist ein Tool, mit dem Sie sich abheben, mit authentischen Inhalten die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppen ansprechen und Ihr Markenbild verbessern können. In diesem Artikel stellen wir Ihnen Beispiele für erfolgreiche UGC-Kampagnen vor, erklären, welche unterschiedliche Motivationen hinter diesem Phänomen stecken und wie Sie UGC für Ihr Business nutzen.

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Was ist User-Generated-Content?

Unter nutzergenerierten Inhalte versteht man relevanten Content, der durch direkte Interaktion – zum Beispiel auf Social Media – von Usern für Unternehmen bzw. Marken erstellt wird. Diese Inhalte besitzen meist einen kreativen Bezug zur Marke oder zu einem Produkt. Häufig genutzte Formate für UGC sind Fotos, Kommentare, Blog-Artikel, Musik-Clips, Rezensionen oder Bewertungen. Das Besondere an UGC ist die authentische „Handschrift“ eines Nutzers. Denn die vom User erstellten Inhalte entsprechen keinen bestimmten professionellen Standards. Der persönliche „Touch“ ist entscheidend.

Warum spielt UGC für Ihre Kunden und Ihr Unternehmen eine immer wichtigere Rolle?

Tatsache ist, dass mehr als 80% aller Kunden Empfehlungen von Verwandten und Bekannten weitaus vertrauenswürdiger empfinden als professionell erstellter Content wie Ratgeber-Reports, Produktbeschreibungen, Reviews oder Tests. Dies ergab eine Studie des Marktforschungsinstituts Nielsen im vergangenen Jahr. Der Mensch als soziales Wesen legt großen Wert auf die Meinung anderer User und Käufer – und vertraut nicht blind auf die Meinung des Unternehmens.

Machen Sie sich dies zu Nutzen und regen Sie Ihre Kunden auf kreative Weise an, über Ihre Produkte oder Marke zu sprechen. Somit binden Sie einerseits die Teilnehmer einer UGC-Kampagne an die Marke. Andererseits verschafft Ihnen der Content Vertrauen und ein persönliches, authentisches Bild bei potentiellen Kunden in die Marke und Produkte. UGC kann Ihnen somit bei der Erreichung folgender Ziele weiterhelfen: z. B. mehr Interaktion in sozialen Netzwerken, bessere Bewertungen in Online-Portalen und schlussendlich mehr Absatz von Produkten.

 

Beispiele für eine erfolgreiche Umsetzung von User Generated Content

  • DB MOBIL
    Für das Kundenmagazin „MOBIL“ der Deutschen Bahn reichen Kunden Fotos der schönsten Orte und Landschaften Deutschlands ein. Seit einigen Jahren wird eine Deutschlandkarte mit den persönlichen Aufnahmen festgehalten. Eine Online-Galerie zeigt alle Momente der Teilnehmer und in jeder Print-Ausgabe von „mobil“ wird ein Bild präsentiert. Bahn-Kunden nehmen mit dem Einsenden von Fotos an einer Verlosung teil und können attraktive Preise gewinnen.

  • McDonald’s
    Bis ins Jahr 2015 lief die Aktion „Burger Battle“ des Fast-Food-Konzerns McDonald’s. Aufgabe der Kunden war es, einen eigenen Burger zu kreieren. Die Gewinner von etlichen Abstimmungsrunden traten in einer Münchner McDonald’s-Filiale gegeneinander an. Mit mehr als 17 Mio. abgegebenen Stimmen und fast 200.000 eingereichten Rezept-Ideen war diese Marketing-Aktion für McDonald’s ein voller Erfolg. Mit dieser Kampagne schaffte es McDonald’s, Gäste zu eigenen Köchen zu machen.

Welcher User-Motivationen verbessern Ihr Markenbild?

Die Gründe, warum ein User eigens erstellte Inhalte an ein Unternehmen weitergibt, sind vielfältig. Sie lassen sich grob in intrinsische und extrinsische Motivationen unterteilen. Intrinsische Motivation entspringt dem Interesse des Handelnden selbst, während eine extrinsische Motivation von außen angeregt wird – meist durch eine Art Belohnung. Hier finden Sie eine Übersicht an diversen Motivationen, die Sie mit UGC ansprechen können:

Intrinsische Motivation

  • Der Teilnehmer verlangt kein Honorar, sondern zieht aus seinem erstellten Content einen eigenen, persönlichen Nutzen. Der User wird getrieben durch sein Bedürfnis zur Mitteilung.
  • Auch selbstlose Ziele (Altruismus) können Antrieb genug sein, damit User ohne Gegenleistung Content erstellen.
  • Der Nutzer erstellt Inhalte, um hauptsächlich ein eigenes Problem zu lösen (Eigennutzen).
  • Sein Drang nach Selbstdarstellung ist häufig das Motiv, warum User selbstgedrehte Videos ins Netz stellen. Viele Marken machen sich diesen Geltungsdrang zu Nutze und kreieren dafür spezielle Kampagnen.
  • Menschen identifizieren sich mit einer Gruppe mit ähnlichen Interessen (Gruppenbindung) und fühlen sich in ihr sicher und aufgenommen.

Extrinsische Motivation

  • Der User wird entlohnt (monetäre Vermarktung) im Rahmen eines Auftrages bzw. Job-Projekts.
  • Der Nutzer erhält eine Gegenleistung wie zum Beispiel einen Bonus bzw. Rabatt für den nächsten Wareneinkauf oder gewinnt Tickets für ein soziales Event (monetärer bzw. sachbezogener Anreiz).
  • Als Gegenleistung für seinen Content gewinnt der User an Reichweite und Bekanntheit (Selbstvermarktung).
  • Der Teilnehmer einer UGC-Kampagne kann sich verpflichtet fühlen, sich einer Gruppe anzuschließen, und stellt Inhalte zur Verfügung, um nicht ausgegrenzt zu werden (Herdenmentalität).

Welche Motivation Sie in einer Kampagne ansprechen, ist zum größten Teil von Ihrer Marke, Ihrem Produkt und dem Budget abhängig. Mit dieser Typologie an Motivationen haben Sie einen Überblick, welche Bedürfnisse Sie ansprechen können. Verbinden Sie diese Kampagne mit Ihren Profilen in Social-Media und lassen Sie Ihre Fans und Follower abstimmen.

Mit UGC gewinnen Sie Reichweite und binden Kunden

User-Generated-Content verlangt Konzeptionsarbeit: Werden Sie kreativ und überlegen Sie sich einen spannenden Weg, wie Sie eine oder mehrere der genannten Motivationen ansprechen können und somit Ihre Marketing-Ziele erreichen. Bedenken Sie, nutzergenerierte Inhalte benötigen einen ähnlichen Aufwand an Zeit und Ressourcen wie eigens erstelle Inhalte. Die Vorteile liegen jedoch auf der Hand: Sie stärken nachhaltig die Kundenbindung und verbessern das Markenbild Ihres Unternehmens. Das Verhältnis zu Ihren Kunden erlangt somit eine neue, intensivere Ebene – und durch die Verbreitung über die Sozialen Netzwerke gewinnt Ihr Content zusätzlich an Reichweite. 

Die Grundlagen des Content-Marketings

Ursprünglich veröffentlicht am 8. Juni 2016, aktualisiert am Februar 22 2018

Themen:

User-generated-Content