KI und Vertrauen im Marketing: So stärken Sie Ihre Marke 2026

Kostenloser Report: State of Marketing 2026
Jennifer Lapp
Jennifer Lapp

Aktualisiert:

Symbolbild für Vertrauen im Marketing

Das Wichtigste in Kürze

80 Prozent der Marketer:innen setzen KI für die Content-Erstellung ein – gleichzeitig erreicht das Misstrauen von Verbraucher:innen gegenüber KI einen neuen Höchststand. Wer 2026 erfolgreich Marketing betreiben will, braucht eine klare Vertrauensstrategie.

  • Vertrauen als Differenzierungsfaktor: Da KI allen zugänglich ist, verschwimmt die Inhaltsqualität – Authentizität und Wiedererkennbarkeit der Marke werden zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
  • Vier Vertrauens-Hebel: Authentizität, Transparenz, Expertise (E-E-A-T) und Datenqualität sind die zentralen Bausteine für nachhaltiges Vertrauensmarketing.
  • KI als Unterstützung, nicht als Ersatz: Generative KI kann und soll die Arbeit erleichtern – die Customer Journey darf dadurch aber nicht unterbrochen werden, und menschliche Ansprechpartner:innen bleiben unverzichtbar.
  • Vertrauen messbar machen: Kundenzufriedenheit, Net Promoter Score und Kundenbindungsquote zeigen, ob Ihre Vertrauensstrategie greift.

Lesezeit: 7 Minuten

Inzwischen fußt Marketing fast vollständig auf KI: Laut unserem Report „State of Marketing 2026” nutzen 80 % der befragten Marketer:innen KI für die Content-Erstellung und 75 % verwenden es, um Medien zu produzieren.

Gleichzeitig ist das Misstrauen der Nutzer:innen hoch – bewusst zumindest, während sie sich gleichzeitig ohne großes Nachdenken auf KI als Suchmaschine verlassen.

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Mit anderen Worten: Es ist kompliziert. Wir erklären die Sachlage und zeigen Ihnen, was Sie tun können, um das Vertrauen in Ihr Unternehmen zu festigen.

Warum ist Vertrauen das wichtigste Marketing-Asset 2026?

Wenn KI von allen genutzt wird, verschwimmt die Qualität der Inhalte – alles ähnelt sich, nichts sticht hervor. Kund:innen fällt es schwerer, Marken direkt zu erkennen und zuzuordnen. Es gibt jedoch auch in anderen Bereichen Nachholbedarf, Vertrauen aufzubauen. Eine Ipsos-Umfrage zeigt: 

  • Datenschutz-Skepsis überwiegt: Nur 41 % der Deutschen glauben, dass Unternehmen ihre persönlichen Daten schützen – jeder Zweite (50 %) ist skeptisch. 
  • Intransparenz als Kernproblem: 79 % der Deutschen fordern, dass der KI-Einsatz offengelegt werden muss – ein klares Signal, dass fehlende Transparenz das Vertrauen aktiv untergräbt.
  • Desinformation als größte Bedrohung: 46 % der Deutschen erwarten, dass KI Fake News und Fehlinformationen im Internet verschlimmern wird. 

Unternehmen haben also aus unserer Sicht ein klares To-do: Sie müssen das Vertrauen ihrer Kund:innen erlangen, um sich von der Masse abzuheben. Unbedacht eingesetzte KI untergräbt die Glaubwürdigkeit der Marke.

The State of Marketing Report 2026

HubSpot's Jahresbericht über Marketing Trends.

  • KI wirksam operationalisieren
  • Klare Markenhaltung zeigen
  • Menschlichkeit als Differenzierer nutzen
  • Konkrete, umsetzbare Strategien erhalten

 

Trust Signals 2026: Welche Signale bauen Vertrauen auf?

Es gibt mehrere Punkte, an denen Marketingabteilungen ansetzen können, um das Vertrauen ihrer Kund:innen trotz des Einsatzes von KI zu gewinnen. Dazu zählen vor allem Authentizität, Transparenz, Expertise und Datenqualität.

Authentizität als Wettbewerbsvorteil

Wenn alle dieselben Möglichkeiten haben, Inhalte zu erschaffen, müssen Sie den Extraschritt gehen, um herauszustechen. Achten Sie darauf, dass Ihre Inhalte die Werte Ihrer Marke transportieren – im passenden Tone of Voice. Ihre Kund:innen müssen merken, dass sich die Identität der Marke durch die KI-Nutzung nicht ändert.

Kieran Flanagan, SVP of Marketing, AI & GTM, HubSpot, sagt dazu: „Heutzutage werden mehr Inhalte von KI als von Menschen generiert. Aber das Ergebnis ist meistens durchschnittlich. Verbrauchende wünschen sich von Menschen erstellten Content und blenden Marken- und KI-generierten aus. Die Inhalte werden zunehmend in geschützte Bereiche verlagert, die von KI noch nicht überschwemmt wurden, wie Newsletter, Podcasts und YouTube. Content erstellen zu können ist eine zeitlose Fähigkeit. Folgen Sie nicht der Masse und überlassen Sie das nicht der KI."

Die gute Nachricht: Der Wille ist da. 63 Prozent der Befragten in unserer State-of-Marketing-Umfrage gaben an, dass sie mehr einzigartigen und auf ihre Kund:innen fokussierten Content erstellen wollen, der sie von genau dieser Masse abhebt.

Transparenz

Mit dem Punkt Authentizität geht auch ein gewisser Grad an Transparenz hervor: Viele Menschen wissen nicht, ob sie mit einem Chatbot auf Basis eines LLM oder mit einem Menschen sprechen. 

Gerade beim wichtigen Thema Personalisierung ist es besonders im DACH-Markt wichtig, Kunden aufzuklären und ihnen deutlich zu machen, inwieweit personalisierte Empfehlungen auf KI basieren. Wenn Kunden das irgendwann irgendwo herausfinden, erzeugt das Unbehagen.

Je mehr Technologie und Kundendaten im Hintergrund eingesetzt werden, desto höher werden die Ansprüche, dies offen zu kommunizieren – insbesondere bei einer Technologie wie der künstlichen Intelligenz.

Tipp: Welche Transparenzpflichten für Sie durch den EU AI Act wichtig werden und was Sie sonst noch bedenken müssen, erfahren Sie in unserem Webinar zur rechtssicheren KI-Integration.

Expertise

Um das Vertrauen bei menschlichen Lesern und Maschinen zu gewinnen, ist ein Framework nach wie vor wichtig und erhält in Zeiten von KI eine neue Bedeutung. Bei der Erstellung Ihrer Inhalte sollten Sie grundsätzlich auf das E-E-A-T-Framework setzen: 

  • E-xperience (Erfahrung): Haben die Autor:innen echte Erfahrungen mit dem Produkt oder dem Thema?
  • E-xpertise: Handelt es sich um die Arbeit von Expert:innen?
  • A-uthority (Autorität): Sind die Autor:innen Autoritäten auf dem Themengebiet?
  • T-rustworthiness (Vertrauenswürdigkeit): Sind Inhalte und Website vertrauenswürdig?

Es ist also grundsätzlich wichtig, die KI hier nicht allein machen zu lassen: Der Human in the Loop ist unersetzlich. Das menschliche Fachwissen ist eine unerlässliche Komponente, damit die KI korrekt instruiert werden kann. 

E-E-A-T in Zeiten von KI macht klar, dass Markenwachstum an der Schnittstelle von Technologie, Kreativität und Haltung entsteht. Die erfolgreichsten Unternehmen nutzen KI nicht, um Menschen zu ersetzen, sondern um sie zu stärken – sie übersetzen Daten in Emotionen, Prozesse in Beziehungen und Reichweite in Relevanz. 

Datenqualität

Es gibt unzählige Geschichten von KI, die mit falschen Daten trainiert wurde oder etwas aus dem Internet lernte, was sich als inkorrekt erwies. Um falschen Inhalten vorzubeugen, KI-Bias zu verhindern und sich auf lange Sicht als vertrauenswürdig zu erweisen, ist es wichtig, dass Sie ausschließlich mit Daten von hoher Qualität arbeiten – idealerweise Ihren eigenen.

Datenqualität bedeutet dabei mehr als die bloße Abwesenheit von Fehlern. Gemeint ist, dass die Daten, mit denen Sie Ihre KI füttern, aktuell, vollständig, konsistent und relevant sind. Veraltete Kontaktdaten im CRM, widersprüchliche Produktinformationen aus verschiedenen Quellen oder Kundenfeedback, das nie systematisch erfasst wurde – all das fließt in die Ausgaben Ihrer KI ein und zeigt sich früher oder später im Kundenerlebnis.

 

First-Party-Daten als Vertrauensbasis: Warum sind eigene Daten Gold wert?

Daten, die Sie direkt von Ihren Kund:innen erheben, sind präzise. Sie spiegeln das tatsächliche Verhalten und die echten Interessen Ihrer Zielgruppe wider. Sie sind die beste Grundlage für KI-gestützte Personalisierung und Inhalte: Die Empfehlungen, die Ihre KI daraus ableitet, treffen den Geschmack Ihrer Kund:innen – und 93 Prozent der von uns Befragten bestätigen, dass genau diese Personalisierung zu mehr Abschlüssen führt.

Achten Sie jedoch aktiv darauf, dass Sie ordnungsgemäß kennzeichnen, welche Daten erhoben werden, wie sie erhoben werden und wie sie gespeichert werden. Zwar beruhen First-Party-Daten auf einer aktiven Einwilligung, trotzdem ist Transparenz hier entscheidend.

Wie verändert KI das Verhältnis zwischen Marken und Kund:innen?

Kund:innen sind Marken gegenüber anspruchsvoller geworden – allerdings erst ab einem gewissen Punkt: Anders als es die oben genannten Misstrauensergebnisse vermuten lassen, vertrauen Nutzer:innen KI immerhin so weit, dass sie sie bedenkenlos als Suchmaschine nutzen.

Unsere State-of-Marketing-Ergebnisse unterstreichen das: 58 Prozent der befragten Marketer:innen bestätigen, dass die Besucher:innen, die über einen KI-Chat auf eine Seite gelangen, eine höhere Kaufabsicht haben als solche, die über die herkömmliche Suche auf ein Produkt stoßen.

The State of Marketing Report 2026

HubSpot's Jahresbericht über Marketing Trends.

  • KI wirksam operationalisieren
  • Klare Markenhaltung zeigen
  • Menschlichkeit als Differenzierer nutzen
  • Konkrete, umsetzbare Strategien erhalten

 

Kurz: Interessierte sind bereits viel besser informiert, wenn sie auf die Plattform des Unternehmens kommen, und erwarten von der Marke ein unverzügliches Anknüpfen an die bisherige Customer Journey. Bremsen Sie sie nun aus, ruft das ein negatives Gefühl hervor. 

Vertrauen messen: Welche KPIs zählen wirklich?

Erst durch die Erhebung von Daten sehen Sie, ob Ihre Maßnahmen wirklich Wirkung zeigen. Wie sollen Sie sonst wissen, ob die Kund:innen Ihnen vertrauen? Einerseits können Sie natürlich Umfragen durchführen, doch es gibt auch einige KPIs, an denen sich das Vertrauen ablesen lässt:

  • Kundenzufriedenheit
  • Customer Effort Score (er zeigt an, wie mühelos die Customer Experience war)
  • Kundenbindungsquote
  • Beschwerden
  • Rezensionen

Ein sehr guter Indikator für Vertrauen ist es auch, wenn Kund:innen Ihre Marke weiterempfehlen: In Zeiten, in denen sich Empfehlungen jederzeit mit KI erstellen lassen, sind wirkliche und persönliche Empfehlungen verifizierter Käufer:innen wertvoll. Nutzen Sie dafür am einfachsten den Net-Promoter-Score.

Fazit: Fahren Sie 2026 eine klare Strategie für Vertrauensmarketing

Wenn die Flut der KI-Inhalte und mit ihr das Misstrauen Ihrer Kund:innen wächst, brauchen Sie die passende Strategie, um Vertrauen aufzubauen.

Folgende Checkliste hilft Ihnen dabei:

  • Bleiben Sie bei der Content-Erstellung Werten und Auftreten Ihrer Marke treu.
  • Lassen Sie hochwertigen Content durch Expert:innen erstellen – generative KI kann ein Hilfsmittel sein, nie aber alleinige Autorin.
  • Gehen Sie transparent mit Ihrem Einsatz von KI und mit Informationen zum Datenschutz um.
  • Nutzen Sie nur hochwertige Daten zum Training Ihrer KI.
  • Adressieren Sie mit Beiträgen wie Kurzvideos, Bildern und Texten Ihre (potenziellen) Kund:innen auf verschiedenen Kanälen. 
  • Geben Sie Ihren Kund:innen jederzeit die Option für eine Beratung durch menschliche Mitarbeitende.
  • Investieren Sie Zeit in das Community Building – so unterfüttern Sie Ihre Marke mit einer lebhaften Gemeinschaft, die sich austauscht und untereinander verbunden fühlt.

Beherzigen Sie diese Punkte, können Sie sich trotz KI-Nutzung das Vertrauen Ihrer Kund:innen erhalten.

Kostenloser Download: The State of Marketing 2026

FAQ: Meistgestellte Fragen zu Vertrauen im KI-Marketing

Wie kann man Vertrauen mit KI aufbauen?

Nutzen Sie zum Training der KI ausschließlich korrekte, hochwertige Daten. Kennzeichnen Sie transparent, wenn Sie KI einsetzen. Lassen Sie Inhalte weiterhin von Experten erstellen, die sich die KI zunutze machen. Achten Sie darauf, dass Ihr Markenkern von der Nutzung durch die KI nicht berührt wird: Die Marke muss erkennbar und vertraut bleiben.

Kann ich das Marketing ganz an die KI auslagern?

Nein, das gelingt nicht und das sollte auch nicht das Ziel sein: Die tiefer gehenden Emotionen, Anliegen und Bedürfnisse von Kunden zu verstehen, ist und bleibt Menschensache. Wer sich im Vorfeld gut informiert hat, kann sicher auch mithilfe eines Customer Agents einen Kauf abschließen. Bei weitergehenden Bedenken, Fragen und Problemen sollte stets ein Mensch weiterhelfen – das Wissen, dass jemand sich kümmern wird, erzeugt bei Kunden Vertrauen in die Marke.

Warum ist Vertrauensaufbau im Marketing 2026 so wichtig?

Weil die Flut der Inhalte die Sichtbarkeit so erschwert. Alles ähnelt sich, viele wissen nicht so richtig, was sie glauben sollen. In so einem Moment ist es wichtig, dass Sie sich als Unternehmen mit Expertise, Transparenz, Wiedererkennungswert und zuverlässig korrekten Informationen positionieren.

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