Was ist eine Pillar-Seite und welche Relevanz hat sie für Ihre SEO?

Die Regeln der Suchmaschinenoptimierung (SEO) zu verstehen, ist nicht immer einfach, vor allem weil sich die Algorithmen der Suchmaschinen ständig verändern. Es ist aber wichtig, hier stets am Ball zu bleiben, denn nur so können Sie dafür Sorge tragen, dass Ihre Blog-Beiträge ein gutes Ranking in den Suchergebnissen erzielen. Ein aktueller Trend, dem Sie diesbezüglich unbedingt Beachtung schenken sollten, sind Themencluster und Content-Strategien, die darauf ausgelegt sind, Autorität für solche Cluster aufzubauen.

Das Suchverhalten von Benutzern hat sich verändert und ebenso die Technologien, die für die Interpretation und Generierung der Suchergebnisse eingesetzt werden. Bisher standen Longtail-Keywords im Mittelpunkt der meisten SEO-Strategien. Doch hier hat sich viel verändert und neue Ansätze treten in den Vordergrund, die auch die strukturelle Organisation Ihrer Inhalte betreffen.

Bevor Sie sich verzweifelt Themen aus den Fingern saugen, empfiehlt es sich,  eine effektive Strategie zu entwickeln, die genau auf Ihre Zielgruppe  zugeschnitten ist. Laden Sie sich jetzt die praktische Anleitung zur  Entwicklung einer effektiven Content-Strategie herunter.

In diesem Beitrag wollen wir näher darauf eingehen, wie sich das Suchverhalten von Benutzern verändert hat, welche Vorteile SEO-Strategien bieten, die sich auf Themencluster konzentrieren, und was es mit Pillar-Seiten auf sich hat.

Was sind Themencluster?

Die Nutzung von Suchmaschinen und die Art und Weise, wie Suchanfragen formuliert und eingegeben werden, hat sich verändert. Und diese Veränderung spiegelt sich nun auch langsam in der Art und Weise wider, wie Blogger und SEO-Experten Content erstellen. Nachfolgend haben wir die wichtigsten Informationen für Sie zusammengefasst.

Benutzer geben längere, ausformulierte Suchanfragen ein

Stellen Sie sich vor, Sie würden nach einem Sushi-Restaurant suchen. Geben Sie einfach nur „Restaurant“ in die Suchzeile ein oder eher eine längere Anfrage wie „Japanische Restaurants in meiner Nähe“?

Ein Großteil der Benutzer wählt die zweite Variante: 64 % aller Suchanfragen umfassen mindestens vier Wörter. Außerdem geben immer mehr Benutzer ausformulierte Sätze als Suchbegriffe ein, da sie so die passendsten Suchergebnisse erzielen können.

Dies liegt unter anderem an der zunehmenden Verwendung der Spracheingabe. Dank Siri, Google Assistant und Co. erfolgen 20 % aller auf mobilen Geräten getätigten Google-Suchen per Spracheingabe. Und angesichts der zunehmenden Beliebtheit von Amazon Echo- und Google Home-Geräten ist davon auszugehen, dass diese Zahl weiter ansteigen wird.

Doch dies ist nicht der einzige Grund für die längeren Suchanfragen. Hier spielt auch die Masse an Inhalten eine Rolle, mit der das Internet heutzutage überflutet wird, denn Quantität ist nicht immer gleich Qualität. Also versuchen Benutzer mit gezielteren Suchen, die Flut an unbrauchbaren Informationen zu umgehen und die Ergebnisse von vornherein einzuschränken. Des Weiteren gehen immer mehr Benutzer dazu über, die Google-Suchergebnisse nur noch zu überfliegen und sich auf die Überschriften von Blog-Beiträgen und die hervorgehobenen Snippets von Google zu konzentrieren. Denn diese liefern oft bereits grobe Antworten auf ihre Fragen.

Auf der anderen Seite werden auch die Suchmaschinen immer besser darin, aus tausenden Inhalten die relevantesten Ergebnisse herauszufiltern.

Die Qualität und Genauigkeit von Suchergebnissen steigt

Google optimiert seinen Algorithmus kontinuierlich, um die Relevanz der Suchergebnisse immer weiter zu verbessern. So geht Google beispielsweise gegen die übermäßige Verwendung irrelevanter interner Links vor, indem es ausformulierte Suchanfragen nun nicht mehr auf einzelne Keywords hin prüfen lässt. Stattdessen werden diese nun als eine Einheit interpretiert. Darüber hinaus setzt das Unternehmen künstliche Intelligenz ein, um bestimmte Suchbegriffe präziser interpretieren zu können.

In anderen Worten: Google hilft Benutzern dabei, genau das zu finden, wonach sie gesucht hatten – auch wenn ihre Suchanfrage nicht optimal formuliert war. Wenn Sie beispielsweise „Laufschuhe“ eingeben, wird Google nun auch Ergebnisse zu „Sneaker“ anzeigen. Für Blogger und SEO-Experten bedeutet dies, dass sie bei der Erstellung von Content noch gezielter darauf achten müssen, etwaige Lücken zu schließen, die verhindern könnten, dass ihre Inhalte in ein gutes Ranking erzielen.

Um möglichst viele Varianten von Suchanfragen zu einem bestimmten Thema abzudecken, empfiehlt es sich Ihre Website im Hinblick auf verschiedene Kernthemen zu strukturieren. Diese Kerninhalte werden dann über Hyperlinks mit spezifischeren Blog-Beiträgen zu bestimmten Longtail-Keywords (in ausformulierter Form) verknüpft. Und damit wären wir beim Themencluster-Modell angelangt.

Themencluster ermöglichen bessere Rankings und relevantere Suchergebnisse

Bisher konzentrierten sich die meisten Blogger und SEO-Experten darauf, mit individuellen Blog-Beiträgen ein hohes Ranking für bestimmte Keywords zu erzielen. Mit einem solchen Ansatz sind Inhalte jedoch meist schlecht strukturiert und Benutzer haben Schwierigkeiten, die gewünschten Informationen zu finden. Darüber hinaus führt diese Herangehensweise dazu, dass die eigenen Beiträge zu ähnlichen Themen im Hinblick auf ihr Ranking miteinander konkurrieren.

Bis vor Kurzem war dies auch unser Ansatz, und die Struktur unserer Inhalte gestaltete sich dabei etwa wie folgt:

Die ursprüngliche Struktur der Inhalte von HubSpot

Wenn Sie heutzutage jedoch ein hohes Ranking erzielen und Suchenden zudem die besten Antworten liefern möchten, muss ein neuer Ansatz her: Das Themencluster-Modell. Dabei wählen Sie zunächst die Themen aus, für die Sie ein gutes Ranking in den Suchergebnissen erzielen möchten. Anschließend erstellen Sie den Content auf Basis bestimmter Keywords, die für dieses Thema relevant sind und die miteinander zusammenhängen. Ziel ist es, ein Themengebiet in den eigenen Inhalten umfassend abzudecken und so SEO-Autorität aufzubauen. Mit der Umstellung auf dieses Modell gestaltet sich unsere Blog-Struktur nun so, dass viele verschiedene Beiträge um ein Thema (Cluster) angeordnet und über Hyperlinks mit anderen Inhalten im Cluster verbunden sind:

Schema der neuen Struktur von HubSpots Inhalten

Im Mittelpunkt dieses Modells steht eine optimierte Seitenarchitektur, die darauf ausgerichtet ist, URLs so anzuordnen und zu verknüpfen, dass es mehrere Seiten einer Website in das Google-Ranking schaffen – und Benutzer die gewünschten Inhalte schneller finden können. Diese Architektur baut auf drei Komponenten auf – Pillar-Content, Cluster-Content und Hyperlinks:

Schema eines Themencluster

Der „Pillar-Content“ bezeichnet das Thema, für das die Blogger und SEO-Experten ein möglichst gutes Ranking zu erzielen möchten, was wiederum über die Erstellung spezifischeren Cluster-Contents geschieht.

Was ist eine Pillar-Seite?

Eine Pillar-Seite (von engl. „pillar“, Säule) stellt den Kern eines Themenclusters dar. Auf dieser Seite wird kurz auf sämtliche Aspekte eines bestimmten Themas eingegangen. Detailliertere Informationen zu einzelnen Aspekten werden dann als Cluster-Content (meist in Form von Blog-Beiträgen) zur Verfügung gestellt, die über Hyperlinks mit der Pillar-Seite verknüpft sind.

Auf der Pillar-Seite erhalten Benutzer also einen groben Überblick über ein bestimmtes Thema (wie etwa Content-Marketing). Im Cluster-Content finden sie dagegen ausführliche Informationen rund um ein spezifisches Keyword (wie etwa Bloggen), das mit diesem Thema im Zusammenhang steht.

Da auf Pillar-Seiten auf sämtliche Aspekte eines Themas eingegangen wird, sind sie für gewöhnlich zwar deutlich umfassender als die einzelnen Cluster-Content-Elemente, sie gehen aber weniger ins Detail. Achten Sie also darauf, dass Sie auf der Pillar-Seite zwar einige, aber nicht alle Fragen klärt, sodass Ihnen ausreichend Material für den Cluster-Content bleibt.

Sehen wir uns dies einfach einmal am Beispiel unserer Pillar-Seite zum Thema Facebook-Marketing an. Auf dieser erklären wir ausführlich, wie Facebook verwendet wird, und verweisen im Verlauf des Texts mit Hyperlinks auf anderen Cluster-Content. Dazu zählt unter anderem ein Beitrag dazu, welche Fehler Unternehmen häufig auf Facebook machen. In diesem Fall geht es uns also darum, in den Suchergebnissen zum Thema Facebook-Marketing ein gutes Ranking zu erzielen. Die Pillar-Seite bietet eine Einführung in das Marketing mit Facebook und der Cluster-Content ausführliche Informationen zu spezifischen Aspekten des Themas, wie etwa häufig gemachte Fehler.

So erstellen Sie eine Pillar-Seite

Als Erstes sollten Sie sich von Ihrem Fokus auf Keywords lösen. Konzentrieren Sie sich stattdessen zunächst auf die Themen, für die Sie ein gutes Ranking erzielen möchten. Anschließend suchen Sie auf Basis relevanter Keywords nach passenden Blog-Themen.

Berücksichtigen Sie dabei auch, was Ihre Zielgruppe am meisten interessiert und mit welchen Herausforderungen sie sich konfrontiert sieht. Ihr Thema sollte dabei weit genug gefasst sein, dass Raum für weitere Beiträge, also weiteren Cluster-Content, bleibt. Achten Sie aber auch darauf, es so zu wählen, dass Sie tatsächlich auf einer einzigen Seite alle Aspekte des Themas ansprechen können.

Um zu unserem vorherigen Beispiel „Facebook-Marketing“ zurückzukommen: Hier wäre das Thema „Soziale Medien“ zu vage gewählt, während „Häufige Fehler beim Facebook-Marketing“ zu spezifisch gewesen wäre. Mit „Facebook-Marketing“ bot sich ein Thema, das wir problemlos auf einer Seite vorstellen konnten, während es uns gleichzeitig zahlreiche Möglichkeiten für ergänzende Blog-Beiträge eröffnete.

Eine Pillar-Seite sollte eine Antwort auf die Fragen liefern, die Benutzer in die Google-Suche eingeben. Das wiederum soll sie dazu bringen, sich auch im Hinblick auf weiterführende Informationen unter allen anderen Ergebnissen für Ihre Inhalte zu entscheiden. Nachdem Besucher sich also auf Ihrer Pillar-Seite eingelesen haben, sollten sie sich über Hyperlinks zu spezifischerem Cluster-Content ausführlicher informieren können.

Und so sieht das dann im Falle unserer Pillar-Seite zum Facebook-Marketing aus:

Ausschnitt der Pillar-Seite zum Thema Facebook-Marketing von HubSpot

Der Fließtext behandelt das Thema Facebook-Marketing übergreifend, wobei an passenden Stellen Hyperlinks zu spezifischerem Cluster-Content gesetzt wurden, der weiterführende Informationen liefert.

Weitere Informationen zum Cluster-Modell für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) finden Sie in diesem Artikel oder dieser Video-Zusammenfassung (auf Englisch).

Effektive Content-Strategien entwickeln

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