Gutes Word-of-Mouth-Marketing sorgt dafür, dass die Leute über Ihr Produkt oder Ihr Unternehmen sprechen. Denn Mundpropaganda funktioniert auch im 21. Jahrhundert: Egal, ob Sie den Zünder für positive Nachrichten selbst legen oder ein bekanntes Gesicht Ihr Produkt per Zufall entdeckt, Sie dürfen in jedem Fall auf Empfehlungen und neue Kunden hoffen.

Nachfolgend erfahren Sie, warum Sie Mundpropaganda auf keinen Fall unterschätzen sollten und wie Sie es schaffen, dass Ihre Marke zum Thema Nummer eins wird.

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Word-of-Mouth Marketing vs. Empfehlungsmarketing

In direkter Nähe zum Begriff Word-of-Mouth (kurz: WoM) befinden sich weitere Ausdrücke wie beispielsweise Empfehlungsmarketing oder Buzzmarketing. Experten haben zu den Definitionen unterschiedliche Auffassungen. Es lässt sich jedoch festhalten, dass es sowohl beim Word-of-Mouth als auch beim Empfehlungsmarketing um die Kreation von Buzz (deutsch: Gerücht oder Aufregung) geht. Die Verbreitung positiver Nachrichten steht im Fokus und soll bei der Markenbildung und dem Ausbau von Reichweite unterstützen.

Beim Empfehlungsmarketing handelt es sich um eine proaktive Methode, die die Verbreitung der Nachricht anregt. Unternehmen geben den Konsumenten hier eine extrinsische Motivation, um über ihr Produkt oder ihre Dienstleistung zu sprechen. Dies kann in Form von Rabattaktionen oder ähnlichen Vergütungen geschehen. Erhält der Konsument die Leistung, wird er im selben Atemzug dazu aufgefordert, das Produkt weiterzuempfehlen oder eine Rezension abzugeben.

Vom Buzzmarketing spricht man hingegen, wenn die Viralität aufgrund produktspezifischer Eigenschaften entsteht. Die Kontrolle liegt hier oft nur indirekt beim Unternehmen, wie ein späteres Beispiel zeigen wird.

Word-of-Mouth-Marketing kann im Unterschied zum Empfehlungsmarketing auch von einer intrinsischen Motivation der Konsumenten begleitet werden. Doch auch hier ist in den meisten Fällen die Unternehmenskommunikation der Auslöser. WoMM gilt somit als Überbegriff für jegliche Aktivitäten, die im Zusammenhang mit Mundpropaganda stehen. Auch Influencer-Marketing und Social-Media-Marketing zählen als Unterformen zum WoMM.

In aller Munde: Word-of-Mouth-Marketing Beispiele

Word-of-Mouth-Marketing schafft es, den Klassiker der Mundpropaganda in digitaler Version aufleben zu lassen: Die Restaurantempfehlung. Wurden Sie früher von Freunden, Bekannten und vielleicht auch von offiziellen Restaurantkritiken in Tageszeitungen beeinflusst, was die Wahl eines Lokals anging, sind nun Food-Blogger in diese Sparte vorgedrungen.

Durch aufwendig inszenierte Events mit eigenem Hashtag, Fotografen und hoher Influencer-Dichte kann hier von Restaurants das alte Prinzip der Weiterempfehlung genutzt werden – in vielfach potenzierter Form. Denn filmen, fotografieren und kommentieren die Food-Blogger das Event, erreichen diese Informationen die individuellen Communities der Influencer und damit einen riesigen Personenkreis.

Ein interessantes Beispiel für Word-of-Mouth zeigt das Berliner Startup Share, das sich für soziale Gerechtigkeit einsetzt. Mit ihrer 1+1-Mission erzählen Sie nicht nur eine spannende Markengeschichte, sondern animieren die Konsumenten indirekt auch dazu, über ihre Produkte zu sprechen. Denn mit jedem Produkt, dass jemand von Share kauft, wird ein zweites Produkt an eine Person in Not gespendet.

Der soziale Aspekt verleitet die Konsumenten nicht nur eher zum Kauf, sondern erhöht zudem die Chance, dass die Kunden ihren Freunden und Bekannten von der guten Tat erzählen.

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Bild: Share auf Instagram

Word-of-Mouth in den sozialen Netzwerken

The Nielsen Company stellte fest, dass 83 % der Konsumenten eher gewillt sind, ein Produkt zu kaufen, wenn sie dieses durch eine ihnen bekannte Person empfohlen bekommen. Ganze 66 % vertrauen auch Bewertungen und Reviews, die im Internet veröffentlicht werden.

HubSpot-nielsen-global-ad-trust-umfrageBild: The Nielsen Company

Dieses Phänomen zeigt sich zunehmend in der neue Berufssparte von Bloggern und Influencern: Produkte und Dienstleistungen werden längst nicht mehr nur an Freunde und Familie weiterempfohlen, sondern in der eigenen Community auf Instagram, Facebook und anderen sozialen Netzen geteilt. Die positiven Auswirkungen von Influencer-Marketing sind für Unternehmen immens.

Sowohl im B2C als auch im B2B-Bereich werden immer öfter Multiplikatoren eingesetzt, um die Markenbotschaft im Netz zu streuen und an Reichweite zu gewinnen. Einen klaren Vorteil, den Blogger gegenüber der eigenen Unternehmenskommunikation besitzen, ist das hohe Maß an Authentizität. Gleichzeitig bekommt Ihr Unternehmen in Rahmen dieser Marketing-Strategie ehrliches Feedback durch die Community des Influencers, welches in die Prozessoptimierung oder Produktanpassungen einfließen kann.

WoM-ABC: Stärken Sie Ihre Marke durch positive Mundpropaganda

Influencer-Marketing, Empfehlungsmarketing und Social-Media-Marketing – das sind die verschiedenen Facetten des Word-of-Mouth-Marketings. Egal auf welche Maßnahme Sie setzen, das folgende WoM-ABC wird Sie in jedem Fall unterstützen:

A wie Alleinstellungsmerkmal

Was unterscheidet Sie von Ihren Wettbewerbern? Warum wird das Netzwerk über Ihre Marke, anstatt über die des Konkurrenten sprechen? Innovation, eine inspirierende Unternehmensgeschichte, soziales Engagement oder berühmte Markenbotschafter können dazu führen, dass Ihre Marke in aller Munde sein wird. Stellen Sie klar heraus, was Sie von anderen unterscheidet und Sie können sich sicher sein, dass aufgrund Ihres Alleinstellungsmerkmals über Ihr Unternehmen geredet wird.

B wie Berührungspunkte

Berührungspunkte sind elementar, um positive Kundenerlebnisse zu schaffen. Egal an welchem Touchpoint ein Nutzer mit Ihrem Unternehmen in Kontakt tritt: Sie sollten alles daransetzen, ihm eine gute Kundenerfahrung zu ermöglichen. So können Sie die Customer Journey zu einer Reise machen, die guten Gewissens von Ihrem Kunden weiterempfohlen wird. 

C wie Critics are your best friend

Nehmen Sie Kritik wahr und reagieren Sie darauf. Auch negative Mundpropaganda kann Ihnen weiterhelfen, denn ehrliche Kundenrezensionen haben das Potenzial, Ihnen wertvolle Anregungen für die Produktentwicklung und -verbesserung zu geben. Zu diesem Zweck sollten Sie den Kunden genug Raum für ihre Kritik geben. Fragen Sie beispielsweise bei Ihrer Community nach und schulen Sie Ihren Kundenservice darin, stets auf negatives Feedback zu reagieren. Denn auch ein zuvorkommender Kundenservice wird gern weiterempfohlen.

Word-of-Mouth ist das Gebot der Stunde. Durch gekonnte Inszenierung und einflussreiche Multiplikatoren können Sie aktiv dafür sorgen, dass Ihre Marke an Bekanntheit und Zuspruch gewinnt.

Inbound Marketing in 2019

Headerbild: MangoStar_Studio / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 16. September 2019, aktualisiert am September 09 2019

Themen:

Inbound Marketing