Bei einer Workation stehen Inspiration, Networking und Ergebnis im Mittelpunkt. Mitarbeitende oder Selbstständige wählen bei diesem Modell Arbeitsort und -zeit für mehrere Wochen frei. Wie funktioniert eine Workation? Was spricht dafür und worauf sollten Sie bei der Planung achten? In diesem Artikel finden Sie nützliche Tipps und Antworten.

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Was ist eine Workation? Eine Definition

Workation ist eine Kombination aus Job (engl. work) und Urlaub (engl. vacation). In einem definierten Zeitraum arbeiten Angestellte oder Selbstständige von einem beliebigen Ort aus. Dort tauschen sie sich mit anderen zu relevanten (Branchen-) Themen und Projekten aus, entwickeln gemeinsam neue Ideen oder lassen sich von Vorträgen inspirieren.

Bei diesem Modell stehen Arbeit und Urlaub also nicht im Widerspruch, sondern ergänzen sich optimal. Voraussetzung ist die Möglichkeit zu Remote Work, dem mobilen Arbeiten an Laptop mit guter Internetverbindung. Das Konzept verbreitet sich zunehmend in Unternehmen, um die Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern und motivierte Fachkräfte zu gewinnen.

Eine Workation ist mit einer Mastermind-Gruppe zu vergleichen, die durch inspirierende Gespräche und den Austausch zu Job-Themen Blockaden löst. Dabei wechseln sich konzentriertes Arbeiten und Phasen zur Erholung im Laufe des Tages ab.

Mittlerweile gibt es ein breites Angebot an Anbietenden, die sich auf Workation spezialisiert haben. Nicht nur exotische Ziele, wie etwa der Inselstaat Mauritius, sind sehr gefragt. Gerade während der Sommermonate suchen viele Menschen nach kühlen Orten zum Arbeiten. In diesem Fall bieten sich vor allem die Ostseeinseln, Schweden oder Finnland für eine Workation an.

Warum ist eine Workation sinnvoll?

Das Verlegen des Arbeitsplatzes an einen Urlaubsort steigert die Motivation und öffnet den Blick für Neues. Präsentationen, Events oder die gemeinsame Arbeit an Projekten liefern wertvolle Impulse. Auch für die persönliche Weiterentwicklung ist die Workation ein Gewinn. Die Durchführung mit dem gesamten Team stärkt das Wir-Gefühl und verbessert die Kommunikation.

Sie brauchen noch mehr Argumente? Folgende sieben Punkte sprechen klar für eine Workation:

  1. Förderung von Wohlbefinden und Gesundheit der Mitarbeitenden
  2. Steigerung der Motivation
  3. Lösen von Denkblockaden
  4. Erlernen neuer (Kreativitäts-) Techniken
  5. Persönliche Weiterentwicklung
  6. Sprachförderung
  7. Aufbau neuer Geschäftsbeziehungen und Networking

Attraktive Arbeitgeber punkten mit Workation

Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Arbeiten und Privatleben mehr miteinander in Einklang zu bringen. Aufgrund der Pandemie hat sich das Homeoffice in vielen Firmen etabliert. Doch auch hier ist die Vereinbarung von Job und Privatem wie Familie und Hobbies nicht immer gewährleistet.

Arbeitgebende, die ihren Mitarbeitenden die Möglichkeit einer Workation anbieten, senken den Stresspegel und erzielen eine höhere Zufriedenheit im Unternehmen. Des Weiteren können sie sich im Wettkampf um die besten Talente der Generation Z behaupten.

Besonders für Freelancer und Angestellte aus den folgenden Bereichen ist eine regelmäßige Workation zu empfehlen:

  • Online-Marketing
  • Content-Marketing
  • IT, vor allem Programmierung
  • Suchmaschinenoptimierung
  • (Web-) Design
  • Übersetzung
  • Projektmanagement
  • Coaching

Ganz gleich, ob als Single, Paar oder mit einer Gruppe von Kolleginnen und Kollegen: Digitale Nomaden finden an vielen Orten Anschluss und Gesprächspartnerinnen mit den gleichen Interessen. In der entspannten Atmosphäre von Strand oder See fällt das Erledigen von beruflichen Aufgaben leichter als im hektischen Büro. Am Ende des Tages bleibt Zeit, um neue Kraft zu tanken oder auf Events den Teamgeist zu stärken.

Was ist bei der Planung einer Workation zu beachten?

Eine produktive Workation funktioniert in der kleinsten Hütte, ob in den Bergen oder am Strand. Voraussetzungen sind, dass die Internetverbindung stabil ist, es Strom gibt und Sie gut organisiert sind. Schon bei der Planung der Reise gibt es einige Punkte zu beachten, um einen reibungslosen Ablauf der Workation zu garantieren:

  • Überlegen Sie, an welcher Aufgabe Sie inhaltlich arbeiten wollen und ob die Workation im In- oder Ausland stattfinden soll. Je nach Thematik bieten sich bestimmte Workation-Ziele mehr an als andere.
  • Vereinbaren Sie einen Termin mit Ihrer zuständigen Führungskraft oder der Personalabteilung.
  • Stellen Sie Ihr Anliegen auf mobiles Arbeiten am neuen Ort vor, eventuell ist eine Änderung des Arbeitsvertrags notwendig.
  • Klären Sie, wer die Kosten für Unterkunft, Verpflegung, An- und Abreise übernimmt.
  • Hören Sie im Team nach, ob sich noch jemand anschließen möchte.
  • Holen Sie verschiedene Angebote für die Workation ein.
  • Informieren Sie sich über die Rahmenbedingungen (Internet, Kinderbetreuung, Telefon, Sport, Sightseeing).
  • Vergleichen Sie Preise und Leistungen der Workation (Hotel, Verpflegung, Rahmenprogramm).
  • Buchen Sie eine Unterkunft für sich alleine, die Familie oder Gruppe.
  • Buchen Sie Hin- und Rückflüge.
  • Planen Sie Events, Vorträge oder Teambuildingmaßnahmen zu aktuellen Handlungsfeldern.
  • Definieren Sie feste Arbeits- und Erholungszeiten für die Workation.

Tipps zur Workation: Arbeitsrecht, Sozialversicherung und Steuer

Wann gilt deutsches Arbeitsrecht bei einer Workation? Generell unterliegt ein Arbeitsverhältnis den deutschen Gesetzen, wenn ein Vertrag existiert und die Ausübung in Deutschland erfolgt. Sie können bis zu vier Wochen an einem Ort im Ausland arbeiten, ohne dass eine Anpassung des vorhandenen Arbeitsrechts an die lokalen Vorgaben nötig wird.

Workation: Sozialversicherung

Je nachdem, wo eine Workation stattfindet, wie lange sie dauert und ob der Arbeitgeber den Wunsch dazu äußerte, gelten bei der Sozialversicherung verschiedene Regelungen:

  1. Entsendung von Mitarbeitenden in ein Land, das außerhalb der Europäischen Union (EU) liegt: In diesem Fall ist eine Prüfung der individuellen Regelungen und Absprachen der Länder untereinander unumgänglich.
  2. Entsendung von Mitarbeitenden in ein Land, das innerhalb der EU liegt oder in der Schweiz, Liechtenstein, Island oder Norwegen:
  3. Wird die Tätigkeit regelmäßig in einem Land der EU ausgeübt und wird mindestens ein Viertel der Arbeitszeit in Deutschland geleistet, bestehen das deutsche Sozialversicherungsrecht mit seinen Vorgaben weiter.
  4. Bei unregelmäßiger Tätigkeit und einem beschränkten Zeitraum ist die Rechtslage nicht klar geklärt und sollte vorab überprüft werden.
  5. Haben Mitarbeitende selbst den Wunsch für eine Workation geäußert, kommen sie selbst für die Kosten der Sozialversicherung auf. Alternativ ist es möglich, dass der Arbeitgeber eine spezielle Genehmigung bei der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland (DVKA) beantragt.

Workation: Steuer

Arbeiten Sie mehr als 183 Tage im Jahr an einem Urlaubsort außerhalb von Deutschland und verbringen dort mehr als die Hälfte der vereinbarten Arbeitszeit, werden Sie dort auch steuerpflichtig. Wird die Workation hingegen an weniger als 183 Tage pro Jahr im Ausland durchgeführt, greift noch deutsches (Lohn-) Steuerrecht.

Fazit: Workation ist für Firmen und Mitarbeitende eine Win-Win-Situation

Work-Life-Blending, Work-Life-Integration und Work-Life-Balance sind Begriffe, die heute in aller Munde sind. Bei der Verbindung von Arbeit und Privatleben wird auch die Workation immer wichtiger. Neben der passenden technischen Ausstattung beweisen Unternehmen mit dem Angebot von Workations, dass sie in der Digitalisierung angekommen sind.

Mitarbeitende können arbeiten, wo und wann sie wollen. Das ist besonders für die jungen Talente der Generation Z und Millennials attraktiv. Außerdem stärkt eine Workation Wohlbefinden, Gesundheit und verbessert das Miteinander im Team. Nutzen Sie diese Chance!

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Titelbild: Maskot / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 10. Oktober 2022, aktualisiert am Januar 20 2023

Themen:

Work-Life-Balance