Es muss nicht immer die zweistündige Doku auf Netflix sein: Längst gehören kürzere Videoformate von YouTube, TikTok und Co. zum Medienkonsum der Menschen dazu. Dabei überzeugen nicht nur die Auswahl des Programms, sondern auch die verschiedenen Content-Formate. Immer beliebter: Kurzvideos.

Mit YouTube Shorts schwimmt die Google-Tochter YouTube auf der Trendwelle mit. Welches Potenzial das neue Video-Format bietet und welche Zielgruppe Sie damit erreichen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

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YouTube Shorts: TikTok als Inspiration

Wie wichtig Video für die Content-Landschaft ist, beweisen Studien schon längst: Fast jeder fünfte befragte Deutsche sieht keinen Unterschied zwischen den Konsum von Fernsehen und Video-Inhalten auf YouTube. 2020 wurden Online-Videos durchschnittlich 84 Minuten lang täglich angeschaut.

Dabei wächst der Anteil von besonders kurzen Inhalten, die weniger als eine Minute lang sind. Der Erfolg von TikTok beweist: Kurzvideos sind das aufstrebende Content-Format der Stunde. Allein im Oktober 2021 wurde die TikTok-App 17 Millionen Mal im Google Play Store heruntergeladen. Instagram hat den Trend schnell erkannt und das Format Reels auf den Weg gebracht. Nun schwört auch die führende Video-Plattform YouTube auf den Kult von kurzen Clips.

YouTube Shorts

Quelle: Screenshot YouTube-App

Der Feed der YouTube Shorts ähnelt dem Aufbau von TikTok erstaunlich stark. Über einen eigenen Reiter gelangen Nutzer und Nutzerinnen direkt zum Shorts-Erlebnis. Folgende Interaktionen sind mit den Kurzvideos möglich:

  • Mag ich
  • Mag ich nicht
  • Kommentieren
  • Teilen

Mit einem Swipe nach oben wird das nächste Video abgespielt. Der Empfehlungsalgorithmus funktioniert – ähnlich wie bei TikTok – interessenbasiert. Das Publikum wird so in einen endlosen Strom aus nutzerorientiertem Content gezogen.

YouTube Shorts Deutschland: In welchen Ländern ist die Einstellung vorhanden?

YouTube Shorts sind derzeit in der App mit dem Zusatz Beta versehen. Bis Juli 2021 wurde die Betaphase zunächst in 26 Ländern getestet. Seit dem Sommer ist die Funktion jedoch offiziell in über 100 Ländern verfügbar – so auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wie lange die Testphase andauern wird, ist derzeit nicht abzusehen. Festzustehen scheint jedoch, dass die Funktion schon bald zum festen Repertoire von YouTube gehören wird.

YouTube Shorts

Quelle: Screenshot YouTube-App

Anleitung: So können Sie YouTube Shorts erstellen

Besonders erfreulich dürfte auch die einfache Erstellung von YouTube Shorts sein. Alles, was Marketerinnen und Marketer benötigen, ist ein Smartphone mit YouTube-App und funktionierender Kamera. Und natürlich die Story des Shorts – hier bietet sich ein kurzes Storyboard an. Öffnen Sie die YouTube-App und gehen Sie wie folgt vor:

1. Klicken Sie auf den Menüpunkt „+“ und „Kurzvideo erstellen“.

YouTube Shorts erstellen

Quelle: Screenshot YouTube App

2. Sie befinden sich nun im Erstellungstool für Shorts. Nehmen Sie über den roten Aufnahmebutton kurze Sequenzen auf. Alternativ können Sie Medien direkt aus Ihrer Galerie hochladen. Bitte beachten Sie, dass die maximale Dauer von YouTube Shorts 60 Sekunden beträgt.

3. Unterlegen Sie Ihr Short über „Ton hinzufügen“ mit passenden Musiktiteln.

YouTube Shorts erstellen

Quelle: Screenshot YouTube App

4. Unterlegen Sie Ihr Short über „Ton hinzufügen“ mit passenden Musiktiteln.

5. Nutzen Sie die Gestaltungselemente, um mit Ihrem YouTube Short hervorzustechen. Folgende Möglichkeiten stehen zur Verfügung:

  • Greenscreen: Über das Element können Sie Ihrem Video verschiedene Hintergründe mit Bildern direkt aus Ihrer Fotogalerie hinzufügen.
  • Filter: Geben Sie Ihren Videoaufnahmen einen ansprechenden Farblook mit den vorgefertigten Filtermöglichkeiten.
  • Timer: Die Timer-Funktion ermöglicht es Ihnen, die Länge Ihrer Clips festzulegen. So können Sie beispielsweise sechs kurze Clips á zehn Sekunden aufnehmen, um diese zu einem YouTube Short zusammenzufügen.
  • Geschwindigkeit: Mit dieser Funktion können Sie das Tempo Ihrer Clips erhöhen oder verlangsamen, um Zeitraffer- oder Zeitlupe-Effekte zu erstellen.

6. Haben Sie Ihre Clips fertig aufgenommen und passend zur Musik synchronisiert, klicken Sie auf den Check-Haken unten rechts.

7. Sie haben nun die Möglichkeit, Tonspur, Zeitachse und Filter nochmals anzupassen. Zusätzlich können Sie mit dem Text-Tool Beschriftungen zu Ihrem Video hinzufügen.

YouTube Shorts erstellen

Quelle: Screenshot YouTube-App

8. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden, klicken Sie auf „Weiter“.

9. Bevor Sie Ihr erstelltes YouTube Short nun veröffentlichen, legen Sie noch einen Titel von maximal 100 Zeichen fest.

YouTube Shorts erstellen

Quelle: Screenshot YouTube-App

10. Unter „Sichtbarkeit“ können Sie einstellen, wer auf Ihr Video zugreifen darf. Wählen Sie zwischen: Öffentlich, Nicht gelistet oder Privat. Zudem bietet Ihnen YouTube unter „Planen“ die Möglichkeit, festzulegen, wann das YouTube Short veröffentlicht werden soll.

11. Um Minderjährige vor sensiblen Inhalten zu schützen, bietet YouTube die Option der Zielgruppenbestimmung. Legen Sie fest, wer Ihre Inhalte sehen darf.

YouTube Shorts erstellen

Quelle: Screenshot YouTube-App

12. Um das YouTube Short zu veröffentlichen, klicken Sie nun auf „Kurzvideo hochladen“.

YouTube Shorts hochladen und dann? Hier ist das Format zu finden

YouTube Shorts werden derzeit an verschiedenen Stellen innerhalb der YouTube-App beworben. Hier können Nutzer und Nutzerinnen auf die kurzen Videos zugreifen:

  • Auf der YouTube-Startseite
  • Im eigenen Feed „Shorts“
  • In den Abos
  • Über Benachrichtigungen

Das neue Format bietet Creators und Marketern spannende Möglichkeiten, neue Zielgruppen zu erreichen. Anders als YouTube-Videos eignen sich die kurzen Clips hervorragend, um Inhalte anzukündigen und so die Zuschauenden auf den Hauptkanal zu locken. Darüber hinaus können Sie mit dem Format auch ganz andere, individuelle Content-Ideen umsetzen, die in kurzen Sequenzen besser funktionieren. Dadurch besteht die Möglichkeit, eine ganz neue Zielgruppe zu erreichen.

Das Erfolgspotenzial ist offensichtlich: Schon jetzt erreichen YouTube Shorts täglich bis zu 6,5 Milliarden Views – Tendenz der Views steigend.

YouTube Shorts-Format bisher ohne Monetarisierungsmöglichkeit

Mangelnde Monetarisierungsmöglichkeiten könnten die Euphorie von YouTube Shorts bei Creators jedoch schmälern. Bisher besteht für sie nämlich nicht die Option, an den Werbeeinnahmen, die Shorts erzielen, mitzuverdienen.

Als Anreiz hat YouTube jedoch einen Shorts Fund in Höhe von 100 Millionen Dollar eingerichtet. Creators, die mit besonders kreativen und individuellen Ideen überzeugen und so gleichzeitig das Shorts-Format bewerben, werden mit einem Shorts-Bonus belohnt.

Da das Content-Format noch ganz am Anfang steht, bleibt abzuwarten, ob YouTube seine Strategie dahingehend ändert. Mit Google AdSense, dem größten digitalen Werbedienst, im Rücken dürfen Content Creators jedoch hoffen.

Fazit: Kurze Video-Inhalte bleiben auf dem Vormarsch

TikTok macht’s vor und zwingt den populären Videodienst YouTube, auf den Zug von vertikalen Kurzvideos mit aufzuspringen. Mit YouTube Shorts bietet die Google-Tochter seiner Konkurrenz die Stirn. Marketingteams und Content Creators dürfte vor allem die Unkompliziertheit überzeugen, mit der die kurzen Clips erstellt und auf YouTube hochgeladen werden können.

Ganz gleich, ob Sie Ihren Kanal pushen oder eine vollkommen neue Richtung einschlagen möchten: Shorts bieten für Ihr YouTube Marketing genau die richtigen Möglichkeiten.

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Titelbild: Elena Perova / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 9. Dezember 2021, aktualisiert am Dezember 09 2021

Themen:

YouTube-Marketing