Dem Papierkrieg und veralteten Geschäftsmodellen die Stirn bieten – digitale Transformation verändert Unternehmensprozesse, die sich durch neue Technologien an den digitalen Wandel anpassen. Unternehmen sollten die digitale Transformation verstehen und ernst nehmen, nur so können sie sich für die aktuellen und noch kommenden Herausforderungen wappnen.

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Welche Aspekte digitale Transformation ausmacht und worauf Sie vorbereitet sein sollten, fasst dieser Beitrag für Sie zusammen.

Neue digitale Technologien, Konzepte, Produkte und Dienstleistungen sorgen dafür, dass alte Unternehmensstrukturen aufgebrochen, verändert oder gar abgelöst werden.

Die zunehmende Digitalisierung sorgt für einen Umbruch in allen Bereichen: in der Wirtschaft, Forschung, Gesellschaft sowie bei Gemeinschaften (z. B. Staaten). Kein Bereich ist von dem Wandlungsprozess ausgenommen. 

digitale transformation: möglichkeiten und chancenBild: Sinclair Park – Digitale Transformation

Warum ist digitale Transformation wichtig?

Eine Transformation stellt einen Veränderungsprozess dar, bei dem aus Zustand A der Zustand B entsteht. Die Wirtschaft unterliegt einem stetigen Wandel und Unternehmen müssen hier mithalten, damit die Konkurrenz sie nicht abhängt. Somit ist eine Transformation im unternehmerischen Sinne ein üblicher, kontinuierlicher und oft langsamer Prozess. Nicht so bei der digitalen Transformation!

Die digitale Transformation wird durch die Digitalisierung getrieben, welche bereits vor 30 Jahren begonnen hat. Computer, Mobiltelefone und das Internet läuteten den Wandel ein und durch moderne Technologien, wie beispielsweise Cloud Computing und Deep Tech, schreitet der Wandel mit großen Schritten voran. 

Da die Digitalisierung fast täglich neue Facetten erhält, wachsen die Herausforderungen und zugleich die Chancen für die nötige Transformation von Unternehmen. Das Tempo nimmt zu, ebenso der Wettbewerb. Hierbei gab und gibt es bereits namhafte Gewinner und Verlierer.

Beispielsweise erfand Kodak zwar die digitale Kamera, nutzte diese Erfindung aber zu spät, da das Unternehmen sein bis dato erfolgreiches Geschäft mit Produkten für die analoge Fotografie nicht gefährden wollte.

Nachdem Kodak insolvent ging und andere Hersteller einige Jahre den Wandel zu ihrem Vorteil nutzten, kamen diese jedoch auch in Bedrängnis: Der neue Konkurrent hieß Smartphone. Mit den multifunktionalen Mobiltelefonen können Nutzer erstklassige Fotos schießen, mit Apps nachbearbeiten und online stellen. Das ließ das fotobasierte, soziale Netzwerk wie Instagram zu einem neuen Giganten aufsteigen – ein branchenfremder Player mit einem ganz neuen Business-Modell.

die evolution der digitalisierungBild: Netz98 – Entwicklung Digitale Transformation

Disruptionen setzen sich durch

Im Zuge der Digitalisierung und dem damit verbundenen digitalen Wandel fällt oft das Wort Disruption. Die Disruption ist das Sinnbild für eine intensive Form der digitalen Transformation. Diese bricht altbekannte Strukturen und Prozesse derart auf, dass komplett neue entstehen. So wie in der Fotoindustrie oder Musikbranche.

Früher fuhren Musikenthusiasten in die nächste Stadt, um in Fachgeschäften neue Kassetten, Platten oder CDs zu kaufen. Mit dem Siegeszug des Internets Ende der 1990er-Jahre gewann das MP3-Format an Popularität, wodurch Plattformen wie iTunes, Napster oder Musicload entstanden. Heutzutage sind MP3-Downloads „out“, der neue Trend ist das Musik-Streaming über Dienste wie Spotify oder Deezer.

umsatzentwicklung digitaler musikverkäufeBild: Jahrbuch Musikindustrie – Entwicklung digitaler Musikverkäufe

Dieses Beispiel zeigt sehr gut, wie die digitale Transformation in einer Disruption mündete.

Zum einen veränderten sich die Vertriebsstrukturen: Der Groß- und Einzelhandel sind für den Download oder das Streaming von Musik überflüssig, stattdessen machen nun digitale Plattformen das Geschäft.

Zum anderen hat sich auch das Konsumverhalten gewandelt: Der Kauf und Besitz von Gütern wird zunehmend vom Konzept des Ausleihens ersetzt. Beim Streaming „mietet“ der Kunde die Musik, statt sie zu kaufen – und gibt dabei in der Regel deutlich weniger für sein Hobby aus als früher.

Neue Geschäftsmodelle für die digitale Transformation

Die Veränderung der Geschäftsmodelle ist für viele Unternehmen ein wichtiger Aspekt der digitalen Transformation. Ihnen sollte es gelingen, das sich verändernde und zunehmend digitale Konsumverhalten aufzugreifen und in neue Erlösmodelle zu bringen. Beispiele für die digitale Transformation sind:

Abonnements

Wie gut digitale Abo-Modelle funktionieren, zeigt Musik-Streaming, welches sich auch im Film-Verleih sowie im E-Commerce durchsetzt. Carsharing, E-Scooter zum Mieten oder Leihfahrräder: Nutzen statt Kaufen, mit diesem Modell experimentieren immer mehr Branchen. 

Freemium

Die Computer- und Videospielindustrie hat das Freemium-Modell bekannt gemacht. Die Idee dahinter klingt aus wirtschaftlicher Sicht eher halsbrecherisch:

Sogenannte Free-to-Play-Spiele, zum Beispiel Browser Games und Spiele-Apps, sind für Nutzer kostenlos verfügbar. Nur für spezielle Spielgegenstände, Spielbeschleuniger oder neue Levels ist zu zahlen. Obwohl nur ein Bruchteil der Spieler derartige Inhalte kauft, lohnt sich das Geschäft. Die Masse macht das Geschäftsmodell für die Entwickler und Anbieter profitabel.

Marktplätze

Das Marktplatz-Modell hat sich im E-Commerce etabliert. Amazon, Otto oder Zalando haben ihre Plattformen für andere Anbieter geöffnet, um so das Sortiment wachsen zu lassen. Durch die Umsatzbeteiligungen steigen auch die Erlöse.

Digitale Transformation im Unternehmen gestalten statt aussitzen

Jeff Bezos, der Gründer von Amazon, sagte einmal: „Sich selbst zu kannibalisieren ist viel besser, als von einem anderen kannibalisiert zu werden.”

Wie ein Unternehmen seinen digitalen Wandel realisieren kann, dafür gibt es kein Patentrezept. Jede Branche, jedes Unternehmen funktioniert anders. Die Basis für den Wandel ist jedoch die Offenheit für ein digitales Denken und Agieren sowie schnelles Handeln. Das Management darf nicht dem „Kodak-Moment“ erliegen und zwanghaft an alten Geschäftsmodellen festhalten. Besser ist es, die digitale Transformation und deren neue Technologien im Unternehmen aktiv zu gestalten und somit Visionen und mutige Konzepte für innovative Lösungsoptionen zu konzipieren.

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Headerbild: Mike Enerio / Unsplash

Ursprünglich veröffentlicht am 13. März 2020, aktualisiert am März 13 2020