Etwa 77 Prozent der Unternehmen in Deutschland nutzten im Jahr 2019 ERP-Systeme. Für viele Unternehmen stellt sich daher früher oder später die Frage, welches ERP-System am besten geeignet ist, um die Geschäftsprozesse zu optimieren. Dabei spielen nicht nur der Funktionsumfang des Systems eine Rolle, sondern auch Kostenfaktoren. Da die Etablierung von ERP-Systemen mit großen Kosten verbunden ist, lohnt es sich, verschiedene Optionen und Lösungen zu vergleichen.

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Die wichtigsten ERP-Systeme und ihre Anbieter stellen wir in diesem Artikel vor.

Die Anforderungen an ein ERP-System

Ein ERP-System unterstützt in der Regel viele unterschiedliche Funktionen. Die genauen Anforderungen hängen von den Bedürfnissen der Unternehmen ab, die das System verwenden. Der große Funktionsumfang des ERP-Systems ist an sich schon ein Vorteil, da Unternehmen für alle Geschäftsbereiche und –prozesse eine zentrale Schaltstelle (das ERP-System selbst) besitzen. Dies verhindert, dass sich für einzelne Anwendungen spezialisiere Software etabliert, die zu einem Urwald aus verschiedenen Programmen und Anbietern führt und sich nur schwer miteinander vernetzen lässt.

Vielfältige Einsatzbereiche

Zu den Einsatzbereichen von ERP-Systemen gehören zum Beispiel die automatische Anfertigung von Rechnungen, Bescheiden, Angeboten und anderen Dokumenten, die Unternehmen routinemäßig erstellen. ERP-Systeme können aber auch in der Fertigung von Waren direkt eingreifen. So könnten Kunden auf der Website eines Unternehmens nach dem Baukasten-Prinzip ein eigenes Produkt zusammensetzen. Das ERP-System nimmt die Daten über die Website auf, gibt diese an die Produktion weiter oder übernimmt die Steuerung der erforderlichen Maschinen direkt.

Wie funktioniert ein ERP-System im Unternehmensalltag?

Ein weiterer Vorteil von vielen modernen Enterprise-Resource-Planning-Systemen ist die Datenspeicherung per Cloud. Dies ist eine durchaus effiziente Lösung: Mitarbeiter haben damit auch von Zuhause oder während ihrer Dienstreise auf wichtige Daten des Unternehmens Zugriff. So ist die Arbeit von fast überall her möglich, und alle Beschäftigten sind immer auf dem neusten Stand.

Im Folgenden geben wir Ihnen eine Übersicht über die wichtigsten Anbieter von ERP-Software und den Funktionsumfang der Systeme:

SAP

Einer der bekanntesten deutschen Anbieter für ERP-Software ist der Konzern SAP. Das ERP-Angebot ist vielseitig. Für kleine und mittelständische Unternehmen bietet SAP gleich drei verschiedene Systeme an. SAP S4/HANA, SAP Business One und SAP Business ByDesign. S4/HANA ist das Flaggschiff des Konzerns und auch für größere Unternehmen geeignet, während Business ByDesign und BusinessOne speziell auf kleinere Unternehmen ausgerichtet sind. Der Umfang von Business One und Business ByDesign ist im Kern ähnlich, Business ByDesign bietet aber deutlich mehr zusätzliche Funktionen.

Sowohl BusinessOne als auch Business ByDesign stehen als Cloud-basierter Service zur Verfügung. Bei BusinessOne gibt es zusätzlich eine On-Premise-Hosting-Option. Da Business One das kleinere von beiden Paketen ist, ist es ab etwa 10.000 € (+ laufenden Kosten) zu haben, während Business ByDesign mit mindestens 50.000 € um einiges teurer ist.

Microsoft Dynamics 365

Mit Microsoft Dynamics 365 ist auch der bekannte Software-Gigant auf dem ERP-Markt vertreten. Diese Software bietet sehr viele Funktionen sowie Lösungen und ist gewissermaßen ein Hybrid aus klassischem ERP und CRM. Sie unterstützt unter anderem den Bereich Sales, Kundenservice, Human Resources, Marketing. Die Kosten sind sehr flexibel und richten sich nach der Anzahl und Art der gewählten Module.

Oracle

Auch Oracle besitzt gleich mehrere ERP-Produkte – Oracle ERP Cloud und Oracle NetSuite. NetSuite ist ein SaaS ERP-System mit einer breiten Palette an Funktionen. Es besitzt eine Cloud-Option und unterstützt unter anderem Prozesse im Bereich Finanzmanagement, Fertigungsmanagement, die Lagerhaltung und weitere Geschäftsbereiche. Net Suite ist ab 99,95 € pro Nutzer und Monat erhältlich.

Im Vergleich ist NetSuite das ältere Produkt mit ausgereifteren Algorithmen. ERP Cloud ist aber generell flexibler und schneidet bei Kundenvergleichen meist etwas besser ab.

Odoo

Odoo ist eine interessante Alternative zu anderen ERP-Systemen. Es besitzt eine hohe Auswahl von über 35 buchbaren Modulen und ist im Vergleich zu anderen Programmen günstiger. Außerdem wirbt es mit einer sehr hohen Nutzerfreundlichkeit.

Sage

Das europäische Unternehmen Sage bietet gleich drei verschiedene ERP-Systeme an: Sage X3, Sage b7 und Sage 100cloud Plus. X3 ist ein Alleskönner, während b7 auf die Prozesse der fertigenden Industrie und des Handels spezialisiert ist. 100 Cloud Plus richtet sich eher an kleinere Unternehmen und lässt sich spezifisch individualisieren.

Myfactory

Myfactory Cloud unterstützt Geschäftsprozesse der Unternehmen aus Handel, Produktion und dem Dienstleitungssektor. Kunden können sich zwischen einem Private oder Public Cloud System entscheiden.

Infor

Infor ist nach Oracle und SAP der drittgrößte Anbieter von Geschäftssoftware weltweit und setzt im Gegensatz zu seinen Konkurrenten auf eine größere Auswahl an spezialisierter Software für unterschiedliche Branchen. Zu den ERP-Systemen von Infor gehören Infor CloudSuite Financials, Infor LN, Infor M3, Infor CloudSuite Industrial und Infor Distribution SX.e.

Für jedes Unternehmen gibt es das passende ERP-System

Die große Auswahl an verschiedenen ERP-Systemen ist für viele Unternehmer, die sich im Prozess der Entscheidung befinden, zunächst abschreckend. Ein passendes ERP-System ist jedoch ein wichtiger Erfolgsfaktor, deshalb sollten Sie sich nicht vorschnell entscheiden. Umso wichtiger ist es, genügend Zeit zu investieren, zu vergleichen und mit verschiedenen Anbietern zu kommunizieren.

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Ursprünglich veröffentlicht am 23. Juni 2020, aktualisiert am Juni 23 2020

Themen:

CRM