Wer im Vertrieb arbeitet, kennt Tage wie diese: Nichts will so recht gelingen und man beginnt, Dinge aufzuschieben. Doch wie gelingt der Sprung über den eigenen Schatten, um das unliebsame Telefonat eben doch zu führen oder ein Produkt im direkten Kundenkontakt bestechend zu präsentieren? Das Stichwort lautet Selbstmotivation. Denn Sie sind gewissermaßen Ihres eigenen Glückes Schmied, wenn es darum geht, berufliche Ziele konsequent zu verfolgen und anschließend die Früchte zu ernten.

Mechaniken der Selbstmotivation

Um die Mechaniken der Motivation besser zu verstehen, lohnt ein Blick in die Psychologie: Die Bedürfnispyramide von Maslow veranschaulicht, was Menschen antreibt. Im Zentrum steht der Gedanke, dass Menschen bestimmte Grundbedürfnisse haben, die sie zu befriedigen versuchen. Die Pyramide baut sich von unten nach oben hin auf, wobei Grundbedürfnisse wie ausreichend Schlaf und Nahrung das Fundament für die anderen Ebenen bilden.

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Im Arbeitskontext stehen die zwei obersten Ebenen der Pyramide im Fokus, da es hier um das Ausbauen bereits vorhandener beruflicher und persönlicher Ressourcen geht. An der Spitze Ihrer Bedürfnispyramide dreht sich nämlich alles ums Wachstum. Machen Sie sich dieses innere Streben zunutze und verwenden Sie es wie einen Motor. Auf dem Weg zu Ihren Zielen ist die Selbstmotivation quasi das Benzin.

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10 Tipps zur Selbstmotivation: Diese Übungen helfen

Damit Sie genau wissen, auf welche Art Sie am besten Kraft tanken, geben wir Ihnen wichtige Tipps und Übungen für die Selbstmotivation. Übungen und Kniffe für kurze Boxenstopps sind nämlich auf Ihrer Reise unerlässlich.

Tipp 1: Nutzen Sie das körpereigene Hormon Serotonin

Was tut Serotonin? Neben organinternen Funktionen (Herz-Kreislaufsystem) ist es vor allem als „Glückshormon“ bekannt. Es bestimmt Ihr Wohlbefinden und hilft bei der Stressbewältigung, was im Vertrieb von elementarer Bedeutung ist. Die Ausschüttung von Serotonin kann durch eine Mischung aus Bewegung, Sonnenlicht und ausgewogener Ernährung angeregt werden.

Das bedeutet für Sie unter Umständen, Ihre Speisekarte drastisch zu erweitern: Versuchen Sie beispielsweise, gelegentlich Rohkost in Ihr Mittagessen zu integrieren und machen Sie anschließend einen Spaziergang an der frischen Luft. Dieser gesunde Cocktail wird Ihre Stimmung garantiert aufhellen und Sie mit neuer Energie für den Arbeitstag ausstatten.

Tipp 2: Haben Sie keine Angst vor Fehlschlägen

Irren ist menschlich und hat laut Apple-Chef Tim Cook sogar eine wichtige Funktion: In einem Interview erklärte er, gerade die Misserfolge des Apple-Konzerns hätten für dessen kometenhaften Aufstieg eine wichtige Rolle gespielt.

Der ehrliche Umgang mit Schwächen und der stete Wandel sind wichtige Faktoren, die Ihnen helfen können, immer besser zu werden. Filtern Sie begangene Fehler heraus und ziehen Sie Ihre Lehren aus den jeweiligen Situationen. Es kann auch helfen, diese Überlegungen zu verschriftlichen. Nachdem dieser Prozess abgeschlossen ist, machen Sie einen Haken dran und blicken Sie nach vorn.

Tipp 3: Nehmen sie Rückschläge nicht persönlich

Als Vertriebsmitarbeiter verfügen Sie zusätzlich zu Ihrem Fachwissen über ausgeprägte kommunikative Kompetenzen, doch selbst die besten Rhetoriker können nicht immer überzeugen. Und das für mitunter zu Frust. Bedenken Sie, dass es bei der Kaufentscheidung von Kunden Faktoren gibt, die außerhalb Ihres Einflussbereichs liegen und nehmen Sie es sportlich.

Treten Sie einen Schritt zurück und betrachten Sie die Situation von außen: Waren Sie vielleicht nicht überzeugend genug? Oder lagen die Gründe für das erfolglose Gespräch eher bei den Kunden? Vielleicht waren sie abgelenkt, hatten einen schlechten Tag oder waren von Interessen geleitet, die für Sie nicht erkennbar waren. Auch in diesem Fall gilt: Einfach abhaken.

Tipp 4: Motivieren Sie sich durch gezielte Fragen

Stellen Sie sich Fragen wie „Wofür mache ich das gerade?“ und beantworten Sie sie mit einem Bedürfnis aus der Pyramide: „Wenn ich diesen Kunden heute überzeugen kann, hilft mir das beim beruflichen Aufstieg. Ich werde mehr Anerkennung von den Kollegen und meinem Chef bekommen“.

Sie können sich selbst auch mit positiven Konsequenzen wie einer möglichen Gehaltserhöhung oder der Aussicht auf ein neues Büro locken. So aktivieren Sie verschiedene Ebenen Ihrer Bedürfnispyramide, was Sie laufend mit Motivation versorgt.

Tipp 5: Belohnen Sie sich

Wenn Sie ein kurzfristiges Ziel erreicht haben, nehmen Sie sich Zeit, um Ihren Erfolg wertzuschätzen. Kochen Sie sich Ihr Lieblingsessen, leisten Sie sich ein neues Kleidungsstück oder gönnen Sie sich eine wohlverdiente Pause. Solche Belohnungen von Teilerfolgen sind kleine Oasen auf dem Weg zum Erreichen Ihrer langfristigen Ziele und gewährleisten Ihre Leistungsfähigkeit im Vertrieb.

Tipp 6: Visualisieren Sie Ihre Ziele

Wenn Sie beruflichen Erfolg als ein langfristiges Ziel anstreben, sollten Sie damit beginnen, sich diesen genau vorzustellen. Konzentrieren Sie sich auf dieses Bild und malen Sie es innerlich aus: Wie Ihre Chefin Ihnen zur Beförderung wohlwollend die Hand schüttelt, wie Ihr neues Büro aussieht und wie stolz Sie sich dabei fühlen. Je öfter und intensiver Sie diese Vorstellung aufrufen, desto größer wird Ihr Hunger werden, dieses Ziel zu erreichen.

Machen Sie daraus eine Routine und nehmen Sie sich am Tag 5 Minuten Zeit, um Ihre Ziele aufzuschreiben, sie sich vorzulesen und einzuprägen. Auch Bilder, die symbolischen Wert für Sie haben, können beim Visualisieren helfen – ist Ihnen mal aufgefallen, wie viele Geschäftsleute Fotos von Sportwagen oder ähnlichen Luxusartikeln in ihren Büros hängen haben?

„Wenn es sich Dein Gehirn vorstellen und Dein Herz daran glauben kann, dann kannst Du es auch erreichen.“

– Muhammad Ali (1942–2016)

Tipp 7: Nutzen Sie die Kraft der Autosuggestion

Bereiten Sie sich innerlich auf die anstehenden Aufgaben und das Erreichen Ihres Ziels vor, nicht auf ein Scheitern. Erheben Sie Sätze wie „Ich werde den Kunden heute überzeugen“ zu Ihrem inneren Mantra – und zwar so lange, bis Sie es glauben! So paradox es auch klingen mag: Durch das ständige Wiederholen Ihrer Ziele beeinflussen Sie Ihr Unterbewusstsein.

Mit dieser Technik können Sie es soweit umprogrammieren, dass Selbstzweifel Schritt für Schritt von Selbstvertrauen und Motivation verdrängt werden. Um andere von Ihrem Produkt überzeugen zu können, müssen Sie schließlich selbst davon überzeugt sein!

Wenn Sie tiefer in das Thema einsteigen möchten, bieten sich Standardwerke wie „Autosuggestion und Heilung“ des Mediziners Erich Rauch an.

Tipp 8: Verändern Sie Ihre innere Einstellung

Eng mit der Autosuggestion verwandt ist eine bewusste Adjustierung Ihrer Denkweise. Denn wenn Sie beim Gedanken an ein anstehendes Telefonat direkt der Frust packt, sinkt die Motivation natürlich in den Keller.

Verändern Sie jedoch Ihre Perspektive, können Sie sich besser motivieren. Ein Schritt zur Selbstmotivation ist diese Übung: Formulieren Sie negative Aussagen bzw. Gedanken in das Positive um und verleihen Sie ihnen zusätzliche Bedeutung. Beispiel: „Ich finde diesen Kunden schwierig“ wird zu „Dieser Kunde ist eine gute Herausforderung für mich“.

Tipp 9: Meditieren Sie, um Ihre Frustrationstoleranz zu erhöhen

Meditation ist Ihr neuronaler Neustart. Wie Kognitionswissenschaftler der Universität Gießen 2011 herausfanden, erhöht Meditieren nachweislich die Leistungsfähigkeit des Gehirns und verändert sogar Ihre Gehirnstruktur. Renoviert werden die Bereiche Aufmerksamkeitsregulation, Körperempfinden, Emotionsregulation und Selbstbild.

Damit ist die Meditation ein äußerst wirksames Mittel, um Frustrationen entgegenzuwirken – denn nicht jedes Telefonat führt zu einem Termin und nicht jeder Termin zum Abschluss. Nutzen Sie etwa Apps wie Headspace und Calm für einen geführten Einstieg in die Welt der Meditation.

Tipp 10: Führen Sie ein Erfolgstagebuch

Führen Sie ein Tagebuch, das Ihre beruflichen Erfolge sowie positiven Erlebnisse erfasst. Diese Übung vermittelt Ihnen ein Gefühl der Kontinuität und Sicherheit. So stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein und können entspannt in den Kundenkontakt gehen.

Regelmäßigkeit ist beim Erfolgstagebuch das A und O: Schreiben Sie dafür am besten jeden Tag etwas. Die Form spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Führen Sie sich Ihre Leistungen vor Augen und spornen Sie sich mit Ihrer Erfolgsgeschichte an. Und an einem besonders schwierigen Tag können Sie so beim Durchblättern wieder Kraft tanken.

Fazit

Auf Ihrem Weg zu mehr Zufriedenheit und Leistungsstärke im Vertrieb haben Sie zahlreiche Möglichkeiten, sich selbst zu motivieren Probieren Sie unsere Übungen aus und schauen Sie, was für Sie funktioniert. Und das Schönste: Nebenher tun Sie auch noch etwas Gutes für sich selbst, denn die Motivationstipps wirken sich natürlich auch auf den privaten Bereich aus. Bauen Sie zeitnah Frustration ab und starten Sie mit mehr Gelassenheit und Freude in Ihren Feierabend.

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Headerbild: Moostocker / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 3. Mai 2019, aktualisiert am Mai 03 2019

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