An einem Projekt innerhalb eines Unternehmens sind neben den aktiven Mitarbeitenden meist viele weitere Menschen und Institutionen beteiligt. Diese sogenannten Stakeholder, beziehungsweise Stakeholderinnen besitzen verschiedene Interessen, Einstellungen und Ziele, die Einfluss auf den Erfolg des Projekts nehmen.

Durch eine Stakeholderanalyse ist es möglich, die verschiedenen Interessengruppen zu bestimmen, die für ein Projekt relevant sind. So können Sie Maßnahmen und Schritte ergreifen, um Risiken zu minimieren und Ihre Projekte erfolgreich umzusetzen.

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Warum sollten Sie eine Stakeholderanalyse durchführen?

Eine Stakeholderanalyse ist eine wichtige Komponente im Stakeholdermanagement und somit im Projektmanagement. Eine Projektleitung, die die unterschiedlichen Stakeholder und Stakeholderinnen kennt, kann Maßnahmen und Schritte ergreifen, um deren Einfluss auf ein Projekt zu steuern. So kann u. a. verhindert werden, dass die Anspruchsgruppen mit negativer Einstellung einem Projekt im Speziellen oder dem Unternehmen im Ganzen schaden.

Es gibt unterschiedliche Gruppen von Stakeholdern und Stakeholderinnen, welche ein Projekt beeinflussen können. Neben externen Auftraggebenden gehören hierzu Vereine, die Politik, Dienstleistende und Subunternehmende, Konkurrenz sowie Berufsverbände und die Presse. Eine Stakeholderanalyse hilft dabei, die einzelnen Stakeholder und Stakeholderinnen genau zu bestimmen und zielführend mit ihnen umzugehen.

Ziel der Stakeholderanalyse

Mit einer Stakeholderanalyse können Sie verschiedene Ziele verfolgen. Auf der einen Seite geht es darum, befürwortende Stakeholder und Stakeholderinnen zu identifizieren und ihre Hilfe optimal zu nutzen.

Auf der anderen Seite können Sie durch eine solche Analyse Widerstände und ablehnende Meinungen ausmachen. Sie erkennen, welche Risiken und Schwierigkeiten mit Ihrem Projekt verbunden sind und können professionell darauf reagieren.

Des Weiteren hilft Ihnen eine Stakeholderanalyse dabei, die persönlichen Ziele aller beteiligten Gruppen zu erkennen. Diese müssen nicht immer neutral und objektiv sein. Ferner ermitteln Sie durch eine Stakeholderanalyse die Kapitalgebenden und können diese von den Renditechancen überzeugen, beziehungsweise ihre Ängste vor Risiken beschwichtigen.

Nicht zuletzt bestimmen Sie die Kundschaft Ihres Unternehmens präzise und können einzelne Projekte perfekt auf diese abstimmen.

Durchführung der Stakeholderanalyse: Die einzelnen Schritte im Überblick

Wollen Sie eine Stakeholderanalyse durchführen, sollten Sie äußerst methodisch vorgehen, um einzelne Interessengruppen zu bestimmen und sich einen Überblick über deren Bedürfnisse, Einstellungen und Ziele zu verschaffen. Die folgende Übersicht hilft Ihnen dabei, schrittweise eine professionelle Analyse der Gruppen umzusetzen:

1. Analyseteam festlegen

Legen Sie zunächst ein konkretes Analyseteam fest, das sich gezielt mit der Stakeholderanalyse beschäftigt. So läuft diese nicht einfach nebenher, sondern wird professionell und gezielt durchgeführt.

2. Stakeholder und Stakeholderinnen identifizieren

Identifizieren Sie anschließend die verschiedenen beteiligten Gruppen und deren Interessen. Hierzu listen Sie sämtliche Personen auf, die Einfluss auf ein Projekt nehmen. Häufig ergeben sich in diesem Zusammenhang bereits eventuelle Interessenkonflikte, die die einzelnen Interessengruppen haben können und die Sie berücksichtigen sollten.

3. Stakeholder und Stakeholderinnen bewerten

In einem dritten Schritt erfolgt die Bewertung der einzelnen Interessensgruppen. Ermitteln Sie, auf welche Art und Weise die Personen Einfluss auf ein Projekt nehmen, welche Haltungen sie hierbei einnehmen und welche Motivation sie bei ihren einzelnen Handlungen und Aktivitäten haben. Mit diesem Wissen können Sie Maßnahmen ergreifen, um ein Projekt vor Risiken zu schützen und zum Erfolg zu führen.

4. Ergebnisse visualisieren

Die besten Erkenntnisse ziehen Sie aus einer Stakeholderanalyse, wenn Sie die Ergebnisse passend visualisieren. Verwenden Sie hierfür idealerweise eine Stakeholderanalyse-Matrix. Eine solche Stakeholder-Map zeigt Ihnen gut auf, welche Machtverhältnisse unter den einzelnen Stakeholdern und Stakeholderinnen bestehen und in welchem Spannungsfeld sie sich bewegen.

5. Monitoring der Stakeholder und Stakeholderinnen

Im Laufe des Projekts sollten Sie ein Monitoring der Stakeholder beziehungsweise Stakeholderinnen durchführen. So ist es Ihnen möglich, Veränderungen in den Einstellungen der beteiligten Personen während des Projekts zu bemerken und darauf zu reagieren, sodass Sie Ihre Unternehmensziele optimal erreichen.

Stakeholderanalyse Beispiel

Um die Stakeholderanalyse und ihre einzelnen Schritte anhand eines Beispiels anschaulicher zu erklären, wird sie im Folgenden anhand eines fiktiven Projektes dargestellt: Ein Unternehmen möchte seine digitale Transformation mithilfe neuer Unternehmenssoftware vorantreiben und prüft dazu, welche Interessengruppen Einfluss auf die digitalen Projekte des Betriebs haben.

Hierfür wird zunächst ein Analyseteam festgelegt, das die Stakeholderanalyse durchführt. Damit die Ergebnisse möglichst umfassend und auf das gesamte Unternehmen übertragbar sind, werden unterschiedliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen verschiedener Abteilungen in das Team eingebunden.

Anschließend identifiziert das Team konkrete Stakeholder und Stakeholderinnen, welche Einfluss auf die digitale Transformation haben. Hierzu gehören unter anderem:

  • Dienstleistende, die die notwendige Hardware zur Verfügung stellen,
  • die Politik, die beispielsweise mit der DSGVO-Richtlinien für den digitalen Umgang mit Daten vorgibt,
  • Kundschaft, die über die neuen Möglichkeiten zur digitalen Kontaktaufnahme mit dem Unternehmen informiert werden muss,
  • und viele mehr.

Im Rahmen einer Stakeholderanalyse-Matrix werden die einzelnen Stakeholder und Stakeholderinnen bewertet und ihre Interessen sowie ihr Einfluss auf das Projekt visualisiert. Im Anschluss an die Analyse ist es möglich, Risiken zu bestimmen und gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um die digitale Transformation voranzubringen. Bei der Auswahl und Implementierung der einzelnen Lösungen wird ein Monitoring der Stakeholder und Stakeholderinnen durchgeführt.

Tipps zur Stakeholderanalyse

Bei einer Stakeholderanalyse ist es wichtig, eine möglichst neutrale Einstellung gegenüber den Interessen der Stakeholder und Stakeholderinnen beizubehalten. Auf diese Weise lassen sich Vorurteile vermeiden und die Stakeholder und Stakeholderinnen objektiv bewerten. Des Weiteren sollte eine Stakeholderanalyse so präzise wie nötig und so allgemein wie möglich sein, damit Sie sich nicht in Details verlieren.

Informieren Sie sich im Vorfeld der Stakeholderanalyse genau, damit es zu keiner Überschätzung beziehungsweise Unterschätzung der einzelnen Personen kommt, die Einfluss auf Projekte nehmen. Außerdem muss die Stakeholderanalyse vertraulich behandelt werden, da deren Ergebnisse extrem wichtig für Ihr Unternehmen sind.

Nutzen Sie Stakeholderanalysen zudem als konstante Möglichkeiten zur Prozessoptimierung: Lernen Sie aus Fehlern vergangener Stakeholderanalysen, um diese in Zukunft vermeiden zu können.

So profitieren Sie von einer Stakeholderanalyse

Eine Stakeholderanalyse ist sowohl für Ihr Projektmanagement allgemein als auch speziell für das Stakeholdermanagement entscheidend. Projektleitende profitieren davon, die einzelnen Interessengruppen und deren Einstellungen und Ziele zu kennen. Nehmen Sie sich Zeit für die Stakeholderanalyse und führen Sie diese professionell durch, um die besten Ergebnisse daraus zu ziehen.

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Titelbild: jacoblund / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 12. August 2022, aktualisiert am August 12 2022

Themen:

Entrepreneurship