Gibt es jemanden in Ihrem Team, mit dem oder der Sie einfach nicht auf einen Nenner kommen? Vielleicht liegt es daran, dass Sie beide zwei vollkommen verschiedene Persönlichkeitstypen haben. Der DISG-Test hilft nicht nur dabei, das herauszufinden, sondern dient auch dazu, sich selbst und andere Menschen besser zu verstehen.

In diesem Artikel erfahren Sie, welche unterschiedlichen Verhaltenstypen es laut dem DISG-Modell gibt, wie Ihnen der Test hilft und welcher Kritik sich das Modell stellen muss.

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Was sagt das DISG-Modell aus?

In seinem Buch „Emotions of Normal People“ beschreibt Marston 1928 vier verschiedene Persönlichkeitstypen. Er unterscheidet dabei dominante (D), initiative (I), stetige (S) und gewissenhafte (G) Verhaltensstile. Die Anfangsbuchstaben der Adjektive verleihen dem Test seinen Namen.

Jedem dieser Persönlichkeitstypen wird darüber hinaus eine Farbe zugeordnet: rot, gelb, grün oder blau. Mit dem Persönlichkeitstest soll herausgefunden werden, welcher der Verhaltensstile bei einer Person am meisten ausgeprägt ist.

Ziel ist es, anhand des Persönlichkeitstests passende Bewerberinnen und Bewerber auszuwählen, die Kommunikation im Unternehmen zu verbessern oder zielgruppengenaue Marketing-Anzeigen zu entwerfen.

Wie funktioniert der DISG-Test?

Der DISG-Test besteht aus mehreren Fragen, die die Teilnehmenden in einer Selbsteinschätzung beantworten. Bei den Fragen geht es darum, zunächst Eigenschaften zu bestimmen, die am ehesten auf die Testperson zutreffen, und danach die Antworten auszuwählen, die am wenigsten zutreffen.

Die Methodik und Auswahl der Fragen unterscheiden sich jedoch von Anbieter zu Anbieterin. Mit dem Ergebnis des Tests erhalten Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihren Persönlichkeitstypen. Die Auswertung zeigt dabei jedoch lediglich eine Tendenz. Es bedeutet also nicht, dass die betroffene Person nicht auch Merkmale der anderen Verhaltensstile haben kann.

Die unterschiedlichen DISG-Modell-Farben und ihre Bedeutung

Das DISG-Modell zeigt ein Quadrat mit vier unterschiedlichen Verhaltenstypen. Wichtig hierbei ist, dass keine der Persönlichkeiten besser oder schlechter eingestuft wird. Der Test ist nicht qualitativ, sondern dient lediglich dazu, sich selbst besser zu verstehen und die Kommunikation sowie den Umgang mit anderen zu verbessern.

Grafik DISG-Modell

D – Dominant

D steht für den dominanten Verhaltenstypen, ihm wird die Farbe Rot zugeordnet. Personen, die sich in diesem Quadranten wiederfinden, sind sehr selbstbewusst, übernehmen gern Verantwortung und sind durchsetzungsfähig gegenüber anderen. Sie verfolgen strikt ihre Ziele und reden gerne und viel. Diese starke Persönlichkeit kann von anderen daher auch als rücksichtslos oder gar aggressiv wahrgenommen werden.

I – Initiativ

Die Farbe Gelb steht für den initiativen Persönlichkeitstypen. Dieser Typ ist das kreative Ass des Teams. Initiative Personen kommunizieren gern, sind sehr offen und kontaktfreudig. Sie lassen sich schnell für neue Ideen begeistern. Leider fehlt ihnen deshalb jedoch häufig der Blick für Details. Analytisches Denken gehört nicht zu den Stärken des initiativen Verhaltenstypen. Dafür sprudelt er nur so vor positiver Energie und Optimismus.

S – Stetig

Stetige Verhaltenstypen werden mit der Farbe Grün assoziiert. Das mag an ihrer ausgeglichenen Art liegen. Sie sind im Team die Personen, die alles zusammenhalten, immer für Harmonie sorgen und helfen, wo sie nur können.

Teamarbeit steht bei stetigen Persönlichkeiten hoch im Kurs, jedoch können sie weniger gut mit Veränderungen umgehen. Statt Abläufe voranzutreiben, schätzen Menschen mit überwiegend stetigen Persönlichkeitsmerkmalen das, was sie bereits kennen.

G – Gewissenhaft

Personen, die das Ergebnis G erhalten, sind gewissenhafte Persönlichkeiten. Für sie steht die Farbe Blau im DISG-Modell. Diese Verhaltenstypen sind wahre Perfektionisten und Perfektionistinnen. Sie arbeiten systematisch, planen im Voraus und analysieren darüber hinaus alles bis ins kleinste Detail.

Von Teammitgliedern werden gewissenhafte Persönlichkeiten besonders für ihre Zuverlässigkeit geschätzt. Leider kann der hohe Standard auch zum Nachteil werden: G-Typen können unnahbar wirken und haben teilweise zu hohe Ansprüche an andere und sich selbst.

DISG-Modell-Mischtypen

Neben den vier klassischen Unterscheidungen der Persönlichkeitstypen gibt es auch noch 16 weitere Mischtypen. Das sind:

1. Vorreiter (rot-gelb)

2. Tempogeberin (rot-grün)

3. Erfinder (rot-blau)

4. Überzeugerin (gelb-rot)

5. Harmonisierer (gelb-grün)

6. Strategin (gelb-blau)

7. Spezialist (grün-rot)

8. Helferin (grün-gelb)

9. Bewahrer (grün-blau)

10. Experimentiererin (blau-rot)

11. Gutachter (blau-gelb)

12. Denkerin (blau-grün)

13. Koordinator (gelb-grün-rot)

14. Vermittlerin (rot-gelb-blau)

15. Designer (blau-rot-grün)

16. Praktikerin (grün-blau-gelb)

So nutzen Unternehmen das DISG-Modell: Führungskraft trainieren und optimieren

Für Unternehmen bietet der DISG-Test im Personalmanagement ein hilfreiches Tool, um Bewerberprofile zu erstellen. Indem Sie bei Kandidatinnen und Kandidaten den Persönlichkeitstypen bestimmen, können Sie sicherstellen, dass eine gute Harmonie im Team gewährleistet bleibt.

Auch für Führungskräftetrainings oder Teambuilding-Maßnahmen finden DISG-Tests häufig Anwendung. Mitarbeitende erhalten durch die Einstufung ein besseres Verständnis für sich selbst und ihre Teammitglieder. Das verbessert grundlegend die Kommunikation innerhalb des Teams.

Außerdem bietet der DISG-Test nicht nur Unternehmen, sondern auch Angestellten grundlegende Vorteile. So findet jede einzelne Person ihre Stärken und Schwächen heraus und kann gezielt an ihnen arbeiten. Als Führungskraft erhalten Sie durch die Auswertung des DISG-Modells außerdem konkrete Anhaltspunkte, wie Sie Ihren Führungsstil verbessern können.

Wo kann der DISG-Modell-Test durchgeführt werden?

Mit steigender Popularität des DISG-Modells ist auch die Anzahl der Anbietenden gestiegen, bei denen der Persönlichkeitstest durchgeführt werden kann. Dazu zählen die Coaching-Plattform Greator, der DISG-Schnelltest sowie die Seite 123Test.

DISG-Kritik: Veraltete Sicht in der Persönlichkeitspsychologie

Kritik erfährt das DISG-Modell heute vor allem im Hinblick auf seine veraltete Sichtweise. Denn in der Persönlichkeitsforschung wird heute nicht mehr nur von vier, sondern von fünf unterschiedlichen Verhaltensstilen gesprochen: Offenheit, Geselligkeit, Kooperationsbereitschaft, Verletzlichkeit und Gewissenhaftigkeit.

Ein noch größerer Kritikpunkt liegt jedoch darin begründet, dass der DISG-Test einzig und allein auf der Selbsteinschätzung der Testperson beruht. Menschen, die ohnehin Schwierigkeiten haben, ihr eigenes Verhalten zu reflektieren, werden also unter Umständen ein weniger valides Ergebnis erhalten. Die Zuordnung zu einem der Persönlichkeitstypen erfolgt daher auf Basis rein subjektiver Eindrücke.

Fazit: Finden Sie heraus, welcher Typ Sie sind

Für Unternehmen bietet der DISG-Test die Möglichkeit, die Harmonie und Kommunikation im Team zu verbessern. Indem jede einzelne Person weiß, was ihre Stärken und Schwächen im Umgang mit anderen sind, kann gezielt daran gearbeitet werden. Noch wichtiger wird die Reflexion des eigenen Verhaltens für Führungskräfte – denn nur so lernen sie sich und ihre Wirkung auf ihre Angestellten besser kennen.

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Titelbild: 10'000 Hours / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 29. August 2022, aktualisiert am August 29 2022

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