Ich begleite Menschen, die ich vielleicht nie kennenlernen werde, auf ihrem Weg zur Arbeit, denn sie nehmen mich mit ihren Kopfhörern mit, wenn sie meinen Podcast „Build a Better Agency“ anhören.

Marketer, die sich Podcasts als einen neuen Kanal in ihrem Marketingmix erschließen möchten, haben eine interessante Reise vor sich.

Früher waren Podcasts eher eine Randerscheinung, mittlerweile sind sie jedoch im Mainstream angekommen. Laut einer Umfrage von Statista hören in Deutschland 78 % der Zielgruppe der 18- bis 35-Jährigen Podcasts, mehr als die Hälfte davon wöchentlich.

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Marketer sollten diese Statistiken nicht nur kennen, sondern auch in Kampagnen zu ihren Gunsten einsetzen. 2016 hörten ca. 7,5 Millionen Menschen in Deutschland „zumindest selten“ Podcasts – ein nicht zu unterschätzendes Marktsegment, über das Sie unbedingt nachdenken sollten. Zumal die Werbeakzeptanz bei Podcasts relativ hoch ist – der zuvor genannten Statista-Umfrage zufolge haben 30 % der Befragten schon einmal während des Hörens die Website eines beworbenen Produkts besucht. Podcasts haben also das Potenzial, zu einer wahren Goldmine zu werden.

Natürlich ist der Weg zum Erfolg kein Sprint, sondern ein Marathon.

So bereiten Sie einen Podcast vor – eine praktische Anleitung

Bevor ich mich an einem Podcast versucht habe, hatte ich bereits seit längerer Zeit Blog-Beiträge geschrieben, Webinare durchgeführt, Artikel in Forbes und Fast Company veröffentlicht. Diese Kanäle haben gut funktioniert, allerdings hatte ich immer das Gefühl, dass es eine bessere Möglichkeit geben müsste, mit Agenturen und Geschäftsleitern in Kontakt zu treten. Idealerweise über ein leicht zugängliches, leicht zu findendes On-Demand-Format.

Da ich selber viele Podcasts höre war Podcasting der nächste logische Schritt für mich – insbesondere um meine eng gefasste Zielgruppe von Agenturinhabern und -leitern zu erreichen, mit denen ich mein Wissen aus 23 Jahren Branchenerfahrung teilen wollte. Ich beauftragte Predictive ROI, eine Agentur unter dem Schirm des Agency Management Institute, einen Podcast für mich zu produzieren, da zu befürchten stand, dass ich als Neuling auf diesem Gebiet zu leicht technische Fehler machen würde.

Den Einstieg in Podcasts zu finden, ist ein bisschen wie eine Wundertüte aufzureißen. Bis Sie es getan haben, wissen Sie nicht, was Sie erwartet. Das bedeutet aber nicht, dass Sie nicht schon vor der Veröffentlichung Ihres ersten Podcasts eine Vielzahl von Fehlern vermeiden können.

Natürlich werden Sie im Laufe der Zeit wertvolle Erfahrungen sammeln, aber es ist eine gute Idee, sich schon vorab mit der Technologie zu befassen. Schließlich würden Sie ja auch nicht mit Ihrem allerersten selbstgebackenen Kuchen gleich eine Konditorei eröffnen. Nehmen Sie sich also Zeit, um sich die grundlegenden Spielregeln anzusehen und einen Plan auszuarbeiten. (Unter Umständen könnten Sie auch versuchen, vorab als Gast in einem anderen Podcast aufzutreten, bevor Sie sich selbst an die Arbeit machen.)

Podcasts für Anfänger

Selbst wenn Sie noch nie am Mikrofon waren, können Sie ein Konzept für die erste Phase in der Podcast-Planung ausarbeiten. Davon ausgehend können Sie dann weitere Schritte in Erwägung ziehen.

1. Erstellen Sie eine Checkliste, damit Sie nicht den Überblick verlieren

Ich habe mir vor dem Einstieg in die Welt der Podcasts viele Fragen immer und immer wieder gestellt. Darunter etwa Fragen zur Zielgruppe, die ich erreichen wollte, ob ich mich langfristig als Podcast-Moderator betätigen wollte oder ob es eine Stippvisite werden würde. Ich habe mir auch Gedanken über den bevorzugten Stil für meine Podcasts gemacht, darunter auch die Vorbereitung und den Veröffentlichungszeitplan.

Ihre Checkliste sollte natürlich für Ihren Anwendungsfall individuell angepasst sein, aber technische Elemente sollten darin unbedingt enthalten sein. Die Audio-Technik, iTunes und andere Konten einzurichten und zu pflegen sowie das Arrangieren von Interviews können wirklich kompliziert sein, wenn Sie sich nicht entsprechend vorbereiten.

2. Legen Sie Ihr grundlegendes Format fest

Jeder Moderator hat eigene Vorlieben, was das Format eines Podcasts angeht. Viele Moderatoren stellen all ihren Gästen die gleichen Fragen, was ich persönlich auf Dauer aber eher langweilig finde. Natürlich bedeutet das weniger Vorbereitungsaufwand, aber es kann auch als Faulheit ausgelegt werden. Ich interviewe am liebsten Experten auf bestimmten Themengebieten, lasse mir aber auch die Möglichkeit offen, den ein oder anderen Podcast alleine durchzuführen. In der Regel versuche ich, ein Verhältnis von vier Interviews pro Solo-Podcast einzuhalten.

Meistens halte ich ein paar Fragen in petto und verlasse mich dann darauf, dass eine spontane Unterhaltung entsteht. Das mag für Neulinge etwas riskant klingen, aber in den meisten Fällen gelingt es mir, eine Unterhaltung von 45–60 Minuten aufrecht zu erhalten.

3. Nutzen Sie Ihr Netzwerk

Die ersten 10 Folgen sind entscheidend für jeden neuen Podcast. Also sollten Sie dafür sorgen, hochkarätige, interessante Gäste zu gewinnen, die Ihre Zielgruppe einnehmen. Wichtig ist, dass die Gäste kein Problem damit haben, vor nur wenigen – oder gar keinen – Zuhörern aufzutreten. In meinem Fall haben mir meine Freunde hier sehr geholfen und mir viele gute Gäste vermittelt. Sie halfen mir außerdem dabei, meinen Podcast bekannter zu machen und unterstützten mich, indem sie den Podcast in sozialen Medien promoteten.

4. Beobachten Sie die Zahl der Downloads

Als Rob Walch bei mir im Podcast zu Gast war, hat er einen guten Rat für Podcaster gegeben: Behalten Sie immer Ihre Downloads im Blick. Ihm zufolge ist eine Download-Anzahl von 500 pro Folge ein guter Wert, um sich sicher zu sein, dass nicht nur Bekannte, Freunde und Familie zuhören.

Wie viele Downloads müsste Ihr Podcast erreichen, damit er für Sie ein Erfolg wäre? Das ist eine sehr individuelle Zahl, die nur Sie festlegen können. Aber immer ein Auge darauf zu haben, hilft. Wenn Sie beispielsweise rücklaufende Downloadzahlen verzeichnen, könnte es sinnvoll sein, zurück ans Reißbrett zu gehen und sich ein paar ehrliche Fragen zu stellen. So können Sie Änderungen durchführen, bevor Ihr Podcast weiter an Beliebtheit verliert.

5. Achten Sie darauf, laufend gehaltvollen Content bieten zu können

Bei jedem Podcast gibt es von Zeit zu Zeit eine Folge, die schlechter ist als der Durchschnitt. Hier zahlt es sich aus, wenn Sie schon vorab einige Folgen produziert haben, sodass Sie die Möglichkeit haben, eine davon zu veröffentlichen, statt auf einen eher mageren Beitrag verfallen zu müssen. Es ist eine gute Idee, schon vor der Erstveröffentlichung Ihres Podcasts ein paar Folgen in Reserve zu haben. So haben Sie einen gewissen Puffer.

Überstürzen Sie die Veröffentlichung auch nicht. Es ist besser, klein anzufangen und sich dann zu steigern. Ich bin sehr oft geschäftlich unterwegs, was es unter Umständen schwierig macht, die Produktion eines Podcasts aufrecht zu erhalten. Daher war mein Plan, zunächst einmal 10 Folgen zu erstellen. Im August und September 2015 war ich mit der technischen Einrichtung und den Aufnahmen beschäftigt. Bereits im Oktober veröffentlichten wir dann die erste Folge des Podcast. Seitdem konnten wir jede Woche eine neue Folge veröffentlichen.

6. Rühren Sie die Werbetrommel für Ihren Podcast

Ihre Zielgruppe wird Ihren Podcast nicht ohne weiteres finden. Also sollten Sie sich im Hinblick auf die Promotion mächtig ins Zeug legen. Ich habe dafür den E-Mail-Verteiler meines Unternehmens, meine eigenen sozialen Netzwerke und unzählige andere Plattformen genutzt. Außerdem habe ich jeden meiner Gäste darum gebeten, seine oder ihre Folge zu promoten.

Wir landeten glücklicherweise auf der „New and Noteworthy“-Liste von iTunes, wodurch wir im ersten Monat in den Top-5 mehrerer themenspezifischer Listen auftauchten.

7. Lernen Sie, wie Sie mit Ihrem Podcast Geld verdienen können

Sie müssen herausfinden, wie Sie mit Ihren Podcasts Geld verdienen können. Sie könnten beispielsweise für ein von Ihnen verfasstes Buch, einen Workshop oder einen Online-Kurs Werbung machen. So positionieren Sie sich auch gleichzeitig als Vordenker.

Wenn Ihre Zielgruppe eine sehr kleine Nische ist und Sie Schwierigkeiten haben, Werbetreibende oder Sponsoren für sich zu gewinnen, können Sie immer noch durch Ihre Zahlen glänzen.

Das ist harte Arbeit, aber mit einer guten Strategie auch wirklich hilfreich. Zwei Jahre nach der Veröffentlichung unserer ersten Folge, haben wir nun 110 Fünf-Sterne-Rezensionen und unser Podcast wird in über 125 Ländern heruntergeladen. Außerdem haben wir mit HubSpot einen Sponsor für unseren Podcast gewonnen. Der Podcast hat nicht nur unser Unternehmen gestärkt, sondern sich auch als geniale Marketing-Möglichkeit herausgestellt.

Also, sind Sie bereit sich ins Podcast-Gewässer zu wagen? Die Wellen sind zwar anfangs recht unruhig, aber es gibt dort noch genug Platz!

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Dieser Beitrag ist ursprünglich als Gastbeitrag auf dem HubSpot.com-Blog erschienen und wurde aus dem Englischen übersetzt und für den deutschsprachigen Markt angepasst.

 

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Ursprünglich veröffentlicht am 18. April 2018, aktualisiert am April 20 2020

Themen:

Online Marketing