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Snapchat ist mit weltweit über 30 Millionen aktiven Nutzern monatlich und rund 700 Millionen Snaps täglich schon ziemlich beliebt – und damit Marketing-relevant. Trotzdem können viele mit diesem Namen noch nichts anfangen. Deshalb klären wir zum Einstieg erst einmal die Frage: „Was ist das eigentlich?“

Snapchat ist eine mobile App, die in etwa eine Mischung aus WhatApp und Instagram darstellt. Das Haupt-Feature der App ist das Aufnehmen von Fotos oder kurzen Videosequenzen, welche dann an ausgewählte oder alle Chat-Kontakte verschickt werden. Der Clou: Jedes Foto oder Video steht dem Betrachter nur wenige Sekunden zur Verfügung, dann löscht es sich selbstständig. Dieses Prinzip macht Snapchat sehr schnell und sehr interaktiv. Es existiert keine Timeline oder Galerie, sondern es geht um den direkten Bilder-Austausch von Smartphone zu Smartphone. (Es existiert auch die Möglichkeit zum Video- und Textchat, doch dies ist eher ergänzend zu sehen. Sie bildet nicht den USP der App.)

Sogar Storytelling ist möglich. Sie können Snaps einer Geschichte zuordnen, anstatt sie einzeln zu versenden. Die entsprechend markierten Bilder werden aneinander gereiht und die Empfänger erhalten jedes Mal eine Benachrichtigung, wenn der Geschichte ein neues Bild hinzugefügt wurde. Diese Serie löscht sich erst nach Ablauf von 24 Stunden.

Schnappschuss-Marketing unter Freunden

Schon wieder Social Media, schon wieder ein hippes Marketing-Tool, schon wieder etwas Neues, mit dem man sich befassen soll – denken Sie vielleicht? Nun, die Dauer der Aufmerksamkeitsspanne sinkt seit vielen Jahren konstant. Die Menschen sind immer mehr online und das verstärkt mobil. Deshalb ist es auch hilfreich für Marketer, wenn findige Köpfe immer wieder neue Apps oder Plattformen erfinden, um Menschen im digitalen Raum mit Menschen zu verbinden – und auch Marken mit Menschen.

Sie fragen sich vielleicht: „Was bringt mir ein Dienst, bei dem sich meine Botschaft gleich wieder selbst löscht? Als Marketer will ich doch die Zielgruppe möglichst lange der Botschaft aussetzen, oder?“ Einerseits ja, aber andererseits wollen Marketer ja auch möglichst unmittelbare Response auf ihre Botschaft generieren.

Und hier spielt Snapchat einige Vorteile aus:

  • Sie kommunizieren mit einer Zielgruppe, die Sie bewusst als Kontakt bestätigt hat und damit definitiv Interesse an Ihrem Content besitzt. Noch mehr als bei Twitter oder Facebook, denn bei Snapchat geht es um einzelne, eingehende Nachrichten. Nicht um massenhafte Meldungen im Feed oder der Timeline, die schnell durchgescrollt werden.
  • Es besteht eine gewisse Intimität zwischen Sender und Empfänger, weil selbst ein Großkonzern zur Produktion des Content eben auch nur ein Handy und die App benutzt, genauso wie der einzelne Konsument.
  • Die enorm kurze Lebensspanne einer jeden Botschaft erzeugt eine Dringlichkeit, die vom Empfänger direkt ungeteilte Aufmerksamkeit und gegebenenfalls auch sofortiges Handeln erfordert.

Die ersten Schritte mit Snapchat

Bevor Sie einen Account für Ihre Marke anlegen, müssen Sie festlegen, wer in Zukunft die Pflege des Snapchat-Marketing übernehmen soll. Da es sich um eine App handelt, ist die Nutzung an eine bestimmte Telefonnummer gebunden.
Nun kann es losgehen. Anhand eines Muster-Accounts demonstrieren wir die ersten Schritte ins Reich der Schnappschüsse.

1. Nachdem Sie die App installiert und geöffnet haben, legen Sie sich über „Anmelden“ Ihren neuen
Account an.

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2. E-Mail-Adresse, ein Passwort und ein Geburtsdatum müssen im ersten Schritt festgelegt werden. Ohne Angabe im Geburtsdatum-Feld kann nicht fortgefahren werden.
(Ein Fantasiedatum tut es auch.)

 

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3. Als nächstes wird die Handynummer abgefragt, um die Existenz des Anschlusses zu verifizieren. Dafür wird per SMS ein Aktivierungscode geschickt, den Sie in der App eingeben müssen. Danach ist Ihr Account auch schon erstellt und Sie sehen diese Nachricht:

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4. Auch, wenn Sie das nicht möchten, können Sie unbesorgt auf „Weiter“ tippen. Bevor die App Ihr Adressbuch durchsucht, wird noch einmal Ihre Zustimmung abgefragt und Sie können dies ablehnen.

5. Danach befinden Sie sich direkt im Fotografier-/Filmmodus. Ihnen werden die wichtigsten Handlungsanweisungen angezeigt, so dass nichts schiefgehen kann. Eine komplette Einführung in die Benutzung der App bekommen Sie im Online Support

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Eine kurze Vorschau auf die wichtigsten Features: Sie können mit einem rudimentären Text-Tool Ihren Schnappschuss mit Text bestücken. Das gibt Ihnen die Möglichkeit anstatt reinen Bildmotiven einfache Anzeigen zu kreieren. Zudem gibt es ein Tool zum Malen, welches so trashig ist, dass es schon wieder cool ist. Die Strichzeichnungen mit denen Sie Ihr Bild kreativ ergänzen können erinnern an die Malstift-Funktion aus Microsoft Paint.

Best Practice

Wenn Sie jetzt befürchten, dass das alles doch nur Spielkram ist und nicht geeignet für seriöse Kampagnen, dann sehen sich am besten einmal das 50-Sekunden-Video des Use-Case des WWF an. Hier wird eindrucksvoll demonstriert, wie man mit das Grundprinzip von Snapchat (die Vergänglichkeit) zur kreativen Basis einer Awareness-Kampagne machen kann:

Auch andere große Marken wie AUDI, BMW, Mercedes und Taco Bell haben Snapchat schon für Second-Screen- oder sogar Product-Launch-Kampagnen genutzt.

Es kommt drauf an was man draus macht

Bilder sind das stärkste Kommunikationsmittel. Wer den emotionalen Effekt von Bildern mit einer guten Content-Strategie zu verknüpfen weiß, der verfügt über eine nicht unerhebliche Kommunikationskraft. Was die Menschen interessiert, bleibt nicht auf einer Plattform. Es wird geteilt, viral verbreitet und bringt so exponentiell Sicht-Kontakte und Fans.

Auch wenn Snapchat nicht auf dem Weg ist, das nächste Facebook zu werden, so ist es doch für viele digital-Affine eine beliebte Ergänzung. Es steckt definitiv voller Potenzial, das nur darauf wartet, kreativ genutzt werden.

Ursprünglich veröffentlicht am 26. März 2015, aktualisiert am März 26 2015

Themen:

Snapchat-Marketing