Führungsqualitäten sind gefragt – ganz besonders bei der Umsetzung von unternehmensinternen Veränderungen. Denn diese wirken sich nicht nur auf organisatorische Strukturen und Abläufe aus, sondern auch auf die Stimmung im Betrieb und die Mitarbeiterführung.

Welche Führungsstile es gibt und was Sie als Führungskraft dazu beitragen können, um Ihre Mitarbeiter erfolgreich durch Veränderungsprozesse zu begleiten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

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Zentrale Aufgabe ist es, durch Führungstechniken und entsprechende Maßnahmen dahingehend auf die Leistung der Mitarbeiter Einfluss zu nehmen, dass bestimmte Unternehmensziele erfüllt werden.

Unterschiedliche Führungsstile & Rollenverteilung im Unternehmen

Mitarbeiterführung ist eine der zentralen Aufgaben in leitenden Positionen. Unweigerlich damit verbunden ist die Frage nach dem Führungsstil. Denn dieser definiert die Art und Weise, wie sich Führungskräfte gegenüber ihren Mitarbeitern verhält.

Dabei gibt es die unterschiedlichsten Ausprägungen, die sich allesamt auf verschiedene Theorien stützen. Die wohl bekanntesten sind jene des Psychologen Kurt Lewin und des Soziologen Max Weber.

1) Führungsstile nach Kurt Lewin

  • Autoritärer bzw. hierarchischer Führungsstil
    Basiert auf Gehorsam – Vorgesetzte treffen Entscheidungen, ohne den Mitarbeitern Mitspracherecht zu gewähren und Fehler werden bestraft.
  • Kooperativer bzw. demokratischer Führungsstil
    Mitarbeiter werden in die Entscheidungsfindung mit einbezogen und erhalten Unterstützung von den Führungskräften.
  • Laissez-faire-Führungsstil
    Führungskräfte lassen Mitarbeiter selbstbestimmt arbeiten und entscheiden, ohne einzugreifen oder zu unterstützen.

2) Führungsstile nach Max Weber

  • Patriarchalischer Führungsstil
    Führungskräfte verkörpern eine Art Elternfigur, zu der die Mitarbeiter ein Vertrauensverhältnis aufbauen und der gegenüber sie folgsam sind (charakteristisch für z. B. Familienbetriebe).
  • Charismatischer Führungsstil
    Führungskräfte werden durch Ausstrahlung und positive Eigenschaften zum Vorbild für die Mitarbeiter
  • Autokratischer Führungsstil
    Entscheidungen werden von der Führungsperson ohne persönlichen Kontakt zu den Mitarbeitern über mehrere Instanzen durchgesetzt.
  • Bürokratischer Führungsstil
    Ist nicht an eine Person gebunden – die Führung der Mitarbeiter basiert auf vorgegebenen Abläufen, findet sich z. B. in Ämtern oder Behörden.

In der Realität findet diese theoretische und idealtypische Kategorisierung allerdings kaum Anwendung. Vielmehr vermischen sich oft mehrere Führungsstile durch die verschiedenen Charaktereigenschaften einer Führungspersönlichkeit.

Zudem hat sich im Laufe der Zeit die Sichtweise verändert: Die moderne Mitarbeiterführung legt Wert darauf, Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse zu involvieren und flexibel auf unterschiedliche Rahmenbedingungen reagieren zu können. Dementsprechend ist heutzutage der situative Führungsstil weit verbreitet, der sowohl aufgaben- als auch beziehungsorientiert ausgerichtet ist.

Motivierte Mitarbeiter: Wie Sie Führungskompetenz beweisen

Die Erwartungen an Führungskräfte sind hoch. Neben unternehmerischen und organisatorischen Fähigkeiten wird ihnen insbesondere auch soziale Kompetenz abverlangt, wenn es darum geht, Mitarbeiter zu motivieren.

Und das sollte eines der erklärten Ziele sein, denn Studien belegen den unmittelbaren Zusammenhang zwischen Mitarbeiterzufriedenheit und wirtschaftlichem Erfolg eines Unternehmens.

Führungsqualität in Veränderungsprozessen

Was schon unter normalen Umständen eine Herausforderung ist, findet bei Veränderungsprozessen seinen Höhepunkt – denn dann werden Ihre Führungsqualitäten besonders auf die Probe gestellt.

Stehen Veränderungen an, sind viele Mitarbeiter laut Studien damit zunächst überfordert. Sie fühlen sich verunsichert, die Gerüchteküche brodelt und Reaktionen wie Ablehnung oder Widerstand sind erstmal keine Seltenheit. Denn sich von gewohnten Mustern und vertrauten Abläufen zu lösen, fällt vielen Mitarbeitern vermutlich nicht leicht. Eine Tatsache, die häufig unterschätzt wird.

Viele Unternehmen und ihre verantwortlichen Führungskräfte begehen in Veränderungsprozessen einen Fehler: Sie übersehen, dass innerbetriebliche Strukturen ein Teil der Unternehmenskultur sind und es dementsprechend Zeit und Energie erfordert, diese zu verändern – sowohl auf Unternehmens- als auch auf Mitarbeiterseite.

Die Implementierung von Veränderungen im Unternehmen ist ein Prozess, der im Wesentlichen von vier Phasen geprägt ist:

  • Leugnung / Ablehnung
  • Widerstand
  • Akzeptanz
  • Zustimmung / Annahme

Wenn Sie Ihre Mitarbeiter also mit veränderten Bedingungen konfrontieren, fühlen sich diese dafür womöglich gar nicht bereit oder verstehen die Notwendigkeit dafür nicht.

Als gute Führungskraft können Sie sich in solchen Veränderungsprozessen besonders auszeichnen, indem Sie Ihren Mitarbeitern durch Ihre Führungskompetenzen eine Stütze sind.

Entscheidend dabei ist, zu erkennen, in welcher Phase sich Ihre Mitarbeiter gerade befinden und welche unterstützenden Maßnahmen sie zum jeweiligen Zeitpunkt am meisten brauchen. Mit den richtigen Entscheidungen wird sich Widerstand allmählich in Akzeptanz und Ablehnung letztendlich in Zustimmung verwandeln.

5 Leitsätze für eine erfolgreiche Mitarbeiterführung

Führungskompetenz basiert auf einigen wesentlichen Prinzipien, die sich als die „goldenen Regeln der Mitarbeiterführung“ bewährt haben.

Die besten Tipps haben wir für Sie in den nachfolgenden Leitsätzen zusammengefasst:

1) Informierte Mitarbeiter sind motivierte Mitarbeiter

Ein ausgewogener Informationsfluss zwischen Ihnen und Ihren Mitarbeitern sollte in Ihrer Funktion als Führungskraft höchste Priorität haben. Denn Kommunikation bildet die solide Basis für eine erfolgreiche Mitarbeiterführung.

Deshalb sollten Sie den offenen Dialog mit Ihren Mitarbeitern suchen. So können Sie nicht nur Ihre Werte und Ziele vermitteln, sondern auch konkrete Erwartungen an Ihre Mitarbeiter offenlegen. So fühlen sich Ihre Mitarbeiter in die Unternehmensprozesse eingebunden und das wirkt sich wiederum positiv auf die Motivation aus.

Informationen über Unternehmensentscheidungen und neue Entwicklungen gehören dabei ebenso dazu wie der regelmäßige Erfahrungsaustausch über bestehende Organisations- und Arbeitsabläufe.

Wenn Sie ein offenes Ohr für die Meinung Ihrer Mitarbeiter haben, können Sie auf Basis der gewonnen Informationen wertvolle Rückschlüsse auf Optimierungspotenziale innerhalb des Unternehmens ziehen und das unterstreicht Ihre Führungsqualität.

2) Konstruktives Feedback fördert die Weiterentwicklung

Auch für die persönliche Weiterentwicklung und Motivation Ihrer Mitarbeiter und das Erreichen von Unternehmenszielen ist Kommunikation das Maß aller Dinge.

Deshalb sollten Sie klare Anweisungen zu Aufgaben und Zielvorgaben geben und diese auch regelmäßig gemeinsam mit den betreffenden Personen in Mitarbeitergesprächen oder Team-Besprechungen reflektieren.

Darin sollten Sie auf konstruktives Feedback achten und Wert auf eine ausgewogene Mischung aus Anerkennung und Kritik legen. So können Sie Ihren Mitarbeitern die so wichtige Wertschätzung entgegenbringen und ihnen gleichzeitig darlegen, wo es noch Optimierungsbedarf gibt.

3) Führungskräfte sind das Spiegelbild der Unternehmenskultur

Wie Sie Ihren Mitarbeitern gegenüber als Chef auftreten, hat entscheidenden Einfluss auf das Betriebsklima – denn mit Ihrer Rolle als Führungskraft übernehmen Sie auch eine Vorbildfunktion.

Deshalb sollten Sie Ihre Mitarbeiter genauso behandeln, wie Sie selbst behandelt werden möchten. Dazu zählen ein respektvoller Umgang und eine faire Leistungsbeurteilung ebenso wie eine gerechte Entlohnung und angemessene Arbeitsbedingungen.

Wenn Sie Ihren Mitarbeitern auf Augenhöhe begegnen, fördern Sie nicht nur die Loyalität und Leistungsbereitschaft, sondern werden dafür auch mit Akzeptanz und Respekt in Ihrer Rolle als Autoritätsperson belohnt.

4) Verantwortung erfordert Konsequenz

Als Führungsperson tragen Sie eine große Verantwortung – sowohl für das Unternehmen als auch für Ihre Mitarbeiter. Ihre Funktion beinhaltet unter anderem auch die Planung, Umsetzung und Kontrolle von Regeln und Vereinbarungen im Sinne aller Beteiligten.

Deshalb sollten Sie Ihren Mitarbeitern verdeutlichen, dass alle ein gemeinsames Ziel verfolgen und dass jedes Handeln und Verhalten Konsequenzen für das gesamte Unternehmen hat, sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht.

5) Führungskompetenz heißt Entscheidungskompetenz

Wenn es etwas gibt, das Führungskräfte möglichst vermeiden sollten, sind das unüberlegte Entscheidungen. Denn Sie müssen unweigerlich laufend mehr oder weniger wichtige Dinge entscheiden, die Konsequenzen für Ihr Unternehmen und Ihre Mitarbeiter haben.

Um Ihre Kompetenz und Glaubwürdigkeit zu festigen, sollten Sie sich vor jeder Entscheidung ausreichend Zeit nehmen, um sich fundierte Informationen zu beschaffen, die möglichen Optionen zu durchdenken und gegebenenfalls andere Meinungen zur Unterstützung einzuholen. So können Sie nicht nur Mitarbeiter in den Entscheidungsprozess einbinden, sondern verringern auch das Risiko einer Fehlentscheidung.

Mitarbeiterführung ist nicht immer leicht. Die Ansprüche an gute Führungskräfte sind hoch – sowohl im laufenden Geschäftsbetrieb im Allgemeinen als auch in Veränderungsprozessen im Speziellen. Neben unternehmerischen und organisatorischen Fähigkeiten braucht es insbesondere auch soziale Kompetenz, um Mitarbeiter erfolgreich zu führen.

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Headerbild: Jehyun Sung on Unsplash

Ursprünglich veröffentlicht am 1. April 2020, aktualisiert am April 01 2020

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