Google macht kein Geheimnis daraus, dass das Unternehmen mobile Webseiten bevorzugt. Der Grund: Die Anzahl der Suchanfragen von mobilen Endgeräten steigt kontinuierlich. Deshalb setzt Google mit dem Mobile-Only-Update 2021 ein Zeichen und konzentriert sich nur noch auf Inhalte, die mobil einsehbar sind – andere Inhalte werden nicht mehr gelesen. Was das für Sie bedeutet und was Sie tun können, erklären wir Ihnen hier.

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Warum Mobile-Friendliness so wichtig ist

Mobil-optimierte Seiten verbessern die Nutzererfahrung: Angepasst an Ihren Smartphone-Bildschirm, ohne abgeschnittene Elemente und mit ausreichend großer Schrift sorgen sie für ein positives Erlebnis. Genau das ist essenziell, damit Nutzerinnen und Nutzer mit Ihrer Seite ohne hohe Absprungraten interagieren.

In den letzten Jahren stieg die Smartphone-Nutzung weiterhin kontinuierlich an – die Zahlen liegen bereits im Milliardenbereich. Das wirkt sich auf die Online-Nutzung aus: Schon jetzt werden 64 % der Suchanfragen über mobile Endgeräte getätigt. Sie bilden also den größten Anteil bei der Google-Suche.

Das bedeutet: Nicht-mobil optimierte Seiten mit einer schlechten Nutzererfahrung fangen weniger Smartphone-Nutzende ab, denn sie sind schwerer zu bedienen. Mobile-Friendliness hat also nicht nur Vorteile für die Nutzer und Nutzerinnen, sondern auch für den Seitenbetreibenden.

Google Update: Aus Mobile-First wird Mobile-Only

Schon seit 2015 gilt die Mobile-Friendliness einer Webseite als Rankingfaktor für Google. 2018 folgte die Mobile-First-Indexierung. Seitdem bewertet Google die Suchergebnisse vorrangig anhand der Informationen, die auf der mobilen Version einer Webseite zu finden sind – das bedeutet: Webseiten, die mobilfreundlich sind, ranken in den SERPs höher.

Seit März 2021 heißt es bei Google: Seiten ohne mobile Inhalte werden deutlich schlechter bewertet und können sogar aus dem Index fliegen. Die Folge: Der Nutzende findet diese Seiten nicht mehr in den SERPs.

Was steckt dahinter? Der Googlebot crawlt die Seiten mit dem Smartphone-Crawler. Das heißt: Der Bot erkennt nur die mobil-optimierten Elemente. Wenn diese in der Vergangenheit wichtig für das Ranking waren, fließen sie nicht mehr mit in die Bewertung ein. Das sorgt schlimmstenfalls dafür, dass die Seite schlechter rankt.

Das bedeutet, dass nicht mobil-optimierte Seiten mit einem hohen organischen Trafficverlust aufgrund von Rankingveränderungen rechnen müssen.

Alle Inhalte, die indexiert werden sollen, müssen auf der mobilen Version der Webseite zu finden sein. Webseitenbetreibende müssen die mobile Version der Webseite also dahingehend optimieren, dass der Googlebot die richtigen Inhalte crawlen kann.

Die Core Web Vitals – und was sie mit Mobile-Friendliness zu tun haben

Die Core Web Vitals sind Kennzahlen von Google, anhand derer der Bot die Qualität einer Seite für die Nutzerinnen und Nutzer darstellt. Mit diesen KPIs bewertet Google die User Experience einer Webseite. Die Daten basieren auf den Werten des Chrome User Experience Reports – also auf echten Nutzerdaten. Ab August 2021 sind sie Teil der offiziellen Rankingfaktoren.

Das Ziel: Google will die Nutzererfahrung einer Seite messbar machen.

Die drei Metriken sind:

First Input Delay (FID)

Dieser Vital misst die Interaktivität und Reaktionszeit einer Seite.

Largest Contentful Paint (LCP)

Der LCP gibt an, wie lange es dauert, den größten Inhalt auf einer Seite zu laden (zum Beispiel Bild, Text oder andere Elemente).

Cumulative Layout Shift (CLS)

Diese Metrik erfasst die visuelle Instabilität von Content auf einer Seite (Verschiebungen von Elementen wie Bildern oder Buttons).

Die Core Web Vitals hängen wesentlich mit dem Page Experience Rankingfaktor zusammen: Sie sind entscheidend für technische Optimierungen und somit für bessere Rankings sowie die User Experience. Prüfen Sie dies also auch für die Optimierung Ihrer mobilen Seite.

Neben weiteren Faktoren nutzt Google den Page Experience Rankingfaktor, um die Nutzererfahrung einer Seite zu bewerten. Dazu gehört auch die Mobile-Friendliness. Seit einiger Zeit bezieht Google die Kennzahlen aus den Core Web Vitals in diese Bewertung mit ein. 

Checkliste für mehr Mobile-Friendliness: Was Sie nun tun können

Google bietet einen Test an, mit dem Sie die Mobile-Friendliness Ihrer Seite kontrollieren können.

Es gibt einige Faktoren, an denen der Googlebot die Mobile-Friendliness einer Seite ermittelt. Folgendes sollten Sie als Webseitenbetreiber oder Webseitenbetreiberin nun überprüfen und gegebenenfalls optimieren:

1. Responsive Webdesign

Der Inhalt ist so optimiert, dass er sich automatisch an die Größe des jeweiligen Bildschirms anpasst. Der Nutzende muss nicht horizontal scrollen oder zommen.

2. Lesbarer Text

Textelemente sind mobil ausreichend groß und der Nutzende kann den Text ohne Zoomen lesen.

3. Vermeidung von mobil unüblicher Software

Die Seite bzw. der Seitenbetreibende verzichtet auf Software, die nicht oder nur eingeschränkt auf Mobilgeräten funktioniert, etwa Flash.

4. Abstand zwischen einzelnen Links

Links sollten genügend Abstand zueinander haben, damit Personen den gewünschten Link anklicken können, ohne ungewollt einen falschen auszuwählen.

5. Der Googlebot kann auf mobile Inhalte zugreifen

Damit Google die mobile Version crawlen kann, müssen Anweisungen in der robots.txt überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

6. Die Meta-Robots-Tags sind auf Mobile und Desktop identisch

Die Meta-Robots-Anweisungen (noindex, nofollow) sollten sich auf der mobilen Version und der Desktop-Version gleichen, sonst kann es zu Problemen beim Crawling und der Indexierung kommen.

7. Inhalte stimmen auf Mobile und Desktop überein

Bei unterschiedlichen Inhalten auf der mobilen und der Desktop-Version kann es zu Trafficverlusten kommen. Die Inhalte der Webseite sollten deshalb übereinstimmen, damit Google weiterhin relevante Informationen für die Suchergebnisseiten abrufen kann. Dabei sollten auch dieselben aussagekräftigen Meta-Angaben und Überschriften verwendet werden.

8. Lazy-Loading für Hauptinhalte wird vermieden

Lazy-Loading wird meist zur Steigerung der Performance verwendet. Hierdurch kann es passieren, dass der Googlebot nicht alle Inhalte erfassen kann.

Fazit: Das bedeutet Mobile-Only für Sie

Mit dem neuen Update schenkt Google Nutzern und Nutzerinnen mit mobilen Endgeräten nicht nur vorrangiges Interesse, sondern räumt ihnen die alleinige Aufmerksamkeit ein. Damit erhöht das Unternehmen die Nutzererfahrung bei mobilen Suchanfragen – denn schon heute machen diese mehr als die Hälfte aller Google-Suchanfragen aus.

Der Googlebot crawlt Seiten von nun an nur anhand der Informationen, die auf der mobilen Version einer Webseite hinterlegt sind. Gibt es keine mobil-optimierten Informationen, werden diese nicht mehr berücksichtigt, weil der Smartphone-Bot diese nicht „sieht“. Die Folge: ein hoher Trafficverlust.

Webseitenbetreibende müssen ihre Seite für die mobile Ansicht optimieren. Dafür sollten sie auf verschiedene Faktoren achten, die wichtig für die richtige Darstellung der Seite und somit die Nutzererfahrung sind und entsprechende Inhalte aufweisen, die der Google Bot crawlen soll.

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Hinweis: Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Gastbeitrag von Lucas Haiduck, Head of SEO der Online Marketing Agentur TrafficDesign.

Titelbild: nathaphat / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 2. September 2021, aktualisiert am September 02 2021

Themen:

SEO