Wäre es nicht schön, Werbung für Ihr Unternehmen schalten zu können, ohne dass die Zielgruppe bemerkt, dass es sich dabei um Werbung handelt? Und vor allem: Ohne, dass sie sich gestört fühlt? Sie haben Glück: Das ist tatsächlich möglich. Die Methode nennt sich Native Advertising und ist insbesondere online beliebt. Wir zeigen Ihnen, was Native Advertising genau ist und welche Vor- und Nachteile damit verbunden sind.

Download: 34 Irrtümer in der digitalen Werbung

Native Advertising: Eine besondere Form von Werbung

Native Advertising ist Werbung, die bei Drittanbietern wie Zeitungen, Online-Magazinen und Blogs veröffentlicht und optisch wie inhaltlich an deren Stil angepasst wird. Ziel ist, dass Lesern gar nicht auffällt, dass es sich um Werbung handelt. Dadurch steigt die Akzeptanz der Anzeige und es sind bessere Ergebnisse zu erwarten.

Die Landespressegesetze und das Telemediengesetz legen fest, dass Publisher die Anzeigen klar als solche kennzeichnen müssen. In der Regel erfolgt das durch einen kleinen Schriftzug in der Ecke. Dennoch ist die Aufmachung von Native Advertising in der Regel so natürlich, dass sie von Lesern nicht als störend empfunden wird.

Besonders geeignet ist das Format, um hochwertigen Content zu bewerben, der den Nutzern interessante Informationen liefert und/oder sie unterhält. In der Folge können sie zu neuen Leads werden.

Gesponserte Inhalte: Das unterscheidet Advertorials von Native Ads

Die beiden am weitesten verbreiteten Formate von Native Advertising sind Native Ads und Advertorials.

Native Ads bestehen meist aus einem Bild und einem kurzen Text. Sie fügen sich nahtlos zwischen redaktionellen Artikel-Teasern ein. Beim Klick darauf landen Nutzer entweder auf der Webseite des werbenden Unternehmens oder gelangen zu einem Advertorial auf der Seite des Publisher.

Advertorials sind darauf ausgelegt, klassischen Artikeln so weit wie möglich zu ähneln. Das heißt, Struktur und Inhalte sollten die gleiche Qualität aufweisen wie die redaktionellen Artikel der Zeitung oder der Online-Plattform.

Warum Native Ads und Advertorials sich wunderbar ergänzen

Native Ads haben ein Problem: Sie bieten nur wenig Platz. Auch wenn ein Nutzer darauf klickt, bedeutet das noch lange nicht, dass er auch etwas kaufen will. Insbesondere dann, wenn er aufgrund der Ad spannenden Content erwartet und stattdessen direkt auf einer Produktseite landet, kann er sich betrogen fühlen und sofort wieder verschwinden. Selbst wenn Sie ihn nur zu Ihrem eigenen Blog leiten, kann das mindestens zu Verwirrung führen – schließlich öffnet sich da eine ganz andere Webseite als erwartet.

Führt die Ad hingegen zu einem Advertorial, bleibt der Nutzer noch etwas länger auf der gewählten Drittplattform. Er hat Zeit, sich mit Ihren Inhalten und Argumenten zu beschäftigen, bekommt Informationen, die ihn interessieren und kann während der Lektüre Vertrauen zu Ihnen aufbauen. Anschließend ist es viel einfacher, ihn zum Beispiel über ein Newsletter-Formular oder einen kostenlosen Download in einen Lead zu verwandeln.

Dieses Vorgehen sollten Sie besonders dann in Betracht ziehen, wenn Sie komplizierte, schwer verständliche Produkte verkaufen – beispielsweise elektronische Geräte oder Werkstoffe.

Faustregel: Wenn Sie Ihr Angebot nicht in zwei bis drei Sätzen einfach erklären können, kann ein fachspezifisches Advertorial Ihnen wertvolle Dienste leisten.

Vorteile des Native Advertising

Sicher haben Sie schon bemerkt, dass Native Advertising Unternehmen einige Vorteile bietet. Fassen wir zusammen:

  1. Dank der großen Reichweite von Zeitungen und Online-Plattformen können Sie durch Native Advertising neue Kunden auf sich aufmerksam machen.

  2. Durch hochwertigen Content können Sie Ihre Expertise belegen.

  3. Die Einbindung Ihrer Inhalte in eine Umgebung, die die Nutzer schon kennen, kann das Vertrauen in Sie erhöhen.

  4. Durch dieses gesteigerte Vertrauen wird es einfacher, Leser in Leads zu verwandeln.

  5. Native Advertising ist für Ad Blocker nur schwer zu erkennen und wird deshalb auch dann noch ausgespielt, wenn andere Anzeigen blockiert werden.

  6. Wenn Ihr Content begeistert und von Lesern in den sozialen Medien geteilt wird, ist eine virale Verbreitung möglich.

Nachteile des Native Advertising

Natürlich hat Native Advertising auch Kehrseiten:

  1. Im Vergleich zu klassischen Werbeanzeigen haben Native Ads oft eine geringere Reichweite.

  2. Der Content muss sauber als Anzeige gekennzeichnet werden – sonst drohen rechtliche Konsequenzen.

  3. Die Kennzeichnung des Contents als nicht redaktionell kann Leser abschrecken. So könnte Native Advertising von kritischen Betrachtern auch als Schleichwerbung wahrgenommen und deshalb abgelehnt werden.

  4. Die Auswahl des Publishers ist elementar. Ist Ihre Zielgruppe nicht auf der gewählten Plattform aktiv oder werden deren Inhalte als nicht hochwertig genug erlebt, nützen Native Ads und Advertorials wenig. Im Gegenteil: Veröffentlichen Sie Ihren Content an der falschen Stelle, kann das Ihrem Image sogar schaden.

Wo können Native Ads platziert werden?

Um Native Ads und Advertorials unter die Menschen zu bringen, sind sogenannte Content-Delivery-Networks beliebt. Sie haben Kooperationsverträge mit großen Online-Plattformen und bieten entsprechend eine hohe Reichweite.

Die bekanntesten Content-Delivery-Networks sind:

  • Outbrain

  • plista

  • Taboola und

  • Seeding Alliance.

Sie arbeiten mit so unterschiedlichen Medien zusammen wie

  • spiegel.de

  • bunte.de

  • RTL

  • Frankfurter Allgemeine

  • wetter.de und

  • manager magazin.

Von Tageszeitungen über Fachmagazine bis hin zu Nischenblogs und Wetter-Seiten: Grundsätzlich ist nichts undenkbar.

Fazit: Native Advertising kann eine lohnende Ergänzung Ihres Marketing-Mixes sein

Mit Native Advertising erreichen Sie zwar weniger Menschen als mit herkömmlicher Werbung – dafür stößt diese Werbeform aber auf mehr Akzeptanz bei den Lesern und unterstützt den Vertrauensaufbau zu Ihrem Unternehmen. Voraussetzung ist, dass Sie guten Content mit Mehrwert bei einem Publisher platzieren, der von Ihrer Zielgruppe geschätzt wird.

Beachten Sie diesen Punkt, kann Native Advertising ein effektiver und effizienter Teil Ihrer Werbestrategie werden.

New call-to-action

Titelbild: Herman Vasyliev / Getty Images

Ursprünglich veröffentlicht am 21. Oktober 2020, aktualisiert am Oktober 21 2020

Themen:

Marketing & Werbung