Pagespeed messen und optimieren: So geht's

Zukunft des Marketings in EMEA
Jennifer Lapp
Jennifer Lapp

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Kaum ein anderer Faktor beeinflusst die Absprungrate auf Websites so sehr wie die Ladegeschwindigkeit. Schon eine kurze Wartezeit kann dazu führen, dass Besucherinnen und Besucher zur Konkurrenzseite wechseln. Wie Sie Ihre Pagespeed messen und optimieren und inwiefern Sie davon profitieren, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Schnell laufende Frau mit Smartphone in der Hand symbolisierend für Pagespeed

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Warum ist eine schnelle Ladezeit wichtig?

Für Unternehmen sind Webseiten wie digitale Schaufenster und wer in den ersten Sekunden nicht überzeugt, wird es danach schwer haben. Webseiten, die langsam laden, haben einen negativen Effekt auf die komplette Customer Journey. Auf folgende Faktoren wirkt sich die Pagespeed direkt aus:

  • SEO: Für eine gute Pagespeed ist SEO ein wichtiger Faktor, da die Ladegeschwindigkeit auch das Ranking in den Suchmaschinen beeinflusst.
  • User Experience: Schnell ladende Seiten werden von Besucherinnen und Besuchern klar bevorzugt. Abzulesen ist die Qualität der Nutzungserfahrung unter anderem an der Absprungrate. Dies beeinflusst wiederum die SEO-Performance Ihrer Webseite.
  • Conversion Rate: Die Konversionsrate und die Pagespeed hängen eng miteinander zusammen. Laden Elemente der Seite zu langsam, sind Nutzer weniger geneigt, Angebote wahrzunehmen.

All diese Faktoren sind entscheidend für ein gutes Ranking in Suchmaschinen. Warum? Durch schnelle Ladezeiten können Google-Bots zügiger Webseiten-Inhalte erfassen. Deshalb wertet Google die Pagespeed als Rankingfaktor. Da immer mehr Suchanfragen von mobilen Endgeräten gesendet werden und Nutzerinnen und Nutzer unterwegs besonders wenig Wartetoleranz haben, legt Google einen besonderen Fokus auf die Ladezeiten bei mobilen Suchen.

So ist Pagespeed die Definition eines optimalen ersten Eindrucks der Webseite. Denn ist dieser durch eine langsame Ladezeit getrübt, sorgt das schnell für eine hohe Absprungrate.

Pagespeed verbessern: Welche Seitengeschwindigkeit ist optimal?

So ganz pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten, da Menschen Schnelligkeit unterschiedlich empfinden. Ein Nutzer bzw. eine Nutzerin unter Zeitdruck, um ein Ticket zu kaufen, hat viel höhere Erwartung an die Seitengeschwindigkeit, als Nutzende, die nur zum Zeitvertreib durch die Kategorien eines Online-Shops stöbern möchte.

Klar ist aber, dass sich die durchschnittliche Ladezeit von Webseiten von Jahr zu Jahr verringert. Lag sie 2018 noch bei 3,21 Sekunden, erwarten Nutzerinnen und Nutzer heute Pagespeed von unter drei Sekunden. Google selbst rät zu einer Ladezeit von unter zwei Sekunden.

Pagespeed optimieren: 5 Tipps für eine schnellere Webseite

Um die Pagespeed zu verbessern, können Sie folgende Tipps anwenden:

  • Bilder in optimaler Größe einbinden: Ein einfacher Schritt, um die Pagespeed zu optimieren, ist die Größe der Bilder zu reduzieren. Mit Bildbearbeitungsprogrammen wie Adobe Photoshop gelingt das problemlos: Wählen Sie einfach die Funktion „für Web speichern“ – das Programm wählt dann automatisch die passende Größe.
  • Dedizierte Server verwenden: In der Regel laufen Webseiten auf Shared-Hosting-Plattformen. Dort wird eine Seite gemeinsam mit circa hundert anderen auf einer einzigen Maschine bei dem gebuchten Internet-Service-Provider gehostet. Ein dedizierter Server (Dedicated Server) ist dagegen ein einzelner Server, auf dem nur eine Webseite läuft. Sie müssen somit die Server-Leistung nicht mit hundert anderen Kunden teilen, was die Ladezeit deutlich optimieren kann. Dedizierte Server können beispielsweise bei Providern wie Strato oder 1&1 bestellt werden.
  • Gzip-Komprimierung einsetzen: Mit der Gzip-Komprimierung können Sie die Dateigröße der Seiten, die an Webbrowser wie Google Chrome oder Firefox gesendet werden, enorm verringern. In der Regel ist die Gzip-Komprimierung auf allen Servern aktiviert. Mit dem GZIP Compression Tool können Sie leicht überprüfen, ob die Softwareanwendung tatsächlich aktiv ist.
  • Bad Requests vermeiden: Sobald ein Browser auf eine Webseite zugreift, stellt er sogenannte Requests, um die entsprechende Datei anzeigen zu können. Wird die gesuchte Ressource dabei nicht gefunden, entsteht unwillkürlich eine Reaktionskette, die Ladezeit kostet. Solche Bad Requests können einfach vermieden werden, indem fehlerhafte Dateien und Pfade korrigiert werden.
  • Browser-Caching: Häufig angefragte Inhalte können vom Webbrowser zwischengespeichert werden, damit sie nicht immer wieder aufs Neue geladen werden müssen. Das wird als Caching bezeichnet und macht vor allem für jene Nutzer und Nutzerinnen einen großen Unterschied, die in einer Sitzung mehrere Seiten aufrufen (zum Beispiel beim Online-Shopping), da die Ladezeiten bei jedem weiteren Seitenaufruf so reduziert werden können. Das Browser-Caching lässt sich je nach Content-Management-System über Plugins oder Erweiterungen aktivieren.

Geringe Pagespeed: Datenbank optimieren

Wenn die oben genannten Maßnahmen Ihre Pagespeed nicht optimieren, sollten Sie einen Blick auf Ihre Datenbank werfen. Arbeiten Sie mit einem Content-Management-System, beispielsweise WordPress, kann der Umfang der Datenbank durchaus groß sein. Hier wird alles gespeichert, von Einstellungen über Landingpages bis hin zu Beiträgen und Nutzerprofilen.

Doch die Datenbank enthält auch viele Elemente, die für die Webseite irrelevant sind. Häufen sich diese, kann das mitunter ein Grund für eine geringe Ladezeit sein.

Folgende Elemente sollten Sie regelmäßig löschen, um Ihre Datenbank zu optimieren:

Sicherheitshalber sollten Sie immer ein Backup Ihrer Webseite erstellen, bevor Sie die Inhalte der Datenbank bearbeiten.

Seitengeschwindigkeit mit Google PageSpeed Insights messen

Google PageSpeed Insights ist ein kostenloses Tool, mit dem Sie die Ladezeit Ihrer Webseite analysieren und herausfinden können, warum die Seite langsam läuft. Zusätzlich liefern die PageSpeed Insights Tipps, um die Seitengeschwindigkeit zu verbessern.

Hierfür analysiert das Tool verschiedene Core Web Vitals der Seite und vergibt einen Score für die Bereiche Leistung, Barrierefreiheit, Best Practices und SEO. Für den Pagespeed-Test geben Sie einfach die URL der zu überprüfenden Webseite in die Suchleiste ein.

Google PageSpeed Insights errechnet anschließend einen Performancewert von maximal 100 Punkten. Wenn Sie bei dem Test eine niedrige Punktzahl erhalten, finden Sie anschließend im Bereich „Empfehlungen“ Hinweise und Tipps, wie Sie die Ladegeschwindigkeit der Seite optimieren können.

Dabei erhalten Sie zunächst technische Verbesserungsvorschläge mitsamt der geschätzten Einsparung in Sekunden. So können Sie direkt erkennen, welche Modifikationen den größten positiven Effekt auf Ihre Ladezeit hat. Beachten Sie jedoch, die Empfehlungen von Google PageSpeed Insights nicht einfach zu übernehmen, sondern prüfen Sie vorab, ob sich die Veränderungen negativ auf andere Bereiche der Webseite auswirken könnten.

Eine Webseite mit guter Ladezeit muss nicht zwingend einen Score von 100 Punkten erreichen. Ein Performancewert von 85 Punkten kann schon ausreichend sein. Setzen Sie die ermittelten Empfehlungen des Tools um, wird das in der Regel bereits einen großen Unterschied machen.

Optimierte Pagespeed mit Insights vs. Lighthouse

Um die Pagespeed zu messen und zu optimieren, bietet Google zwei Open Source-Tools: PageSpeed Insights und Lighthouse. Anders als Insights nutzt Google Lighthouse jedoch Labordaten und keine realen Daten von Nutzerinnen und Nutzern. Vielmehr misst das Tool die Performance Ihrer Webseite und prüft dabei, ob die von Google empfohlenen Best Practices eingesetzt werden.

Die Pagespeed Insights hingegen messen nur die Geschwindigkeit der Webseite und greifen dabei auf eine Kombination von Labordaten und realen Nutzungsdaten zurück. Beide Tools sind also hilfreich, um die Performance der Webseite zu optimieren.

Alternativen zum Google-Tool

Neben Googles PageSpeed Insights gibt es noch andere Softwareanwendungen wie WebPageTest oder Pingdom, die Ladezeiten von Webseiten anhand ihrer URL analysieren. Für mobile Webseiten existiert ein separater Webdienst von Google. Dieses Pagespeed-Tool analysiert, ob die Nutzenden einfach und schnell von mobilen Endgeräten auf Ihre Seite zugreifen können.

Auch HubSpot bietet mit dem Website Grader einen Dienst an, mit dem Sie die Seitengeschwindigkeit, aber auch die SEO und die Sicherheit, messen können.

Die verschiedenen Dienste berücksichtigen dabei teils unterschiedliche Aspekte, die die Geschwindigkeit einer Webseite beeinflussen können. Um Ihre Webseite umfassend auf die Ladegeschwindigkeit zu überprüfen, ist es daher durchaus sinnvoll, verschiedene Dienste auszuprobieren.

Fazit: Weniger Ladezeit, mehr Traffic

Pagespeed ist ein wichtiger Rankingfaktor für Suchmaschinen. Mindestens genauso wichtig ist die Ladegeschwindigkeit – aber für die User Experience. Schließlich möchten Userinnen und User heutzutage schnell im Internet surfen, insbesondere auf mobilen Endgeräten. Daher empfehlen wir dringend, Ihre Webseite regelmäßig auf die Ladegeschwindigkeit hin zu überprüfen. Die vorgestellten Tools unterstützen Sie dabei mit nützlichen Handlungsanweisungen.

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Titelbild: Maria Korneeva / iStock / Getty Images Plus

Themen: SEO

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