Nutzer erwarten, dass eine Webseite schnell lädt – sei es, um fix einen Online-Einkauf zu tätigen oder um einen Artikel ohne Wartezeit lesen zu können. Wenn die entsprechende Seite zu lange lädt, springen Nutzer ab und schauen gegebenenfalls lieber bei einer Konkurrenzseite vorbei. Zusätzlich zieht Google die sogenannte „Pagespeed“ als Rankingfaktor heran. Daher empfiehlt es sich, die Ladegeschwindigkeit Ihrer Webseite genauer in den Blick zu nehmen und bestmöglich zu optimieren.

In diesem Artikel erfahren Sie, welche Maßnahmen Sie dazu einfach umsetzen können.

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Pagespeed verbessern: Welche Seitengeschwindigkeit ist optimal?

Langsame Webseiten haben in der Regel eine hohe Absprungrate – denn Nutzer verlieren schnell die Geduld und klicken weg. Doch was ist die optimale Ladezeit für zufriedene Nutzer und ein gutes Ranking? So ganz pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten, da Menschen Schnelligkeit unterschiedlich empfinden. Ein Nutzer, der unter Zeitdruck ein Ticket kaufen möchte, hat viel höhere Erwartung an die Seitengeschwindigkeit, als ein Nutzer, der nur zum Zeitvertreib durch die Kategorien eines Online-Shops stöbern möchte.

Laut einer Studie von Pingdom beträgt die durchschnittliche Ladezeit von Webseiten 3,21 Sekunden. In diesem Bereich sollte daher auch die Pagespeed Ihrer Seite liegen, um nicht auffallend langsam zu sein.

Mit diesen 5 Tipps optimieren Sie die Pagespeed Ihrer Webseite

  • Bilder in optimaler Größe einbinden: Alle Bilder auf Ihrer Webseite sollten auf die richtige Größe reduziert werden. Mit Bildbearbeitungsprogrammen wie Adobe Photoshop gelingt das problemlos: Wählen Sie einfach die Funktion „für Web speichern“ – das Programm wählt dann automatisch die passende Größe.

  • Dedizierte Server verwenden: In der Regel laufen Webseiten auf Shared-Hosting-Plattformen. Dort wird eine Seite gemeinsam mit circa hundert anderen auf einer einzigen Maschine bei dem gebuchten Internet-Service-Provider gehostet. Ein dedizierter Server (Dedicated Server) ist dagegen ein einzelner Server, auf dem nur eine Webseite läuft. Sie müssen somit die Server-Leistung nicht mit hundert anderen Kunden teilen, was die Ladezeit spürbar beeinflussen kann. Dedizierte Server können beispielsweise bei Providern wie Strato oder 1&1 bestellt werden. 

  • Gzip-Komprimierung einsetzen: Mit der Gzip-Komprimierung können Sie die Dateigröße der Seiten, die an Webbrowser wie Google Chrome oder Firefox gesendet werden, enorm verringern. In der Regel ist die Gzip-Komprimierung auf allen Servern aktiviert. Mit dem GZIP Compression Tool können Sie leicht überprüfen, ob die Softwareanwendung tatsächlich aktiv ist.

  • Bad Requests vermeiden: Sobald ein Browser auf eine Webseite zugreift, stellt er sogenannte Requests, um die entsprechende Datei anzeigen zu können. Wird die gesuchte Ressource dabei nicht gefunden, entsteht unwillkürlich eine Reaktionskette, die Ladezeit kostet. Solche Bad Requests können einfach vermieden werden, indem fehlerhafte Dateien und Pfade korrigiert werden.

  • Browser-Caching: Häufig angefragte Inhalte können vom Webbrowser zwischengespeichert werden, damit sie nicht immer wieder aufs Neue geladen werden müssen. Das wird als Caching bezeichnet und macht vor allem für Nutzer einen großen Unterschied, die in einer Sitzung mehrere Seiten aufrufen (zum Beispiel beim Online-Shopping), da die Ladezeiten bei jedem weiteren Seitenaufruf so reduziert werden können. Das Browser-Caching lässt sich je nach Content-Management-System über Plugins oder Erweiterungen aktivieren.

Seitengeschwindigkeit mit Google PageSpeed Insights messen

Google PageSpeed Insights ist ein kostenloses Tool, mit dem Sie die Ladezeit Ihrer Webseite analysieren und herausfinden können, warum die Seite ggfs. langsam läuft. Zusätzlich erhalten Sie Tipps, die helfen können, die Seitengeschwindigkeit zu beschleunigen.

Das Tool lässt sich kinderleicht bedienen: Geben Sie einfach die URL der zu überprüfenden Webseite in die Suchleiste ein. Google PageSpeed Insights errechnet anschließend einen Performancewert von maximal 100 Punkten. Wenn Sie bei dem Test eine niedrige Punktzahl erhalten, finden Sie anschließend im Bereich „Empfehlungen“ Hinweise und Tipps, wie Sie die Ladegeschwindigkeit der Seite optimieren können. Beispielsweise weist das Tool auf nicht genutzte JavaScripte hin, die problemlos entfernt werden können.

Eine Webseite mit guter Ladezeit muss nicht zwingend einen Performancewert von 100 Punkten erreichen. Ein Performancewert von 85 Punkten kann schon ausreichend sein. Setzen Sie die ermittelten Empfehlungen des Tools um, wird das in der Regel bereits einen großen Unterschied machen.

Beachten Sie bitte, dass der Google Speed Score und die Ladezeit (oder Pagespeed) im Allgemeinen zwei unterschiedliche Dinge sind: Die Ladezeit ist die durchschnittliche Zeitspanne, die Nutzer benötigen, um eine Webseite zu laden. Diese tatsächliche Ladezeit – der Zeitraum zwischen Beginn und Ende des Seitenladens – wird in Sekunden oder Millisekunden berechnet. Dies ist ein reiner Zeitwert, der noch keine Hinweise auf mögliche Ursachen von Geschwindigkeitsproblemen gibt. Der Speed Score von Google dagegen ist der Wert, den das Tool bei der Website-Analyse ermittelt und in Form einer Punktezahl angibt.

Alternativen zum Google-Tool

Neben Googles PageSpeed Insights gibt es noch andere Softwareanwendungen wie WebPageTest oder Pingdom, die Ladezeiten von Webseiten anhand ihrer URL analysieren. Für mobile Webseiten existiert ein separater Webdienst von Google. Dieses Tool analysiert, ob die Nutzer einfach und schnell von mobilen Endgeräten auf Ihre Seite zugreifen können.

Die verschiedenen Dienste berücksichtigen dabei teils unterschiedliche Aspekte, die die Geschwindigkeit einer Webseite beeinflussen können. Um Ihre Webseite umfassend auf die Ladegeschwindigkeit zu überprüfen, ist es daher durchaus sinnvoll, verschiedene Dienste auszuprobieren.

Fazit

Pagespeed ist ein wichtiger Rankingfaktor für Suchmaschinen. Mindestens genauso wichtig ist die Ladegeschwindigkeit aber für die User Experience. Schließlich möchten Nutzer heutzutage schnell und hürdenlos im Internet surfen. Daher empfehlen wir dringend, Ihre Webseite regelmäßig auf die Ladegeschwindigkeit hin zu überprüfen. Die vorgestellten Tools unterstützen Sie dabei mit nützlichen Handlungsanweisungen.

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Titelbild: 200degress / getty images

Ursprünglich veröffentlicht am 10. September 2020, aktualisiert am September 10 2020

Themen:

SEO